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Aggression bei einer Depression

Einleitung

Im Rahmen einer Depression treten unter bestimmten Umständen Aggressionen auf. Dabei sind als Aggression ein angriffsorientiertes Verhalten gegenüber anderen Personen, sich selbst (Autoaggression) und gegenüber Dingen zu werten.
Dieses Verhalten kann ebenfalls wie bei nicht psychisch erkrankten Menschen auf keinen Fall geduldet werden. Zu Behandlung werden disziplinarische Methoden eingesetzt, die in medizinischen Einrichtungen bestimmt werden. Im Fokus der Bewältigung liegt das Erkennen und Angehen der zugrundeliegenden Problematik.

Warum kommt es zu aggressiven Verhalten in der Depression?

Aggressives Verhalten bei Depression wird durch unterschiedlichste Gründe verursacht. Die Depression als Erkrankungen aufgrund umweltbedingter Einflüsse, wie zum Beispiel aufgrund von Übergriffen, Traumata in der Vergangenheit, sozialer Isolation, sowie genetischer Veranlagung zeigt eine Vielzahl von Gründen für den Ausbruch.

Aufgrund der meist vereinsamten Persönlichkeiten, kann die Form der Aggression zur Beschaffung von Aufmerksamkeit dienen. Der Mangel an Aufmerksamkeit wird damit überbrückt und umgebende Personen zeigen eine verstärkte Gesprächsbereitschaft und Engagement.
Begleitet von Gefühlsschwankungen können jederzeit Aggressionen durch verlorengegangene Gefühlskontrolle verursacht werden. Hierbei spielen Ängste des Patienten eine große Rolle. Werden diese von den Angehörigen nicht wahrgenommen, kann der Patient in Situationen gebracht werden, die für ihn eine Bedrohung darstellen.

Als weiterer Aspekt von Aggressionen kann häufig die veranschlagte Therapie gelten, in der der Patient kein Nutzen sieht und sie deswegen ablehnt. Ärzte und Angehörige erwarten hierbei jedoch das strikte Einhalten der Therapie, was aus Sicht des Erkrankten zu einer scheinbaren Unmündigkeit führt und somit durch fehlende Stressbewältigung in Aggressionen führt.

Mehr Informationen rund zum Thema Depressionen finden Sie hier. 

Wie äußert sich die Aggression bei Frauen

Frauen erkranken im Durchschnitt genauso häufig an Depressionen wie Männer, was neue Untersuchungen zeigen. Durch eine intensivere Suche nach Hilfe kann bei Frauen in der Regel schneller die Erkrankung als Depression erkannt werden. Denn häufig zeigen Frauen starke Gesprächsbereitschaft im Rahmen der Depression. Ist dies nicht der Fall, können ebenfalls Episoden der Aggression als Symptomatik einer Depression vorliegen.

Im Durchschnittsalter sind Frauen mit aggressivem Erleben jünger als depressive Frauen ohne Aggressionen. Der Krankheitsverlauf zeichnet sich dabei schwerwiegenderer ab, als ohne aggressives Handeln. Das bedeutet, dass es sich um eine schwere Depression handelt, die bereits chronifiziert ist und auch schwerer zu behandeln ist.

Die Aggressionen der Frau sind dabei als eher indirekt einzuschätzen, was bedeutet, dass sie nicht vollends bewusst sind. Sie ist eher verborgen und versteckt sich hinter der Hilflosigkeit in der Depression.
Das Potenzial der zerstörerischen Ausprägung ist trotzdem hoch. Dies zeigt vermutlich auch die hohe Rate an Suizidversuchen bei einer Depression. Die Form der indirekten Aggression liegt unter anderen darin begründet, dass gesellschaftlich ein hoher Erwartungsdruck nach einem „weiblichen Gut-Sein“ gefordert ist, im Rahmen des Familienzusammenhalts und der Erziehung der Kinder.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Symptome von Depressionen.

Wie äußert sich die Aggression beim Mann?

Die Häufigkeit bei Männern an Depression zu erkranken, stellt nach neusten Erkenntnissen eine vergleichbar hohe Zahl von Neuerkrankungen pro Jahr dar wie bei Frauen.

Die Diagnostizierung einer Depression beim Mann wird meist als schwierig beschrieben. Faktoren dafür sind unter anderem in den gesellschaftlichen Erwartungen gegenüber Männern begründet. Sie neigen eher dazu die typisch auftretenden Symptome der Gefühlslosigkeit und Hoffnungslosigkeit zu verstecken.
Viel häufiger sind bei Ihnen die Symptome der Reizbarkeit, Übererregbarkeit, sowie Aggressionen zu beobachten, die den ersten Verdacht einer Depression verdecken. Dabei stellt sich die Aggression als eine nach außen gerichtete verbale Feindseligkeit und Vorwurfshaltung gegenüber anderen Menschen dar.
Das aggressive Verhalten wird meist begleitet durch erhöhten Zigaretten-, sowie verstärkten Alkoholkonsum

Ergänzende Auffälligkeit ist das oft wenig hilfesuchende Verhalten, durch aktives Verdrängen der durch Depression geprägten Situation. Die Neigung zur Aggression bei depressiven Männern fördert ebenfalls die Risikobereitschaft im Handeln der Person. Durch die höhere Risikobereitschaft steigt die Möglichkeit der Fremd- und Eigengefährdung. Hierbei sind Selbsttötungsversuche (=Suizidversuche) dreifach häufiger erfolgreich, obwohl die Zahl der Suizidversuche bei Frauen höher sind.
Dies zeigt die stärker ausgeprägte Qualität der Autoaggression bei Männern, kompromissloseres Verhalten aufzuzeigen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Welche Depressionsarten gibt es? 

Welche Therapieansätze gibt es gegen die Aggression?

Der Therapieansatz bei Aggression im Rahmen von Depression richtet sich nach dem Ursprung, der das entgleiste Verhalten begründet.
Hierbei wird auch die Schwere der Erkrankung unterschieden und somit eine ambulante oder eine stationäre Behandlung eingeleitet. Dabei stützt sich die Behandlung auf medikamentöse Gaben nach einem festen Schema von Antidepressiva und/ oder Stimmungsstabilisatoren. Ergänzend werden psychotherapeutische Verfahren angewandt.

Sind körperliche Gründe der auslösende Faktor, treten diese in den Fokus des Behandlungsansatzes, bei gleichzeitiger Therapie der daraus folgenden psychischen Probleme des Patienten.
Treten akute Schübe von Aggressionen auf, kann diesen am Besten in medizinischen Einrichtungen begegnet werden. Hierbei spielt neben bereits genannten Ansätzen auch der geschulte Umgang des Personals zur Deeskalation bei.
Methoden wie der Besuchereinschränkung und Besuchsverbot für einen bestimmten Zeitraum, unterstützen den Verlauf der Therapie von medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen.

Der wichtigste Aspekt stützt sich auf eine kontinuierliche Begleitung durch neutrale Gespräche.
In krankhaften und unkontrollierbaren Zuständen, wie zum Beispiel bei Wahnvorstellungen, muss zunächst die Sicherheit der Patienten und anderer Personen gewährleistet werden. Dies kann durch beruhigende Medikamente und durch eine Fixierung geschehen. 

Können Medikamente helfen?

Der Einsatz von Medikamenten als Hilfsmittel bei aggressivem Verhalten ist jederzeit zu hinterfragen und dessen Wirkung zu evaluieren. Hierbei muss die Schwere der Erkrankung berücksichtigt werden.

Ist der Patient im Rahmen einer akuten Depression aggressiv übergriffig, zeigt jedoch beim patientenorientierten und klärenden Gespräch eine konstruktive Reaktion, kann im Bedarfsfall auf Medikamente verzichtet werden. Befindet sich der Patient durch seine psychische Erkrankung in einem unkontrollierten Zustand, so sind Medikamente zur Reizabschirmung und zur Reduktion der psychischen Belastung des Patienten ein förderlich.

Informieren Sie sich hier rund um das Thema: Medikamente gegen Depressionen.

Was mache ich als Partner gegen die Aggression?

Bei der Konfrontation mit Aggression in der Partnerschaft gelten als Grundsatz die gleichen Verhaltensregeln und Umgangsformen, wie sie in jedem zwischenmenschlichen Kontakt Gültigkeit finden.
Dabei werden dem Aggressor deutliche Grenzen aufgezeigt und ihm klar gemacht, dass das angreifende Verhalten nicht zu dulden ist. Hilfreich ist hierbei eine klare Sprache und Ausdrucksweise, die nicht drohend oder respektlos wirken sollte, da hierdurch erneut das aggressive Verhalten entflammen kann.

Es sind Gründe für die Aggression zu finden, warum der Partner eventuell so reagiert. Hierbei können mentale Einengungen eine Rolle spielen, in denen der Patient seine Umwelt nur reduziert wahrnimmt und nicht vollends versteht, da er an einer Depression leidet.
Ebenfalls wirkt eine große Anzahl an Personen, zum Beispiel Familie, im Gespräch über die Erkrankung und Bewältigungsstrategien mit dem Depressiven, als Angriff. Daher sollte im Bezug auf die Krankheit und aggressivem Verhalten immer die Person größten Vertrauens Gesprächspartner sein.

Bei fremd- oder selbstgefährdenden Verhalten ist es unerlässlich polizeiliche Hilfe herbeizurufen. Dabei sollten alle Beteiligten Sicherheitsabstand wahren, um den Aggressor nicht unnötig zu reizen und Abstand zur eigenen Sicherheit zu haben.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Mein Patner hat Depression - Wie kann ich helfen?

Was tun, wenn sich die Aggression gegen sich selbst richtet?

Bei einer Symptomatik, bei der sich die Aggression von der Umwelt abwendet und gegen sich selbst richtet, ist eine offene und verständnisvolle Kommunikation gefragt. Hierbei ist es wichtig den Angehörigen in seinen Aussagen, Ängsten und Aggressionen ernst zu nehmen.

Gesprächsbereitschaft vor allem seitens der Vertrauenspersonen stellt die Grundlage dar. Ein regelmäßiger Tagesablauf mit integrierter Bewegung, wie zum Beispiel Spazierengehen kann Aggressionen abbauen und den fortschreitenden Verlauf der Depression stoppen. Hierbei sind Motivationsversuche zu sämtlichen Aktivitäten zu unterstützen, aber nur unter der Berücksichtigung des Willens der erkrankten Person.

In vermeintlich aussichtslosen Fällen, in denen die Motivationen und die Begleitung keine Veränderung hervorrufen, sollten Dritte dazu gezogen werden. Denkbar ist hier die medizinische Hilfe beispielsweise vom Hausarzt, der die erkrankte Person bereits kennt und so eine Vertrauensbasis vorhanden ist. Zusätzlich verfügt er auch über medikamentöse und psychotherapeutische Möglichkeiten, wie beispielsweise kognitive und interpersonelle Verhaltenstherapien.

Weiterführende Information

Weitere Informationen rund um das Thema Depression und Aggression hier nachlesen:

Eine Übersicht aller psychiatrischen Themen finden Sie unter: Psychatrie A- Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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