Inhalt:
Durchführung der Myelographie
Synonyme
Kontrastmitteldarstellung des Wirbelkanals (syn. Rückenmarkskanal).
Lesen Sie auch:
Durchführung der Myelographie

- Myelographie
Eine Myelographie wird meistens im Bereich der Lendenwirbelsäule durchgeführt.
Der Patient befindet sich bei der Myelographie im Sitzen oder Liegen. In sitzender Position wird er aufgefordert sich nach vorne zu beugen und dem Arzt den unteren Rückenanteil entgegenzustrecken. In liegender Position der Myelographie sollen die Füße angezogen werden, um ebenfalls eine Rundrückenposition zu erreichen. Durch diese Art der Lagerung werden die Wirbelkörper im hinteren Bereich auseinandergespreizt. Hierdurch gelingt es dem Arzt leichter zwischen den Dornfortsätzen der Wirbel in den Rückenmarkskanal zu gelangen.
Anschließend wird die Höhe der Punktion festgelegt. Der Arzt orientiert sich hierbei an der Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule, dem Tastbefund der Dornfortsätze sowie an typischen anatomischen Gegebenheiten (Landmarken), wie der Beckenkammhöhe. Es erfolgt dann eine gründliche Hautdesinfektion.
So vorbereitet, wird die Punktion selbst vom Patienten als wenig schmerzhaft empfunden. Wenn gewünscht, kann die Einstichstelle vor der Punktion durch eine sehr dünne Nadel mit einem lokalen Betäubungsmittel betäubt werden.
Nach der Punktion schiebt der Arzt die Myelographienadel (Kanüle) in Richtung Rückenmarkskanal (Spinalkanal) vor. Das Erreichen des Rückenmarkkanals erkennt der Arzt an einem Rückfluss von Nervenwasser (Liquor). Eine kleine Menge von Nervenwasser wird oft zur weiteren Untersuchung ins Labor gegeben.
Mit einer Verletzung des Rückenmarkes selbst ist bei der Myelographie nicht zu rechnen. Das Rückenmark als strukturelle Einheit endet in Höhe des 1.-2. Lendenwirbelkörpers. Darunter ziehen die einzelnen Rückenmarksnerven, frei im Nervenwasser des Rückenmarschlauches schwimmend (Cauda equina), weiter in Richtung der ihnen zubestimmten Nervenaustrittslöcher im unteren Lendenwirbelsäulenbereich. Bei der Punktion des Rückenmarksschlauches werden die Rückenmarksnerven durch die Nadel problemlos verdrängt. Eine Verletzung der Nerven kommt nicht vor.
Anschließend werden 10-20 ml eines wasserlöslichen Röntgenkontrastmittels gespritzt. Dieses verteilt sich im Rückenmarksschlauch (Duraschlauch) und umfließt die Rückenmarksnerven, bis diese durch ihre Nervenaustrittslöcher die Wirbelsäule verlassen. Einen kurzen Abschnitt lang wird auch der Abgang der Rückenmarksnerven noch umflossen. Immer da, wo es knöcherne, bandscheibenbedingte oder sonstige Engstellen gibt, wird der Kontrastmittelfluss abgelenkt oder unterbrochen.
Noch der Kontrastmitteleinspritzung werden die Röntgenbilder angefertigt:
- Klassische Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule von vorne (a.p.) und von der Seite: Anhand der Verteilung des Kontrastmittels werden die Weite und die Platzverhältnisse des Rückenmarkraumes dargestellt. Die Rückenmarksnerven stellen sich als Kontrastmittelaussparungen dar.
- Schräge Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule rechts und links anliegend: Auf diesen Aufnahmen sind die Abgänge der Rückenmarksnerven aus dem Rückenmarkskanal gut zu erkennen.
- Funktionsaufnahmen der Lendenwirbelsäule in Vor- und Rückbeugung (seitliche Aufnahmen): Diese Röntgenaufnahmen erlauben eine Aussage darüber, inwiefern die Vor- und Rückbeugung des Oberkörpers einen Einfluss auf die Platzverhältnisse im Rückenmarkskanal hat. Beispielsweise kann sich eine Bandscheibe bei der Vorbeugung (Anteflexion / Inklination) deutlich sichtbar in Richtung Rückenmarksraum vorwölben und dabei Nervenschmerzen verursachen, während sie sich in gerader Position völlig unauffällig darstellt. Bei dem Krankheitsbild der Spinalkanalstenose mit Wirbelsäuleninstabilität, zeigt sich hingegen besonders erst bei der Rückbeugung (Retroflexion / Reklination) das ganze Ausmaß der Wirbelkanaleinengung und Nervenbedrängung.
- Myelo - CT: Hierbei handelt es sich um eine Computertomographie (CT) im Anschluss an die Myelographie. Dieses Schnittbildverfahren, in Kombination mit der Kontrastmitteleinspritzung, liefert die detailiertesten Bilder zur Beurteilung von Wirbelkanalengen und Nervenbedrängungen. Durch den starken Kontrast nach der Einspritzung lassen sich Nerven milimetergenau von anderen Gewebearten abgrenzen.
Im Anschluss an die Myelographie wird der Patient zurück auf die Station gebracht. Um hartnäckige Kopfschmerzen durch die vorübergehend veränderten Druckverhältnisse im Nervenwasserraum (Liquorraum) zu vermeiden, muss für 24 Stunden Bettruhe eingehalten werden. Zudem sollte viel getrunken werden, damit der Nervenwasserverlust möglichst schnell ausgeglichen wird.
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