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Welche Funktion und Aufgaben hat die Milz?

Einleitung

Die Milz ist ein Organ, das in den Blutkreislauf eingeschaltet ist und zu den lymphatischen Organen gezählt wird. Sie erfüllt wichtige Aufgaben im Bereich der Blutreinigung und Immunabwehr. Während der Embryonalzeit, bei ungeborenen Kindern, findet in der Milz eine Beteiligung an der Blutbildung statt. Muss die Milz entfernt werden, zum Beispiel aufgrund eines schweren Unfalls, können andere lymphatische Organe die Funktion und Aufgaben übernehmen.

Aufgaben der Milz

Die Milz verfügt über wichtige Aufgaben. Sie spielt eine entscheidende Rolle für das Immunsystem und die Blutreinigung sowie Blutmauserung Außerdem dient sie der Blutspeicherung und bei Kindern der Blutbildung.
Die weiße Pulpa der Milz beinhaltet die weißen Blutkörperchen, T- und B-Lymphozyten, dendritische Zellen und Makrophagen (Fresszellen). Hier sucht die Milz sozusagen nach Eindringlingen und bekämpft diese.
In der roten Pulpa der Milz liegt ein spezielles Parenchym (Gewebe) vor, das einer reinigenden Blutmauserung dient. Hier werden funktionsuntüchtige rote Blutkörperchen aus dem Blut entfernt und abgebaut. Eine weitere Aufgabe der Milz ist die Blutspeicherung. Die Milz ist dafür verantwortlich, permanent einen Vorrat wichtiger Blutzellen zu gewährleisten. Dazu gehören die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Im Bedarfsfall sollten ausreichend Blutzellen durch die Milz bereitgestellt werden können.

Des Weiteren ist die Milz in der Embryonalzeit, das heißt bei ungeborenen Kindern, neben anderen Organen wie der Leber und dem Knochenmark ein Ort der Blutbildung. Bis etwa zum sechsten Lebensjahr bleibt die Milz als Bildungsort von hauptsächlich roten Blutkörperchen an der Blutbildung beteiligt.

Funktionen der Milz

Die Milz ist ein Organ, das anatomisch in eine rote Pulpa und eine weiße Pulpa unterteilt wird. Der spezielle Begriff Pulpa beschreibt das Mark der Milz. Die rote und weiße Pulpa haben verschiedene Funktionen. Während die rote Pulpa für die Blutzellmauserung verantwortlich ist, dient die weiße Pulpa als lymphatisches Organ der immunologischen Überwachung des Blutes, wie eine Art Filterstation. Das bedeutet, dass die zwei wesentlichen Aufgaben der Milz in zwei funktionell unterschiedlichen Kompartimenten stattfinden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Milz

Die rote Pulpa

Die rote Pulpa der Milz macht etwa fünfundsiebzig Prozent des Milzgewebes aus und besteht aus netzartigen Pulpasträngen (Marksträngen) sowie winzigen Blutgefäßen, venösen Sinusoiden, die zwischen den Pulpasträngen verlaufen. Die rote Milzpulpa ist also in den Blutkreislauf eingeschaltet. Das netzartige Gewebe der roten Pulpa dient der Zellmauserung. Das bedeutet, dass hier überaltete Blutkörperchen, vor allem rote Blutkörperchen, herausgefiltert und abgebaut werden.
Die roten Blutkörperchen verleihen der roten Pulpa ihre Farbe und ihren Namen. Rote Blutkörperchen, Erythrozyten, überleben etwa einhundertzwanzig Tage im Blut. In ihrem Lebenszyklus fließen sie mehrfach durch die Milz und werden einer Blutmauserung unterzogen. Junge Erythrozyten sind verformbar und können sich gut durch die Maschen der roten Pulpa bewegen, während alte Erythrozyten weniger gut verformbar sind und sich in den Maschen der Milz verfangen. Die alten Erythrozyten werden dann durch sogenannte Fresszellen, Makrophagen, abgebaut. Die rote Pulpa wird immer und immer wieder von Erythrozyten durchflossen, bis diese eines Tages zu alt sind und sich nicht mehr gut genug durch das Gewebe begeben können und abgebaut werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Erythrozyten

Die weiße Pulpa

Die übrigen fünfundzwanzig Prozent des Milzgewebes werden von der weißen Pulpa ausgemacht. Die weiße Pulpa ist entscheidend für das Immunsystem. Die weiße Pulpa erhält ihre Farbe und ihren Namen durch die weißen Blutkörperchen, Lymphozyten, die hier gebildet werden, heranreifen und schließlich gespeichert werden. Sogenannte T-Lymphozyten und dendritische Zellen bilden Scheiden um kleine arterielle Gefäße. Diese Komplexe bezeichnet man als periarterielle Lymphscheiden (PALS).
B-Lymphozyten sind follikulär auf der PALS angeordnet und die Immunzellen bilden in ihrer Gesamtheit die weiße Pulpa der Milz. Funktionelle sind die dendritischen Zellen dafür da, das Blut zu überwachen, das durch die Milz fließt. Wenn sie Partikel von potentiellen Krankheitserregern finden, die sogenannten Antigene, nehmen sie diese auf und präsentieren sie auf ihrer Zelloberfläche. Dadurch werden T-Lymphozyten aktiviert und durch diese schließlich auch die B-Lymphozyten. Die B-Lymphozyten vermehren sich daraufhin und bilden zu den Antigenen passende Antikörper. Diese binden aneinander und die Komplexe werden durch Fresszellen abgebaut. Auf diese Weise können Krankheitserreger im Blut vernichtet werden. Damit erfüllt die weiße Pulpa der Milz eine wichtige Funktion der Immunabwehr.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: B-Lymphozyten

Wie kann man die Funktion unterstützen?

Wenn neu aufgetretene Beschwerden wie Blutarmut, eine Gerinnungsstörung oder eine tastbar vergrößerte, druckschmerzhafte Milz auffallen, sollte in jedem Fall der Hausarzt aufgesucht werden und eine genaue Diagnostik und gegebenenfalls Therapie der Grunderkrankung erfolgen. Liegt eine gereizte oder entzündete Milz vor, gibt es ein paar Hausmittel, die bedenkenlos ausprobiert werden können.
Brennnesseltee kann dreimal täglich getrunken werden, zum Beispiel vor dem Frühstück, dem Mittagessen und dem Abendbrot. Der Tee wirkt entzündungshemmend und fördert die Heilung. Apfeltee kann ebenfalls getrunken werden. Dieser soll helfen, das Lymphsystem zu säubern und Entzündungen zu reduzieren. Um dem Appetitmangel entgegenzuwirken, kann man ein Mixgetränk aus Apfel und Haferflocken herstellen. Das versorgt den Organismus mit Energie und liefert die wertvollen Eigenschaften des Apfels zur Heilung.
Weitere Hausmittel sind Heidelbeersaft, der das Lymphsystem unterstützen soll, und reichhaltige Suppen oder Brühen mit Artischocken oder Sellerie. Das Gemüse kann mit Zwiebeln und etwas Olivenöl gekocht werden und soll sich wohltuend auf die Milz auswirken.

Woran erkennt man eine Funktionsstörung?

Eine erkrankte Milz kann unter dem linken Rippenbogen tastbar vergrößert und druckschmerzhaft sein. Mögliche Symptome sind Blutarmut, Müdigkeit, Schmerzen im linken Oberbauch, Appetitlosigkeit und eine vermehrte Blutungsneigung bei Wunden. Da die Milz dafür verantwortlich ist, das Blut zu reinigen, zu mausern und Blutzellen zu speichern. Kann die Milz die Aufgaben nicht mehr erfüllen, das heißt Blutzellen filtern und speichern, entsteht eine Blutarmut.
Die Blutarmut wiederum macht sich häufig in Form von Müdigkeit und Schwäche bemerkbar. Die Betroffenen können kurzatmig sein und sich schnell erschöpft fühlen. Des Weiteren können verschiedene Erkrankungen des Körpers zu einer Milzvergrößerung führen. Folgen sind starke Schmerzen und gelegentlich Appetitlosigkeit. Schmerzen sind besonders stark bei einer entzündeten Milz und im linken Oberbauch lokalisiert. Daneben können jedoch viele Erkrankungen, die mit einer Milzvergrößerung einhergehen, einen Druckschmerz der Milz unter dem linken Rippenbogen auslösen. Drückt die Milz durch ihre Volumenzunahme auf den Magen, kann das ein falsches Völlegefühl mit Appetitmangel bedingen. Die Betroffenen verlieren infolgedessen häufig Gewicht. Ein weiteres Symptom, das durch eine Funktionsstörung der Milz auftreten kann, ist eine vermehrte Blutungsneigung bei kleinen Wunden. Da nicht nur weniger rote Blutkörperchen gespeichert werden, sondern auch weniger Blutplättchen, kann die Blutgerinnung gestört werden. Eine gestörte Blutgerinnung kann sich in Form von länger blutenden Verletzungen äußern.

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Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.02.2019
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