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Magenband
Lesen Sie auch:
Synonyme im weiterem Sinne
Gastric banding, Magenverkleinerung, Gastroplastiken, Schlauchmagen, Roux En Y Bypass, Dünndarmbeipass, Biliopankreatische Viversion nach SCOPINARO, Billiopankreatische Diversion mit Duodenalswitch, Magenballon, Magenschrittmacher, chirurgische Adipositas Therapie
Definition
Das Magenband ist eine operative Methode der Adipositaschirurgie um extremes, krankhaftes Übergewicht bei fehlgeschlagenen anderen Maßnahmen wie Diäten und Bewegung in den Griff zu bekommen.
Es wird laparoskopisch angebracht also mittels einer Kamera und sehr kleinen Bauchschnitten durch die die Kamera und die Operationsinstrumente eingeführt werden.
Durch das Anbringen eines Magenbandes wird der Magen verengt wodurch es nicht mehr möglich ist große Mengen an Nahrung zu verschlingen – dies hilft Gewicht zu reduzieren.
Einleitung
Übergewicht ist heutzutage ein sehr häufiges Problem vor allem in westlich orientierten Ländern.
Überernährung sowie falsche Ernährung mit zu viel Fettanteil führen zum Übergewicht.
In einigen, heute nicht mehr seltenen Fällen geht das Übergewicht in die extreme Form die Adipositas (Fettsucht) über. Problem dabei ist nicht nur die psychische Belastung sondern allem voran gefährliche gesundheitliche Risiken.
Extremes Übergewicht führt zu:
- erhöhtem Blutdruck
- Zuckerkrankheit (Diabetes Typ 2)
- schlechten Blutfettwerten (Dyslipoproteinämie)
- Gicht
- Herzerkrankungen
- Schlaganfall
- Lungenerkrankungen: Atemnot bis hin zum Schlafapnoe-Syndrom (zeitweiliges Aussetzen der Atmung im Schlaf)
Daher ist es sehr wichtig, das Gewicht durch gesunde Ernährung und Bewegung im Griff zu haben. Verliert man die Kontrolle gibt es verschiedene Möglichkeiten Hilfe aufzusuchen.
Informationen erhält man fast überall: Beim Hausarzt, in der Apotheke und vielen weiteren Anlaufstellen.
Epidemiologie
Laut dem statistischen Bundesamt waren 2009 60% der Männer und 43 % der Frauen in Deutschland übergewichtig.
Laut der Zeitschrift FOCUS gelten 20% der deutschen Bevölkerung als adipös.
In den letzten Jahren hat vor allem aber die Zahl der übergewichtigen Kinder zugenommen.
Definiert wird das Übergewicht bzw. Adipositas über den Body Mass Index (BMI).
Body Mass Index
Der BMI ist ein Maß nach dem sich Unter-, Normal- und Übergewicht bestimmen lässt.
Er wird berechnet nach folgender Formel: Gewicht in kg / (Größe in m)².
Man richtet sich bei der Bewertung nach folgender Tabelle:
- 18-24,9 kg/m²: Normalgewicht
- 25-29,9 kg/m²: Übergewicht
- 30-34,9 kg/m²: Adipositas Grad 1
- 35-39,9 kg/m²: Adipositas Grad 2
- >40 kg/m²: Adipositas Grad 3
Um vor allem gesundheitliche Risiken abzuschätzen ist allerdings vor allem die Verteilung des Körperfettes relevant.
Bauchfett ist gefährlicher als Fett an Gesäß oder Extremitäten, weil es vermehrt zu Begleiterkrankungen führt.
Daher wird häufig der Taillenumfang bestimmt: Bei Frauen sollte er nicht über 80 cm liegen, bei Männern nicht über 100 cm.
Mehr zum Thema "Operation mit einem Magenband" mit Voraussetzungen, OP-Technik und Risiken einer Operation lesen Sie hier: Magenband OP
Prognose
Patienten mit implantiertem Magenband haben die Chance 40 – 60 % ihres Gewichts zu reduzieren.
Das gastric banding führt dazu, dass sich der Patient bei der Nahrungsaufnahme einschränken muss:
- das Essen kann nicht mehr geschlungen werden
- die Nahrung muss sorgfältig zerkaut werden, damit sie durch das Magenband passt
- andernfalls kommt es schnell zum Erbrechen
- süße Speisen wie Eis, Milchshakes oder Mousse au chocolat passen problemlos durch die enge Öffnung des Magenbandes
Wenn die Ursache des Übergewichtes in einem zu hohen Konsum von Süßspeisen liegt (sogenannte „sweet eater“), wird das Magenband keinen Einfluss darauf haben solange der Patient den Konsum dieser Speisen nicht einschränkt.
Daher profitieren Menschen, die herzhafte Speisen bevorzugen in höherem Maße vom gastric banding.
Der Patient der sich einer solchen Operation unterzieht muss sich bewusst sein, dass er anschließend nicht wie andere Menschen normal essen kann. Er braucht wesentlich länger zur Nahrungsaufnahme.
Die Implantation eines Magenbandes wirkt sich auch positiv auf die durch das Übergewicht auftretenden Begleiterkrankungen aus.
Durch die Gewichtsreduktion können die Patienten:
- den Blutzuckerspiegel normalisieren
- den Blutdruck senken und
- ein Schlaf-Apnoe Syndrom bessert sich oder verschwindet
- Gelenkerkrankungen nehmen ab
- Depressionen bessern sich oder verschwinden
Die allermeisten Patienten berichten von einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität .
Zusammenfassung
Das gastric banding ist eine
- chirurgische
- wenig risikoreiche
- wirksame Methode
um extremes Übergewicht in den Griff zu bekommen.
Vorteile sind eine Gewichtsreduktion und damit verbunden deutlich verminderte Gesundheitsrisiken wie Senkung des Blutdrucks oder des Blutzuckers.
Allerdings wird der Patient nach der Operation nicht mehr in der Lage zu sein normal zu essen. Er muss extrem langsam essen und die Menge der Nahrung deutlich verringern.
Ein besonderer Vorteil der Implantation einen Magenbandes gegenüber anderen chirurgischen Maßnahmen wie Magenverkleinerung liegt allerdings in der Reversibilität. Man kann das Magenband wieder weiter stellen und schließlich auch entfernen. Dies ist sinnvoll, wenn der Patient sich normale Essgewohnheiten angewöhnt hat. Dann wird es ihm auch wieder möglich sein normal wie andere Menschen zu essen.
weitere Informatinen zu diesem Thema
Weitere Verfahren zur Magenverkleinerung:
- Gastroplastik
- Schlauchmagen
- Roux-en-y-Magenbypass
- Dünndarmbypass
- Biliopankreatische Diversion
- Magenballon
- Magenschrittmacher
Eine Übersicht aller bereits veröffentlichten Themen aus dem Gebiet der Chirurgie finden Sie unter Chirurgie A-Z
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