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Pseudokrupp

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Akute Laryngitis, akute Kehlkopfentzündung

Häufiger Tippfehler: Pseudokrup

Englisch: acute laryngitis

Definition Pseudokrupp

Der Pseudokrupp ist eine Kehlkopfentzündung, die meistens als Zusatzinfektion bei Nasenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung und Rachenentzündungen entsteht.
Besonders häufig sind Kleinkinder betroffen, bei denen der Virusinfekt eine Schwellung im Bereich des Kehlkopfgewebes auslöst und für typische Krankheitszeichen (Symptome) „bellender“ Husten, Heiserkeit und Atemnot sorgt

Ursache

Was löst einen Pseudokrupp aus?
Immer wiederkehrende Infekte im Bereich des Nasen-Rachen-Raumes (Rachenentzündung (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mandelentzündung (Tonsillitis)

begünstigen die Entzündung des nahegelegenen Kehlkopf. Es handelt sich in der Regel um einen Virusinfekt der Schleimhaut unter dem Kehldeckel (=subglottisch Raum). Die Viren stammen aus der Gruppe der Erkältungsviren (Adeno-, Rhinoviren). In einigen Fällen kommt es zu einer bakteriellen Zusatzinfektion (Superinfektion) mit einem Hämophilus-influenza-Keim (HiB).


Warum sind eher Kinder vom Pseudokrupp betroffen?

Die engen anatomischen Verhältnisse der kindlichen Atemwege lassen eine infektiöse Schleimhautschwellung kaum zu. Schnell kommt es daher zur Einengung der Atemwege, zur Atemnot und Erstickungsgefahr.

Welche Symptome treten auf und worauf müssen Eltern achten?

Bellender Husten, Atemnot besonders beim Einatmen (inspiratorischer Stridor), Heiserkeit und leichtes Fieber kennzeichnen den Pseudokrupp.
Durch die Atemnot kommt es bei den Kindern zu sichtbaren Einziehungen von Haut und Muskeln am Brustkorb und oberhalb des Brustbeines.
Die Atemnot kann Kleinkinder so sehr anstrengen, dass sie zunehmend erschöpfen und sich ein akuter Sauerstoffmangel einstellt. Typisch ist das Einsetzen der Symptome, nachdem das Kind zu Bett gebracht wurde. Die Kinder leiden dann unter lauten, bellenden Husten und Atemnot.
Eltern müssen sofort reagieren, wenn das Kind nicht mehr auf sie reagiert, Blässe oder Blauverfärbungen zeigt oder gar bewusstlos ist. Tagsüber lassen die Symptome meist nach und treten erneut in der kommenden Nacht auf.

Wie lange dauert ein Pseudokrupp?

Die eigentliche Erkrankung dauert in der Regel nur zwei Tage. Durch die Reizung der Stimmlippen und der Schleimhaut vom Kehlkopf kann der Husten aber noch während der darauffolgenden zwei Wochen auftreten.

Was können die Eltern für ihre Kinder tun?

Bei den Symptomen „bellender“ Husten, Heiserkeit und Atemnot sollte auf jeden Fall der Kinderarzt (Facharzt für Pädiatrie) aufgesucht werden. In einigen Fällen wird der Kinderarzt eine Einweisung ins Krankenhaus empfehlen, um eine Freihaltung der Atemwege und eine ausreichende Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten.

Auf jeden Fall sollten die Eltern bei aller Aufregung für eine Beruhigung und Entspannung des Kindes sorgen!
Wenn Eltern selbst in Panik geraten, bemerkt dies das Kind und die Beschwerden können noch verstärkt werden. Die Zimmerluft, in dem sich das Kind befindet, sollte trocken und kühl sein. Feucht-warme Luft oder gar Inhalationsdampf können die empfindliche Kehlkopfschleimhaut zusätzlich reizen und eine Atemnot verschlimmern.
Ein frühzeitiger Impfschutz gegen Hämophilus influenza (HiB) sollte gewährleistet sein, damit es nicht zu einer bakteriellen Superinfektion kommt.


Wie wird die Diagnose gestellt?

Anhand der Krankengeschichte (Anamnese) kann der Arzt schnell und ohne unangenehme Zusatzuntersuchungen eine Diagnose stellen. „Bellender“ Husten, eine vorangegangene Erkältung, Heiserkeit und Verschlechterung der Symptome nach dem Zubettgehen sprechen deutlich für einen Pseudokrupp.
Zusätzlich wird der Arzt die Lunge abhören, um tiefer gelegene Infektionen wie etwa eine Bronchitis oder Lungenentzündung auszuschließen.
Ein HNO - Arzt würde noch zusätzlich die Stimmlippen mittels Kehlkopfspiegel anschauen und eventuell eine geringe Rötung und eine Schwellung feststellen.
Bei Kindern mit hohen Fieber hat der Arzt den Verdacht auf eine bakterielle Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis). In diesem Fall würde das Kind mit Begleitung eines Arztes zum Krankenhaus gebracht werden, da eine lebensgefährliche Erstickungsgefahr bestünde. Diese Erkrankung ist seit der Einführung der Hämophilus-influenza-Impfung (HiB-Impfung) aber eher selten geworden.

Wie wird der Pseudokrupp behandelt?

Bei leichten Verläufen gelingt dem kindlichen Körper schnell eine baldige Genesung. An Medikamenten werden ggf. antientzündliche Zäpfchen (Kortikosteroide = Kortison, z.B. Rectodelt ®) zu abschwellenden Maßnahmen gegeben.
Im Falle einer bakteriellen Superinfektion wird zusätzlich ein Antibiotikum verabreicht.

Wenn das Kind stationär aufgenommen wurde, erhält es in regelmäßigen Abständen Sauerstoff und bleibt unter engmaschiger Kontrolle. Wenn die Atemwege so sehr anschwellen, dass es zu einer lebensbedrohlichen Atemnot kommen würde, wird Adrenalin mit einem Inhalationsgerät verabreicht und dadurch die Schwellung durchbrochen.
Sollte diese Behandlung keinen Erfolg bringen, wird mit schleimhautschonenden Kunststoffschläuchen eine Intubation (Beatmungsschlauch) über die Nase vorgenommen.

Wie kann die Entstehung eines Pseudokrupp vermieden werden?

Grundsätzlich gilt, dass alle Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung und Mandelentzündung auch eine Infektion des Kehlkopfes begünstigen können.
Allergien und Asthma scheinen zudem im engen Zusammenhang mit dem Auftreten eines Pseudokrupp zu stehen.
Die Vermeidung von Erkältungskrankheiten, eine Sanierung von chronisch infizierten Rachenmandeln (chronische Tonsillitis), eine Operation von Polypen (Polyposis nasi) machen das wiederholte Auftreten eines Pseudokrupp unwahrscheinlicher.
Trotz allem neigt der Pseudokrupp generell dazu, mehr als einmal aufzutreten. Bei aller Besorgnis lässt er sich aber gut behandeln und schwerwiegende Folgen sind bei frühzeitiger Behandlung selten.

Weitere Informationen

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