Inhalt:
Kamille
Synonyme im weiteren Sinne
Pflanzliche Synonyme: Die echte Kamille gehört zu der Familie der Asteraceae, der Korbblütler. Sie wird auch deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel und Mutterkraut genannt. Außerdem findet man noch die volkstümlichen Namen, wie Apfelkraut, Haugenblum, Mondkrud, Kuhmelle und Romeri.
Lateinischer Name: Matricaria recutita
Erklärung / Definition
Die Kamille ist ein 20-40 Zentimeter hohes einjähriges Kraut mit einem aufrechten, runden Stängel, der nach obenhin kahl und in sich verzweigt ist. Die Blätter sind hellgrün und zwei bis dreifach gefiedert. Sie haben schmale, in spitzen Zipfeln auslaufende Blattspitzen. Die 1,8 cm bis 2,5 cm breiten Blütenköpfe stehen endständig und haben die charakteristischen, weißen Zungenblüten mit gelbem, gewölbtem Blütenboden. Die Kamille wächst auf anspruchslosen, nährstoffarmen Böden an Feld- und Wegrändern. Beim Zerreiben der Blütenköpfe riecht die Kamille sehr aromatisch, was nur bei der echten Kamille zu finden ist. Die Kamille ist in Europa und Nordafrika zu finden. Das Hauptimportland ist Frankreich. Gesammelt wird die Heilpflanze Kamille von Mai bis August bei Sonnenschein.
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Zusammenfassung

- Kamille - Pflanze
Die Kamille ist eine der beliebtesten und alt bekanntesten Heilpflanzen. Aus dem Altertum ist sie bekannt. Vermutlich aus Eurasien stammend weihten die Germanen die Heilpflanze Kamille dem Gott Baldur. Diese sollte am Johannistag geerntet werden, da sie an diesem Tag besonders viel Heilkraft besäße. Daher wird die Kamille in der Volksmedizin besonders geschätzt. Hieronymus Bock und Jakob Theodor Tabernaemontanus erwähnten die Kamille schon im Altertum als wirksames Wund- und Magenmittel.
Herstellung
Zur arzneilichen Verwendung kommen die frischen und getrockneten Blütenköpfchen der echten Kamille. Kamillenblüten werden als alkoholische Auszüge oder als Tee für die innere oder äußerliche Anwendung angeboten. In kosmetischen Produkten wie Salben, Cremes und Bädern findet man immer wieder Auszüge der Heilpflanze Kamille. Bei der Verwendung als Tee sollte die Dosis der Inhaltsstoffe vorhanden sein oder auf Fertigprodukte zurückgegriffen werden.
Therapie / Anwendungsgebiete / Wirkung
Kamillenblüten wirken nachweislich entzündungshemmend und krampflösend und sind deshalb zur Wundheilung und zur Linderung von Magen - Darm - Beschwerden geeignet. Auch bei schlecht heilenden Wunden, Pilzerkrankung im Anal- und Genitalbereich wird die Kamille eingesetzt. Bei bakteriellen Hauterkrankungen der Mundhöhle und des Zahnfleisches wirken die Auszüge der Kamille heilend. Ferner wird die Anwendung der Kamille bei Erkrankung der Atemwege und bei Nasennebenhöhlenentzündung zur Inhalation empfohlen.
Auch bei Kindern konnte die Wirksamkeit der inneren Anwendung der Heilpflanzekamille bei krampfartigen Magen - Darm - Beschwerden und Koliken durch klinische Studien belegt werden.
Die Inhaltsstoffe der Kamille sind ätherische Öle mit der Hauptkomponente Bisabolol, Bisabololoxid A und B, Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe. Außerdem findet man noch Flavonglykoside.
Um eine optimale Wirkung zu erzielen, müssen die Inhaltsstoffe in großer Menge vorhanden sein. Mit einem Tee erzielt man nicht die gewünschte Dosierung. Besser sind die konzentrierten Auszüge der Kamille aus der Apotheke. Bei entzündlichen Hauterkrankungen an den Händen, Armen und Beinen können Salben aus Kamillenextrakten sehr erfolgreich eingesetzt werden.
Darreichungsform und Dosis

- Kamillentee
Bei Verwendung der Kamillenblüten zu medizinischen Zwecken sollten Sie in der Apotheke nach standardisierten Kamillenpräparaten fragen. Die meisten Studien auf Wirksamkeit wurden / werden mit diesen Präparaten durchgeführt. Die standardisierten Fertigprodukte sind Tinkturen oder Fluidextrakte (Flüssigextrakte).
Die Erwachsenendosis beträgt 3 gr. Konzentrat, das entspricht etwa drei Teelöffel getrockneter Blüte.
Beim Trockenextrakt beträgt die Dosis 50 bis 300 mg, dreimal täglich, beim Fluidextrakt (Flüssigextrakte) 1:2 mit 50 % Ethanol 3-6 ml täglich.
Kamillentee lindert Bauchschmerzen bei verdorbenem Magen. Er entkrampft und wirkt antibakteriell. Leichte Nieren- und Blasenbeschwerden sowie Menstruationsbeschwerden oder Scheidenentzündungen können durch die Kamille gelindert werden. Kamillentee wirkt auch beruhigend und lindert vorübergehend Zahnschmerzen. Teezubereitungen werden aus drei Teelöffel getrockneter Blüte mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und fünf- 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Den Tee trinkt man drei bis viermal eine Tasse täglich.
Ein Kamillendampfbad, bzw. eine Inhalation hilft bei Erkältungen wie Stirnhöhlenentzündungen und verstopfter Nase oder auch bei unreiner Haut. Zur Inhalation nimmt man 10 bis 20 ml alkoholischen Extrakt oder zwei bis drei Esslöffel getrockneter Kamillenblüten auf 1 l heißes Wasser. Für Kompressen, Spülungen und Gurgellösungen werden oft 1% Fluidextrakte (Flüssigextrakte) oder 5% Tinkturen verwendet
Nebenwirkung / Wechselwirkung
Die Kamille gehört zu den Korbblütlern. Bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler Gewächse wie auch Arnika, Schafgabe und Ringelblume, sollte man die Kamille nicht anwenden.
In Spuren, hauptsächlich aus der falschen Kamille oder Hundskamille, kann das Kontaktallergen Anthecotulid enthalten sein. Allergische Reaktionen auf die echte Kamille kommen selten vor.
Im Bereich der Augen sollte man keine Auszüge der Kamille verwenden, der es zu Reizzuständen kommen kann.
Vereinzelt werden auch Nebenwirkungen wie Bindehautentzündungen, nervöse Unruhe und Schwindel festgestellt. Ein Dauergebrauch sollte vermieden werden.
Bei akuten Beschwerden sollten Sie immer Ihren Arzt befragen!
Kontraindikation
Die Heilpflanze Kamille sollte nie Kontakt mit den Augen haben. Die feinen Härchen der Kamillenblüte reizen die Augen sehr stark.
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Hersteller / Handelsnamen
Hersteller sind beispielhaft genannt und wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Wir haben mit keinem Hersteller eine persönliche Verbindung!
Kamillosan® Wund- und Heilbad | Stück | Preis in € |
N1 | 250 ml | 12,95 € |
N2 | 500 ml | 20,95 € |
Stand: Januar 2004
Phytopharmaka in Deutschland
Die Liste der umsatzstärksten Pflanzenpräparate führte mit Abstand die Ginkgo an:
- Ginkgo
- Johanniskraut
- Teufelskralle
- Rosskastanien
- Artischocke
- Mariendistel
- Brennnessel
- Umckaloabo
- Weißdorn
- Efeu
Eine Liste aller Heilkräuter / Heilpflanzen, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Medikamente A-Z.
Disclaimer / Haftungsausschluss
Bitte beachten Sie, dass wir in allen unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.
Alle Angaben stellen nur Auszüge dar, daher können wichtige Informationen nicht genannt sein.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Medikamente nie selbständig und ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
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