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Abszess in der Nase

Definition

Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiterhöhle, die durch eine entzündliche Gewebseinschmelzung entsteht und meist die Folge einer lokalen, bakteriellen Infektion darstellt. Bakterien können durch eine kleine Hautverletzung in die Haut eindringen. Häufig entstehen diese Verletzungen in der Nase z.B. nach der Entfernung von Nasenhaaren oder durch Manipulationen in der Nase mit den Fingern.

Erfahren Sie mehr über das Thema: Abszess - Ursache, Symptome, Therapie und Prognose

Abzugrenzen ist der Abszess von einem Furunkel, der auch oft in der Nase entsteht. Bei einem Furunkel handelt es sich um eine Entzündung eines Haarfollikels.

Prinzipiell hat ein Abszess eine gute Prognose. Wenn der Eiterherd jedoch in der Nase auftritt, ist besondere Vorsicht geboten, da es zu einer Keimverschleppung ins Gehirn kommen kann, die sehr gefährlich ist. Daher sollte rechtzeitig ein Arzt aufgesucht werden.

Ursachen für ein Abszess in der Nase

In den meisten Fällen geht ein Abszess von Bakterien aus. Das Bakterium, welches am häufigsten Auslöser eines Abszesses ist, ist der Staphylokokkus aureus. Dieser findet sich sehr häufig in der Nase und besiedelt auch generell oft die Haut des Menschen ohne unbedingt eine Krankheit auslösen zu müssen.

Darüber hinaus können aber auch andere Bakterien können zur Ausbildung eines Abszesses führen. Die Keime treten über eine kleine Wunde in der Nase in die Haut ein und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Immunzellen des Körpers wandern ein und versuchen das Bakterium zu bekämpfen. Im Zuge dieser Immunreaktion kommt es zur Ausbildung von Eiter und Gewebeeinschmelzungen, die zur Eiterhöhle führen.  

Gerade die Nase ist ein optimaler Ort für Bakterien. Die Nasenhöhle ist immer leicht feucht und warm - das perfekte Klima zur Vermehrung der Keime. Außerdem kommt es durch Manipulationen in der Nase mit dem Finger oder durch das Ablösen von festen Borken in der Nase leicht zu Hautwunden, die das Eintreten der Bakterien erleichtern.

Auch entlang der Haarwurzeln der Nasenhaare kann es zu einem Eindringen von Bakterien kommen. Eine solche Entzündung, die den Haarbalg und das umliegende Gewebe betrifft, nennt man einen Furunkel. Der Unterschied zum Abszess ist lediglich der Bezug zum Haarbalg.

Diagnose

Die Diagnose des Abszesses in der Nase kann bereits vom Hausarzt zuverlässig durch das Aussehen der Veränderung gestellt werden. Der Abszess ist in der Regel stark schmerzempfindlich, erscheint geschwollen, gerötet und überwärmt. Falls der Abszess so tief in der Nase sitzt, dass der Hausarzt ihn nicht gut beurteilen kann, sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden.

Unter Umständen kann es notwendig sein, eine Blutabnahme durchzuführen, um zu überprüfen, ob sich bereits Entzündungszeichen im Blut zeigen. Falls zusätzlich Kopfschmerzen bestehen und der Verdacht auf eine gefährliche Verschleppung der Bakterien ins Gehirn besteht, muss zusätzlich eine Bildgebung des Kopfes, z.B. ein MRT oder ein CT, erfolgen.

Symptome bei einem Abszess in der Nase

Die Symptome eines Abszesses in der Nase sind vornehmlich von der Entzündungsreaktion geprägt. Das bedeutet, dass der Abszess vom Betroffenen primär wegen des ausgeprägten Schmerzes wahrgenommen wird. Dieser Schmerz ist besonders bei Druck auf die Nase verstärkt vorhanden.

Außerdem führt die Eiterhöhle zu einer deutlichen Schwellung, die auch die Haut oberhalb des Abszesses spannt und daher zu einem Spannungsgefühl führt. Des Weiteren erscheint die Haut über dem Abszess röter und wärmer als die umliegende Haut.  

Da es bei jedem Abszess zu Komplikationen kommen kann, sollte auf folgende Warnsymptome geachtet werden:

Fieber ist ein Hinweis darauf, dass sich die Infektion im Körper ausgebreitet hat und es kann zu einer gefährlichen Blutvergiftung kommen, die unbedingt vom Arzt behandelt werden muss.

Kopfschmerzen und epileptische Anfälle hingegen sind besonders bei einem Abszess in der Nase als Warnsymptome zu sehen. Diese Symptome können hinweisend dafür sein, dass sich das Bakterium bereits in das Gehirn ausgebreitet hat und es beispielsweise zu einer Thrombose der Hirngefäße gekommen ist. Diese Komplikation ist, wenn sie früh erkannt wird, in der Regel gut zu behandeln, sollte aber ernst genommen werden.

Jedes Warnsymptom sollte dazu führen, dass sofort innerhalb kürzester Zeit ein Arzt aufgesucht wird.

Die Behandlung eines Abszesses in der Nase

Die Behandlung des Abszesses in der Nase beruht auf mehreren Bausteinen.

Bei kleinen, wenig entzündeten Abszessen kann es reichen, den Abszess mithilfe von Zugsalbe zum schnelleren Abheilen zu bringen. Größere Abszesse hingegen sollten vom Arzt chirurgisch entfernt werden. Hierdurch wird auch die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Abszesses in der Nase gesenkt, da der Arzt die gesamte Höhle restlos entfernt.

Informieren Sie sich auch hier: OP eines Abszesses

Nach dem Eingriff ist auf eine gute Pflege der Wunde zu achten. Sie sollte bis zur Abheilung täglich mit einem Schleimhaut verträglichen Desinfektionsmittel gespült und nur mit sauberen Händen angefasst werden. So kann eine Wundinfektion vermieden werden. Außerdem kann es notwendig sein ein Antibiotikum einzunehmen, um die In der Haut verbliebenen Bakterien zu bekämpfen. Dazu können sowohl Tabletten als auch eine antibiotikahaltige Salbe verwendet werden. Ob evtl. sogar beides notwendig ist, entscheidet am besten der behandelnde Arzt.

Wichtig ist, dass ein Abszess niemals allein vom Betroffenen behandelt und ausgedrückt werden sollte, da es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen kann. Dies betrifft ganz besonders Abszesse in der Nase. Es sollte daher immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Ab wann brauche ich ein Antibiotikum?

Die Frage, ob und wann ein Antibiotikum notwendig ist, kann am besten individuell vom Arzt entschieden werden, der den Abszess untersucht hat. Dabei ist entscheidend, wie groß der Abszess ist und wie entzündlich das umgebene Gewebe erscheint. Ein großer Abszess, der stark entzündet ist, wird auf jeden Fall sofort antibiotisch behandelt.

Da die Nase einen besonders gefährlichen Ort bezüglich der Keimverschleppung darstellt, wird der Arzt jedoch generell schon frühzeitig zu einem Antibiotikum greifen.

Auch wenn der Arzt den Abszess chirurgisch entfernt hat, ist es wichtig, eine Therapie mit einem Antibiotikum anzuschließen.

Des Weiteren spielen auch persönliche Faktoren eine Rolle. Dies bedeutet, dass Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eher ein Antibiotikum verschrieben bekommen. Dazu gehören Menschen mit einer angeborenen Immunschwäche, aber auch Menschen, die aufgrund einer Organtransplantation ein immunschwächendes Medikament einnehmen müssen oder HIV-Infizierte. Auch Diabetiker haben ein leicht geschwächtes Immunsystem.

Zugsalbe gegen Abszesse

Eine Zugsalbe kann zur Behandlung von frühen Abszessen verwendet werden, da sie zur schnelleren Reifung der Eiterblase beiträgt und die Haut über der Läsion aufweicht und so ein Austreten des Eiters erleichtert. Außerdem wird dem in der Zugsalbe enthaltenen sulfonierten Schieferöl eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Des Weiteren trägt das sulfonierte Schieferöl auch zur Schmerzlinderung bei und fördert die Durchblutung.

Da im Bereich der Nase jedoch unbedingt ausgeschlossen werden muss, dass sich die Bakterien ins Gehirn ausbreiten, wird selten alleine mit Zugsalbe behandelt. Die Antibiotikatherapie hat in diesem Fall den höheren Stellenwert.

Hausmittel gegen Abszesse in der Nase

Ein Abszess in der Nase stellt eine ernstzunehmende Infektion dar, mit der man unbedingt zum Arzt gehen sollte, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Dennoch gibt es ein paar Hausmittel, die generell helfen können, den Abszess zum Abheilen zu bringen.

Zum Einen helfen warme Umschläge bei der Reifung des Abszesses. Auch eine Bestrahlung mit Rotlicht kann zur Linderung der Symptome beitragen. Des Weiteren können auch Salben mit ätherischen Ölen oder Waldbingelkraut desinfizierend und reifend wirken. Hier ist aber darauf zu achten, dass die ätherischen Öle nicht von allen Menschen gut vertragen werden. Jede Behandlung mit Hausmitteln sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Weitere Informationen finden Sie hier: Hausmittel gegen einen Abszess

Soll man den Abszess selbst ausdrücken?

Generell gilt bei Abszessen, dass diese niemals selbst ausgedrückt werden sollten! Durch das ungerichtete Drücken, kann es dazu kommen, dass sich die Eiterhöhle samt der Keime nach innen entleert. Dies kann dazu führen, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet oder die Bakterien sogar in die Blutbahn gelangen, wo eine lebensbedrohliche Blutvergiftung ausgelöst werden kann.

An der Nase ist es besonders wichtig, dass Abszesse nicht selbst ausgedrückt werden sollten, da sich die Entzündung vom Gesicht aus ins Gehirn ausbreiten und somit lebensbedrohlich werden kann.

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Salbe bei einem Abszess in der Nase

Zur Behandlung des Abszesses in der Nase können neben der Zugsalbe auch weitere Salben angewendet werden. Während die Zugsalbe vor allem die Reifung des Abszesses unterstützt, können antibiotikahaltige Salben eine Ausbreitung der Entzündung verhindern. Häufig wird dafür eine Salbe mit einem so genannten Tetrazyklin Antibiotikum verwendet.

Mehr zu dem Thema finden Sie hier: Abszesse mit Salben behandeln

Da jedoch eine Ausbreitung der Bakterien von der Nase aus ins Gehirn besonders gefährlich ist, reicht die Antibiotikasalbe meist nicht aus und wird durch ein Antibiotikum unterstützt, das in Tablettenform geschluckt oder über die Vene in den Körperkreislauf gebracht wird.

Dauer des Abszesses

Die Behandlungsdauer eines Abszesses richtet sich stark danach, wie groß der Abszess bereits ist und ob er gut erreichbar ist.

Ein kleiner Abszess kann möglicherweise allein schon mithilfe von Zugsalbe innerhalb von ein bis zwei Wochen komplett abheilen. Ein größerer Abszess hingegen muss immer vom Arzt entfernt werden. Die dadurch entstehende Wunde muss anschließend langsam abheilen. Dabei ist es wichtig, die Wunde immer sauber zu halten und möglichst mit einem Schleimhautdesinfektionsmittel zu reinigen, da eine Infektion der Wunde die Zeit bis zur Abheilung deutlich verlängert und auch zu Komplikationen führt.

Ein Abszess in der Nase ist generell etwas schwieriger zu behandeln als am Körperstamm, da man besonders Acht geben muss, dass es nicht zu einer Keimverschleppung ins Gehirn kommt. Daher ist es auch wichtig, ein verschriebenes Antibiotikum auch nach Abklingen der Symptome genau so lange einzunehmen, wie es der Arzt verschrieben hat.

Auch wenn die Wundheilung nach der chirurgischen Entfernung des Abszesses etwas Zeit einnimmt, so ist diese Art der Therapie doch immer zu empfehlen, da so die Wahrscheinlichkeit, dass wieder ein Abszess an dieser Stelle auftritt, deutlich gesenkt werden kann.

Wie gefährlich ist ein Abszess in der Nase?

Prinzipiell ist ein Abszess nicht gefährlich und heilt, wenn er richtig behandelt wird, schnell und folgenlos ab. Gefährlich wird die Eiterhöhle jedoch, wenn sich die Bakterien über die Blutgefäße in das Gehirn ausbreiten. In diesem Fall kann es zu einer Thrombose der Blutgefäße kommen, die das Blut aus dem Gehirn sammeln und wieder ableiten. Dies wird als Sinusvenenthrombose bezeichnet.

Da dae Blut in diesem Fall nicht wie gewohnt aus dem Gehirn abfließen kann, kann es aufgrund der Aufstauung zu Blutungen im Gehirn kommen. Ein Warnzeichen sind neu aufgetretene Kopfschmerzen oder epileptische Anfälle. Die Sinusvenenthrombose kann in der Regel gut behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Es kommen jedoch auch schwere Verläufe vor, die zum Tode führen können. Daher ist bei einem Abszess im Bereich der Nase äußerste Vorsicht geboten. Der Abszess sollte stets hygienisch behandelt werden und es sollte ein Arzt zur Therapie aufgesucht werden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Behandlung von Abszessen:

Eine Übersicht aller Themen der Dermatologie finden Sie unter: Dermatologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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