Was ist ein Fußblock?

Definition

Beim Fußblock handelts es sich um ein regionalanästhetisches Verfahren um schmerzfrei Operationen oder Wundversorgungen am Fuß durchführen zu können. Rund um den Unterschenkel knapp oberhalb des Fußgelenks wird an mehreren Stellen Lokalanästhetikum gespritzt und somit wird die Nervenweiterleitung an dieser Stelle blockiert. Der gesamte Fuß ist dabei schmerzunempfindlich. Die Beweglichkeit des Fußes ist nicht vollständig unterdrückt, da einige Muskeln für die Fußbewegung im Unterschenkel liegen. Es handelt sich um ein relativ nebenwirkungsarmes Verfahren.

Lesen SIe mehr zum Thema: Regionalanästhesie oder Leitungsanästhesie

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Wer bin ich?
Meine Name ist Sven Daum. Ich bin Facharzt für Anästhesie und auf die orthopädische Schmerztherapie spezialisiert. 

Um in der Schmerztherapie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.
Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
In die Reihe der "schnellen Schmerzmittelverschreiber" möchte ich mich nicht einreihen und versuche erstmal die Ursache der Schmerzen zu finden.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

Sie finden mich bei:

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Wie wird ein Fußblock durchgeführt?

Nach einer genauen Planung des Eingriffs und der Aufklärung des Patienten wird die Einstichstelle, in diesem Fall der Unterschenkel, steril abgedeckt. Die Einstichstellen, beim Fußblock sind dies fünf verschiedene Stellen rund um den Unterschenkel, werden gründlich desinfiziert. Die Haut kann vor der eigentlichen Betäubung lokal betäubt werden, sodass keine Schmerzen beim Einstich entstehen. Die Kanüle wird durch die Haut gestochen und bis zum Nerven vorgeschoben. Dies kann durch eine Ultraschallkontrolle überprüft werden. Auch eine elektrische Ableitung kann dem Narkosearzt anzeigen, ob der Nerv getroffen wurde. Das Lokalanästhetikum wird in die Nähe des Nervs gespritzt.

Da im Unterschenkel mehrere große Nerven verlaufen muss dieser Vorgang fünfmal wiederholt werden, bis der komplette Fuß betäubt ist. Die Wirkung des Medikaments setzt nach ungefähr fünfzehn Minuten ein. Der Fuß fängt zunächst an zu kribbeln und wird dann taub. Sobald der Fuß vollständig taub ist kann mit dem eigentlichen Eingriff begonnen werden. Hierbei wird meistens ein grünes Tuch zwischen dem Operationsfeld und dem Kopf des Patienten gespannt, da so die sterile Umgebung geschützt wird. Der Patient kann daher meist nicht bei der Operation zusehen.

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Welche Risiken gibt es?

Die Regionalanästhesie und damit auch der Fußblock ist ein relativ nebenwirkungsarmes Verfahren. Lokal sind allergische Reaktionen möglich. Bei einer versehentlichen Injektion in den Nerv, und nicht wie geplant daneben, kann es zu Nervenschädigungen und Missempfindungen kommen. In seltenen Fällen kann es zu einer systemischen, also den ganzen Körper betreffenden, allergischen Reaktion bis zum allergischen Schock kommen. Aus diesem Grund sollte bei einer bekannten Allergie gegen das Lokalanästhetikum ein anderes Verfahren gewählt werden.

Gelangt das Lokalanästhetikum ungeplant in die Blutbahn sind stärkere Nebenwirkungen möglich. Es kann zu Übelkeit, Schwindel, Benommenheit und Unruhe kommen. Dies versucht der Narkosearzt zu verhindern, indem er vor dem Einspritzen den Kolben der Spritze zurückzieht und testet ob Blut in der Spritze ist. Im seltenen Extremfall sind Krampfanfälle und eine Atemlähmung möglich.

Auch auf das Herz-Kreislaufsystem haben Lokalanästhetika Einfluss. Die Herzkraft und die Schlaghäufigkeit lassen nach und der Blutdruck kann absinken. In einigen Fällen entwickeln sich auch Herzrhythmusstörungenbis hin zum plötzlichen Herzversagen. Da diese Nebenwirkungen besonders bei Betroffenen mit dekompensierter Herzschwäche oder Weiterleitungsstörungen auftreten, sollte in diesen Fällen ein anderes anästhesiologisches Verfahren, meistens die Vollnarkose, genutzt werden.

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Wie lange hält die Wirkung an?

Die Dauer des Fußblocks hängt von dem verabreichten Medikament, von individuellen Faktoren und von der Dosis ab. Normalerweise lässt die Wirkung ungefähr zwei Stunden nach der letzten Injektion nach. Während des Eingriffs kann eine erneute Dosis verabreicht werden, wenn sonst die Betäubung zu früh nachlässt. Da einige Betroffene das Lokalanästhetikum schneller und andere deutlich langsamer abbauen ist jedoch keine exakte Zeitangabe möglich. Ein Anhaltspunkt sind immer bereits stattgefundene Regionalanästhesien.

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Wann wird ein Fußblock eingesetzt?

Der Fußblock eignet sich besonders bei Operationen und Verletzungen des Vorfußes, ist aber grundsätzlich auch für den gesamten Fuß unterhalb des oberen Sprunggelenks einsetzbar. Je weiter entfernt vom Sprunggelenk entfernt, desto sicherer wirkt die Betäubung. Genutzt wird der Fußblock zum Beispiel bei: 

  • Amputationen
  • Wundreinigungen (Debridements)diabetischer Füße
  • Verletzungen der Zehen

Nach Unfällen ist ein großer Vorteil des Fußblocks gegenüber einer Vollnarkose, dass die Anästhesieplanung schneller ist und anders als bei der Vollnarkose keine Nüchternheit notwendig ist.

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Bei welchen OP´s kann man den Fußblock einsetzen?

Grundsätzlich können fast alle Fußoperationen unter Regionalanästhesie durchgeführt werden. Besonders geeignet ist der Fußblock bei Operationen des Vorfußes und der Zehen.

Zu den Operationen zählen:

  • Hallux Valgus
  • Hallux Rigidus Korrekturen
  • Amputationen 
  • Trennungen von verwachsenen Zehen
  • Entfernung von Dornenwarzen
  • und viele weitere Operationen des Fußes

Ausgeschlossen ist der Fußblock, wenn im Einstichbereich Entzündungen sind oder der Patient eine Blutgerinnungsstörung hat.

Welche Medikamente werden eingesetzt?

Für regionalanästhesiologische Verfahren, wozu der Fußblock gehört, können verschiedene Medikamente genutzt werden. Das historisch bekannteste Betäubungsmittel ist Kokain. Obwohl Kokain heute in der Medizin eigentlich nicht mehr benutzt wird, gehen die heutigen Lokalanästhetika auf diesen Stoff zurück und wirken über ähnliche Mechanismen. Mögliche Lokalanästhetika sind Procain, Lidocain, Bubivacain, Ropivacain und Prilocain.

Die verschiedenen Wirkstoffe unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit, dem Wirkbeginn, der Wirkdauer und ihrer Steuerbarkeit und können daher für jede Verwendung gezielt ausgewählt werden. Bei längeren und belastenden Eingriffen kann der Betroffene zusätzlich ein Beruhigungsmittel wie Midazolam bekommen.

Was ist ein Hallux valgus?

Beim Hallux Valgus handelt es sich um einen Schiefstand der Großzehe. Die Ursache hierfür ist das Abdriften des ersten Mittelfußknochens und die damit verbundene falsche Lage der Sehnen. Da der Hallux Valgus beim Laufen stören kann und von vielen Betroffenen auch als unästhetisch benannt wird kann die Fehlstellung operativ korrigiert werden. Dies ist ein typisches Einsatzgebiet für den Fußblock, da es sich hierbei um eine Vorfußoperation handelt. Eine Oberstsche Leitungsanästhesie würde nicht ausreichen und mehr als der Fußblock ist meistens nicht erforderlich.

Lesen Sie hier mehr zum: Hallux valgus

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 14.11.2018 - Letzte Änderung: 10.08.2021
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