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Unfälle beim Kind

Allgemeines

Verletzungen durch Unfälle und Traumen stellen die häufigste Todesursache bei Kindern (kindliche Notfälle) in Deutschland dar. Ungefähr 2 Millionen Unfälle gibt es im Jahr mit Kindern in Deutschland. 24.000 stationäre Krankenhausaufenthalte macht dies notwendig, bei 650 Kindern kommt im Durchschnitt jede Hilfe zu spät.

Ursachen

Die Haupttodesursachen bei Unfällen sind Schädelhirntraumata, Thoraxtraumata und Blutungen. Die häufigsten Unfälle finden im Straßenverkehr statt. Oft sind es auf die Straße laufende Kinder oder zu schnell fahrende Autos, die zu schwer verletzenden Kollissionen führen. Wichtig ist trotz der Tragik dieser Vorgänge ein möglichst ruhiges, besonnenes und systematisches Vorgehen und Handeln, da dies die Überlebenschancen von Kindern wesentlich verbessert.

Erstversorgung

Nach einem traumatischen Unfall (kindliche Notfälle) sollte der Ersthelfer zunächst einen Rettungsdienst alarmieren, dann das Kind aus der Gefahrenzone bringen und die Vitalfunktionen sichern. Zu der Sicherung der Vitalfunktionen gehört die Beatmung (falls das Kind nicht atmet) und die Herzmassage (falls kein Puls zu fühlen ist). Diese Maßnahmen sind durchzuführen, bis der Rettungsdienst an der Unfallstelle eingetroffen ist. Anders als bei der Erstversorgung von Erwachsenen werden Säuglinge nur mit dem Daumen oder einem Handballen reanimiert (ist nur eine Person anwesend, Verhältnis 15x Herzdruck und 2x Beatmung.
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Ärztliches Personal wird dann die Beatmung bzw. Herzdruckmassage weiterführen, Zugänge legen und Infusionslösungen unterschiedlicher Art verabreichen, bevor ein Transport in die Klinik erfolgt. Ein Leitspruch in der Notfallmedizin lautet: „Treat first what kill first“ was meint, dass zunächst die gefährlichsten Dinge behandelt werden müssen. Besonders bei Kindern, die durch einen Autounfall neben der Bewusstlosigkeit auch Knochenbrüche etc. erlitten haben, muss darauf geachtet werden, zunächst die lebensnotwendigen Vitalfunktionen zu sichern und z.B. Knochenbrüche erst später zu versorgen. Kinder, die nach einem Unfall zwar nicht bewusstlos sind aber unter Schock stehen, stellen ein besonderes Risiko dar, da der sogenannte hypovoläme Schock sich zunächst harmlos darstellt, aber eine gefährliche, lebensgefährliche Situation daraus resultieren kann. Ein hypovolämer Schock macht sich durch eine kühle und blasse Haut, Aufgeregtheit oder Bewusstlosigkeit, niedrigen Blutdruck, hoher Pulsschlag und schnelle Atmung bemerkbar. Er kann entweder durch einen erhöhten Blutverlust oder durch einen Schock entstehen, bei dem es zu einer Zentralisierung des Blutes kommt (das Blut wird ausschließlich zu den lebensnotwendigen Organen geleitet. Andere Organe werden unterversorgt). Wichtig ist die sofortige Gabe von Flüssigkeit über die Venen. Der Ersthelfer kann beruhigend auf das verletzte Kind einwirken. Nach Unfällen kann es auch zu einem sogenannten Pneumothorax beim Kind kommen, bei dem die Lunge meist einseitig zusammenschnurrt und so lebenswichtige Brustorgane in der Funktion beeinträchtigt werden. Hier sollte umgehend durch eine Thoraxdrainage durch den Notarzt die Lunge wieder entfaltet werden. Symptome eines Pneumothorax sind Atemnot, Leistungsabfall und aufgehobenes Atemgeräusch über der entsprechenden Lungenseite.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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