Inhalt:
- Sprechzimmer
- Alphaglukosidasehemmer
- Synonyme im weiteren Sinne
- Was sind Alpha-Glukosidase-Hemmer und wie wirken Acarbose (Glucobay®) und Miglitol (Diastabol®)?
- Welche unerwünschten Wirkungen zeigen Alpha-Glukosidase-Hemmer?
- Wann sollten Sie Alpha-Glukosidase-Hemmer nicht einnehmen (Gegenanzeichen)?
- Welche anderen Medikamente beeinflussen die Einnahme von Alpha-Glukosidase-Hemmer?
- Hinweis: Unterzuckerung
- OPIS - Buch
- zum Sprechzimmer
- Weitere Informationen zum Diabetes
- Selbsttest Diabetes mellitus
- Quiz Innere Medizin
Alphaglukosidasehemmer
Synonyme im weiteren Sinne
Diabetesmedikamente, Medikamente Diabetes mellitus, Acarbose (Glucobay) und Miglitol (Diastabol)?
Was sind Alpha-Glukosidase-Hemmer und wie wirken Acarbose (Glucobay®) und Miglitol (Diastabol®)?
Die Wirkstoffe aus der Stoffgruppe der Alpha-Glukosidase-Hemmer hemmen im Darm Enzyme, die mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate in Traubenzucker (Glukose) spalten. Dadurch steigt der Blutzucker nach dem Essen nur langsam an. Bei der Aufnahme von stark zuckerhaltigen Lebensmitteln (Limonaden, Cola, Kuchen) oder gar reinem Traubenzucker haben die Alpha-Glukosidase-Hemmer jedoch keine Wirkung und der Blutzuckerspiegel steigt sofort an. Auf die Insulinfreisetzung (Siehe Insulin) der Bauchspeicheldrüse haben Acarbose und Miglitol keine Wirkung.
In Langzeitstudien konnte ein längerfristiger Nutzen bei Diabetes sowie eine Wirksamkeit gegen Diabetes-Folgeerkrankungen nicht nachgewiesen werden. Lediglich die Blutzuckerspitzen werden mit beiden Medikamenten ausgeglichen, sodass der Restfunktion der Bauchspeicheldrüse noch eine Chance gegeben wird. Mehr als 30% der Diabetespatienten einer Studie haben die Medikamente wegen unerwünschten und unangenehmen Wirkungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes wieder abgesetzt.
Welche unerwünschten Wirkungen zeigen Alpha-Glukosidase-Hemmer?
Die Alpha-Glukosidase-Hemmer bremsen das Darm-eigene Enzym zur Verdauung der Kohlenhydrate. Die im Darm verbleibenden Kohlenhydrate werden stattdessen von Bakterien im Dickdarm gespalten. Dabei entwickeln sich Gase, die den Darm blähen und zu unerwünschten Abgang von Winden führen. Außerdem führt die Enzymhemmung zu lebhaften Darmgeräuschen und Durchfall. Bei mehr als 50% der Behandelten treten solche „Nebenwirkungen“ auf und führen oftmals zum eigenmächtigen Absetzten der Medikamente.
Alpha-Glukosidase-Hemmer werden über die Leber abgebaut und können die Leberfunktion beeinträchtigen. Ihr Arzt sollte daher alle 3 Monate die Leberwerte in einer Blutuntersuchung kontrollieren. Wenn Sie sich nach Einnahme von Alpha-Glukosidase-Hemmer unwohl fühlen sollten, Übelkeit, Erbrechen oder eine Gelbfärbung der Augen oder Haut wahrnehmen, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen, um die Leber zu untersuchen.
Bei Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten Alpha-Glukosidase-Hemmer nicht eingenommen werden. Hierfür gibt es noch keine ausreichenden Studien, die eine bedenkenlose Einnahme befürworten könnten.
Wann sollten Sie Alpha-Glukosidase-Hemmer nicht einnehmen (Gegenanzeichen)?
Wenn Sie bereits an einer Darmerkrankung wie Morbus Crohn, Colitis ulzerosa leiden, sollten Alpha-Glukosidase-Hemmer nicht eingenommen werden, um die Darmstrukturen nicht noch mehr zu strapazieren. Da durch die erhöhte Gasbildung im Darm auch der allgemeine Druck im Bauch ansteigt, sollten Alpha-Glukosidase-Hemmer nicht bei Hernien (Leistenbruch, Nabenbruch, Zwerchfellbruch) eingenommen werden. Auch Herzbeschwerden können die Einnahme von Alpha-Glukosidase-Hemmer verbieten. Ihr Arzt wird eine Kosten-Nutzen-Abwägung mit Ihnen gemeinsam besprechen. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen sind Alpha-Glukosidase-Hemmer unbedingt zu vermeiden, um eine Verschlechterung der Organfunktion zu vermeiden. Wenn Sie aufgrund beruflichen oder privaten Gründen eine Überproduktion an Darmgasen und einen manchmal unwillkürlichen Abgang von Winden vermeiden möchten, ist die Einnahme von Alpha-Glukosidase-Hemmer nicht zu empfehlen.
Welche anderen Medikamente beeinflussen die Einnahme von Alpha-Glukosidase-Hemmer?
Wenn Sie Alpha-Glukosidase-Hemmer und zusätzlich ein anderes blutzuckersenkendes Medikament einnehmen, steigt die Gefahr einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Der Insulinbedarf sinkt bei zusätzlicher Einnahme von Alpha-Glukosidase-Hemmern, da ein steiler Blutzuckeranstieg von vorn herein unterdrückt wird.
Hinweis: Unterzuckerung
Wenn Sie einmal eine Unterzuckerung bei Einnahme von Alpha-Glukosidase-Hemmern und einem anderen blutzuckersenkenden Medikament wahrnehmen sollten, können Sie dies nicht einfach mit Würfelzucker abfangen. In diesem Fall müssen Sie reinen Traubenzucker einnehmen, um den Blutzuckerwert wieder zu normalisieren.
Die Einnahme von Aktivkohle oder Medikamenten gegen erhöhte Blutfette (Colestyramin) können die Wirkung von Alpha-Glukosidase-Hemmern abschwächen.
OPIS - Buch
Die auf unserer Seite gegebenen Informationen können die möglichen Therapieoptionen nur zusammenfassend skizzieren.
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Weitere Informationen zum Buch bekommen Sie unter “Leben mit Diabetes mellitus”.
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Weitere Informationen zum Diabetes
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