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Symptome einer Aortendissektion

Einleitung

Unter dem Begriff der Aortendissektion versteht man in der Medizin die Aufspaltung der Wandschichten der Hauptschlagader (Aorta). Diese Aufspaltung entsteht am häufigsten durch Einrisse der inneren Gefäßwand, wodurch es zu Einblutungen in die einzelnen Wandschichten der Hauptschlagader kommt. Diese verursacht in den meisten Fällen heftige, plötzlich einsetzende Schmerzen und kann durch ein Aufplatzen der Hauptschlagader zu einer lebensbedrohlichen Situation mit Durchblutuungsstörungen und massivem inneren Blutverlust führen.

Symptome einer Aortendissektion

Folgende Anzeichen sind für eine Aortendissektion typisch 

  • Leitsymptom: plötzlich einsetzender, heftiger Schmerz – meist reißend oder stechend

  • Luftnot

  • Brustkorbschmerz

  • Schmerzen in den Armen oder Beinen (je nach Lage der Dissektion)

  • Bauchschmerzen

  • Blutdruckabfall

  • Bewusstseinsverlust

  • Schwindel

  • Pulsbeschleunigung

  • Schluckbeschwerden

Schmerzen als Symptom

Schmerzen im Brust- oder Bauchbereich sind das Leitsymptom einer Aortendissektion. In der Regel setzen diese plötzlich ein und haben einen stechenden Schmerzcharakter. Von den meisten Patienten werden die Schmerzen in maximaler Intensität erlebt, „noch nie erlebte Schmezen“, nicht selten mit einhergehender Angstsymptomatik, Krümmung vor Schmerzen , bis hin zur Bewusstlosigkeit. Häufig wird auch ein Wandern der Schmerzen beschrieben vom Brustbereich abwärts in Bauch-, Flanken- und Beinschmerzen. Neben Brustschmerzen können, abhängig von dem Ort der Aortendissektion, auch die Schmerzen im Rücken oder zwischen den Schulterblättern einsetzen. Auch eine stille Aortendissektion ist möglich, diese geht ohne jegliche Schmerzen oder andere Symptome einher und wird in der Regel nur bei Routineuntersuchungen auffällig.

Luftnot als Symptom

Neben plötzlich einsetzenden, stechenden Schmerzen in der Brust oder dem Rücken gehört die Luftnot zu den häufigsten Symptomen, die mit einer Aortendissektion einhergehen. In Kombination mit dem Schmerz wird diese von den meisten Patienten als sehr einengend empfunden und führt häufig zu einem starken Angstgefühl und Panikattacken.

Komplikationen einer Aortendissektion

Nierenversagen

Auch ein akutes Nierenversagen ist eine nicht seltene Komplikation der Aortendissektion, da die nierenversorgenden Gefäße direkt aus der Hauptschlagader abgehen. Kommt es zu einem Einriss der Aorta auf dieser Höhe oder darüber, reicht die arterielle Versorgung nicht mehr für eine ausreichende Durchblutung der Niere aus. Die Folge ist eine Funktionseinschränkung mit geminderter bis nicht mehr vorhandener Harnausscheidung, welche zu einem Aufstau von ausscheidungspflichtigen, teilweise toxischen Substanzen im Körperkreisluaf führt.

Schock

Unter dem Begriff Schock versteht man in der Medizin ein lebensbedrohliches Krankheitsbild basierend auf einer Kreislaufstörung. Im Zuge der Aortendissektion kann es zu einem sogenannten Volumen-Mangel-Schock kommen, welcher durch den großen Blutverlust verursacht wird. Es kommt zu einem Missverhältniss zwischen dem Volumen, welches vom Herzen in der Minute ausgeworfen wird und der erforderlichen Durchblutung der Organe. Anzeichen für einen Schock sind Bläse, Kaltschweißigkeit, Blutdruckverlust, schnelle und flache Atmung bis hin zum Kollaps.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Schock

Schlaganfall

Eine gefürchtete Komplikation der Aortendissektion ist ein Schlaganfall durch Abscherung der kopfversorgenden Arterien, wie beispielsweise der Arteria carotis communis. Wie sich der Schlaganfall dann bemerkbar macht, ist zu einem individuell bedingt und zu anderem von der Lokalisation der Dissektion abhängig. Die Symptome können langsam fortschreiten, treten jedoch üblicherweise plötzlich auf. Dabei ist die Ausprägung der Symptome durch das Hirnareal bestimmt, das nicht mit genug Sauerstoff versorgt wurde.

Die häufigsten Zeichen eines Schlaganfalls sind im Folgenden aufgelistet:

  • plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen

  • plötzlich auftretende Probleme beim Sprechen, undeutliches Sprechen, abgehackte Sprechweise bis hin zum Sprachverlust

  • plötzliche Bewusstseinsstörung bis hin zur Bewusstlosigkeit

  • plötzliche einseitige Lähmungserscheinungen, die sich durch die Unbeweglichkeit eines Armes, Beines oder durch ein herabhängendes Augenlid oder Mundwinkel bemerkbar machen

  • einseitiges Taubheitsgefühl, Kribbelgefühl in einer Körperhälfte

  • Schwierigkeiten und Unsicherheit beim Gehen durch Schwindel oder Schwanken, Stürzgefahr

  • plötzlich auftretende Sehstörungen, Augenflimmern, Doppelbilder bis hin zur Erblindung

Die Symptome eines Schlaganfalls sind sehr typisch und können mit dem FAST- Test vorläufig erfasst werden. Dadurch ist es möglich, den Schlaganfall früh zu erkennen, was wiederum ein wichtiger prognostischer Faktor ist. Das “FAST” steht hierbei für F-Face, A- Arms, S-Speech, T-Time.

Man bittet hierbei die betroffene Person zu lächeln und achtet auf die beiden Mundwinkel. Bei einem Schlaganfall hängt - aufgrund einer Halbseitenlähmung des Gesichts - der betroffene Mundwinkel herab. Bei der Untersuchung der Arme bittet man die Person, beide Arme auf die gleiche Höhe anzuheben und achtet dabei auf mögliche Lähmungserscheinungen. Zur Überprüfung der Sprache bittet man die Person, Sätze nachzusprechen. Der Faktor “Time” (Zeit) ist der wichtigste Aspekt. Selbst bei leichtem Verdacht auf einen Schlaganfall sollte daher schnellstmöglich der Arzt alarmiert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Blutgerinnsel im Kopf

Querschnittslähmung

Die Querschnittslähmung ist eine eher seltene, dafür umso schwerere Komplikation einer Aortendissektion. Aufgrund der Einblutung in den Riss der Aortenwand oder den Bauchraum kann es zu einer Minderversorgung des Rückenmarks und der motorischen Nerven kommen, wodurch es zu einer Lähmung führt. Bei einer raschen Therapie und Sicherung der Durchblutung können die Lähmungserscheinungen rückgängig gemacht werden. Hierbei ist wieder die Zeit der entscheidende Faktor.

Weitere Informationen finden Sie unter: Querschnittslähmung

Risikofaktoren für eine Aortendissektion

Da es sich bei der Aortendissektion um ein akut einsetzendes und lebensbedorhliches Krankheitsbild handelt, gibt es keine vorausgehenden Warnzeichen. Jedoch gibt es Risikofaktoren, die eine Aortendissektion begünstigen. Zu den wichtigsten gehören hierbei der Bluthochdruck, Fettablagerungen in der Hauptschlagader (Arteriosklerose) und Erbkrankheiten – z.B: Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom, Vaskulitiden. Beim Vorliegen einer oder mehrerer dieser Grunderkrankungen und dem akuten Eintreten wie Brustschmerz, Luftnot, Blutdurckkrisen oder Lähmungen sollte an eine Aortendissektion als Ursache gedacht werden und umgehend ein Arzt aufgesucht werden, bzw. der Rettungsdienst alarmiert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Marfan-Syndrom und Ehlers-Danlos-Syndrom 

Die verschiedenen Typen der Aortendissektion

Je nach Lokalisation der Aortendissektion werden zwei Typen unterschieden: Aortendissektion Typ A und B. Hierbei handelt es sich bei dem Typ A um eine Dissektion der Gefäßwand im aufsteigenden Teil der Hauptschlagader und beim Typ B um eine Dissektion im absteigenden, weiter vom Herzen entfernten Teil.

Besonders bei der Aortendissektion vom Typ A ist ein sehr schnelles Erkennen und Handeln aufgrund der Nähe zum Herzen und den kopfversorgenden Arterien notwendig. Spezifische Komplikationen der Typ A Aortendissektion sind der Herzinfarkt mit plötzlich einsetzendem, stechenden Schmerzen oder Druckgefühl hinter dem Brustbein, ggf. ausstrahlend in die linke Schulter und den Kiefer. Oft treten Luftnot und Herzrasen, plötzlich einsetzenden Kopfschmerzen und einhergehenden neurologischen Verlustsymptomen, wie Sprach- oder Gangstörungen oder Lähmungen auf.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Aortendissektion Typ A

Bei der Aortendissektion vom Typ B kann die gesamte absteigende Hauptschlagader betroffen sein, bis zur Aufzweigung in die beinversorgenden Arterien. Deshalb stehen bei der Typ B Dissektion Symptome wie akute Bauchschmerzen durch Minderversorgung des Darms, akutes Nierenversagen und Querschnittslähmungen im Vordergrund.

Es kann jedoch auch zu einer Kombination der Symptome kommen, bei dem sowohl der aufsteigende Teil der Hauptschlagader, sowie der absteigende Teil betroffen sind.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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