Inhalt:
- Nierenarterienstenose
- Synonyme im weitesten Sinne
- Definition
- Hinweis Bluthochdruckbuch
- Blutversorgung der Niere
- Formen der Nierenarterienstenose
- Vorkommen in der Bevölkerung
- Info: Ursachen für Bluthochdruck
- Symptome
- Diagnose
- Selbsttest HI
- Therapie
- Prognose
- Buch bestellen
- Banner Bluthochdruckbuch
- Selbstest Immunsystem
- Quiz Innere Medizin
- Weitere Informationen
Nierenarterienstenose
Synonyme im weitesten Sinne
Nierenarterienverengung, renovaskuläre Hypertonie, Verengung der Nierenarterie, arteriosklerotischen Nierenarterienstenose, fibromuskuläre Nierenarterienstenose
Definition
Die Gefäße der Nieren oder nur einer Niere sind bei Patienten mit einer Nierenarterienstenose (Nierenarterienverengung) von einem krankhaften Prozess betroffen sind. Genauer gesagt liegt eine Verengung der Nierenarterie vor, die in 80% der Fälle durch Arteriosklerose der Hauptschlagader (Aorta) und der daraus abgehenden Nierenarterie hervorgerufen wird. Hiervon sind zumeist ältere Menschen betroffen, die rauchen. Die anderen 20% der Patienten mit Nierearterienverengung, bevorzugt sind dies Frauen, haben eine angeborene Enge der Nierenarterie, die durch eine besonders ausgeprägte Gefäßwandmuskulatur und Bindegewebsstruktur des Gefäßes ausgelöst ist.
Häufig ist die Nierenarterienstenose von einem Bluthochdruck begleitet.
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Blutversorgung der Niere
- Bauchschlagader (Aorta abdominalis)
- Obere Darmarterie (Arteria mesenterica superior)
- Niere
- Nierenarterie (Ateria renalis)
- Eierstockvene / Hodenvene (Vena ovarica / testicularis)
- Eierstockarterie / Hodenarterie (Arteria ovarica / testicularis)
- Nierenvene (Vena renalis)
- Untere Hohlvene (Vena cava)
Formen der Nierenarterienstenose
Man spricht im Falle von einer durch Arteriosklerose verursachten Nierenarterienstenose von einer arteriosklerotischen Nierenarterienstenose. Kennzeichnend für diese Form ist, dass v.a. Menschen im höheren Alter erkranken.
Die zweite Form ist die fibromuskuläre Nierenarterienstenose, bei der die Gefäßwand der Nierenarterie verdickt ist und somit die Gefäßöffnung einengt. An dieser Form erkranken hauptsächlich jüngere Patienten.
Vorkommen in der Bevölkerung
Diese Gefäßverengung der Niere ist in 1-5% aller Fälle als Ursache eines Bluthochdrucks zu nennen.
Info: Ursachen für Bluthochdruck
Weitere Ursachen sind: Primärer Bluthochdruck, Phäochromozytom, Schlaf-Apnoe-Syndrom, Schwangerschaftsbluthochdruck, Aortenisthmusstenose, Cushing-Syndrom.
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Symptome
Die Erkrankung kann ohne Beschwerden verlaufen. In vielen Fällen kommt es jedoch zur so genannten renovaskulären Hypertonie, also einem Blutdhochdruck, der durch die Nierenerkrankung hervorgerufen ist. „Renovaskulär“ bedeutet, dass die Gefäße der Nieren von einem krankhaften Prozess betroffen sind.
Da die Blutzufuhr zu den Nieren durch die verengten Gefäße verringert sein kann, ist eine Nierenfunktionsstörung möglich.
Diagnose
Vor allem bei schlanken Menschen kann eine Nierenarterienstenose mit dem Stethoskop gehört werden:
Bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt fällt ein Strömungsgeräusch über dem Bauch und den Flanken auf, das auf Veränderungen der Nierengefäße schließen lässt.
Die Feststellung dieser Gefäßveränderung erfolgt zunächst mit einer Ultraschalluntersuchung der Nieren und ihrer Gefäße. Die Fließgeschwindigkeit des Blutes durch die Gefäße sowie die Gefäßweite können ausgemessen werden. Kann eine bedeutende Verengung mit niedriger Flussgeschwindigkeit festgestellt werden, wird eine Therapie notwendig. Dieses Verfahren verwendet keine Röntgenstrahlung und ist für den Patienten besonders schonen.
Eine sehr genaue Darstellung der Nierengefäße kann mit einer Magnet-Resonanz-tomografischen Untersuchung, einer so genannten MRT-Angiografie, erfolgen. Der Patient erhält über die Vene ein Kontrastmittel, mit dessen Hilfe die Nierengefäße gut sichtbar gemacht werden können.
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Therapie
Zur Therapie der Nierenarterienstenose stehen Katheterverfahren (therapeutische Schläuche) und operative Verfahren sowie medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Mittels Katheter kann in vergleichbarer Weise zum Herzkatheter bei verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäßen ein Ballon bis zur Nierenarterie vorgeschoben werden. Dieser Ballon wird aufgedehnt, um das Gefäß zu weiten: Die Arterie wird wieder durchgängig. Es kann gegebenenfalls ein Stent, eine Gefäßstütze, eingesetzt werden. Der Stent soll die Offenhaltung des Gefäßes sichern. Dieses Verfahren wird dann durchgeführt, wenn die medikamentöse Behandlung des hohen Blutdrucks nicht zu einer ausreichend Drucksenkung führt bzw. die Arterie zu über 70% verschlossen und somit eine Verbesserung der Blutdrucksituation nicht zu erwarten ist.
Zeigt die Katheterbehandlung keinen Erfolg, wird eine Therapie mit mehreren blutdrucksenkenden Medikamenten notwendig, um einen hohen Blutdruck beim Patienten zu normalisieren.
Seltener ist eine Operation nötig, bei der das verengte Gefäßstück entnommen und gegebenenfalls mit einer Gefäßprothese überbrückt werden muss.
Prognose
Besonderen Nutzen hat die Ballonweitung des verengten Nierengefäßes bei der fibromuskulären Form der Nierenarterienstenose. Die Normalisierung des Blutdrucks kann nämlich in der Mehrzahl der Fälle erreicht werden.
In nur 20% der Fälle wird bei der arteriosklerotischen Nierenarterienstenose ein normaler Blutdruck erreicht. Je länger die Stenose unbehandelt war und ein hoher Blutdruck bestand, umso geringer ist die Chance, dass sich der Blutdruck wieder absenkt. Man spricht bei einem anhaltenden Bluthochdruck von einem fixierten Bluthochdruck.
Erfolgt keine Behandlung bei Patienten mit Nierenarterienstenose, drohen ein schleichender Funktionsverlust sowie eine Schrumpfung der Niere. Die nicht-betroffene Niere kann sich daraufhin vergrößern, wobei man von einer Hypertrophie der Niere spricht.
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Weitere Informationen
Weiterführende Informationen zu verwandten Themengebieten finden Sie unter:
- Anatomie Herz
- Bluthochdruck
- Bluthochdruckkrise
- Schlaf-Apnoe-Syndrom und Bluthochdruck
- Phäochromozytom
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- Aortenisthmusstenose
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