Inhalt:
- Knieprothese
- Synonyme im weiteren Sinne
- Definition
- Sie suchen einen Kniespezialisten?
- Hinweis OPIS Buch Knieprothese
- Aufbau einer Knieprothese
- Abbildung Knieprothese
- Knieprothesenarten
- Indikation
- Komplikationen
- Operative Vorbereitung
- Die Operation
- Die Narkose
- Probleme und Komplikationen
- Nachbehandlung
- Das Leben danach
- Buch bestellen
- Buch Knieprothese
- Weiterführende Informationen
Knieprothese
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es sich beim Thema Hallux Rigidus um ein Dr.Gumpert TOP - Thema handelt, zu dem ein ausführliches Buch verfasst wurde. Weitere Informationen erhalten Sie am Ende dieses Themas.
Synonyme im weiteren Sinne
Kniegelenksprothese, Kunstkniegelenk, Kniegelenksendo- prothese, Kniegelengstotalendoprothese, KTE, KTEP, Knie-TEP, Totalendoprothese (TEP), künstliches Kniegelenk, Oberflächenersatz, unikondylärer und bikondylärer Oberflächenersatz
Definition
Eine Knieprothese ersetzt den verschlissenen Gelenkanteil des Knies durch einen künstliche Oberfläche. Die verschlissenen Knorpel- und Knochenschichten werden im Rahmen einer Operation entfernt und durch zwei künstliche Teile, nämlich das Oberschenkelknochenschild und das metallische Schienenbeinplateau ersetzt. Um zu vermeiden, dass diese beiden Gelenkflächen aufeinander reiben und somit Metallteile in das Gelenk eingelagert werden, wird zwischen die beiden Komponenten eine so genannte Kunststoffgleitfläche eingesetzt. Diese Kunststoffgleitfläche lagert somit zwischen dem Oberschenkel und dem Schienenbein.
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Aufbau einer Knieprothese
Wie man anhand der Abbildung erkennen kann, besteht eine Knieprothese mindestens aus zwei verschiedenen Komponenten: dem Oberschenkel- und dem Schienbeinanteil. Während diese beiden Komponenten stets ausgetauscht werden müssen, ist ein Austausch der Kniescheiben- rückfläche nicht zwingend notwendig.
- Der Oberschenkelanteil (=Femurkomponente), besteht in der Regel aus einer Cobalt - Chrom - Legierung
- Der Schienbeinanteil (= Tibiaplateau) besteht aus einer Metallkomponente, auf der ein Inlay, die Kunststoffauflage (=Gleitfläche) aufliegt.
- Der Kniescheibenanteil besteht aus sehr hartem Kunststoff (Polyethylen). Der Austausch dieser Fläche ist nicht zwingend notwendig.
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Abbildung Knieprothese
- Oberschenkelknochen (Femur)
- Oberschenkel (Femur) -komponente
- Unterschenkel (Tibia) -komponente
- Schienbein (Tibia)
- Wadebein (Fibula)
Knieprothesenarten
Arten der Knieendoprothese:
Es gibt unterschiedliche Arten der Knieendoprothesen.
Es ist nicht immer notwendig das gesamte Kniegelenk zu ersetzen. Demzufolge unterscheidet man zwischen dem vollständigen und dem teilweisen Gelenkersatz (siehe unten).
Bei beiden Arten der Knieendoprothetik unterscheidet man darüber hinaus, inwiefern die Verbindung von Femur- und Tibiakomponente (Oberschenkel- und Unterschenkelkomponente) gewährleistet ist.
Man unterscheidet weiterhin verschiedene Kopplungsgrade:
- ungekoppelte Pothesen
- teilweise gekoppelt Prothesen / teilgekoppelte Pothesen
- voll gekoppelte Prothesen, auch Schanierprothesen genannt
In den Anfängen der Endoprothetik verwendete man überwiegend die voll gekoppelten Prothesenarten (Scharnierprothesen). Da man im Rahmen wissenschaftlicher Studien allerdings herausfand, dass die teilgekoppelten, bzw. die ungekoppelten Prothesen eine längere Haltbarkeit aufwiesen, traten die voll gekoppelten Prothesenmodelle immer mehr in den Hintergrund. Diese Prothesenmodelle müssen bei instabilen Kapsel - Band - Verhältnissen immer noch eingebaut werden.
Aus der oben erwähnten Gliederung der Prothesenmodelle ergibt sich demnach folgende
Einteilung:
- Vollständiger Kniegelenksersatz (=Totalprothese):
Hierbei wird die komplette Gelenkfläche des Oberschenkel- und des Schienbeinkopfes ersetzt. Unter Umständen wird auch ein Ersatz der Kniescheibenrückenfläche notwendig. Man unterscheidet im Rahmen des vollständigen Kniegelenkersatzes zwischen der: - Ungekoppelten Totalendoprothese
- Teilgekoppelten Totalendoprothese
- Voll gekoppelten Totalendoprothese
Zu 1.) Die ungekoppelte Totalendoprothese (Gelenk- oberflächenersatz)
Diese Untergruppe der verschiedenen Knieprothesenarten ist der normalen Kniebeweglichkeit am ähnlichsten.Dies ist deshalb der Fall, da sowohl der Oberschenkel- als auch der Unterschenkelanteil des Prothesentypes genau wie beim normalen menschlichen Kniegelenk nicht miteinander - wie ein Scharnier - verbunden sind.
Um diesen Prothesentyp einbauen zu können, muss das vordere Kreuzband nicht erhalten sein, es wird sogar – sofern noch vorhanden – vor Prothesenimplantation operativ entfernt. Dies muss deshalb geschehen, da das Kreuzband, wie der Name schon sagt, das Kniegelenk kreuzt. Die Funktion des Kreuzband´s wird durch das künstliche Kniegelenk übernommen.
Um diesem Prothesentyp eine maximale Stabilität zuweisen zu können, sollten das hintere Kreuzband, sowie auch die Seitenbänder voll funktionsfähig sein.
Zu 2.) Die teilgekoppelte Knieendoprothese
Diese Form der Totalendoprothese kommt vor allem bei Patienten mit schwachem Bandapparat zum Einsatz, somit in der Regel bei Patienten, deren hinteres Kreuzband und / oder deren Seitenband gerissen und / oder geschädigt ist. Besonders bei Rheuma -Patienten ist der Einsatz dieses Prothesentypes häufig notwendig.
Im Rahmend er Operation wird dem Patienten ein nach oben gerichteter, runder, metallischer Stiel vom Schienbeinanteil aus in den Oberschenkel platziert. Dabei wird darauf geachtet, dass sowohl Streckung, als auch Beugung, sowie Rotation (= Drehung) ermöglicht wird.
Zu 3.) Die vollgekoppelte Totalendoprothese
Sie stellen die erste Generation aller Kniegelenksprothesen dar. Im Gegensatz zu den anderen oben beschriebenen Kniegelenksprothesenarten hat diese Form den höchsten Kopplungsgrad zwischen Oberschenkel- und
Schienbeinkomponente. Dies liegt unter anderem daran, dass diese bedien Komponenten durch eine starre Achse miteinander verbunden sind. Diese starre Achse fungiert wie eine Art Scharniergelenk und ermöglicht eine Beugung und eine Streckung, eine Rotation ist allerdings über diese Prothesenform nicht möglich.
Ein weiterer Nachteil liegt in ihrer Größe und dem unter anderem auch damit verbundenen Gewicht. Durch die wuchtige Art dieser Prothesenmodelle muss übermäßig viel Knochensubstanz „geopfert“ werden.
Voll gekoppelte Totalendoprothesen werden in der Regel bei Wechseloperationen, instabilen Gelenken, massiven X- und O- Beinen eingebaut.Beim einem Prothesenwechsel (Prothesenaustauschoperation) muss häufig auf ein sogenanntes „Revisionsmodell“ zurückgegriffen werden, häufig kommen hierbei die oben genannten Scharnierprothesen zum Einsatz.
- Teilweiser Gelenkersatz (= Schlittenprothese):
Wenn von der Zerstörung des Kniegelenkes nur jeweils der innere oder der äußere Teilabschnitt betroffen ist, muss nicht das gesamte Kniegelenk ersetzt werden. Je nach individuellem Erkrankungsstand, ersetzt man heute nur den jeweils erkrankten Bereich mit einer so genannten Schlittenprothese, die
- Aus einer Metallkufe für den Oberschenkel und
- Aus einer Metallscheibe mit Kunststoffbelag für den Schienbeinkopf
besteht.
Die Verankerung dieser Prothesenart kann entweder
- zementiert oder
- unzementiert
erfolgen.
Der Knochenzement ist in der Regel ein schnell härtender Kunststoff. Er wird während der OP angemischt und härtet innerhalb weniger Minuten völlig aus. Für den Fall, dass man einer Protheseninfektion vorbeugen muss, kann dem Gemisch ein Antibiotikum beigemischt werden.
Indikation
Wann wird eine Knieprothese eingebaut?
Es gibt Indikationen, die nachweisen, dass ein Ersatz des Kniegelenkes durch ein künstliches Kniegelenk notwendig werden kann. Nachfolgend sind einige Indikationen aufgezeigt, die unter Umständen auch in Kombination auftreten können und dann unter Umständen sogar verstärkend auf die Notwendigkeit eines Kniegelenkersatzes hinweisen können. Eine zwingende Indikation zum Einbau einer Knieprothese gibt es jedoch nicht. Letztendlich muss die Entscheidung individuell mit dem Patienten getroffen werden.
- Erhebliche Schmerzen bei Belastung und / oder im Ruhezustand, wobei alle konservativen, aber auch möglichen operativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft wurden.
- Unter Umständen damit einhergehende zunehmende Bewegungseinschränkung (insbesondere: Hemmung, das Bein zu strecken)
- Fortgeschrittene Arthrose, deren Behandlung sowohl konservativ als auch operativ-arthroskopisch (durch eine Arthroskopie) keine Besserung erbrachte.
Komplikationen
Natürlich gibt es auch Zustände, in denen der Einsatz einese künstlichen Kniegelenkes nicht sinnvoll erscheint. Genauso wie es viele Indikationen für die mögliche Notwendigkeit des Einsatzes eines künstlichen Gelenkes gibt, gibt es auch so viele Kontraindikationen. Nachfolgend aufgelistet sind einige wichtige Kontraindikationen, die den Ersatz zeitlich verzögern können. Der Einsatz eines künstlichen Kniegelenkes sollte insbesondere dann nicht erfolgen,
- wenn noch nicht alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden.
- wenn der Streckapparat gestört ist.
- wenn eine Gefahr der Protheseninfektion besteht. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn noch körperliche Infektionen bestehen. Dazu können unter Umständen auch kleine Hautverunreinigungen, wie eine Haarwurzelentzündung oder Pickel zählen.
- wenn infolge einer Erkrankung, wie beispielsweise Diabetes mellitus, die arterielle Durchblutung gestört ist.
- wenn gelenknahe Lähmungen auftreten oder
- ausgedehnte Weichteilschäden im Operationsbereich bestehen.
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Operative Vorbereitung
Da die Operation in Narkose durchgeführt wird, muss entweder der Hausarzt oder aber ein Internist die Tauglichkeit zur Narkose feststellen (Narkosefähigkeit). Dies erfolgt durch die Überprüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Gegebenenfalls müssen dann verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, die die Fähigkeit zur Narkose herstellen.
Dies kann zum Beispiel
- das Absetzen bestimmter Blut verdünnender Medikamente, wie beispielsweise Marcumar oder Aspirin bedeuten (in der Regel mind. 10 Tage vor dem operativen Eingriff). Aber auch bestimmte Medikamente gegen krankhaft erhöhten Blutzucker (Diabetes mellitus), z.B. Metformin, müssen 2 Tage vor der Operation abgesetzt werden, wohingegen die meisten Blutdruckmedikamente weiter genommen werden dürfen. Letztendlich sollten diese Entscheidungen, welche Medikamente wann abgesetzt werden müssen, zusammen mit dem Hausarzt und der operierenden Klinik getroffen werden.
- oder die Behandlung einer Herzschwäche
- die Einstellung des Blutdruckes bei erhöhtem Blutdruck
- oder einer gegebenenfalls vorhandene Blutzuckererhöhung bei Zuckerkrankheit
bedeuten.
Die Abklärung der Narkosefähigkeit und damit verbunden des allgemeinen Gesundheitszustandes ist wesentlich für die postoperative Prognose und somit für den gesamten Wundheilungsprozess.
Darüber hinaus können aber auch diverse andere Maßnahmen ergriffen werden, die entweder den Eingriff selbst oder die Rehabilitationsphase betreffen und somit auch beeinflussen.
Nachfolgend seien einige dieser Maßnahmen aufgelistet:
Eigenblutspende:
Da bei einer Prothesenoperation ein erhöhter Blutverlust nicht ausgeschlossen werden kann und es sich in der Regel um einen Wahleingriff handelt, dessen Operationstermin im Voraus feststeht, besteht die Möglichkeit, dass sich der Patient im Voraus sein Blut selbst spendet. Damit wird vermieden, dass im Falle einer notwendig werdenden Bluttransfusion fremdes Blut in den eigenen Körper gelangt, wodurch letztlich auch das Risiko einer Übertragung von Krankheiten durch fremdes Blut ausgeschlossen werden kann.
Eine Eigenblutspende erfolgt in der Regel ambulant etwa zwei bis vier Wochen vor dem geplanten Eingriff. Dabei werden dann 500 ml Blut entnommen.
Cellsaver:
Wenn in der operierenden Klinik Cellsaversysteme verwendet werden, kann auf eine Eigenblutspende oft verzichtet werden. Diese Systeme reinigen das während der Operation verlorene Patientenblut, welches dann gereinigt dem Patienten wieder zugeführt werden kann. Hierdurch minimiert sich der Blutverlust für den Patienten. Die Gabe von Fremdblut wird selten.
Physiotherapeutische Maßnahmen:
Sofern im Vorfeld der Operation bereits eine starke Bewegungsbeeinträchtigung vorliegt, sollten bereits vor der Operation physiotherapeutische Maßnahmen ergriffen werden. Hier kann dann die Kräftigung der Muskulatur, aber auch eine bessere Beweglichkeit erfolgen, die dem Patienten nach Einsatz der Prothese eine schnellere und verbesserte Rehabilitation ermöglichen soll.
Die stationäre Aufnahme sollte spätestens einen Tag vor der Operation erfolgen. Im Rahmen der stationären Aufnahme findet eine detaillierte Besprechung sämtlicher geplanter Maßnahmen, aller Komplikationsmöglichkeiten und Risiken statt.
Der Operateur oder der Assistenzarzt untersucht den Patienten noch einmal gründlich hinsichtlich des Bewegungsausmaßes und der Bandstabilität des Kniegelenkes. Röntgenbilder, die der präoperativ – zeichnerischen Planung dienen und der Bestimmung des voraussichtlichen Prothesenmodelles dienen, werden erstellt.
Die Operation
Im Rahmen einer Knieprothesenimplantation müssen verschiedene Operationsschritte durchgeführt werden. Da nicht jede Operation nach demselben Schema verläuft, sind unten stehend die entscheidenden und wichtigsten Schritte einer Knieprothesenimplantation dargelegt. Die nachfolgend erwähnten Einzelschritte erheben weder Anspruch auf Vollständigkeit noch sind sie chronologisch aufgelistet.
Sie sollen nur aufzeigen, welche Schritte in der Regel auf jeden Fall zu erwarten sind. Die eigentliche Operationszeit liegt zwischen 90 und 120 Minuten. Da allerdings immer individuelle Unterschiede herrschen, sind Abweichungen sowohl nach oben als auch nach unten durchaus möglich.
Die Narkose wird eingeleitet.
- Der Patient wird in Rückenlagerung auf dem OP-Tisch „gelagert“.
- Eine Blutdruckmanschette wird am Oberschenkel des Patienten angelegt, um ihn in der so genannten Blutsperre (Blutleere) zu operieren. Neben der Tatsache, dass der Patient weniger Blut verliert, ermöglicht die Blutsperre dem Operateur auch eine bessere Sicht während der eigentlichen Operation.
- Das zu operierende Bein wird mit Desinfektionsmittel steril abgewaschen.
- Die Beurteilung der Beinachse, des Bewegungsausmaßes und der Bandstabilität.
- Das Freilegen des Kniegelenkes mittels eines 20 cm langen, vorderen, geraden Hautschnittes.
- Das Zurechtschneiden der Gelenkflächen an Oberschenkel und Schienbeinkopf mittels spezieller Instrumente. Dieser Vorgang ist individuell verschieden, auch wenn es hierfür ein standardisiertes Verfahren gibt. Immer muss diese Technik den individuellen Gegebenheiten angepasst werden.
- Entfernen der abgeschliffenen Knorpelflächen, der Meniskusreste sowie der Reste des vorderen Kreuzbandes. Nach Möglichkeit wird versucht, das hintere Kreuzband nicht zu beschädigen oder entfernen zu müssen (Vorschäden, etc.). Die Schonung des seitlichen Bandapparates (innen und außen) besitzt in jeglicher Hinsicht Priorität.
- Einsetzen der Probeprothese. Im Verlauf dieses Einsetzens können Korrekturen im Bereich der umgebenden Weichteile (Bandapparat) notwendig werden. Sofern eine nicht ausreichende Beweglichkeit, bzw. eine ungenügende Bandstabilität festgestellt wird, werden die oben erwähnten Korrekturen notwendig. In der Regel müssen diese Maßnahmen bei Beinachsenfehlstellungen (Korrektur der X-, bzw. O – Beine).
- Die Originalprothesen wird einzementiert. In der Regel wird am Schienbeinkopf begonnen. Erst dann erfolgt die Einzementierung im Bereich des Oberschenkelknochens.
- Damit tiefer liegende Blutergüsse vermieden werden können, sollte beim Verschließen der Wunde zwei so genannte Redondrainagen eingesetzt werden. Diese Drainagen liegen direkt in der Wunde und werden in der Regel nach dem dritten postoperativen Tag wieder entfernt. Dieser Hautverschluss erfolgt mit Hilfe so genannter Hautklammern, die nach 14 Tagen entfernt.
- Nach der eigentlichen Operation wird die Blutsperre geöffnet. Dabei wird für eine gründliche Blutstillung gesorgt werden (müssen).
Die Narkose
Die Narkose:
Es stehen verschiedene Narkoseverfahren zur Verfügung:
- Teilnarkose, z.B. Spinalanästhesie (Rückenmarksbetäubung)
- Vollnarkose (Allgemeinnarkose)
Der Anästhesist (= Narkosearzt) weist im Rahmen eines Gespräches auf Einzelheiten und mögliche Risiken der jeweiligen Narkoseverfahren hin. Aufgrund individueller Begebenheiten wird dann die am besten geeignete Narkose bestimmt.
Auf gar keinen Fall kann ein solcher Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Probleme und Komplikationen
Während der Operation:
Auch trotz größter Sorgfalt und unter Berücksichtigung jeglicher individueller Komponenten sind in Einzelfällen Komplikationen während einer Operation nie auszuschließen. Komplikationen, die im Rahmen einer Knieprothesenimplantation auftreten, können unterschiedlicher Natur sein. So können z.B.
- Verletzung benachbarter Strukturen (Blutgefäße, die nachfolgend bluten, Nervenschädigungen am Bein, an Sehnen und / oder Muskeln) auftreten, die dann unter Umständen teilgelähmt bleiben oder chirurgisch versorgt werden müssen.
- Knochenbrüche auftreten. Dies ist in der Regel allerdings nur dann der Fall, wenn der Patient unter Osteoporose leidet.
Nach der Operation:
- Nachblutung und damit verbunden: Blutergüsse (Hämatome).
- Eine Infektion stellt das Hauptproblem jeder Operation dar. Bei einer Knieprothesenimplantation ist eine Infektion aufgrund der mit Problematik, die eine Infektion mit sich bringt, sehr ernst zu nehmen. Unter Umständen wird dann nämlich ein Revisionseingriff notwendig. In ganz ungünstigen Fällen muss das gesamte Implantat ausgebaut und der Infektionsherd ausgeräumt werden. In einem so schwer wiegenden Fall muss dann mit einer Neuimplantation eines Kniegelenkes einige Wochen gewartet werden.
Erweist sich eine Infektion als sehr schwerwiegend, so kann unter Umständen eine Versteifung des Kniegelenkes notwendig werden. Das Knie verliert dabei jedwede bekannte Beweglichkeit, Einschränkungen im alltäglichen Leben sind dann die Folge.
In ganz seltenen Fällen kann eine Infektion auch zur Amputation führen. - Thrombose (= Gerinnsel in den Blutgefäßen) können zu lebensbedrohlichen Lungenembolien führen. Aus diesem Grund erhält in der Regel jeder Patient eine prophylaktische Therapie, beispielsweise in Form so genannter „Bauchspritzen“ und „Thrombosestrümpfen“.
- Beinlängenunterschiede können durch das neue Kniegelenk hervorgerufen werden und lassen sich somit nicht vollständig vermeiden. In der Regel ist der Unterschied nicht stark, so dass er mit Hilfe von Einlagen oder Schuhabsatzerhöhungen ausgeglichen werden kann.
- Lockerung der Prothese – Diese Komplikation impliziert in den meisten Fällen einen Prothesenwechsel und kann somit erhebliche Nachteile für den Patienten implizieren.
Nachbehandlung
Mittlerweile werden Patienten nach einer Kniegelenksprothese schnell wieder mobilisiert. Die Nachbehandlung beginnt somit nahezu direkt nach der Operation (zwischen dem 1. bis 3. Tag).
Meistens beginnt man damit, das Kniegelenk mit Hilfe einer Motorschiene zu bewegen. Diese beugt und streckt das Bein in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Diesen ersten Bewegungsübungen folgen krankengymnastische Übungen.
Mindestens genauso wichtig wie die oben geschilderten Bewegungsübungen ist es, dass der Patient wieder lernt „auf eigenen Füßen zu stehen“. Der Patient sollte in den ersten Tagen das Bett nur unter Mithilfe des Pflegepersonals verlassen. Mit Hilfe eines Gehwagens und / oder dem Erlernen des Umgangs mit den Gehstützen („Krücken“), lernt der Patient eigenständiger zu werden. Dieses Gehen muss erlernt werden.
Neben den Bewegungsübungen und somit der krankengymnastischen Nachbehandlung, ist auch die Entfernung der beiden Redon - Drainagen am 3. Tag nach der Operation von Bedeutung. Spätestens jetzt wird die Krankengymnastik intensiviert. Ziel ist es, die Beweglichkeit und die Funktionsfähigkeit des Kniegelenkes so zu steigern, dass ein verbesserter präoperativer Zustand erreicht wird.
Gerade die Mobilisierung erfordert vom Patienten ein erhöhtes Maß an Stärke, Willenskraft und Selbstvertrauen: Nur durch die Mitarbeit des Patienten ist ein verbesserter präoperativer Zustand nach der Operation möglich
Am 3. postoperativen Tag werden die beiden entfernt. Ab jetzt kann die krankengymnastische Nachbehandlung interviert werden, um ihr Ziel, die Wiedererlangung der vor der Operation oft deutlich eingeschränkten Beweglichkeit und Funktion des operierten Kniegelenkes zu erreichen. Dabei wird sowohl vom Patienten und als auch Therapeuten einige Mühe abverlangt.
Im weiteren Verlauf erfolgen regelmäßige Wund- und Laborkontrollen, um eine eventuell auftretende Störung der Wundheilung möglichst früh zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.
So lange die Mobilisierung des Patienten nicht vollständig wiederhergestellt werden konnte und somit eine Vollbelastung möglich ist, ist die Thromboseprophylaxe in Form von Antithrombosestrümpfen und / Heparinspritzen von großer Bedeutung.
Da eine Thrombose weit reichende Konsequenzen haben kann, sollte man selbst seinen Körper genau beobachten. Treten (dennoch) Wadenschmerzen oder Fuß- bzw. Unterschenkelschwellungen auf, sollte sofort ein Arzt informiert werden.
Sie sollten einen stationäre Aufenthalt von etwa zwei- bis dreiwöchiger Dauer, sowie eine Rehabilitation von weiteren drei Wochen, die entweder stationär (in Form einer Kur) oder aber ambulant stattfinden kann.
Egal für welche Maßnahme Sie sich entscheiden: Sobald die Reha – Maßnahmen abgeschlossen sind, findet eine röntgenologische Kontrolle statt. Diese Röntgenkontrolle wird in aller Regel dort durchgeführt, wo die Operation stattgefunden hat.
Hierbei wird dann auch entschieden, ob die Reha – Maßnahmen den erwünschten Erfolg erbracht haben und ob die Beugung des Kniegelenktes über den rechten Winkel hinaus mittlerweile erreicht werden kann.
In seltenen Fällen, in denen keine ausreichende Beweglichkeit des Kniegelenkes erreicht wurde, kann ein weiterer Eingriff, in dem durch das Durchbewegen des Kniegelenkes etwaige Verwachsungen gelöst werden.
In der Regel wird die volle Beweglichkeit erst nach einigen Monaten erreicht. Dann erst sind die Schwellungen rückläufig und die Weichteile weitestgehend verheilt.
Demnach sind regelmäßige Kontrollen sehr wichtig für den weiteren Verlauf der Heilung und die Verbesserung der Beweglichkeit. Aus diesem Grund erhalten Patienten mit endoprothetischen Eingriffen einen so genannten Endoprothesenpass. Hier werden die „Kontrolldaten“ einer jeden Untersuchung eingetragen bis die Beweglichkeit zufrieden stellend wieder hergestellt wurde.
Das Leben danach
Das Leben mit einem künstlichen Kniegelenk:
Das Ziel, das mit einem künstlichen Kniegelenk erreicht werden soll, ist natürlich das schmerzfreie Bewegen des Kniegelenkes. Diese Schmerzfreiheit sollten Sie in aller Regel nach der Reha – Maßnahme erreicht haben.
Um dies zu erreichen bedarf es Ihrer Mithilfe, aber auch Ihrer Geduld.
Nicht alle Bewegungen lassen sich schnell wieder ausführen. Besonders das Treppensteigen fällt in der ersten Phase nach der Operation recht schwer. Da sich besonders das Treppensteigen im Alltag nicht vermeiden lässt, erlernen Sie im Rahmen der REHA verschiedene Möglichkeiten kennen.
Das Gehen mit Gehhilfen fällt auch nicht jedem Patienten leicht: Hier hilft die so genannte „Gehschule“, sie Sie auf den Alltag vorbereiten soll.
Vermeiden Sie nach Möglichkeit Stürze! Das künstliche Kniegelenk ist in Ihren Knochen eingebaut und kann durch einen Sturz das Brechen von Knochen auslösen, wodurch erneute Operationen notwendig werden.
Heben und Tragen sie nie mehr als maximal 20% des eigenen Körpergewichtes!
Generell sind diverse Sportarten mit einer Knieprothese kombinierbar. An dieser Stelle soll kurz auf das Fahrrad fahren eingegangen werden, welches grundsätzlich als günstige Sportart zu bezeichnen ist. Für das Radfahren ist eine Kniebeugefähigkeit von mindestens 90° notwendig, es sollte aber dennoch in den ersten Monaten nach der Operation nicht erfolgen.
Die neue Trendsportart Nordic walking ist auch mit Knieprothese nahezu bedenkenlos durchführbar. Um sich in dieser Hinsicht besser zu informieren, schauen Sie bitte unter dem Link „Literatur“ nach. Dort finden sie interessante Literatur zur Thematik.
Generell gilt: je riskanter und Stoß belastender die Sportart ist, desto ungeeigneter erscheint sie für Knieprothesenträger!
Nachfolgend aufgelistet finden Sie einige Empfehlungen zu verschiedenen Sportarten, die nach ihrem Eignungsgrad für Kniegelenksprothesenträger geordnet wurden.
Sportarten, die als geeignet bezeichnet werden können:
- Schwimmen, am besten geeignet: Kraul- und Rückenschwimmen.
- Gymnastik, sofern keine Extrembewegungen des operierten Gelenkes stattfinden.
- Rudern, allerdings: Vermeiden einer zu extremen Kniebeugung.
- Segeln
- Paddeln
- Wandern
Sportarten, die als bedingt geeignet gelten:
- Skilanglauf (Diagonaltechnik, breite Wanderskier sind besonders empfehlenswert)
- Dauerlauf (nur bei guter Lauftechnik, weichem Boden und gefederten Laufschuhen)
- Golf (nur bei guter Technik und wenig Torsion = Drehung)
Sportarten, die nach Einbau einer Kniegelenksprothese als nicht geeignet bezeichnet werden müssen:
- Sportarten, deren Schwerpunkt im Schnelligkeits – Ausdauer – Bereich liegt
- Kampfsportarten
- Jegliche Sprungdiszipline
- Rückschlagspiele (Tennis, Squash, ...)
- Die meisten Ballspiele
- Alpiner Skilauf
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Autoren: Dr. med Nicolas Gumpert u. Dr. med Marc JungermannAls "PDF" oder "Printversion" erhältlich.
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Weiterführende Informationen
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- Anatomie Kniescheibe
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