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Notfallmedizin

Was ist das?

Die Notfallmedizin gehört zu den medizinischen Fachgebieten. Man versteht darunter die Erkennung und die Behandlung medizinischer Notfälle, also akut eintretender und möglicherweise lebensbedrohlicher Zustände. Auch die Wiederherstellung und die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen gehören dazu. Das heißt, in der Notfallmedizin spielen die Atmung, die Funktion des Herzens und die Sauerstoffsättigung eine entscheidende Rolle.

Was macht ein Notfallmediziner?

Ein Notfallmediziner arbeitet in der Regel außerhalb klinischer Einrichtungen und wird zu Einsätzen gerufen, bei denen es darum geht, Personen in einer bedrohlichen Lage zu retten. Hier muss der Notfallmediziner den Patienten lagern und für den Transport in ein Krankenhaus vorbereiten. Hierzu gehört vor allem, die Vitalfunktionen wiederherzustellen beziehungsweise aufrecht zu halten. Eventuell sind Beatmung, Reanimation oder die Gabe von Medikamenten notwendig. Auch während des Transports ist ein Notfallmediziner dafür zuständig, den Patienten zu bewachen. Welche Maßnahmen am Unfallort oder der vorliegenden Örtlichkeit zu treffen sind, entscheidet der Notfallmediziner.

In der Katastrophenmedizin, die auch zur Notfallmedizin gehört, arbeiten die Notfallmediziner mit dem Katastrophenschutz zusammen. Ein leitender Notfallmediziner übernimmt dabei die Leitung des Einsatzes.

In der Klinik selbst sind die Notaufnahmen manchmal aufgeteilt, sodass der Notfallmediziner je nach Bedarf in die chirurgische oder die internistische Notaufnahme gebracht wird. In anderen Krankenhäusern gibt es einen zentralen Notarztdienst, der alle Notfälle aufnimmt.

Am Ort des Geschehens selbst ist es die Aufgabe eines Notfallmediziners bedrohliche Zustände des Patienten zu erkennen und diese  zu versorgen. Schnelles Handeln ist sehr wichtig, deshalb sind die vorgegebenen Richtzeiten für bestimmte Untersuchungen kürzer  als im Krankenhaus.

 

Wie wird man Notfallmediziner? Weiterbildung und Ausbildung

Ein Notfallmediziner ist ein Arzt, der das gesamte Medizinstudium abgeschlossen hat und in einer Klinik arbeitet. Voraussetzung für die Bezeichnung „Notfallmediziner“ ist zusätzlich eine spezielle Weiterbildung, die erst absolviert werden kann, wenn mindestens zwei Jahre klinische Tätigkeit nachgewiesen werden können. Hinzu kommt, dass Einsätze in bestimmten Fachrichtungen vorgewiesen werden müssen, so gehören sechs Monate in den Bereichen der Intensivmedizin, Anästhesie beziehungsweise Notfallaufnahme dazu. Darüber hinaus ist ein 80-stündiger Theoriekurs notwendig, ebenso wie 50 Einsätze im Notarztwagen oder Rettungshubschrauber, die unter Aufsicht eines erfahrenen Notarztes stattfinden müssen.

Welches Gehalt hat ein Notfallmediziner zu erwarten?

Da es kaum Ärzte gibt, die ausschließlich als Notfallmediziner arbeiten, ist es schwer zu beurteilen, wieviel ein Notfallmediziner verdient. Häufig sind Anästhesisten oder Intensivmediziner zusätzlich als Notärzte tätig und werden dann nach ihrem Gehalt bezahlt. Dabei kommt es drauf an, welche Position der Arzt im Krankenhaus hat. Ein Oberarzt verdient mehr als ein Stationsarzt. Die Einsätze werden manchmal zusätzlich vergütet.

Wenn man eine Anstellung als reiner Notarzt an einer Klinik hat, so wird dort in der Regel nach Stunden bezahlt. Das Gehalt kann zwischen 20 und 40 Euro pro Stunde brutto liegen. Je nach Klinik kann es sein, dass die Einsätze zusätzlich mit einer Pauschale in ähnlicher Höhe bezahlt werden.

Zur Abklärung, in welchem Zustand der Patient sich befindet, wird ein Traumacheck durchgeführt und alle Körperregionen abgetastet und auf mögliche schwerwiegende Verletzungen untersucht. Es wird besonders auf Schmerzen geachtet. Der Neurocheck gibt Aufschluss über die Funktionstüchtigkeit des Nervensystems. Dieser ist besonders bei Wirbelsäulenverletzungen und Wirbelbrüchen essentiell.

Zur Diagnostik stehen dem Notfallmediziner verschiedene Apparate zur Verfügung. Der Notfallmediziner kann ein EKG (Elektrokardiogramm) aufzeichnen um die Funktion des Herzens beurteilen zu können. Mithilfe eines Pulsoxymeters kann der Sauerstoffgehalt des Blutes bestimmt werden und durch die Kapnometrie kann das ausgeatmete CO2 gemessen werden, welches Rückschlüsse auf die Atemtätigkeit ziehen lässt. Auch eine Messung des Blutzuckers kann durchgeführt werden, um eine Überblick über die Stoffwechsellage des Patienten zu bekommen.

Je nach Zustand, in dem sich der Patient befindet, müssen Zugänge gelegt werden. Der Patient muss mithilfe eines Endotrachealtubus (röhrenförmiges Produkt, welches für die Beatmung in die Luftröhre eingeführt wird) behandelt werden oder sogar reanimiert werden. Bei äußeren Verletzungen ist es notwendig, die Wunden richtig zu versorgen und Blutungen zu stillen.

Die Weiterbildung zum Notfallmediziner beinhaltet Aspekte der rechtlichen Grundlagen im Rettungsdienst und vermittelt darüber hinaus die Kenntnisse über die Tätigkeiten. Medikamentengabe, Lagerung, Beatmungstechniken, Wiederbelebung und andere Dinge sind Inhalt der Weiterbildung.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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