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Dämmerschlaf

Was ist der Dämmerschlaf?

Der Dämmerschlaf ist ein Bewusstseinszustand knapp unterhalb des Wachzustands. Es handelt sich hierbei um eine bestimmte Stufe der Sedierung. Der Betroffene schläft oder hat die Augen auf und ist dabei nicht ganz fokussiert. Durch laute Ansprache oder Schmerzen ist der Betroffene die ganze Zeit erweckbar.

Er wird durch bestimmte Medikamente künstlich herbeigeführt. Hierbei wird medikamentös das zentrale Nervensystem gedämpft. Dafür können beispielsweise Benzodiazepine, wie Midazolam, verwendet werden. Genutzt wird der Dämmerschlaf oft in Verbindung mit lokalen Betäubungsmitteln und Schmerzmitteln während unangenehmer Untersuchungen oder kleinen Operationen.

Der Dämmerschlaf ist eine Möglichkeit, den körperlichen und psychischen Stress bei medizinischen Eingriffen zu reduzieren.

Bei medizinischer Notwendigkeit trägt die Krankenkasse die Kosten des Dämmerschlafs.

Nach einem Eingriff im Dämmerschlaf muss der Betroffene von einem vorher bestimmten Angehörigen oder Freund abgeholt werden und darf 24 Stunden keine Kraftfahrzeuge führen. In seltenen Fällen reagieren Betroffene paradox auf die Medikamente und werden unruhig.

Lesen mehr zur Sedierung unter: Sedierung - Alles was Sie wissen sollten

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Indikationen für eine Dämmerschlafnarkose

Eine Dämmerschlafnarkose dient der psychischen und körperlichen Entspannung und soll bei medizinischen Eingriffen den Stress für den Betroffenen reduzieren.

Eine Dämmerschlafnarkose wird zum Beispiel bei diagnostischen Verfahren genutzt.
Darmspiegelungen und Magenspiegelungen werden von Betroffenen häufig als eine sehr unangenehme Erfahrung beschrieben und dies kann durch den Einsatz einer Dämmerschlafnarkose verhindert werden. Bei der Magenspiegelung wird die Wahrnehmung des Würgereizes verhindert und bei Darmspiegelungen wird die Untersuchung als weniger schmerzhaft beschrieben. Die Eingriffe kommen den Betroffenen zudem deutlich kürzer vor.
Bei Kindern oder Personen mit Angst vor engen Räumen wird die Dämmerschlafnarkose auch bei MRTs oder CTs durchgeführt, da hierbei die Person still liegen muss.

Ein häufiger Einsatz der Dämmerschlafnarkose sind zahnärztliche Operationen, wie die Entfernung der Weisheitszähne.
Auch bei Operationen mit Rückenmarksnarkose kann zusätzlich eine Dämmerschlafnarkose durchgeführt werden, sodass der Betroffene die Geräusche im OP nicht so sehr wahrnimmt.

Beim Zahnarzt

Besuche beim Zahnarzt sind für viele Menschen mit Angst verbunden. Zahnärztliche Eingriffe werden oft nur in lokaler Betäubung durchgeführt, wobei das Bewusstsein vollständig erhalten bleibt. Der Betroffene hört alle Geräusche, schmeckt das Blut im Mund und nimmt Druck am Kiefer deutlich wahr. Dies ist sowohl körperlich als auch psychisch anstrengend.
Einige Zahnärzte bieten ihren Patienten daher an, größere Eingriffe in einer Dämmerschlafnarkose durchzuführen. Die Betroffenen bleiben bei dem Eingriff auf Ansprache erweckbar und atmen selbstständig. Ein bewusstes Wahrnehmen der Umgebung ist jedoch eingeschränkt, sodass die Angst und der Stress reduziert werden.
Genutzt wird die Dämmerschlafnarkose besonders bei etwas größeren Eingriffen, wie der Entfernung der Weisheitszähne.

Bei einer Magenspiegelung

Bei der Magenspiegelung wird eine Kamera durch den Mund in die Speiseröhre vorgeschoben. Hierbei sind zwar der Mund und der Rachenraum lokal betäubt, aber viele Betroffene bemerken dennoch einen starken Würgereiz. Die Untersuchung wird oft als unangenehm geschildert.
In diesem Fall kann der Betroffene eine Dämmerschlafnarkose erhalten, um den Eingriff stressfrei zu überstehen. Der Eingriff selbst dauert nur wenige Minuten, jedoch bedeutet eine Sedierung, dass 24 Stunden nach dem Eingriff kein Kraftfahrzeug geführt werden darf.

Erhalten Sie weitere Informationen zum Thema Magenspiegelung.

Bei einer Darmspiegelung

Eine Darmspiegelung wurde früher von vielen Betroffenen als schreckliche Erfahrung geschildert, was zu viel Angst vor den Eingriffen geführt hat. Heute sind die Erfahrungsberichte nach Darmspiegelungen deutlich positiver und die Betroffenen berichten davon, dass sie den Eingriff verschlafen haben.
Dies ist auf die heute nahezu immer durchgeführte Dämmerschlafnarkose zurückzuführen. Die Betroffenen nehmen den teilweise schmerzhaften Eingriff kaum wahr und sind deutlich ruhiger. Die Sedierung bei Darmspiegelungen wird meistens von den Krankenkassen übernommen.

Ablauf einer Dämmerschlafnarkose

Vor jedem medizinischen Eingriff ist eine Aufklärung des Patienten Pflicht. Normalerweise findet diese Aufklärung an einem gesonderten Termin statt.
Vor dem Eingriff bekommt der Betroffene einen venösen Zugang in den Handrücken oder die Ellenbeuge gelegt. Bei Kindern wird teilweise hierauf verzichtet und das Benzodiazepin direkt über die Nasenschleimhaut gegeben. Das Medikament wird also entweder direkt in den Blutkreislauf gespritzt oder in der Nase zerstäubt. Die Wirkung von den häufig genutzten Benzodiazepinen, wie Midazolam, setzt innerhalb weniger Minuten ein. Der Betroffene wird müde und seine Konzentrationsfähigkeit fällt ab. Einige Betroffene schlafen auch direkt ein. Je nach genutztem Medikament ist bei längeren Eingriffen ein Nachspritzen notwendig.
Nachdem die Wirkung des Medikaments komplett da ist, wird falls notwendig die lokale Betäubung gesetzt.

Von dem Eingriff selbst bekommt der Betroffenen fast nichts mit und kann sich nach dem Eingriff auch kaum an diesen erinnern.

Nach dem Eingriff kann der Betroffene meist noch eine Stunde schlafen und kann dann von einem Angehörigen abgeholt werden. In den ersten 24 Stunden nach der Dämmerschlafnarkose darf kein Kraftfahrzeug geführt werden.

Vorteile einer Dämmerschlafnarkose

Eine Dämmerschlafnarkose bedeutet für den Betroffenen eine deutliche Reduktion von Angst und Stress gegenüber einer ausschließlich lokalen Betäubung.
Dies macht sich auch körperlich bemerkbar. Die Herzfrequenz und der Blutdruck sind niedriger und der Sauerstoffverbrauch sinkt ebenfalls.
Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit bei einer positiven Erfahrung geringer, dass der Betroffene eine notwendige Untersuchung beim nächsten Mal ablehnt. Besonders bei Kindern sind nach Dämmerschlafnarkosen weniger posttraumatische Belastungsstörungen zu beobachten.

Gegenüber der Vollnarkose hat die Dämmerschlafnarkose ebenfalls einige Vorteile.
Da der Betroffene selbständig atmet, muss keine Beatmungsmaschine verwendet werden. Eine künstliche Beatmung hat einige Nebenwirkungen, wie Stimmbandreizungen, welche so vermieden werden können.
Die Dämmerschlafnarkose hat zwar auch zentraldämpfende Wirkungen auf den Kreislauf, wirkt aber nicht so stark wie eine Vollnarkose, wodurch seltener kreislaufstabilisierende Medikamente genutzt werden müssen.
Während des Eingriffs ist weniger Kontrolle der Lebensfunktionen notwendig und die Betroffenen können nach dem Eingriff direkt nach Hause. Die einzige Einschränkung bleibt die nicht vorhandene Verkehrstüchtigkeit für 24 Stunden.

Risiken und Nebenwirkungen

Sedierende Medikamente beruhigen den Betroffenen sowohl körperlich als auch psychisch. Diese Wirkung kann über das eigentlich definierte Ziel hinausschießen. Bei medizinischen Eingriffen kann dies den Unterschied zwischen einem Dämmerschlaf und einer Narkose bedeuten.
Sedativa wirken auch auf den Blutdruck, die Herzfrequenz und den Atemantrieb. Bei einer zu hohen Dosierung kann die Atmung aufhören und der Kreislauf zusammenbrechen, da beide Bereiche runterreguliert werden. In diesem Fall muss der Betroffene beatmet werden und der Kreislauf muss medikamentös stabilisiert werden.
Bei einigen Patienten, besonders häufig bei Kindern, ist eine paradoxe Reaktion auf das Beruhigungsmittel möglich. Die Betroffenen werden unruhig und der Eingriff muss unterbrochen werden. Bei starken Reaktionen muss ein Gegenmittel gegeben werden. Die benutzten Benzodiazepine verursachen zudem eine Amnesie, sodass Betroffene das Gefühl haben können, einen blinden Fleck in ihrer Erinnerung zu haben.
Bei älteren Menschen steigt bei häufiger Nutzung die Wahrscheinlichkeit an einer Demenz zu erkranken.

Was kostet ein Dämmerschlaf?

Die Dämmerschlafnarkose bei medizinischen Eingriffen oder diagnostischen Verfahren kostet ungefähr 75 Euro pro angefangene halbe Stunde. Diese Kosten müssen Betroffene jedoch nicht immer selbst zahlen.

Wichtig ist hierbei die medizinische Notwendigkeit. Die Dämmerschlafnarkose während einer regionalanästhetischen Operation übernimmt die Krankenkasse.
Auch die Sedierung während einer Darmspiegelung ist eine Kassenleistung.
Bei der Sedierung während eines zahnärztlichen Eingriffs kommt es auf das Alter des Patienten an. Bei Minderjährigen wird die Dämmerschlafnarkose von der Kasse übernommen. Erwachsene Patienten müssen je nach Eingriff die Kosten selbst tragen.
Einige Krankenkassen bieten ihren Patienten zusätzliche Leistungen an und übernehmen auch nicht gesetzlich vorgeschriebene Kosten. Dies sollten Betroffene vor einem Eingriff bei ihrer Krankenkasse erfragen.

Die Sedierung ist im Vergleich zur Vollnarkose die kostengünstigere Alternative und zeitgleich auch nebenwirkungsärmer. Die notwendige lokale Betäubung, welche auch bei sedierten Patienten durchgeführt wird, ist immer eine Kassenleistung.

Was für ein Gefühl habe ich im Dämmerschlaf?

Die meisten Betroffenen können sich kaum an die Zeit während eines Eingriffs in der Dämmerschlafnarkose erinnern, da die Benzodiazepine amnestisch wirken.
Einige berichten von dem Gefühl, weit weg zu sein oder sich sehr leicht zu fühlen.
Angst und Stress werden durch die Medikamente ausgeschaltet. Die Anspannung, die oft vor solchen Eingriffen besteht, löst sich auf und die Betroffenen werden sehr müde.
Auch das Zeitempfinden ändert sich in der Dämmerschlafnarkose, sodass den Betroffenen die Dauer des Eingriffs deutlich kürzer vorkommt.
Obwohl die Betroffenen während der Dämmerschlafnarkose aufgeweckt werden können, ist ein bewusstes Wahrnehmen der Situation nicht gegeben.
Erfahrungsberichte erzählen auch von dem Gefühl, dass alles in Watte gepackt ist und sie auch Stimmen nur entfernt und durch eine Dämpfung wahrgenommen haben.

Muss ich für eine Dämmerschlafnarkose nüchtern sein?

Auch bei einer Dämmerschlafnarkose muss der Betroffene nüchtern erscheinen. Dies bedeutet

  • ungefähr sechs Stunden vor dem Eingriff keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen.
  • ungefähr zwei Stunden vor dem Eingriff auch nicht mehr zu trinken.
  • verordnete Medikamente dürfen mit einem Schluck Wasser eingenommen werden.
  • einen Verzicht auf Tabakprodukte.

Diese Vorsichtsmaßnahmen dienen der Sicherheit bei Narkosen. Bei der Dämmerschlafnarkose atmet der Patient normalerweise selbstständig, jedoch muss für den Notfall eine Intubation möglich sein. Außerdem verursachen viele Narkosemittel Übelkeit und Erbrechen.

Welche Mittel werden für eine Dämmerschlafnarkose eingesetzt?

Die am häufigsten genutzten Medikamente für Dämmerschlafnarkosen sind Benzodiazepine, wie Midazolam. Benzodiazepine

  • dämpfen das zentrale Nervensystem und damit das Bewusstsein.
  • haben eine angstlösende Wirkung.
  • wirken amnestisch, sodass der Betroffene kaum Erinnerungen an den Eingriff hat.

Andere sedierende Medikamente, wie die Narkotika, sind für einen leichten Dämmerschlaf oft zu stark, können aber auch für eine Sedierung genutzt werden.

Welche Schmerzen spürt man im Dämmerschlaf?

Die sedierenden Medikamente, welche in der Dämmerschlafnarkose angewendet werden, sind keine Schmerzmittel. Daher wird neben der Dämmerschlafnarkose immer auch eine Regional- oder Lokalbetäubung verwendet.
Wenn diese lokalen Betäubungen nicht richtig sitzen oder die Dosis nicht ausreicht, kann dieser Schmerz wahrgenommen werden. Schmerzen, welche unabhängig vom Eingriffsgebiet sind, könne ebenfalls wahrgenommen werden.

Wann darf man wieder rauchen?

Da in der Zeit vor dem Eingriff Nüchternheit notwendig ist, wozu auch Rauchen gehört, wollen viele Betroffene unmittelbar nach dem Eingriff wieder rauchen. Solange der Betroffene nicht allein raus geht, sondern unter Aufsicht eines Angehörigen oder Pflegers steht, bestehen keine Kontraindikationen.

Bei zahnärztlichen Operationen kann Rauchen bis zur Entfernung der Naht kontraindiziert sein. Dies hat jedoch nichts mit der Dämmerschlafnarkose zu tun, sondern ist wegen der Wundheilung notwendig.

Alternativen zum Dämmerschlaf

Bei einigen Betroffenen ist eine Dämmerschlafnarkose aus verschiedenen Gründen nicht durchführbar. Dies kann zum Beispiel durch eine Schwangerschaft oder auf Patientenwunsch sein.

Viele Eingriffe, welche in Dämmerschlafnarkose vorgenommen werden, können auch in ausschließlich regionaler Anästhesie durchgeführt werden. Bei zahnärztlichen Behandlungen oder auch bei Magenspiegelungen ist eine Sedierung nur eine Möglichkeit, dem Betroffenen den Eingriff angstfrei und stressarm zu gestalten, aber keine Notwendigkeit.

Bei gegebener Notwendigkeit, wie dem Stillhalten im MRT, kann eine Vollnarkose die Sedierung ersetzen. Eine Vollnarkose bedeutet im Gegensatz zur Sedierung, dass der Betroffene beatmet werden muss und eine durchgängige Kontrolle des Kreislaufs erforderlich ist.

Neben der medikamentösen Sedierung ist auch eine Hypnose oder eine verhaltenstherapeutische Begleitung bei Eingriffen möglich.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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