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Depression - Informationen für Angehörige

Allgemein

Leidet eine nahe stehende Person an Depressionen, so ist dies auch für das Umfeld, vor allem für die nächsten Familienmitglieder und besten Freunde eine schwierige Situation.

Es ist oft eine Gratwanderung zwischen Hilfe für den Angehörigen und Selbstaufgabe

Nur wenn man selbst eine möglichst "heile Seele" hat, kann man für den Partner eine stabile Stütze sein. Wichtig ist auch, dass es nicht die Aufgabe der Angehörigen ist, den depressiven Menschen zu therapieren. Es gibt immer wieder Personen, die sehr oft ungewollt und unbewusst das Gefühl haben, den Depressiven heilen zu müssen. Dies ist nicht möglich und auch wenig sinnvoll.

Wo finden Angehörige Hilfe?

Angehörige von Menschen mit Depressionen finden Hilfe in verschiedenen Institutionen.

Oft sind sie diejenigen, die noch vor der betroffenen Person eine mögliche Depression oder psychische Erkrankung bemerken. Auch in dieser Situation findet man Rat. Neben zahlreichen Websites und Büchern findet man natürlich Hilfe bei einem Therapeuten oder Psychiater, sowie Psychologen. Anfangs sollte man sich einen Überblick verschaffen und die Depression als das anerkennen, was sie ist – eine mitunter sehr schwere Krankheit.

Für einen gesunden Menschen ist es oft nicht einfach die Verhaltensweisen und die Gefühle des Kranken richtig zu deuten oder sich gar in die Situation zu versetzen. Es kommt oft zu Missverständnissen. Vor allem auch deshalb sollte man sich ausreichend informieren. Weiß man erst einmal bescheid, reagiert man vielleicht weniger gereizt auf manche Verhaltensweisen. Diesen ersten Überblick kann man sich sehr gut durch Bücher und Websites verschaffen. Natürlich kommen dann noch weitere Fragen auf, oder man möchte einmal mit jemandem persönlich über das eigene Befinden sprechen.
Da bietet sich ein Therapeut an oder aber auch eine Selbsthilfegruppe in der man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann und sich Rat holen kann. Außerdem gibt es in jeder Stadt die Möglichkeit kostenlose Therapie in Anspruch zu nehmen. Oft muss man aber etwas länger auf einen Termin warten. Neben dem Verstehen der Krankheit Depression tut es vielen Angehörigen gut, über ihr eigenes Befinden, ihre Ängste und Sorgen mit einem Therapeuten zu sprechen.

Hat man das Gefühl, dass man dies braucht, so sollte man sich auf alle Fälle Hilfe suchen. Zuletzt sollte man die meist wichtigste Hilfe nicht außer Acht lassen: Freunde und Familie. Es ist wichtig, dass man Menschen um sich hat, die einem zuhören, trösten und die, vorallem wenn der Partner Depressionen hat, die Frau, den Mann, Freundin oder Freund einfach mal zu Freizeitaktivitäten mitnehmen und ihn/sie so aus dem Alltag mit dem Kranken etwas heraus holen kann.

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Was sollte man für sich selbst tun?

Neben dem Verstehen der Erkrankung des Angehörigen, ist es wichtig viel für sich selbst zu tun.

Das heißt möglichst auf Hobbies nicht verzichten, Freunde zu treffen, einfach ab und zu aus dem Alltag entfliehen. Natürlich kommt es dabei immer darauf an, wie viel Kontakt man zu dem Kranken hat und wie sehr man selbst darunter leidet.
Dies gilt vor allem für besonders nahe stehende Personen, die möglicherweise dauerhaften Kontakt zu dem depressiven Menschen haben. Außerdem gilt es seine Grenzen zu erkennen und diese auch zu wahren. Es hilft letztlich niemandem, wenn man sich selbst überfordert und am Ende möglicherweise selbst unter Depressionen leidet.

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Umgang mit dem Erkrankten

Es ist wichtig, dass man die Erkrankung keinesfalls unterschätzt.
Dies ist eine mitunter sehr schwere Krankheit, die unbedingt ernst genommen und professionell behandelt werden muss.

Man sollte Verständnis für die Stimmung und Situation zeigen, in der sich der Betroffene befindet, auch, wenn Gesunde dies niemals vollständig nachvolllziehen können. Ratschläge wie: Reiß dich zusammen, oder fahr doch mal auf Urlaub, oder sei nicht so undankbar oder gar dass es jedem mal schlecht gehen würde und man doch dankbar sein soll, dass es einem so gut geht, verkennen die Situation völlig und geben dem Kranken noch mehr das Gefühl nicht verstanden zu werden und hilflos zu sein.
Man macht dem Depressiven dagegen eher noch mehr Druck und er fühlt sich noch negativer.

Depressive Menschen wandeln jeden oder viele Gedanken unbewusst ins Negative und haben oft kaum noch Empfinden für positive Dinge und Gedanken. Man sollte im Gegenteil den Kranken versuchen zu motivieren und für ihn da zu sein.
Es reicht, ihn im Alltag zu begleiten und bei all seinen Aufgaben zu unterstützen. Und einfach nur zuhören, auch wenn einem die Worte fehlen, wirkt oft Wunder. Der Kranke sollte das Gefühl haben verstanden zu werden mit all seinen Verhaltensweisen und nicht abgelehnt werden. So sehr man den depressiven Menschen auch motivieren soll, so sehr sollte man Acht geben, ihn nicht zu überfordern.

Es gibt einige Dinge, die der Betroffene so nicht machen oder leisten kann und diese einzufordern, würde beide Seiten nur zusätzlich unglücklich machen. Vor allem betrifft dies den Punkt Nähe! Dies ist besonders schwierig zu geben, wenn man sich selbst nicht lieben kann und alle Gedanken negativ sind.

Die Gefühle der Angehörigen

Viele Angehörige sind nicht nur traurig und verzweifelt oder haben Mitgefühl, sondern sind auch manchmal sauer und gereizt.

Man ärgert sich, dass Hilfe nicht angenommen wird, oder dass der Betroffene sich selbst und alles andere negiert. Bedürfnisse werden, vor allem in Partnerschaften nicht ausreichend gestillt und manchmal fällt es einem einfach schwer immer alles zu verstehen und einfach da zu sein. So entstehen oft diese negativen Gefühle und sehr häufig fühlen sich Angehörige dann schlecht deswegen. Es ist aber richtig, wichtig und normal, dass man solche Empfindungen hat.
Man sollte dazu stehen und nicht zu streng mit sich selbst sein. Jedoch sollte man davon Abstand nehmen, die Schuld dem Kranken zu geben, denn damit wird sich die Situation sicherlich nicht bessern.

Umgang mit Selbstmorddrohungen

Selbstmorddrohungen sind im Zusammenhang mit Depressionen nicht selten und müssen ganz dringend ernst genommen werden.

Nichts ist schlechter, als sie zu ignorieren oder zu bagatellisieren. Es spielt keine Rolle ob sie tatsächlich ernst gemeint wurden oder nur einfach so gesagt wurden. Was wirklich im Kranken vorgeht können wir nie zu 100% wissen. Man findet in den meisten Städten Kriseninterventionsteams, bei denen man sich Rat holen kann.
Man sollte den Kranken unbedingt ermutigen sich professionelle Hilfe zu suchen. Außerdem helfen einem die Teams mit vielen Tipps weiter. Hat man beispielsweise das Gefühl, dass der depressive Mensch akut in Lebensgefahr ist, so sollte man nicht zögern, den Rettungsdienst und die Polizei zu alarmieren. Ebenso gibt es Hotlines, die der Kranke in einer Akutsituation kontaktieren kann. Man sollte ihm diese Möglichkeit auf alle Fälle näher bringen. Akutsituationen erfordern besondere Vorgehensweisen. Auch wenn der Kranke nicht möchte, dass Rettung und Polizei informiert werden, so sollte man dies tun, auch wenn man im schlimmsten Fall das Vertrauen verletzt.

 

Um die Arten der Depression kennenzulernen, hier klicken.

Mitmenschen aufklären

Vor allem andere Familienmitglieder, allen voran Kinder, sollten wissen, was mit dem Betroffenen los ist. Es ist wichtig, die nahen Angehörigen aufzuklären, sodass alle an einem Strang ziehen können. Dennoch sollte man keine Entscheidungen hinter dem Rücken des Kranken treffen.

Möchte er bei bestimmten Menschen nicht, dass sie von seiner Erkrankung wissen, so sollte auf alle Fälle auf diese Wünsche eingegangen werden. Ein depressiver Mensch ist immer noch ein mündiger Mensch.

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Weitere Informationen

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Für weitere Informationen können wir auch noch die Seite von Onmeda empfehlen, die viele hilfreiche Informationen zu diesem Thema zusammengetragen hat: Depression