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Kindlicher Notfall durch Ertrinken

Allgemeines

In Deutschland sterben im Jahr viele Kleinkinder durch Ertrinken. Meistens fallen die Kinder unbeaufsichtigt in kleine Gartenteiche oder ins Schwimmbecken. Dabei stellen zwei Faktoren eine ernste Situation dar: durch die Zeit unter Wasser entsteht ein Sauerstoffmangel, der zum einen durch die verminderte Atmung des Kindes und zum zweiten durch das eingeatmete Wasser und dadurch entstandenen Kapazitätsminderung der Lunge resultiert. Zum anderen, die Unterkühlung, die bei kleinen Kindern wesentlich schneller eintritt und wesentlich gefährlicher verläuft als bei Erwachsenen.

Erstmaßnahmen

Sobald das Kind geborgen ist, müssen sowohl die Herz-Kreislaufsituation wieder hergestellt werden als auch die eingetretene Unterkühlung durch Wärmedecken etc. rückgängig gemacht werden. Wichtig ist, dass eine Wiedererwärmung langsam erfolgt und nicht z.B. durch ein heißes Bad versucht werden soll. Dies kann zu einem tödlichen Herzstillstand führen, da kaltes, in der Peripherie liegendes Blut zum Herzen geführt wird und so das Herz zum Stillstand kommen lassen kann. Wärmedecken und Notfallfolien stellen eine sichere Maßnahme dar, um den unterkühlten Körper durch seine Eigenwärme wieder zu erwärmen. Die Herzkreislaufsituation muss durch eine Beatmung und Herzmassage/ Reanimation evtl. auch durch Defibrillation wieder hergestellt werden. Aufgrund der verstrichenen Zeit, versterben allerdings viele Kinder nach Ertrinkungsunfällen (von 1840 Unfällen in Deutschland im Jahr versterben 800 Kinder).

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 07.10.2010 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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