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Kniearthrose / Kniegelenksarthrose / Gonarthrose

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es sich beim Thema Kniearthrose um ein Dr.Gumpert TOP - Thema handelt, zu dem ein ausführliches Buch verfasst wurde. Weitere Informationen erhalten Sie am Ende dieses Themas.

Definition

Unter Gonarthrose / Kniegelenksarthrose sind alle degenerativen (verschleißbedingte) Erkrankungen des Kniegelenkes zu verstehen, die durch eine zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpel unter Mitbeteiligung der Gelenkstrukturen wie Knochen,  Gelenkkapsel sowie gelenknaher Muskulatur gekennzeichnet sind.

Synonyme

Gonarthrose, Arthrosis deformans, Arthrose des Kniegelenkes

Formen der Kniearthrose

Drei Knochen bilden gemeinsam mit einem komplexen Kapsel- und Bandapparat (Seiten- und Kreuzbänder) das Gerüst des Kniegelenkes.
Dies sind:


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Dieses Buch informiert über alle konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten der Kniegelenksarthrose. Vor- und Nachteile werden detailliert und laienverständlich beschrieben.

Autoren: Dr. med Nicolas Gumpert u. Dr. med Marc Jungermann

Als "PDF" oder "Printversion" erhältlich.

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Abbildung Kniegelenk

  1. Oberschenkelmuskulatur (Musculsus quadriceps femoris)
  2. Oberschenkelknochen (Femur)
  3. Oberschenkelsehne (Quadricepssehne)
  4. Kniescheibe (Patella)
  5. Kniescheibensehne (Patellasehne)
  6. Kniescheibensehnenansatz (Tuberositas tibiae)
  7. Schienbein (Tibia)
  8. Wadenbein (Fibula)

 

 


Anhand des Bildes erkennt man, dass die Knochen einen engen Kontakt aufweisen. Damit auch an den Kontaktflächen eine schmerzfreie und ungestörte Beweglichkeit des Kniegelenkes stattfinden kann, sind die Knochen an den jeweiligen Kontaktflächen mit einer sehr glatten, weißlichen Knorpelschicht überzogen. Nur durch sie wird eine schmerzfreie und ungestörte Beweglichkeit des Kniegelenkes möglich.

Bei einer Gonarthrose liegt ein Kniegelenksverschleiß vor. Verschleißerscheinungen können isoliert auftreten, bzw. bevorzugt den inneren oder äußeren Kniegelenksanteil betreffen.
Anhand der näheren Definition der Gonarthrose erkennt man, welcher Teil des Kniegelenkes hauptsächlich betroffen ist:


Geschlechtsverteilung

Das weibliche Geschlecht ist deutlich häufiger von einer Kniearthrose / Gonarthrose betroffen.

Häufigkeit

Die Gonarthrose / Kniegelenksarthrose ist eine häufige Erkrankung des Erwachsenen mit einer hohen Prävalenz (je nach Studie 27 - 90%) der über Sechzigjährigen. Aufgrund dieser Tatsache liegt eine hohe sozialmedizinische Bedeutung vor. Durch eine Kniearthrose wird einerseits die Arbeitsfähigkeit, aber auch die persönliche Lebensqualität beeinträchtigt.

Ursachen

Fortgeschrittene mediale (innenseitige) Kniegelenksarthrose

Ursachen für die Enstehung einer Kniegelenksarthrose / Gonarthrose:

Wichtige Einflussfaktoren, die eine Kniegelenksarthrose begünstigen:

Krankengeschichte

Welche Fakten spielen bei der Erhebung der Krankengeschichte eine wichtige Rolle?

Symptome

Nach längerem Liegen oder Sitzen klagen die Betroffenen häufig über ein Steifigkeitsgefühl des Kniegelenkes, verbunden mit einem Anlaufschmerz.

Das Kniegelenk neigt zu Schwellungen und Ergussbildungen, wodurch die Schmerzen auch bei geringeren Belastungen zunehmen.

Reizschübe, die zunächst eher selten auftreten, machen sich häufiger bemerkbar. Zusätzlich braucht das Kniegelenk längere Zeit, um wieder in einen reizfreien Zustand zurückzukehren.

Die Belastungssensibilität nimmt stärker zu. Das Treppensteigen und Trepp-, sowie Bergabgehen werden schneller schmerzhaft. Das Kniegelenk erscheint dem Patienten unsicher, die Reizerscheinungen nehmen zu.

Im weiteren Verlauf der Krankheit zwingen immer stärkere Schmerzen zu einem Anhalten beispielsweise bei Spaziergängen führen. Dadurch reduziert sich die Gehstrecke erheblich. Durch die schmerzbedingte Schonung schwindet die Muskulatur des Oberschenkels. Aufmerksame Beobachter haben den Eindruck, dass insbesondere auf unebenem Boden die Stabilität des Kniegelenkes abnimmt.

Das führt schließlich soweit, dass die Gelenkbeweglichkeit immer weiter abnimmt und auch im Ruhezustand (z.B. im Schlaf) teils heftige Beschwerden auftreten. Es können auch Achsenveränderungen des Kniegelnks, im Sinne von O-Beine (= Varus - Gonarthrose oder Varusgonarthrose) oder X-Beine (= Valgus - Gonarthrose oder Valgusgonarthrose) kommen.

Diagnose

Klinische Diagnostik:

Inspektion (Betrachtung):

Palpation (Betastung):

Funktionstest und Schmerztest:


Apparative Diagnostik:

Notwendige apparative Untersuchung:
Röntgen
des Kniegelenks in 2 Ebenen

Im Einzelfall nützliche apparative Untersuchungen:

Therapie

Ziele:
Verbesserung von Schmerz, ”Lebensqualität", Beweglichkeit, Vergrößerung der Gehleistung, Verzögerung des Fortschreitens der Arthrose.

Konservative Therapie:

Beratung:
Die Beratung ist stets individuell zu gestalten und umfasst die Bestandsaufnahme hinsichtlich des Verhaltens im Alltag, die körperlichen Belastungen in Beruf und Sport. Zusätzlich wird hinsichtlich Übergewicht, Bewegungsmangel, regelmäßige Übungen zur Beseitigung von Muskeldefiziten und Knieschule beraten.
Zur Beratung gehört auch die Aufklärung über die Erkrankung selbst, deren natürlichen Verlauf, aber auch hinsichtlich der Beeinflussbarkeit des Verlaufs durch konservative, bzw. operative Therapie.

Medikamentöse Therapie:
Die medikamentöse Behandlung dient der Schmerzreduktion und Entzündungshemmung. Sie kann systemisch (z. B. durch Tabletten, Tropfen ect.) und lokal (z. B. durch Salben, Spritzen ect.) mit unterschiedlichen Substanzgruppen durchgeführt werden.

Physikalische Therapie:


Orthopädietechnik:

Operative Therapie

Allgemeine Indikationskriterien:


Häufige Operationsverfahren:
Prinzipiell kommen folgende Verfahren in Frage:


Gelenkosteotomien:
Korrektur des kniegelenknahen Achsenfehlers (X- oder O-Beine), um  die mechanische Beanspruchung des Kniegelenkes zu verringern und damit das Fortschreiten der Arthrose zu verzögern. Bei Retropatellararthrose (Arthrose der Kniescheibe) kann nach Ausschöpfen aller vorgeschaltete Maßnahmen eine zusätzliche Operation am Ansatz der Kniescheibensehne indiziert sein.

Gelenkersetzende Operationen:
Der Knieendoprothese habe ich eine ganze Kategorie gewidmet.
Ausführliche Informationen dazu finden Sie dort.

Ziel

Das Ziel jeder Behandlung einer Gonarthrose muß es sein eine Operation zu verhindern und eine Schmerzfreiheit zu erreichen.
Je nach Ausprägungsgrad kann dieses Ziel in den meisten Fällen durch konservative Therapie erreicht werden.
In seltenen Fällen müssen operative Verfahren die erlittenen Schäden “reparieren”.
Ein wichtiges Behandlungsziel ist dabei die Reduzierung der detritusinduzierten (zellmüllproduzierenden) Synovialitis (Gelenkschleimhautwucherung).
Dazu dienen Lavage (Spülung), Debridement (Reinigung), Beseitigung mechanischer Irritationen wie  defekte Meniskusanteile, Osteophyten (Knochenanbauten). Bei Kniescheibenerkrankungen können zusätzliche Weichteileingriffe erforderlich sein. Bei rezidivierender  Ergussbildung infolge Synovialitis kann eine Synovialektomie (Entfernung der Gelenkschleimhaut) angezeigt sein. Diese Verfahren sollen die Beschwerdesymptomatik zeitweise vermindern.
Sofern sich Schmerzen und Beschwerden nicht verbessern lassen, bleibt als letzte Lösung nur eine endoprothetische Versorgung (künstliches Kniegelenk) über.

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