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Schwangerschaftshormone

Definition

Mit dem Begriff „Schwangerschaftshormon“ ist in erster Linie das humane Choriongonadotropin, kurz: HCG oder beta-HCG gemeint. Dieses Peptidhormon wird von einem Teil der Plazenta gebildet und ist ein wichtiges schwangerschaftserhaltendes Hormon. Im Übrigen ist beta-HCG das Hormon, welches bei handelsüblichen Schwangerschaftstests gemessen wird. Weitere wichtige Schwangerschaftshormone sind das Östrogen und Progesteron. Schwangerschaftshormone sind diejenigen Hormone, die für den Ablauf und den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich sind.

Welche sind das?

Es existieren Hormone, die im engeren Sinne zu den Schwangerschaftshormonen gezählt werden, sowie Hormone, welche oftmals nur im weiteren Sinne dazugezählt werden. In dem folgenden Abschnitt finden Sie eine Übersicht über wichtige Schwangerschaftshormone und ihre grobe Funktion:

  1. humanes Choriongonadotropin: Dieses Hormon wird von einem Teil der Plazenta gebildet. Es wird in den handelsüblichen Schwangerschaftstests gemessen, um eine Schwangerschaft festzustellen.
  2. Östrogen: Östrogene werden während der Schwangerschaft vor allem in der Plazenta gebildet. Bei der nicht-schwangeren Frau übernehmen die Eierstöcke diese Aufgabe.
  3. Progesteron: Progesteron gehört zu den Gestagenen und wird während der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet. Es ist eines der wichtigen schwangerschaftserhaltenden Hormone.
  4. Prostaglandine: Prostaglandine sind kleine Gewebshormone, die vor allem am Ende der Schwangerschaft sehr wichtig sind. Sie werden nahezu von allen Geweben gebildet. Am Ende der Schwangerschaft finden sich jedoch hohe Konzentrationen in der Plazenta.
  5. Oxytocin: Oxytocin wird im Gehirn der Mutter, genau genommen im Hypothalamus, gebildet. Insbesondere am Ende der Schwangerschaft und in der Stillperiode steigt die Bedeutung des Oxytocins.
  6. Prolaktin: Prolaktin entsteht in der mütterlichen Hypophyse und gewinnt ebenfalls am Ende der Schwangerschaft an Bedeutung.
  7. Schilddrüsenhormone: Schilddrüsenhormone werden bis zur 12. SSW von der Mutter gebildet. Erst in der 12. SSW beginnt der Fetus eigene Hormone zu bilden.

Welche Wirkung haben sie?

Schwangerschaftshormone erfüllen wichtige Aufgaben und sind für den Erhalt sowie den reibungslosen Ablauf der Schwangerschaft unverzichtbar. Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten Schwangerschaftshormone und ihre Wirkungen vorgestellt:

  1. Humanes Choriongonadotropin: Das Hormon, welches unter dem Kürzel beta-HCG bekannt ist maßgeblich für den Erhalt der Frühschwangerschaft verantwortlich. Bis zur 10. SSW erreicht das beta-HCG seine maximale Konzentration und sinkt danach kontinuierlich ab. Darüber hinaus sind noch weitere wichtige Funktionen bekannt. Es fördert die Einnistung des Keims und die Organentwicklung, verhindert die Abstoßung des Keims und verbessert die Durchblutung der Gebärmutter. Außerdem fördert beta-HCG die Entwicklung und das Wachstum der Nabelschnur.
  2. Östrogen: Östrogene, insbesondere Östriol, fördern das Wachstum der Brustdrüse und bewirken, dass die Muskelwand der Gebärmutter dicker wird.
  3. Progesteron: Progesteron ist eines der wichtigsten schwangerschaftserhaltenden Hormone. Es dient dem Erhalt der Schwangerschaft und übernimmt viele Funktionen, wie beispielsweise den Verschluss des Muttermundes. Kurz vor der Geburt fördert Progesteron die Ausbildung von Oxytocin-Rezeptoren, sodass die Wehentätigkeit zunimmt und die Geburt eingeleitet werden kann.
  4. Oxytocin: Oxytocin übernimmt vor allem am Ende der Schwangerschaft und in der Stillperiode wichtige Aufgaben. Es fördert die Wehentätigkeit, sodass die Geburt eingeleitet werden kann. Des Weiteren fördert es nach der Geburt die Paarbindung zwischen Mutter und Kind. Auch beim Stillen spielt Oxytocin eine wichtige Rolle. Nach der Geburt fördert es außerdem die Rückbildung der Gebärmutter.
  5. Prolaktin: Prolaktin ist kein „Schwangerschaftshormon“ im engeren Sinne, da es erst nach der Schwangerschaft aktiv wird. Es fördert die Milchbildung und ist somit für das Stillen unerlässlich. Darüber hinaus unterdrückt es den Eisprung und die Regelblutung, sodass es die Frau vor einer erneuten Schwangerschaft in der Stillperiode schützt.
  6. Schilddrüsenhormone: Schilddrüsenhormone sind insbesondere für die neurologische Entwicklung des Kindes wichtig.

Was ist eine HCG-Diät?

Die HCG-Diät ist ein von einem britischen Endokrinologen namens Simeons in den 50er Jahren entwickeltes Diätprogramm, das einen schnellen Gewichtsverlust verspricht. Die Entwicklung der Diät erfolgte unter ethisch fragwürdigen Umständen und auch die Anpreisung der Diät ist kritisch zu betrachten. Die Diät, welche im Jahr 1954 publiziert wurde, empfahl eine ultrakalorienarme Diät – unter 500 Kalorien täglich – in Kombination mit einer HCG-Injektion. Obwohl die Diät immer noch von manchen Anbietern beworben wird, ist sie heutzutage höchst umstritten. HCG hat keine Zulassung für die Gewichtsreduktion und wird meistens im Internet erworben.

Macht es Sinn HCG zum Abnehmen einzunehmen?

Die HCG-Diät erfährt von Zeit zu Zeit immer wieder einen Hype, der vor allem in Internetforen propagiert wird. Dennoch muss eines ganz klar zum Ausdruck gebracht werden: Das Hormon HCG hat keine Zulassung zur Anwendung bei einer Gewichtsreduktion. Es ist auch kein Nutzen in dieser Hinsicht belegt. Diese Diät ist also nicht wissenschaftlich fundiert.

Der Gewichtsverlust bei Menschen, die eine HCG-Diät durchgeführt haben, ist auf die extreme Kalorienreduktion zurückzuführen. Jedoch ist auch diese ganz und gar nicht gesund, da meist weniger als 500 Kalorien am Tag verzehrt werden. Oft besorgen sich die Teilnehmer der HCG-Diät, HCG-Präparate im Internet, um Kosten zu sparen. Hier verbirgt sich das zweite Risiko der Diät: Verunreinigte oder gar gefälschte Produkte sind keine Seltenheit und können erhebliche gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Wie sind die Schwangerschaftshormone nach einer Abtreibung?

Nach einer Abtreibung verändert sich der Hormonhaushalt der Frau. Das beta-HCG, welches während einer Schwangerschaft nachweisbar ist, wird dann nicht mehr gebildet. Unmittelbar nach der Abtreibung kann der Wert noch leicht erhöht sein. Nach wenigen Tagen ist das HCG jedoch in der Regel nicht mehr nachweisbar. Spätestens nach einem Monat sollte der Wert nicht mehr nachweisbar sein.

Im Grunde normalisiert sich der Hormonhaushalt auf das Level, welches normalerweise bei der Frau vorhanden ist. Hormone wie Progesteron, Östrogen, Prolaktin und Oxytocin sind immer in gewissen Mengen vorhanden – auch außerhalb der Schwangerschaft.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schwangerschaftsabbruch

Wie sind die Schwangerschaftshormone nach einer Fehlgeburt?

Nach einer Fehlgeburt sinkt der beta-HCG-Spiegel innerhalb weniger Wochen wieder ab, sodass er nicht mehr nachgewiesen werden kann. Es erfolgt eine hormonelle Anpassung der übrigen Hormone auf den nicht-schwangeren-Zustand. Diese kann einige Wochen dauern. Auch die Normalisierung der Periode kann daher einige Zeit in Anspruch nehmen. Da die Hormonspiegel sehr individuell sind, existieren auch keine Richtwerte.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Fehlgeburt

Schwangerschaftstest

Schwangerschaftstests bedienen sich als Grundlage der Messung des Hormons beta-HCG. Man unterscheidet Messungen des Hormons im Urin von Messungen im Blut. Urintests sind handelsübliche Schwangerschaftstests, die zuhause durchgeführt werden können. Messungen im Blut sind präziser und werden von einem Arzt durchgeführt.

Manche Urintests sind bereits so empfindlich, dass sie eine Schwangerschaft schon 2 Tage vor der erwarteten Periode anzeigen können. Prinzipiell gilt ein Ergebnis jedoch erst 2 Tage nach der erwarteten Periode als sicher. Dennoch können auch falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse auftreten. Bei Unsicherheit sollte dann noch ein Bluttest und eine Untersuchung beim Arzt erfolgen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schwangerschaftstest

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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