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Spermiogramm

Definition

Ein Spermiogramm ist ein Test zur Feststellung der Qualität und Quantität männlicher Spermien. Das Spermiogramm wird aus einer Ejakulatprobe des Mannes erstellt und dient der Feststellung der Zeugungsfähigkeit.

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Häufig wird ein Spermiogramm im Rahmen eines unerfüllten Kinderwunsches erstellt, um nach möglichen Ursachen zu suchen. Um ein vernünftiges und aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, dass das Paar mehrere Tage vor der Abgabe der Samenflüssigkeit keinen Sex hat.

Mit dem Spermiogramm lässt sich nicht nur eine Aussage über die Anzahl an Spermien im Ejakulat treffen. Man bestimmt außerdem Menge und Aussehen sowie die Zähflüssigkeit des Ejakulats. Auch die Spermien können durch das Spermiogramm genauer untersucht werden. Hierbei liegt besonderes Augenmerk auf der Beweglichkeit der Spermien sowie auf deren Aussehen.

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Wie kann man das Spermiogramm verbessern?

Wenn ein Spermiogramm im Rahmen eines unerfüllten Kinderwunsches zur Ursachensuche erstellt wird, können hierbei mögliche Gründe dafür gefunden werden. Das betroffene Paar stellt sich dann vielleicht die Frage, wie man das Spermiogramm und damit die Spermienqualität verbessern kann.

Eine gesunde Lebensweise und Ernährung ist hierbei besonders wichtig. Das Rauchen sollte hierbei strikt unterbleiben. Auch Alkohol sollte nur in Maßen zu sich genommen werden, da es in großen Mengen Auswirkungen auf die Spermienqualität hat. Der BMI und das Gewicht spielen bei der Verbesserung des Spermiogramms eine ausschlaggebende Rolle. Sowohl Über- als auch Untergewicht verschlechtern das Ergebnis. Auch ein möglicher Mangel an Vitaminen kann zu einem schlechteren Ergebnis im Spermiogramm führen. Gerade Zink wird immer wieder im Rahmen der Verbesserung von Spermien genannt. Dieses kann regelmäßig vom Mann eingenommen werden. Auch Vitamin D und E sollen eine Rolle bei der Verbesserung des Spermiogramms spielen.

Gleichzeitig sollt man das Einnehmen von Anabolika zum Muskelaufbau sein lassen, denn dieses reduziert und beeinflusst die Spermienqualität sehr. Auch die Temperatur des Hodens ist wichtig bei der Spermienqualität. Hohe Temperaturen schaden der Spermienproduktion und verschlechtern damit das Ergebnis des Spermiogramms. Leider gibt es auch einige Erkrankungen des Hodens, die nicht verändert werden können, sodass auch in diesen Fällen das Spermiogramm nicht verbessert werden kann.

Spermiogramm-Werte

Bei der Analyse des Spermiogramms gibt es für alle dabei gemessenen Werte Standardwerte, an denen man sich bei der Beurteilung orientieren kann. Als Erstes kann das Aussehen des Ejakulates beurteilt werden. Normalerweise zeigt sich dieses als eine homogene Masse, die eine gräulich bis weißliche und undurchsichtige Farbe aufweist.

Im Rahmen des Spermiogramms wird das Volumen der Samenflüssigkeit bestimmt. Bei einem normalen Samenerguss ergibt sich hierbei ein Flüssigkeitsvolumen von mehr als 1,5 Milliliter (im Durchschnitt 2-6 ml). Wichtig hierbei ist, dass der Mann vor der Untersuchung für etwa drei Tage weder Sex hatte noch masturbiert hat.

Der nächste Wert, der im Rahmen des Spermiogramms ermittelt wird, ist der sogenannte pH-Wert der Samenflüssigkeit. Er dient der Bestimmung des Säuregehalts des Ejakulats. Je saurer dieses ist, desto eher wirkt es abtötend auf die Spermien und kann daher ein möglicher Grund der Unfruchtbarkeit beim Mann sein. Normalerweise ist die Spermienflüssigkeit eher basisch/alkalisch. Sie hat also einen pH-Wert größer 7,2.

Durch das Spermiogramm kann außerdem ein weiterer Wert, nämlich die Konzentration an Spermien, ermittelt werden. Die Anzahl an Spermien in einem Milliliter Spermienflüssigkeit beträgt im Optimalfall mehr als 15 Millionen. Dieser Wert kann ebenfalls durch vorangegangenen Geschlechtsverkehr erniedrigt sein. Er kann zudem ebenfalls starken Schwankungen unterlegen sein, sodass bei einem auffälligen Befund eine erneute Analyse eines weiteren Spermiogramms durchgeführt werden sollte.

Durch das Spermiogramm kann man ferner auf die Beweglichkeit der Spermienzellen schließen. Hierbei dient als Referenzwert ein prozentualer Anteil der gut beweglichen Spermien an der Gesamtzahl der Spermien. Die Beweglichkeit wird in drei Grade eingeteilt.

Die progressive Motilität beschreibt eine gute Beweglichkeit und die Spermien bewegen sich in großen Kreisen oder gradlinig vorwärts. Nicht-progressiv beweglich bedeutet eine eingeschränkte Beweglichkeit der Spermien. Als dritte Gruppe gibt es noch die immotilen Spermien, die also unbeweglich sind. Von allen Spermien im Ejakulat müssen als Normalwert mindestens 32% zu den progressiv-beweglichen Spermien gezählt werden. Mindestens 40% der Spermien müssen beweglich sein. Es werden bei diesem Wert also die progressive Form und die nicht-progressiven Form addiert. Die unbeweglichen Spermien müssen hierbei nicht automatisch tot sein. Daher beurteilt man außer der Motilität zusätzlich noch die Vitalität der Spermien.

Auch weiße Blutkörperchen können sich in der Spermienflüssigkeit befinden. Die Anzahl dieser sollten allerdings unter einer Million pro Milliliter liegen.

Auch die Morphologie der Spermien wird als Wert im Rahmen eines Spermiogramms beurteilt.

Aufgrund dieser ganzen Werte kann man also Rückschlüsse auf mögliche Gründe des unerfüllten Kinderwunsches ziehen.

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Kosten des Spermiogramms

Die Kosten für die Erstellung und Auswertung eines Spermiogramms können sehr unterschiedlich ausfallen. Sie unterscheiden sich teilweise je nach Anbieter sehr deutlich. Ein Spermiogramm kann man sowohl bei einem Urologen, als auch in einem speziellen Kinderwunschzentrum erstellen lassen.
Je nach Arzt oder Zentrum liegen die Kosten in den meisten Fällen zwischen 30 und 100 Euro. Am besten man fragt vorher beim entsprechenden Arzt nach.

Sollte ein unerfüllter Kinderwunsch bei einem Paar schon länger als ein Jahr bestehen, dann wird die Analyse des Spermiogramms für das betroffene Paar von der jeweiligen Krankenkasse übernommen. Sollte man ein Spermiogramm früher machen wollen, so muss man die Kosten dafür selbst tragen. In den meistens Fällen wird jedoch ein Abwarten der 12 Monate empfohlen und für sinnvoll erachtet.

Wenn man eine entsprechende Überweisung vom Hausarzt hat, werden in der Regel die Kosten für das Spermiogramm ebenso von der Krankenkasse übernommen. Will man sich allerdings sicher sein, dass man das Spermiogramm nicht selber zahlen muss, sollte man vorher bei seiner Krankenkasse nachfragen, ob eine Kostenübernahme erfolgt.

Weitere Informationen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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