Inhalt:
Novalgin
Synonyme
Dipyrin, Novaminsulfon, Metamizol
Einleitung
Novalgin® ist ein Arzneimittel, das bei starken Schmerzen und Fieber eingesetzt wird. Außerdem findet es Anwendung bei krampfartigen Schmerzen, v.a. bei Koliken der Gallen- und Harnwege. Es kann auch bei Tumorschmerzen eingesetzt werden. Trotz noch relativ unbekannter Wirkungsweise von Novalgin findet es in der Bundesrepublik Deutschland häufig Anwendung.
Wirkungsweise
Der genaue Wirkmechanismus von Novalgin ist noch nicht ganz verstanden. Bisher weiß man, dass der Wirkstoff Novalgin reversibel und unselektiv das Enyzm Cyclooxygenase (kurz: Cox) hemmt. Es wirkt daher gut gegen Schmerzen, vor allem gegen krampfartige Schmerzen wie bei Gallen- oder Harnwegskoliken durch Gallen- oder Harnwegssteine.
Novalgin wirkt auch fiebersenkend (antipyretisch).
Novalgin gehört zu den nicht-sauren nicht-steroidalen Schmerzmitteln (NSA). Im Gegensatz zu den saueren nicht-steroidalen Schmerzmitteln wie ASS, Ibuprofen oder Diclofenac fehlen bei den nicht-sauren Schmerzmitteln wie Metamizol die typischen Nebenwirkungen der Cox-Hemmung. Novalgin wirkt außerdem ebenfalls nicht entzündungshemmend. Dies wird damit erklärt, dass die nicht-sauren Wirkstoffe nicht in die Entzündungsgebiete vordringen. In Entzündungsgebieten herrscht ein sauerer pH-Wert.
Vorteile sind dagegen die Fehlende Hemmung der Zusammenlagerung der Blutplättchen (Thrombozytenaggregation). Sie greifen also nicht in das Gerinnungssystem ein. Novalgin schädigt nicht oder nur in sehr hohen Dosen weder die Magenschleimhaut noch die Nierenfunktion.
Die krampflösende Wirkung wird auf die Hemmung bestimmter Membrankanäle (ATP-abhängige Kaliumkanäle) zurückgeführt. Es wird auch ein abgeschwächter Einstrom von Kalcium in die glatten Muskelzellen vermutet.
Anwendung
Novalgin/ Metamizol ist ein starkes Schmerzmittel und wirkt fiebersenkend. Es wird auch als krampflösendes Medikament (Spasmolytikum) vor allem bei Gallen- und Harnwegskoliken angewandt.
Nebenwirkungen
Eine gefürchtete, aber seltene Nebenwirkung ist eine Agranulozytose. Darunter versteht man einen starken Abfall der Anzahl einer bestimmten Untergruppe der weißen Blutkörperchen, den Granulozyten, und kann tödlich ausgehen. Der Körper bildet dabei Abwehrmechanismen (Antikörper) gegen die Granulozyten (zytotoxische Immunreaktion). Dabei treten zuerst eher uncharakteristische Beschwerden wie Fieber und Krankheitsgefühl auf. Mit der Zeit kommen dann Läsionen (Ulzerationen) und Absterben (Nekrosen) von Zellen der Haut und Schleimhäute hinzu.
Novalgin kann auch als Infusion verabreicht werden. Dabei kann es zu schweren Schocksymptomen kommen. Deshalb muss es langsam infundiert werden.
Weitere Nebenwirkungen können Übelkeit und Erbrechen sein. Dies wird dann vor allem bei gleichzeitiger Gabe von Opioiden beobachtet.
Kontraindikationen
Novalgin darf nicht verabreicht werden, wenn bereits eine Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff beobachtet wurde. Weitere Gegenanzeigen sind ein Mangel eines bestimmten Enzymes (Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel) sowie Störungen bei der Produktion des roten Blutfarbstoffes (Porphyrie). Patienten, die bereits Störungen des Blutbildes aufweisen, sollten ebenfalls kein Metamizol/ Novalgin zu sich nehmen. Schwangerschaft, Stillzeit und Säuglinge stellen weitere Kontraindikationen zur Einnahme von Metamizol dar.
Dosierung
Die Einzeldosis liegt bei 500 – 1000mg bzw. 20 – 40 Tropfen und kann bis zu vier Mal täglich erfolgen.
Applikation:
Novalgin/ Metamizol steht als folgende Formen zur Einnahme zur Verfügung: Tabletten, Tropfen, Infusion/Ampullen, Zäpfchen, Brausetabletten
Weitere Informationen
Eine Übersicht aller Medikamente finden Sie unter Medikamente A-Z
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