Erkrankungen Aorta

Im weiteren folgen alle wesentlichen Krankheiten der Aorta.

Synonyme im weiteren Sinne

Hauptschlagader, Hauptarterie, Schlagader, Körperschlagader

Medizinisch: Aorta thoracica, Aorta abdominalis

Englisch: aorta

Lesen Sie auch:

Erkrankungen

Zu folgenden Erkrankungen der Aorta erfahren Sie mehr:

Atherosklerose

Arteriosklerose der Aorta

Die Atherosklerose beschreibt eine Verkalkung von Blutgefäßen, was zu Veränderungen des Blutflusses führen kann.
Nicht selten ist davon auch die Aorta betroffen. Dabei werden Blutbestandteile, Bindegewebe, Fette oder auch Kalk in den Gefäßwänden abgelagert. Die Erkrankung entwickelt sich über einen langen Zeitraum und ist oft Folge von Fehlernährung mit:

Diese Veränderungen führen dazu, dass die Elastizität abnimmt, das Gefäß also steifer wird, was die Windkesselfunktion beeinträchtigt.
Die Gefäßwand kann sich aber auch verengen (Stenose) oder sich Aufweiten (Aortenaneurysma). Die gebildeten Plaques können aber auch aufreißen und dazu führen, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Solche Thromben können das Gefäß so verengen, dass die Durchblutung beeinträchtigt wird oder sich sogar lösen und in kleineren Gefäßen stecken bleiben, was zu einem Infarkt von Herz, Gehirn oder auch Bauchorganen führen kann.

Aortenaneurysma

Als Aortenaneurysma bezeichnet man eine angeborene oder erworbene Gefäßwandaussackung. Ein echtes Aneurysma betrifft alle Wandschichten. Dagegen sind bei einem falschen Aneurysma nur die Intima und die Media betroffen, die Adventitia bleibt intakt.
Ursachen für eine solche Aussackung können:

  • Atherosklerose
  • Infektionen
    oder
  • Entzündungen
  • Traumata (Unfälle)
    sowie
  • angeborene genetische Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom

sein.
Nicht selten zeigt sich ein Aneurysma der Aorta, v.a. im Bauchbereich (Bauchaortenaneurysma), ohne Symptome und wird eher zufällig entdeckt. Reißt die Gefäßwand ein, besteht für den Betroffenen akute Lebensgefahr durch Verbluten. Eine Ruptur kann auch ohne Aneurysma bei Unfällen (z.B. Autounfall mit Aufprall auf dem Lenkrad) auftreten.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auch unter unserem Thema: Aortenaneurysma.

Aortendissektion

Von einem Aneurysma abzugrenzen ist eine Dissektion der Aorta. Durch einen meist schmerzhaften Einriss der Intima entstehen funktionell zwei Fließwege des Blutes.
Das echte Lumen wird weiterhin von der Initma begrenzt. Als falsches Lumen bezeichnet man dann den Raum zwischen der Intima und der Media. Durch den hohen Druck in der Aorta kommt es dann nicht selten zu einer longitudinalen (im Längsverlauf) Aufspaltung der Media.
Symptome können neben Schmerzen auch Infarkte von Herz oder Bauchorganen, Querschnittslähmungen oder Schock sein. Ein akuter Einriss der Intima stellt eine lebensbedrohliche Situation mit sofortiger Operationsindikation dar. Die Sterblichkeit (Letalität) ist hoch.

Aortenisthmusstenose

Der Aortenisthmusstenose bezeichnet eine am Aortenbogen lokalisierte natürlich vorkommenden Engstelle zwischen der linken Schlüsselbeinarterie (Arteria subclavia sinsitra) und dem Ductus arteriosus, einem in der vorgeburtlichen Entwicklung herrschenden Verbindung im Blutkreislauf.
Diese Verbindung wird nach der Geburt verschlossen, zurück bleibt eine natürliche (physiologische) Verengung. Ist diese sehr ausgeprägt, kann eine krankhafte  Aortenisthmusstenose (Verengung) entstehen, die oft angeboren ist, kann zu erheblichen Durchblutungsstörungen mit Organschäden führen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Aortenisthmusstenose


Marfan-Syndrom

Beim Marfan-Syndrom herrscht eine Bindegewebsschwäche aufgrund einer genetischen Mutation des Chromosoms 15. Diese Bindegewebsschwäche führt neben zahlreichen anderen Symptomen oft zu Beschwerden wie Herzklappenfehler oder Aortendissektionen.

Mehr hierzu erfahren Sie auch unter unserem Thema: Marfan-Syndrom

Aortenbogensyndrom

Beim Aortenbogensyndrom handelt sich dabei um eine Verengung mehrerer oder aller Abgänge des Aortenbogen. Der Aortenbogen selbst kann auch verengt (stenosiert) sein.
Die Hauptursache ist eine Gefäßverkalkung. Manchmal findet man als Ursache auch eine Autoimmunerkrankung (Takayasu-Arteriitis).
Die Symptome richten sich nach Grad und Lokalisation der Verengung. In den Armen kann es zu Missempfindungen und Schmerzen kommen. Die Arme sind auch oft kühl und blass, der Puls ist nicht oder nur schwach tastbar. Ein großer Blutdruckunterschied zwischen beiden Armen kann ein Hinweis darauf sein, je nachdem, wo die Stenose vorliegt.
Bei einer Minderversorgung des Gehirns treten anfallsartig schlaganfallähnliche Symptome wie:

Takayasu-Arteriitis

Bei dieser nach dem Erstbeschreiber benannten Takayasu-Arteriitis handelt es sich um eine systemische Gefäßerkrankung, die vor allem die großen Arterien vom elastische Typ betrifft.
Durch Bildung von Granulomen in der Media kommt es zu Vernarbungen (innerlichen Narben). Erste Symptome sind jedoch zuerst in den Muskeln und Gelenken zu finden, begleitet von der sog. B-Symptomatik (Nachtschweiß, Fieber, Gewichtsverlust). Erst im Verlauf kommt es zu Verengungen und Verschlüssen der Gefäße.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012