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Blutzuckermessung

Definition

Die Blutzuckermessung dient dazu, den Glucosegehalt des Blutes zu bestimmen und ist ein leicht zu erhebender Wert für die Diagnostik und die Verlaufskontrolle von Erkrankungen, die mit einem veränderten Blutzuckerwert einhergehen, allen voran für die Kontrolle des Diabetes mellitus.

Die Bestimmung des absoluten Glucosewertes erfolgt hierbei aus dem Blut, zur Verlaufskontrolle existiert darüber hinaus die Messung des HbA1c-Wertes und des Urinzuckers.

Normwerte

Nach den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) von 2012 sollte der Nüchternblutzucker bei gesunden Personen unter 100 mg/dl liegen, zwischen 100 und 110 mg/dl spricht man von einer gestörten Glucosetoleranz, die als Diabetesverdacht gilt und jährlich kontrolliert werden muss, ab einem Wert von über 110 mg/dl sieht die DDG die Manifestation eines Diabetes mellitus.

Wird der Blutzuckerwert nicht nüchtern gemessen, der sogenannte „Gelegenheits“-Plasmaglucosespiegel, sollte der Wert normalerweise unter 200 mg/dl liegen.


Invasive Verfahren

Beim Arzt erfolgt die Blutzuckermessung meist über eine Blutentnahme aus einem venösen Gefäß und Auswertung im Labor.
Hierbei wird der Blutzuckerwert aus dem Blutplasma bestimmt, was vor allem zur Stellung der Diagnose bei Diabetes mellitus von Bedeutung ist.

Zur Verlaufskontrolle hingegen und insbesondere zur Selbstkontrolle zu Hause gibt es transportable Blutzuckermessgeräte, die den Blutzuckerwert aus dem Vollblut bzw. Kapillarblut, vorzugsweise aus der Fingerspitze, gewinnen.
Diese Methode ist zwar weitaus schneller und einfacher, jedoch aufgrund zahlreicher Störfaktoren auch ungenauer als die Messung mittels Blutentnahme.

1.) Bei den transportablen Blutzuckermessgeräten haben sich verschiedene Methoden etabliert, so gibt es die photometrische, die vor allem bei den ersten Geräten für den Hausgebrauch Standard war, als auch die amperometrische Messung. Beide Messungen laufen in den Geräten enzymkatalysiert.

2.) Bei der photometrischen Messung erfolgt nach Auftragen des Blutstropfens eine Reaktion des im Blut vorhandenen Zuckers mit den chemischen Stoffen auf dem Teststreifen, woraufhin das Messgerät den Blutzucker durch die charakteristische Lichtabsorption des Teststreifens nach der chemischen Reaktion misst.

Das Ausmaß der Absorption ist hierbei von der Glukosekonzentration abhängig.

3.) Bei der amperometrischen Messmethode wird ebenfalls ein Tropfen Kapillarblut auf den Teststreifen aufgebracht. Auf dem Testfeld befindet sich das Enzym Glucose-Oxidase, mit dem der Blutzucker reagiert.

Durch diese chemische Reaktion wird der Kontakt zwischen einigen Elektroden hergestellt, sodass nach Anlegen einer elektrischen Spannung von Seiten des Geräts durch Messung des zeitlichen Verlaufs der Stromstärke die Blutglucosekonzentration errechnet werden kann.

Eine weitere Möglichkeit, um den Blutzuckerwert aus dem Blut zu bestimmen, stellt der HbA1c-Wert dar.
Dieser bezeichnet Hämoglobinmoleküle der Erythrozyten, an die nichtenzymatisch ein Glukosemolekül gebunden wurde. Die Anzahl dieser modifizierten Moleküle korreliert mit der Höhe des Blutzuckers, auch wenn man daraus keinen genauen und absoluten Blutzuckerwert gewinnen kann.
Da das Zuckermolekül die gesamte Lebensdauer des roten Blutkörperchens lang gebunden bleibt, lässt dieser Wert Rückschlüsse auf den Verlauf des Blutzuckerpegels in den letzten 6-8 Wochen zu und ist damit relevant bei der Langzeitkontrolle der medikamentösen Einstellung von Diabetikern.

Er sollte bei Diabetikern einmal pro Quartal kontrolliert werden. Der HbA1c-Wert sollte normalerweise zwischen 4 und 6,2 Prozent liegen.

Nicht-invasive Messung

Mittlerweile wurden einige neue Ideen zur Blutzuckermessung entwickelt, die auf ein Verfahren ohne Blutentnahme abzielen. Diese Methoden sind momentan noch in der Erprobungsphase. So wurde eine Möglichkeit entdeckt, den Blutzucker durch die Haut hindurch mittels eines Lasergerätes zu ermitteln, der die konzentrationsabhängige Lichtabsorption der Blutglucose messen kann. Des Weiteren gibt es Ansätze, den Blutzucker in der Tränenflüssigkeit zu bestimmen.

Urinuntersuchung

Bei sehr hohen Glucosekonzentrationen im Blut kann die Konzentration auch die sogenannte Nierenschwelle überschreiten, was das Auftreten von Glucose im Urin zur Folge hat.
Aufgrund der leichten Beeinflussbarkeit der Nierenschwelle durch zahlreiche Störfaktoren ist dieser Wert jedoch wenig aussagekräftig und es wird heutzutage eher auf andere standardisierte Verfahren zur Messung zurückgegriffen. In Ausnahmefällen jedoch kann sie bei der Verlaufskontrolle bei nicht insulinpflichtigen Diabetikern eingesetzt werden.

Hinweise zur Selbstmessung mit transportablen Blutzuckermessgeräten: Um Verfälschungen der Messwerte zu vermeiden, sollte darauf geachtet werden, dass die Hände sauber und trocken sind. Feuchte Hände, auch nach Desinfektion mit Alkohol, könnten den Blutstropfen verdünnen. Die Finger sollten darüber hinaus nicht kalt sein, da dies die Gewinnung von Blut erschweren kann. Darüber hinaus sollte möglichst wenig gedrückt werden, um den Blutstropfen aus dem Finger zu gewinnen, da sonst Flüssigkeit aus dem Gewebe mit austreten kann und unter Umständen die Messung verfälscht. Um den Einstichschmerz zu verringern, sollte man darauf achten, an der seitlichen Fingerspitze einzustechen und nicht direkt in die Fingerkuppe, da dort die Schmerzrezeptoren nicht ganz so eng stehen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.04.2018
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