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Alice-im-Wunderland-Syndrom

Synonyme

Englisch: Alice-in-Wonderland-syndrome, Todd's syndrome

Einleitung

Das Alice-im-Wunderland-Syndrom ist keine eigenständige Krankheit, sondern lediglich Begleiterscheinung von anderen Erkrankungen.
Das Syndrom äußert sich dadurch, dass der Betroffene seine Umgebung in stark verzerrter Weise bzw. in Form von Halluzinationen wahrnimmt.
Meist ist dies der Fall in Verbindung mit Migräne, Epilepsie, einer Erkrankung mit dem Epstein-Barr-Virus oder aber auch durch Drogeneinnahme.

Epidemiologie

Dadurch, dass das Alice-im-Wunderland-Syndrom nicht zu einer eigenen Krankheit zählt, gibt es keine direkten Studien, die sich mit dem Verlauf des Krankheitsbildes beschäftigen.
Was man allerdings sagen kann ist, dass es unabhängig von Alter und Geschlecht des Patienten auftritt.
Allerdings zeigt sich das Alice-im-Wunderland-Syndrom häufiger bei Migränepatienten und Kleinkindern.
Um Aufschluss der Verteilung des Alice-im-Wunderland-Syndroms zu erhalten, muss man einen Blick auf die Häufigkeit der Krankheitsfälle der Grunderkrankungen werfen.

Migräne

  • Relative Häufigkeit von Krankheitsfällen in der Bevölkerung: ungefähr bei 2 bis 10%
  • Erwachsene:bei Frauen tritt Migräne etwa dreimal so oft auf als bei Männern
  • Kinder:bei Kindern und Jugendlichen (unabhängig vom Geschlecht) tritt Migräne bei ungefähr 4 bis 5% auf
  • Sonstiges:häufig bei jungen Patienten bis Patienten im mittleren Alter

Epilepsie

  • Relative Häufigkeit von Krankheitsfällen in der Bevölkerung:
    • ungefähr 2 bis 5% erleiden im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall
    • ungefähr 0,5 bis 1% leiden an einer manifesten Epilepsie
  • Sonstiges: ca. 100.000 Neuerkrankungen bei 20-70jährigen im Jahr

Epstein-Barr-Virus

  • Erwachsene:ungefähr 90% aller Erwachsenen werden positiv auf das Virus getestet
  • Kinder:
    • in Industrieländern ist die Verbreitung bei Kleinkindern sehr gering
    • ungefähr 50% der Kinder im Alter von 10 Jahren werden negativ auf das Epstein-Barr-Virus getestet

Drogenkonsum bzw. Drogenabhängigkeit

  • Sonstiges: abhängig davon welche Droge und wie oft sie konsumiert wird

Historie

Das Syndrom wurde nach dem bekannten Kinderbuch „Alice im Wunderland“ des Schriftstellers Lewis Carroll benannt.
Es ist bekannt, dass der Autor selbst unter starken Migräneanfällen litt. Es ist naheliegend, dass er seine Erfahrungen mit der verzerrten Wahrnehmung der Welt in diesem Buch verarbeitet hat.
Darüber hinaus wird vermutet, dass er zur Schmerzlinderung das damals einzige Schmerzmittel eingenommen hat. Dies war eine opiumhaltige Tinktur, das Rauschzustände herbeigeführt hat, sofern man eine entspechende Dosis eingenommen hat. Allerdings konnte dies nie bestätigt werden.

Ursachen

Folgende Erkrankung bzw. Einnahmen können das Alice-im Wunderland-Syndrom auslösen:

  • Migräne
  • epileptischer Anfall
  • Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (Hauptübertragungsweg: Tröpfcheninfektion, Kontaktinfektion, sexuelle Kontakte; weitere, seltenere Übertragung: Bluttransfusionen oder bei Transplantationen)
  • Drogeneinnahme

Rehabilitation

  • Migräne:

Sie ist derzeit nicht medizinisch heilbar, kann aber durch bestimmte Medikamente behandelt werden.

  • Epilepsie:

Sind die Medikamente gut auf den Patienten eingestellt, können dadurch die epileptischen Anfälle eingedämmt werden bzw. sogar langfristig ausbleiben.
Für Patienten, die gegen eine medikamentöse Behandlung resistent sind, besteht noch die Möglichkeit für einen epilepsiechirugischen Eingriff. Dabei muss aber die betroffene Hirnregion gefunden werden und zudem operabel sein. Die Erfolgsquoten bei einem solchen Eingriff liegen zwischen 50 und 80 Prozent.

  • Epstein-Barr-Virus:

Derzeit gibt es keine Impfung gegen diesen Virus.

  • Drogeneinnahme:

Beschwerdefreiheit kann durch Verzicht auf Drogen herbeigeführt werden. Diese Entscheidung kann allerdings nur der Patient für sich selbst treffen.

Zusammenfassung

Bei dem Alice-im-Wunderland-Syndrom wird die Umgebung von dem Betroffenen im Verhältnis zu sich selbst verzerrt (z.B. zu groß oder zu klein) wahrgenommen.
Hinzu können auch Zustände des Halluzinierens kommen.
Ursache für das Auftreten des Syndroms sind unter anderem Migräneanfälle oder verschiedene Formen der Epilepsie. Auch Infektionen oder Drogenkonsum können dafür verantwortlich sein.
Bei den Attacken wird den Betroffenen übel, sie werden müde und blass, sind verwirrt und ziehen sich zurück. Meist geht dies einher mit Kopf- und Bauchschmerzen.
Das Syndrom wurde nach dem bekannten Kinderbuch „Alice im Wunderland“ des Schriftstellers Lewis Carroll, der angeblich selbst unter diesem Syndrom litt, benannt.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 07.09.2020
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