Actinobacillus actinomycetemcomitans

Einleitung

Weltweit ist eine der häufigsten Erkrankungen in der menschlichen Mundhöhle neben der Karies die Gingivitis (Entzündung der Zahnfleisches) und die Parodontitis (Entzündung und letztendlich Zerstörung des Zahnhalteapparates)

Actinobacillus actinomycetemcomitans ist ein Keim, der in der Mundhöhle gesunder oder kranker Menschen und anderer Säugetiere vorkommt. Er wird meistens nur abgekürzt als A. actinimycetemcomitans bezeichnet. Er ist sowohl aerob als auch anaerob, das heißt er kann sowohl in Anwesenheit von Sauerstoff als auch unter Ausschluss von Sauerstoff existieren. Dieses Thema könnte Sie ebenfalls interessieren: Mundgeruch 

 




Infektion

Die Infektion erfolgt durch Körperkontakt wie Küssen oder auch durch gemeinsames Benutzen von sogenannter „ Familienzahnbürsten“ oder dem gemeinsamen Gebrauch von Essbestecken.

Auftreten

Neben anderen in der Mundhöhle natürlicherweise vorkommenden Keimen, ist A. actinomycetemcomitans der Hauptverursacher für die  oben genannte Gingivitis, einer entzündlichen Reaktion des Zahnfleisches, als auch der Parodontitis, einer Entzündung und Zerstörung des Zahnhalteapparates. Während bei den jüngeren Menschen die Karies die häufigste Ursache für den Zahnverlust ist, verlieren die älteren Jahrgänge ihre Zähne häufiger durch Parodontopathien d.h. Erkrankungen des Zahnhalteapparates, verursacht auch durch A.actinimycetemcomitans.

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Struktur

Unter dem Mikroskop erscheint A.actinomycetemcomitans als kleines abgerundetes Stäbchen. Auch im Blut kann der Keim durch Bestimmung von Antikörpern nachgewiesen werden. Das zeigt, dass der Erreger auch auf dem Blutweg weitergeleitet werden kann und  andere Organe schädigen kann.

Symptome

Viele Bakterien, also auch A. actinimycetemcomitans sammeln sich in dem an den Zähnen haftenden Zahnbelag. Dieser medizinisch Plaque genannter Belag setzt sich vor allem aus den unterschiedlichsten Erregern zusammen. Neben für die Karies verantwortlichen Zucker verdauenden Bakterien ist A.actinomycetemcomitans für die Entstehung von Entzündungsreaktionen des Zahnfleisches verantwortlich..

Die ersten Anzeichen einer solchen Entzündungsreaktion ist eine Rötung des Zahnfleischsaumes, später treten Blutungen besonders nach dem Zähneputzen auf. Geht der Prozess weiter, entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich neben anderen Bakterien auch A. actinomycetemcomitans wohlfühlt, es kommt zum Abbau des Knochens und letztendlich zum Zahnverlust.




Therapie

Die Therapie und gleichzeitig Prophylaxe besteht in der Entfernung der Zahnbeläge durch Putzen mittels Zahnbürste und Zahnpasta sowie dem Gebrauch von Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Ist der Prozess jedoch schon weiter fortgeschritten, muss eine zahnärztliche gründliche Reinigung der Zahnfleischtaschen erfolgen. Dabei werden alle Ablagerungen und Bakterien beseitigt. Eine Wiederherstellung von bereits zerstörten  Knochen ist jedoch nicht möglich. Aber durch die Beseitigung der Bakterien wird eine weitere Zerstörung des Zahnhalteapparates verhindert.

Die Ausbreitung von A.actinocetemcomitans kann also durch prophylaktische und, wenn nötig, chirurgische Maßnahmen (siehe auch Chirurgie) verhindert werden.


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Autor: Dr. Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 10.11.2010