Captopril

Synonyme im weiteren Sinne

Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer

Wirkung

Das zu den Blutdruckmedikamenten gehörende Captopril, gehört zu den ACE-Hemmern und greift am sogenannten Renin-Angiotensin-Aldosteron-System des Körpers an, welches unter anderem mit Hilfe verschiedener Enzyme den Gefäßwiderstand und damit den Blutdruck reguliert. Den direkten Angriffspunkt der ACE-Hemmer stellt das Angiotensin Converting Enzyme (ACE) dar, welches normalerweise aus Angiotensin I Angiotensin II herstellt.
Durch die Wirkung der ACE-Hemmer wird das ACE nun in seiner Funktion behindert, was bedeutet, dass kein Angiotensin II mehr gebildet wird. Angiotensin II bewirkt über mehrere Mechanismen eine Steigerung des Blutdrucks, also wird durch dessen Wegfall im Zuge der Wirkung dieser Blutdruckmedikamtente der Blutdruck gesenkt.

Dosierung

Captopril = 12,5 bis 75mg
Im Vergleich andere ACE-Hemmer: Enalapril = 2,5 bis 20mg, Fosinopril = 20mg,
Die angegebenen Werte beziehen sich auf die jeweilige Zieldosis pro Tag. Begonnen wird mit einer niedrigeren Dosierung, die langsam gesteigert wird.

Nebenwirkungen

Als unerwünschte Arzneimittelwirkungen kann es bei Einnahme von Captopril bei etwa 10% der Fälle zu Husten und bei 1 bis 3% zu Geschmacksstörungen kommen. Auch ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) kann bei 1-3% auftreten.
Funktionsstörungen der Niere sowie der Leber und Hautveränderungen zählen ebenfalls zu den Nebenwirkungen.
Angioödeme (Quinkeödeme), Schwellung von Haut und Schleimhäuten, sowie Veränderungen des Blutbildes (Thrombozytopenie, hämolytische Anämie) sind außerdem als Nebenwirkung beschrieben.

Wechselwirkungen

Captopril interagiert mit anderen Blutdrucksenkern, so dass es im Endeffekt zu einer noch stärkeren Abnahme des Blutdrucks kommt.
NSAIDs hingegen (nichtsteroidale Antiphlogistika wie Aspirin, Ibuprofen) vermindern die blutdrucksenkende Wirkung der ACE-Hemmer.
Weiterhin kommt es bei Gabe dieser Blutdruckmedikamente zu Wechselwirkung mit Immunsuppressiva, Zytostatika, Cortison oder Allopurinol (Behandlung von Gicht); es können Veränderungen des Blutbilds entstehen.
Außerdem gibt es Beeinflussungen durch Kaliumpräparate oder kaliumsparende Diuretika. Aus einer gleichzeitigen Gabe resultiert eine Erhöhung des Kaliums im Körper.
Als letztes gibt es auch Interaktionen mit Diabetesmedikamenten (orale Antidiabetika). Bei Einnahme beider Wirkstoffe wird der Blutzucker verstärkt gesenkt und es können Schwankungen des Blutzuckers auftreten.

Anwendungsgebiete

ACE-Hemmer (Captopril) als Blutdruckmedikamente finden Anwendung bei Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), chronischer Herzschwäche (chronische Herzinsuffizienz), nach einem Herzinfarkt sowie bei Nierenerkrankungen in Folge eines Diabetes mellitus (diabetische Nephropathie).

Kontraindikationen

Für Schwangere und Stillende sind ACE-Hemmer kontrainidziert, da sie teratogen (den Embryo schädigend) wirken.
Weiterhin dürfen diese Blutdruckmedikamente bei Verengungen der Nierenarterie (Nierenarterienstenose) oder der Aorta (Aortenstenose) nicht verordnet werden.
Aufgrund der Nebenwirkungen ist Vorsicht geboten bei Funktionsstörungen der Niere sowie bei Autoimmunerkrankungen wegen der blutbildverändernden Wirkungen.


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Hinweis: Blutdrucksenkung

Es ist deshalb sehr wichtig, dass der Patient dem behandelnden Arzt alle Medikamente nennt, die er regelmäßig einnimmt. Es kann nämlich zu starken Blutdruckabfällen kommen, wenn mehrere Medikamente mit blutdrucksenkender Wirkung eingenommen werden, die nicht auf einander abgestimmt sind. Zu den Blutdrucksenkenden Medikamenten gehören u.a. Betalocker, Diuretika, Beruhigungsmittel, Antidepressiva und Alkohol.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012