Lungendurchblutung

Synonyme im weiterem Sinne

Lungenflügel, Lungenbläschen, Bronchien

Medizinisch: Pulmo

Englisch: breathing organ, lungs

Lesen Sie auch:

Lungendurchblutung

Durchblutung der Lunge

Bei der Lungendurchblutung wird die Lunge von zwei funktionell verschiedenen Gefäßen versorgt, die aus dem kleinen und großen Körperkreislauf stammen.

Die Gefäße des kleinen Kreislauf (Lungenkreislauf) transportieren bei der Lungendurchblutung das gesamte Blutvolumen des Körpers durch die Lunge, um neuen Sauerstoff aufzunehmen. Sie stehen im Dienste des gesamten Körpers und werden auch Vasa publica (öffentliche Gefäße) genannt.

Die Gefäße des großen Kreislaufs (Körperkreislauf) bei der Lungendurchblutung sind nur für die Sauerstoffversorgung des Lungengewebes zuständig. Daher nennt man sie auch Vasa privata (eigene Gefäße).

Alle folgenden Merkmale beziehen sich auf den Blutfluss in den Gefäßen des kleinen Kreislaufs, die für die Funktion der Lunge wesentlich wichtiger sind.

Grundsätzlich muss man sagen, dass die Steuerung der Lungendurchblutung der Lungengefäße nicht wie so häufig anhand des dort herrschenden Blutdruck erfolgt. Das macht Sinn, bedenkt man, dass das ankommende Blut ja möglichst schnell wieder für den großen Kreislauf zur Verfügung stehen soll.
Statt dessen wird ein anderer Mechanismus zur Regulation genutzt: die hypoxische Vasokonstriktion. Das bedeutet, dass der Sauerstoffgehalt der Lungenbläschen das Ausmaß an Blutfluss bestimmt.
Je mehr Sauerstoff, desto mehr Blut fließt durch diesen Abschnitt; je weniger Sauerstoff (Hypoxie) desto weniger Blut (Vasokonstriktion). Vermittelt wird dieser Mechanismus über Eiweiße der Zellwand (Kaliumionenkanäle) der Lungenbläschen, die bei Anstieg des Sauerstoffgehalts ihre Form verändern und so ein Zusammenziehen (Kontraktion), d.h. Engstellen der Gefäße einleiten können.

Welchen Sinn hat diese Einrichtung?
Angenommen, ein luftleitender Abschnitt ist vollständig durch einen Fremdkörper verstopft. Dadurch kann keine frische Luft mehr in die Lungenbläschen gelangen. Das Blut, dass durch diese Lungenbläschen strömt, könnte keinen frischen Sauerstoff aufnehmen. Dieses alte Blut würde dennoch durch den Körper gepumpt werden, ohne jedoch Sauerstoff zu transportieren. Dieses Szenario wird durch die hypoxische Vasokonstriktion vermieden.

Der Blutdruck in den Lungengefäßen ist gering (nur ¼ des Druckes in der Hauptschlagader (Aorta)). So wird vermieden, dass durch den hohen Druck Flüssigkeit aus den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) in die Lungenbläschen gepresst wird. Passiert dies doch, sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem).
Häufige Ursachen für ein Lungenödem sind Pumpschwäche des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz), eine erhöhte Menge an Blut, eine Lungenentzündung durch Erreger oder ein Verschluss eines größeren Gefäßes der Lunge (Lungenembolie).
Die Gefahr eines Lungenödems besteht in einer Verlängerung der Wegstrecke für das auszutauschende Gas aus den Lungenbläschen bei der Lungendurchblutung in die Gefäße und zurück. Führendes Zeichen des Lungenödems ist die Luftnot (Dyspnoe).

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Weiterführende Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012