Anwedung der Impfung

Synonyme im weitesten Sinne

Kinderimpfungen, Immunisierung, Schutzimpfung

Englisch: immunisation, immunization, vaccination

Wann kann oder soll nicht geimpft werden?

Wenn ihr Kind schwer krank ist, sollte man ihm weitere Leiden ersparen und nicht impfen. Das ohnehin schon geschwächte Immunsystem wäre eventuell überfordert.

Leider ist es oft so, dass Kinder, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung nicht geimpft werden können, genau diese Kinder sind, die eine Impfung unbedingt bräuchten. Dies betrifft vor allem Kinder mit Immunschwächen.

Nicht geimpft werden sollte (mit einem Lebendimpfstoff) wenn:

  • das Kind an einem schweren Immundefekt leidet ( B- oder T- Zelldefekt)
  • wenn ihr Kind vorher Bluttransfusionen erhalten hat
  • während einer Schwangerschaft
  • wenn ein Impfstoff bei ihrem Kind schon mal zu Nebenwirkungen geführt hat



Welche Situationen sind impfspezifisch unbedenklich?

Entgegen der Landläufigen Meinung vieler Eltern, die sich bezüglich Impfungen sehr besorgt zeigen, kann das Kind durchaus geimpft werden, wenn es Schnupfen hat. Hier einige Situationen mehr, bei denen die Eltern sich meist grundlos sorgen:

  • leichter Schnupfen oder Durchfall
  • Frühgeburt: sie benötigen den Schutz vor potentiell gefährlichen Krankheiten erst recht
  • Auch wenn Sie ihr Kind stillen (Siehe Stillen), kann eine Impfung durchgeführt werden und ist in keinster Weise „überflüssig“
  • Allergien des Kindes
  • Angeborene Herzfehler: auch diese Kinder benötigen den Impfschutz besonders dringend, um das ohnehin schon geschädigte Herz nicht unnötig mit einer Krankheit zu belasten

Alle oben genannten Umstände und noch viele weitere mehr schränken die Impffähigkeit ihres Kindes in keiner Weise ein.

Der Impfkalender gibt Auskunft

Eltern fragen sich oft wann sie ihr Kind gegen welche Krankheit impfen lassen sollen. Hier gibt der so genannte Impfkalender Auskunft. Hier sind alle empfohlenen Kinderimpfungen mit empfohlenem Impfalter angegeben. Nicht angegeben sind hier Impfungen, die sich auf Auslandsaufenthalte beziehen. Ebenso nicht enthalten sind die Indikationsimpfungen, wie zum Beispiel FSME (Frühsommermeningoenzephalitis). Im Folgenden ein Kalender in Anlehnung an die von der STIKO empfohlenen Impfungen:

Impfung

Alter in Monaten

Alter in Jahren

Geburt

2

3

4

11-14

15-23

5-6

9-17

Tetanus

 

1.

2.

3.

4.

 

Auffrischung

Auffrischung

Diphterie

 

1.

2.

3.

4.

 

Auffrischung

Auffrischung

Keuchhusten

 

1.

2.

3.

4.

 

Auffrischung

Auffrischung

Hib

 

1.

2.

3.

4.

 

 

 

Polio

 

1.

2.

3.

4.

 

 

Auffrischung

Hepatitis B

 

1.

2.

3.

4.

 

 

 

Pneumokokken

 

1.

2.

3.

4.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MMR

 

 

 

 

1.

2.

 

 

Windpocken

 

 

 

 

1.

evtl. 2.

 

 

Dieser Kalender soll also nur einen Anhaltspunkt darstellen und keineswegs als ulitimative Lösung angesehen werden. Spezielle Situation erfordern andere Impfvorgehensweisen. Hat ein Kind beispielweise eine HIV- Infektion, wie es sehr häufig in Afrika vorkommt, muss die Impfindikation selbstverständlich ganz individuell gestellt werden.

Wer oder was ist eigentlich die STIKO?

STIKO steht für ständige Impfkommission. Ihre Mitglieder sind Mediziner, die sich in verschiedenen Bereichen betätigen. Der Kinderarzt und der Arbeitsmediziner arbeiten hier Hand in Hand. Für die Mitgliedschaft in der STIKO wird keiner der Ärzte bezahlt. Das Amt ist ein Ehrenamt. Somit werden Zweifel an der Glaubwürdigkeit ausgeräumt, denn kein Mitglied hat einen persönlichen Nutzen (Geld) von Impfempfehlungen. Nicht nur Mediziner sind in der STIKO vertreten, auch mit den Herstellern er Impfstoffe wird eng zusammen gearbeitet. Die STIKO hat die Aufgabe sich über Impfstoffe und deren Nutzen oder Nebenwirkungen Gedanken zu machen und anschließend basierend auf Studien eine offizielle Empfehlung auszusprechen. Sind Impfstoffe also von der STIKO empfohlen, so gelten diese als sicher und unbedenklich.




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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 26.02.2011