Synonyme

Achillessehnenruptur, Zerreißung der Achillessehne, Sehnenruptur Achilles-Sehne
häufige Tippfehler: Archillessehnenriss; Riß / Riss der Archillessehne; Achilessehnenriss; Riß / Riss der Achilessehne, Achillesehne

Englisch: Achilles´ tendon tear

Definition

Bei der Achillessehne (= tendo calcaneus (Achilles)) handelt es sich um die vermeintlich stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie setzt am Tuber calcanei (= Fersenbein) an und vereinigt als Endsehne des Musculus triceps surae (Wadenmuskel) die Endsehnen der drei Wadenmuskeln. Im Falle einer Achillessehnenruptur, die bei degenerativer Vorschädigung entsteht, handelt es sich um eine vollständige Durchtrennung der Sehne, meist in Folge direkter bzw. indirekter Gewalteinwirkung.


Historie

Der Name der Achillessehne geht auf den Helden der griechischen Antike Achill zurück. Er war der Sohn der unsterblichen Meeresgöttin Thetis und des sterblichen Peleus. Um ihren Sohn auch unsterblich zu machen, tauchte ihn seine Mutter als Kind in das Wasser des Unterweltflusses Styx. Durch den Kontakt mit dem Flusswasser wurde Achilles unverwundbar und später einer der größten Helden von Troja. Die einzige verletzliche Körperstelle war die Ferse. Dort hatte ihn seine Mutter beim Eintauchen in den Fluss seinerzeit festgehalten. Achilles wurde der Sage nach durch einen Pfeil des Paris in seine Ferse getötet.

Stoßwellentherapie im Orthopaedicum Frankfurt

Dr. Nicolas Gumpert (Buchautor und Autor dieses Internetportals) hat sich im Orthopaedicum Frankfurt auf die Behandlung vom:

  • Tennisarm
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  • Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
  • chronische Achillessehnenentzündung

mit der fokussierten Stoßwelle (ESWT) spezialisiert.

Erfahren Sie mehr über die Behandlung und Kosten einer hochenergetischen fokussierten Stoßwellentherapie (ESWT) und besuchen Sie Dr. Nicolas Gumpert in seiner Praxis.

Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert)
Oeder Weg 2-4
60318 Frankfurt am Main
Tel.: 069 558098



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CT Fuß seitlich

  1. Mittelfußknochen (Os metatarsale)
  2. Keilbein (Os cuneiforme)
  3. Kahnbein (Osnaviculare)
  4. der Autor weiß auch nicht alles - Kahnbein
  5. Sprungbein (Talus)
  6. Fersenbein (Calcaneus)
  7. Schienbein (Tibia)

Weißer Pfeil deutet auf gerissene Achillessehne.

Neben den Verschleiß- und Abnutzungsfaktoren, die in der schlechteren Durchblutung des Sehnengewebse bei zunehmendem Alter begründet liegen und den rein mechanischen Erklärungen für das Auftreten eines Achillessehnenrisses gibt es noch biologische Aspekte, die an dieser Stelle kurz dargelegt werden sollen.

Gefährdet sind im Hinblick auf diese biologischen Aspekte insbesondere Patienten, die

  • bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Kortison oder Zytostatika einnehmen.
    Auch Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer (Fluorchinolone) wie Ciprofloxacin (Ciprobay) oder Ofloxacin (Tarivid) sollen das Risiko erhöhen. Sie werden bei Blasenentzündung (Cystitis), aber auch Erkrankungen des Nasen-Rachen-Raums eingesetzt.
  • unter Diabetes (= Zuckerkrankheit) leiden.
  • unter chronischen Erkrankungen des Bindegewebes (Rheuma, Gicht, Autoimmunkrankheiten) leiden.
  • unter allgemeinen Durchblutungsstörungen, oder chronischen Bindegewebserkrankungen leiden
  • unter bestimmten Infektionskrankheiten leiden.

Besonders dann, wenn Achillessehnenrisse beidseitig auftreten, kann  man ursächlich von biologischen Aspekten ausgehen.

Auch bei guten physischen Beschaffenheiten kann eine Achillessehnenruptur auftreten. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Sehnenfasern im Rahmen der Aufwärmphase nicht genügend aufgewärmt wurden, oder aber wenn es infolge eines niedrigen PH- Wertes zu einer so genannten Milchsäureermüdung kommt. In beiden Fällen wird die Achillessehne mechanisch überstrapaziert, ein Reißen wird begünstigt.

Symptome

Wie bereits weiter oben dargelegt, geht die Ruptur der Achillessehne mit einem hörbaren Knall (Peitschenhieb) einher. Zusätzlich leidet der Patient unter stechenden Schmerzen und ist aufgrund der Wadenkompression zu einer aktiven Plantarflexion nicht mehr in der Lage. Typisch ist dafür, dass der Patient am erkrankten Bein zu einem Einbein – Zehenstand nicht mehr in der Lage ist. Von außen sichtbar wird ein Achillessehnenriss durch eine Schwellung an der Rückseite des Sprunggelenkes, gegebenenfalls wird auch ein Bluterguss sichtbar. Der Arzt kann darüber hinaus in der Muskulatur eine deutliche Delle ertasten.

Sofortmaßnahmen

Nach den anfänglichen starken, stechenden Schmerzen, ist der Patient nach kurzer Zeit nahezu schmerzfrei. Nicht immer ist die Schwellung, die im Rahmen der Symptomatik angesprochen wurde, vorhanden. Dennoch muss in jedem Fall so schnell wie möglich ein Arzt konsultiert werden. Dies ist für die richtige Diagnose und anschließende Therapie von elementarer Bedeutung (vgl.: Diagnose).

Nach einer Achillessehnenruptur können lediglich Erste – Hilfe – Maßnahmen durchgeführt werden, die sich auf Kühlung der Fersenregion und Vermeidung des Auftretens auf das verletzte Bein, Stützen des Patienten beim Gehen (durch Stützen des Patienten, Gehhilfen (Krücken), ggf. auch durch eine Transportliege) beschränken.

Prophylaxe

Prophylaktisch kann hier nur aufgeführt werden, dass sich regelmäßige sportliche Betätigungen positiv auf die Elastizität des gesamten Muskel- und Sehnenapparates auswirkt.

An dieser Stelle könnte nun noch das Vermeiden abrupter und starker Belastungen aufgeführt werden. Auch das Vermeiden von besonderen „Risikosportarten“ (Squashspielen) könnte genannt werden.

Sportlich Aktive sollten auf eine ordentliche Aufwärmphase vor dem Sport achten. Auch Dehnübungen – insbesondere auch nach sportlicher Aktivität – dienen der Prophylaxe.

Prognose

Prognostisch gesehen ist ein Achillessehnenriss als gut zu beurteilen. Im Falle idealer Therapie und entsprechender rehabilitativer Maßnahmen kann unter Umständen sogar das Leistungsniveau vor dem Unfall wiedererreicht werden.

Häufig bedeutet ein Achillessehnenriss allerdings für Spitzensportler, insbesondere für jene, die sich auf Sprung- und / oder Laufsportarten qualifiziert haben, das Ende der Karriere.

Hinsichtlich der Therapieform ist zu sagen, dass nach einer operativen Therapie die Prognose statistisch gesehen besser ist als nach konservativer Therapie. Während es bei etwa 4 % nach operativer Therapie zu erneuten Rissen kommt, liegt die Rate der konservativen Therapie bei etwa 15%.

Allerdings ergeben sich postoperativ häufig länger anhaltende Schwellungen. Patienten berichten auch von Gefühlsstörungen im Bereich von Ferse und Knöchel.

Zusammenfassung

Beim Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) handelt es sich in der Regel um eine plötzlich auftretende Durchtrennung der Achillessehne. Nur selten tritt der Achillessehnenriss mit Vorankündigung, beispielsweise durch Achillessehnenschmerzen oder Reizungen, auf. Demzufolge sind überdurchschnittlich häufig sportlich aktive Menschen von einem Achhillessehnenriss betroffen. Es zeigt sich eine Häufung bei sportlich aktiven Männern im Alter von 30 bis 50 Jahren.

Der Riss der Achillessehnen ist meist nicht zu überhören. Patienten sprechen von einem lauten Knall oder einem Peitschenhieb, meist verbunden mit stechenden Schmerzen. Da die für den normalen Gang des Menschen unverzichtbar ist, muss dafür gesorgt werden, dass der Patient möglichst sofort fachgerecht behandelt wird.

Prinzipiell unterscheidet man im Hinblick auf therapeutische Maßnahmen zwischen operativer Therapie und konservativer Therapie, wobei beide Therapieformen ihre Berechtigung haben und der Statistik zur Folge in etwa gleiche Ergebnisse erzielen. Dennoch kann gesagt werden, dass jüngere Patienten prinzipiell eher von einer operativen Therapie profitieren, da die Belastungswahrscheinlichkeit (Sport und Beruf) beim jüngeren Patienten deutlich erhöht ist. Bei älteren Patienten hingegen überwiegt die konservative Therapie beim Achillessehnenriss. Ebenso wurde durch Studien aufgezeigt, dass anglo - amerikanische Länder eher zu konservativen Therapiemaßnahmen neigen.

Im Rahmen der operativen Therapie unterscheidet man verschiedene Operationsformen, auf die im Rahmen der Therapie (siehe unten) noch näher eingegangen werden soll. Welche Maßnahme dabei ergriffen wird, ist unter anderem abhängig vom Alter der Ruptur, bzw. von der Art und Weise des Ausrisses.

In beiden Therapieformen muss eine Dauer von etwa 12 bis 16 Wochen veranschlagt werden. Die Dauer der Ruhigstellung liegt bei etwa 6 Wochen. Die Ruhigstellung erfolgt insbesondere in den ersten vier Wochen in Spitzfußstellung, wobei der Grad der Spitzfußsstellung variiert. In der Regel beträgt die Spitzfußstellung in den ersten beiden Wochen 30 bis 40° und wird dann in der 3. bis 4. Woche reduziert auf 10 bis 20°. Am Ende der Ruhigstellung wird der Unterschenkelgehgips dann in plantigraner (= 0°) Fußstellung angefertigt. Die Belastungsmöglichkeiten nehmen in dieser dreistufigen Ruhigstellung sukzessive zu. Ausführlich soll darauf noch im Rahmen der Therapie (siehe unten) eingegangen werden. Insbesondere nach intensiven Rehabilitationsmaßnahmen kann man von einer nahezu vollständigen Wiedererlangung der gewohnten Leistungsfähigkeit ausgehen.

Deutschlandweit treten jährlich etwa 16.000 Achillessehnenrisse und – einrisse auf.

Weiterführende Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 27.12.2011