Symptome des Morbus Addison

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Symptome eines Morbus Addison

Die Symptome des Morbus Addison sind sehr vielseitig und durch den Aus- bzw. Wegfall der von der Nebennierenrinde produzierten Substanzen gekennzeichnet.

Zu den Symptomen des Kortisolmangels durch Morbus Addison zählen:

Ein Mangel an Mineralkortikoiden zeigt sich in Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes mit folgenden Symptomen:

  • Natriummangel (Hyponatriämie)
  • Kaliumüberschuss (Hyperkaliämie) und deren Folgen wie z.B. Herzrhythmusstörung
  • Austrockung (Dehydratation)
  • SalzhungerpH-Wert-Veränderungen (Azidose)
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie) mit Schwindelanfällen oder Kollaps

Der Androgenmangel kann sich bei Frauen durch Verlust der Achsel- und Schambehaarung oder bei beiden Geschlechtern als Verlust der Libido äußern. Eine trockene Haut ist nicht selten.

Zuletzt kommt wegen der fehlenden Rückkopplung zu einer erhöhten ACTH-Sekretion. Dabei kommt es durch die Stimulation der Pigmentzellen der Haut (Melanozyten) zum Symptom einer bräunlichen Hautverfärbung (Hyperpigmentierung).


Diagnose des Morbus Addison

Lage der Niere und Nebenniere

Besteht durch die vorhanden Symptome der Verdacht auf einen Morbus Addison wird zuerst Blut entnommen analysiert. Bei einer primären Nebennierenrindeninsuffizienz sind folgende Blutparameter verändert:

Es ist essentiell zu wissen, ob eine primäre, sekundäre oder gar tertiäre Form der Nebenniereninsuffizienz vorliegt. Um dies zu klären, sind zum einen die Symptome richtungsweisend. Die Diagnose des Morbus Addison muss trotzdem durch weitere Tests bestätigt werden.

Zur Klärung des Verdachts auf eine Nebennierenrindeninsuffizienz wird der sog. ACTH-Stimulationstest eingesetzt. Zeigt sich nach 60 Minuten ein Kortisolwert über 200µg/l, ist eine Nebennierenrindeninsuffizienz ausgeschlossen. Ist nach Stimulation der Kortisol-Spiegel nach 60 Minuten unter einem bestimmten Wert (kleiner als 200µg/l), besteht eine Insuffizienz. Danach ist die Konzentration des ACTH entscheidend.
Bei normalen oder erhöhten Werten liegt eine primäre Form vor, ist der Wert erniedrigt besteht eine sekundäre oder tertiäre Form.
Zur Unterscheidung der sekundären und tertiären Form des Morbus Addison wird der CRH-Test eingesetzt. Zeigt sich dabei kein oder nur ein geringer Anstieg von Kortisol und ACTH liegt die sekundäre Form vor, während die tertiäre Form vorliegt, wenn ACTH ansteigt und bei Korstiol kein oder nur ein geringer Anstieg zu verzeichnen ist.

Komplikationen: Addison-Krise

Ein lebensbedrohlicher Zustand besteht beim akuten Hypoadrenalismus oder auch Addison-Koma. Diese Addison-Krise kann bei Infektionen durch bestimmte Erreger (z.B. bei einer Meningokokken-Sepsis) oder bei einer bestehenden Nebenniereninsuffizienz mit zusätzlicher Belastung ausgelöst werden. Unter zusätzlichen Belastungen sind Traumata, Operationen oder Infektionen gemeint. Im allgemeinen sind damit Stresssituationen gemeint.

Eine Addison-Krise zeigt sich als Bewusstseinsverlust mit Fieber, Austrocknung und Unterzuckerung und kann bis zum Schock reichen. Ein Schock kann tödlich sein.

Therapie

Die Therapie der primären Nebenniereninsuffizienz besteht im Ersatz der fehlenden Substanzen. Der Glukokortikoid-Mangel muss durch eine orale Einnahme von 20 – 30 mg Kortison am Tag substituiert werden. Dabei wird die natürliche Schwankung des Kortisonspiegels beachtet: 20 mg morgens, 10 mg abends. Ergänzt wird dies durch die abendliche Einnahme von Dexamethason, dessen Dosierung an Aktivitäten und besonderen Situationen (z.B. Operationen, Infektionen) angepasst wird.

Auch die Mineralkortikoide können durch Medikamente ersetzt und die Dosis an die verschiedenen Belastungen angepasst werden.

Der Patient sollte einen Addison-Pass erhalten und immer bei sich tragen. Empfohlen werden eine ausführliche Aufklärung und Schulung des Patienten und der Angehörigen, um in Stresssituationen kompetent reagieren zu können.

Prognose des Morbus Addison

Die primäre Nebenniereninsuffizienz verläuft unbehandelt tödlich. Die Substitution der Hormone muss lebenslang erfolgen. Werden Medikamente regelmäßig eingenommen und die Dosierung an die verschiedenen Situationen angepasst, können die Betroffenen mit einer normalen Lebenserwartung rechnen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012