Diagnose und Therapie Schwangerschaftsbluthochdruck

Hinweis

Dies ist die Fortsetzung des Artikels zum Schwangerschaftsbluthochdruck.

 

Diagnose

Hinweise auf einen Schwangerschaftshochdruck können durch das Messen des Blutdrucks in der Arztpraxis bei den Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge gegeben sein. In den Mutterpass werden die Blutdruckwerte eingetragen, so dass ein Vergleich mit im Schwangerschaftsverlauf ermittelten Werten möglich ist.

 Da 20% der Schwangeren jedoch dazu neigen, in der Arztpraxis höhere Blutdruckwerte als zu Hause in der gewohnten Umgebung zu haben, kann bei hohen Blutdruckwerten beim Arztbesuch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchgeführt werden, die den Verlauf der Blutdruckwerte im Alltag der Schwangeren aufzeigt.
Eine weitere Möglichkeit der Diagnosestellung ist die Messung des Blutdruck durch die Schwangere selbst:
Mit Hilfe eines elektronischen Blutdruckmessgerätes bestimmt die Patientin täglich ihre Blutdruckwerte und protokolliert diese. Sind die Werte auch bei diesen Messungen erhöht, bestätigt sich der Verdacht auf einen Schwangerschaftshochdruck und eine entsprechende Therapie wird begonnen.

Mit Hilfe von Urinteststreifen wird ebenfalls im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen der Urin der Schwangeren auf Eiweiße untersucht.

Besteht der Verdacht auf eine Präeklampsie, wird zumeist ein Bluttest durchgeführt, um die Funktion der Organsysteme zu überprüfen.


Therapie

Info: Blutdruckmedikamente in der Schwangerschaft

Einige der gebräuchlichen blutdrucksenkenden Medikamente können fruchtschädigend wirken und sind deshalb für die Bluthochdrucktherapie in der Schwangerschaft nicht geeignet. Die Therapie erfolgt mit Medikamenten, die keine fruchtschädigende Wirkung haben.

 

Die Langzeitbehandlung eines Bluthochdrucks in der Schwangerschaft sollte erst bei wiederholt hohen Blutdruckwerten von über 160-170/100 mmHg erfolgen.

Zu diesen Medikamenten gehören Alpha-Methyldopa (z.B. Presinol®), bestimmte Betablocker wie Atenolol (z.B. Atebeta ®) und der Kalziumantagonist Nifedipin (z.B. Adalat®). Mittel der ersten Wahl gegen den Schwangerschaftshochdruck ist Alpha-Methyldopa, da es sehr effektiv wirkt, nur wenige Nebenwirkungen hat und damit gut verträglich ist.

Für Patientinnen mit einer Schwangerschaftsbluthochdruck (Gestationshypertonie) ist die medikamentöse Behandlung mit blutdrucksenkenden Mitteln die Therapie der Wahl.

Liegt eine Präeklampsie vor, wird die Therapie erweitert:
Neben der blutdrucksenkenden Behandlung mit den entsprechenden Medikamenten wird eine muskelentspannenden Therapie mit Magnesiumsulfat durchgeführt, die Krampfanfällen vorbeugen soll. Häufig müssen zusätzlich Infusionen verabreicht werden, um den Flüssigkeitshaushalt der Patientinnen stabil zu halten und somit auch eine gute Versorgung des Kindes zu gewährleisten.

Das Nutzen einer prophylaktischen Gabe von Vitamin C und E wurde in aktuellen Studien belegt:
Die Einnahme von Vitamin C und E während der Schwangerschaft kann das Risiko für eine Präeklampsie senken.

Für das HELLP-Syndrom gilt grundlegend das folgende Therapievorgehen:

Zunächst ist eine konsequente blutdrucksenkende und muskelentspannende Behandlung mit Medikamenten nötig. Die einzige ursächliche Therapie des HELLP-Syndroms ist allerdings die Entbindung des Kindes, um das Leben von Mutter und Kind nicht zu gefährden und beide vor Folgeschäden zu bewahren. Die Entbindung des Kindes kann unter folgenden Voraussetzungen hinausgezögert werden:

Befindet sich die Mutter im Schwangerschaftsverlauf noch vor der 34. Schwangerschaftswoche und sind Mutter wie Kind in einer stabilen Situation, ist es möglich, noch mit der Entbindung zu warten. Die Lungenreifung des Kindes kann durch die Gabe des Medikaments Dexamethason gefördert werden, so dass das Kind bestmöglich auf die Entbindung vorbereitet ist.

Schreitet das HELLP-Syndrom jedoch weiter fort oder / und führt bei Mutter oder Kind zu einem instabilen Zustand, sollte eine sofortige Entbindung, zumeist per Kaiserschnitt (Sectio), erfolgen. Nach der 34. Schwangerschaftswoche sollte bei einem nachgewiesenen HELLP-Syndrom immer eine Entbindung angestrebt werden.


Fortsetzung Bluthochdruck in der Schwangerschaft

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Autor: D. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 06.05.2012