Inhalt:
Therapie Röteln
Synonyme im weitesten Sinne
Therapie Rubeola, Rötelninfektion, Rötelnvirus, Rötelnexanthem, Rötelnausschlag, Röteln in der Schwangerschaft, Ringelröteln
English: German measles, Rubella
Hinweis: Röteln
Nähere Informationen zum Vorkommen, der Ansteckung, den Symtomen und der Diagnose der Rötelninfektion lesen Sie unter: Röteln
Therapie
Eine Therapie der Ursache, d.h. eine Behandlung gegen das Virus, ist nicht möglich.
Bei Rötelnerkrankungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist in der Regel keine Therapie der Symptome von Nöten, da die Erkrankung mild verläuft.
Kinder mit einer konnatalen (im Mutterleib/während der Geburt erworbenen) Rötelninfektion müssen umfassend betreut und in ihrer Entwicklung gefördert werden.
Komplikationen
Komplikationen sind sehr selten und bestehen, wenn sie auftreten, in einer fortbestehenden, chronischen Gelenkentzündung oder einer sehr viel später einsetzenden Entzündung des Gehirns, die als progressive Rubella-Panenzephalitis bezeichnet wird, also eine Gehirnentzündung, die durch das Rötelnvirus bedingt ist und das gesamte Gehirn betrifft.
Erkrankt eine schwangere Frau an Röteln, die nicht gegen das Rötelnvirus immun ist (S. Immunsystem), so besteht in Abhängigkeit vom Stadium der Schwangerschaft ein unterschiedlich hohes Infektionsrisiko für das ungeborene Kind:
Hinweis: Röteln in der Schwangerschaft
Je früher in der Schwangerschaft die Infektion eintritt, umso eher ist mit einer Beeinträchtigung der regelrechten Organentwicklung beim Kind zu rechnen.
Bei einer mütterlichen Rötelninfektion in der 2. bis 6. Schwangerschaftswoche sind über 60% der Kinder geschädigt, in der 13. bis 17. Schwangerschaftswoche fällt dieser Prozentsatz auf 10% ab.
Nach dem 4. Schwangerschaftsmonat führt eine Rötelnerkrankung der Mutter nicht häufiger zu kindlichen Schädigungen als bei Schwangerschaften ohne Rötelninfektion.
Man spricht von konnatalen Röteln, wenn das Kind im Mutterleib mit dem Virus infiziert wurde. Dies erfolgt über die Plazenta (Mutterkuchen): Das Rötelnvirus tritt über den Nasen-Rachen-Raum der Mutter ein, vermehrt sich in den lokalen Lymphknoten des oberen Atemtraktes und gelangt schließlich ins Blut. Während der Schwangerschaft kann es über den Mutterkuchen (=Plazenta) zur Infektion des Kindes mit dem Virus kommen.
Ca. 100 neugeborene Kinder erleiden pro Jahr Schädigungen durch eine mütterliche Rötelninfektion; man spricht von der Rötelnembryopathie, wenn die Entwicklung des Kindes im Mutterleib durch die konnatale Virusinfektion beeinträchtigt ist.
Das Gregg-Syndrom beschreibt typisch auftretende Entwicklungsstörungen bzw. Organschädigungen beim vorgeburtlich infizierten Kind:
Taubheit, Linsentrübung (=grauer Star, Katarakt) und Herzfehler.
Außerdem sind Entwicklungsstörungen allgemeiner Art wie niedriges Geburtsgewicht oder Wachstumsverzögerungen häufig. Auch kann es zu Schädigungen und Fehlanlagen vom zentralen Nervensystem, den Ohren, Augen und den inneren Organen kommen.
Hinweis: Passive Immunisierung
Die Gabe von schützenden Antikörpern in Form von Immunglobulinen (=passive Immunisierung) innerhalb von 72 Stunden schützt nicht sicher vor einer Infektion des Kindes, wenn die gegen das Rötelnvirus nicht immune Mutter mit dem Virus in Kontakt gekommen ist.
Info: Röteln in der Frühschwangerschaft
Ist die Rötelninfektion in der Schwangerschaft nachgewiesen, so kann bis zum 4. Schwangerschaftsmonat eine Schwangerschaftsunterbrechung vom Arzt als zulässige medizinische Maßnahme durchgeführt werden, da von schwerwiegenden Schädigungen beim Kind auszugehen ist.
Prognose und Verlauf
Die Röteln verlaufen in der Regel bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mild und ohne Komplikationen.
Ein Kind mit konnatalen Röteln allerdings hat eine schlechte Prognose und ist durch die hervorgerufenen Organschädigungen in seiner Entwicklung beeinträchtigt.
Prophylaxe
Der Prophylaxe (Vorbeugung) der Röteln kommt entscheidende Bedeutung zu, denn durch die Impfung gegen Röteln können Komplikationen und Schädigungen des ungeborenen Kindes effektiv verhindert werden.
Alle Kinder, Mädchen wie Jungen, sollten zweimal gegen Röteln geimpft werden, da die Jungen als Überträger der Erkrankung die Mädchen bzw. Frauen infizieren können.
Die Impfung gegen Röteln ist ab dem 15. Lebensmonat empfohlen und die zweite Impfung kann in einem Abstand von vier Wochen auf die erste folgen.
Zu empfehlen ist de gleichzeitige Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln, jede Impfung kann ebenso einzeln vorgenommen werden. Der Impfstoff gegen das Rötelnvirus ist ein sogenannter Lebendimpfstoff:
Bei seiner Herstellung werden Rötelnviren in ihrer Wirkung abgeschwächt und die Vermehrungsfähigkeit ausgeschaltet. Durch den Kontakt des Körpers mit der abgeschwächten Virusform kommt es zu einer Antwort des Immunsystems, durch die der Geimpfte den Viren gegenüber immun wird, d.h. bei erneutem Kontakt mit dem Virus kommt es nicht zur Erkrankung.
Die Impfung hat eine hohe Wirksamkeitsrate, 95% aller Geimpften sind gegen eine Infektion mit dem Rötelnvirus immun. Der Impfschutz besteht für 15-30 Jahre.
Bei 5-10% der Geimpften kann es innerhalb von 5-7 Tagen zu einer Impfreaktion in Form von Fieber und einem kleinfleckigen Hautausschlag kommen.
Auch eine Impfung im Erwachsenenalter ist möglich, hierfür gibt es bei Frauen zwei Voraussetzungen: Es darf zur Zeit der Impfung keine Schwangerschaft bestehen und eine Schwangerschaft muss in den zwei auf die Impfung folgenden Zyklen ausgeschlossen werden, da die Impfung Schädigungen beim ungeborenen Kind hervorruft. Frauen im gebärfähigen Alter sollten gegen Röteln immunisiert sein und bei fehlendem Impfschutz diesen vor der Schwangerschaft durch die Impfung unbedingt sicherstellen.
Bei Erwachsenen kann es nach der Rötelnimpfung zu Gelenkschmerzen kommen.
Folgende Personen dürfen nicht mit dem Rötelnimpfstoff geimpft werden:
Menschen, die Medikamente einnehmen, welche die Immunantwort unterdrücken (=immunsuppressive Therapie); Menschen mit Immunsystemschwäche (z.B. AIDS); bei Hühnereiweißallergie, denn der Impfstoff enthält solche Komponenten aus Hühnereiweiß und Schwangere.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zum Thema Röteln:
Folgende Themen könnten weiterhin von Interesse für Sie sein:
Alle Themen, die zum Bereich Kinderheilkunde veröffentlicht wurden, finden Sie unter:
|
Wie gut ist Ihre allgemeine Kenntnis zum Thema Kinderkrankheiten?
Beantworten Sie dazu folgende 20 Fragen aus allen Bereichen der Kinderheilkunde, und erhalten Sie Ihr persönliches Ergebnis.
|
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!





