Glucoidhaltige Augentropfen

Wirkung

Kortisonhaltige Präparate binden an einen Rezeptor, der in der Zelle liegt und für die Codierung zahlreicher, zum Teil entzündungsfördernder Proteine verantwortlich ist. Nach der Bindung an den Rezeptor wird diese Proteinsynthese gedrosselt und gehemmt. Die Entzündung ist rückläufig.

Anwendungsgebiete

Glukokortikoide mit seinem bekanntesten Vertreter, dem Kortison, kommen in Form von Augentropfen bei vielen entzündlichen Vorgängen im Auge zum Einsatz. Nach Augenoperationen werden kortisonhaltige Augentropfen oft zur Vermeidung von Entzündungen in die Augen gegeben. Des Weiteren finden diese Substanzen auch bei der Bindehautentzündung, die allergisch bedingt ist (allergische Konjunktivitis), und bei der nicht infektiösen Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut) ihren Einsatz. Ist eine allergische Komponente gegeben würde man die kortisonhaltigen Augentropfen mit cromoglycinhaltigen Augentropfen kombinieren.
Zu den kortisonhaltigen Augentropfen gehören: Dexamethason (Dexapos, Dexa-sine, Isopto-Dex, Spersadex, Totocortin). Diese Tropfen sind 4-6 x am Tag je ein Tropfen in jedes Auge einzunehmen.
Eine weitere Substanz aus der Gruppe der Glukokortikoide wäre Fluorometholon (Efflumidex, Fluoro Ophtal, Flouropos), das 2-4x am Tag mit 1-2 Tropfen in jedes Augen eingenommen werden sollte.
Weitere als Augentropfen erhältliche kortisonhaltige Präparate sind Loteprednol (Lotemax, 4x 1-2 Tropfen) und Rimexolon (Vexol, 4x1Tropfen). Auch gibt es kortisonhaltige Medikamente in Form von Augensalben, die 2-3x am Tag (Hydrocortison: Ficortril) oder 2-4x am Tag (Prednisolon:Inflanefran, Predni POS, Ultracortenol) eingenommen werden sollten. Die Prednisolonpräparate sind auch als Augentropfen erhältlich und 2-6x am Tag zu 1-2 Tropfen einzunehmen.

Nebenwirkungen

Abhängig von der Dosis und der Dauer einer Therapie mit kortisonhaltigen Augentropfen, kann es zu einem erhöhten Augeninnendruck kommen, der sich bereits nach einigen Wochen einstellt und nach der Gabe von Augentropfen wesentlich höher ist, als nach der Gabe von einer systemischen Therapie mit Tabletten. Bei sehr langer Anwendung kann es zu einer Linsentrübung (Katarakt) kommen. Dieser Effekt ist allerdings bei der systemischen Kortisongabe ausgeprägter als bei der lokalen Therapie mit Augentropfen. Des Weiteren kann es nach langer, lokaler Anwendung von kortisonhaltigen Augentropfen zu Ulzerationen (Geschwüren) der Hornhaut sowie zu Sekundärinfektionen des Auges kommen, die auf die immunsystemdrosselnde Wirkung des Kortisons zurückzuführen ist.

Kontraindikationen

Nicht anwenden sollte man kortisonhaltige Augentropfen oder Salben bei bestehendem grünen Star (Glaukom), bei vorherrschenden Ulzerationen der Hornhaut und bei Infektionen des Auges, die bakteriell, viral oder durch Pilze bedingt sind.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.05.2012