Therapie Schlafapnoesyndrom

Synonyme im weitesten Sinne

Therapie Obstruktives Schlaf-Apnoesyndrom (OSAS), Obstruktive Schlafapnoe (OSA), obstruktive schlafbezogene Atmungsstörung (OSBAS), obstruktives Schnarchen, Schlafapnoe-Syndrom (SAS – Oberbegriff)

Englisch.: (obstructive) sleep apnea syndrome

Apnoe: aus dem Griechischen: „Atemstillstand”; Sprich: „Apnoë“, nicht „Apnö“

Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Je nach Risikoprofil des Betroffenen können verschiedene therapeutische Maßnahmen entweder zu einer Heilung oder zumindest zu einer deutlicheren Besserung der Beschwerdesymptomatik und damit zur Senkung des Auftretens von Folgeerkrankungen führen.

Hinweis

Bei diesem Thema handelt es sich um die Fortsetzung des Thema´s

Allgemeine Informationen zu diesem Thema finden Sie  dort!


Basistherapie (Konservative Therapie) bei leichten Formen und entsprechendem Patientenprofil:

Gewichtsreduktion; Vermeidung von Alkohol (zumindest in den 2 Stunden vor dem Schlafengehen), Nikotin sowie von Schlaf- und Beruhigungsmedikamenten; Einhaltung eines regelmäßigen Schlafzyklus; eventuell Vermeidung einer Rückenlage im Schlaf, bei der die Zunge aufgrund der Schwerkraft nach hinten unten fällt und bei niedrigem Muskeltonus eine relevante Atemwegsbarriere darstellt.

Beschrieben wird auch eine positive Wirkung von Theophyllin, einem Medikament, das den zentralen Atemantrieb steigert.

Mechanische Therapie (Apparative Therapie) bei leichten bis schweren Formen und entsprechendem Patientenprofil:

  • (Nasale) Kontinuierliche Überdruckbeatmung (nCPAP)

Bei der (nasalen) Beatmungstherapie mittels CPAP (continuous positive airway pressure) wird über eine Atemmaske (in der Regel eine Nasenmaske) ein leichter Überdruck in den oberen Luftwegen, vom Naseneingang bis zur Luftröhre, erzeugt, so dass diese dauerhaft offen gehalten werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer „pneumatischen Schienung“. Die Beatmung erfolgt mittels Raumluft, eine zusätzliche Sauerstoffbehandlung ist möglich.

Es stehen eine Vielzahl von Systemen verschiedener Anbieter zur Verfügung. Die individuelle Einstellung erfolgt im Schlaflabor oder auch ambulant. Gegebenfalls sind Anpassungen, z.B. bei Gewichtsveränderungen, nötig.

In der Regel muss das Beatmungssystem jede Nacht und lebenslang angewendet werden. Dies kann als lästig empfunden werden. Zu den Nebenwirkungen, die auftreten können, gehört ein Austrocknen der Schleimhäute im Nasen-Rachenraum, der man wiederum mit einem zusätzlichen Luftbefeuchter begegnen kann.

Da der vom CPAP-Gerät erzeugte Gegendruck beim Ausatmen anstrengend sein kann, ist ein Umstieg auf ein  BiPAP-Gerät eine Alternative. Dies ist ein selbstregulierendes System, bei dem die Drücke bei Ein- und Ausatmung kontinuierlich überwacht und angepasst werden.   

 

  • Bissschienen (Unterkieferprotrusionsschienen)

Hiermit werden die Atemwege offengehalten, indem Zunge, weicher Gaumen und Kiefer leicht nach vorne verlagert werden.

 

  • Nasale Hilfmittel (z.B. Nasenpflaster)

Dienen der äußeren oder inneren Erweiterung der Nasenvorhöfe. Ihre Wirkung ist sehr umstritten. Die Preise für solche Produkte sind sehr unterschiedlich. Günstige Angebote erhält man in der Regel bei Internet-Apotheken.

Operative Therapie (chirurgische Massnahmen) bei schweren Formen und entsprechendem Patientenprofil:


Invasiv oder minimal-invasiv durchgeführte chirurgische Eingriffe, die letztlich der Beseitigung von Obstruktionen dienen sollen. Sie können auch ergänzend zur nasalen Beatmungstherapie durchgeführt werden oder diese erst ermöglichen. Denkbar sind:


  • Nasen- und Nasennebenhöhlenoperationen:

Nasenseptumplastik oder Korrektur der Nasenscheidewand bei Verkrümmung (Septumdeviation), Entfernung von Wucherungen (Polypen), Nasenmuschelplastik.

 

 

  • Kieferchirurgische Massnahmen:

Vorverlagerung von Ober- und Unterkiefer durch Maxillo-Mandibuläre Umstellungsosteotomie (MMO). Erfordert einen Eingriff in Vollnarkose sowie eine stationäre Nachbehandlung.

 

  • Eingriffe am weichen Gaumen:

wie z.B. die Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP):

Ein operatives Verfahren zur Entfernung überschüssigen Gewebes des Gaumenzäpfchens (Uvula), der Mandeln (Tonsillen) und von Teilen des weichen Gaumens. 

 

  • Eingriffe an Zunge und Zungengrund:

bei der Lingualplastik oder Glossektomie werden Teile der hinteren Zunge entfernt, um den dortigen Raum zu vergrößern.

 

  • Mandelentfernung (Tonsillektomie)

Die Gaumenmandeln sind oft Fokus immer wiederkehrender Entzündungsprozesse (S. Mandelentzündung).
Infolge dessen neigen sie zu einer Vergrößerung (Wucherung, Hypertrophie, Kissing tonsilles). In einigen Fällen kann die Mandelvergrößerung die Entstehung eines Unterdrucks im Rachen begünstigen und ein Schnarchen begünstigen. In sochen Fällen empfiehlt der HNO-Arzt eine Entfernung der Gaumenmandeln.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Schlafapnoesyndrom unter:

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Autor: Dr. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 07.04.2011