Wie lange dauert eine Hodenentzündung?

Einleitung

Eine Hodenentzündung beschreibt eine infektiöse Entzündung des Hodens (lat. Orchitis), die häufig durch Viren ausgelöst wird. Meist breitet sich die Entzündung auch auf den Nebenhoden (lat. Epididymitis) aus, sodass eine genaue Abgrenzung der Entzündung nicht möglich ist.

Eine Hodenentzündung verursacht starke Schmerzen und führt zu einer Schwellung und Rötung. Falls der Verdacht einer Hodenentzündung besteht, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da es sonst zu einem Funktionsverlust des Hodens kommen kann.

Wie lang dauert eine Hodenentzündung insgesamt?

Die Dauer der Erkrankung ist abhängig von dem Erreger, der die Entzündung ausgelöst hat und das Ansprechen der Therapie. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Zeitpunkt des Arztbesuches. Falls man länger gewartet hat und die Entzündung sich ausgebreitet hat, dauert die Heilung dementsprechend auch länger. 

Der häufigste Erreger einer Hodenentzündung (lat. Orchitis) ist das Mumpsvirus. Hier wirken keine Antibiotika und es helfen nur allgemeine Maßnahmen und eine entzündungshemmende Therapie. In der Regel dauert es sieben bis zehn Tage bis die Beschwerden verschwinden. Bei etwa einem Prozent der Patienten persistiert die Erkrankung und es kommt zu einem Funktionsverlust des Hodens. Die Patienten werden dadurch unfruchtbar. Eine bakterielle Hodenentzündung hingegen kann durch Antibiotika gut behandelt werden. Bei einem Ansprechen des Antibiotikums verschwindet die Erkrankung innerhalb von ein paar Tagen. 

Falls die Entzündung nicht erfolgreich behandelt werden kann und sich weiter ausbreitet oder sich ein Abszess (Eiteransammlung) bildet, kann eine chirurgische Sanierung notwendig werden. In diesem Fall verlängert sich die Dauer der Heilung ebenfalls. Sie kann mehrere Wochen betragen.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Die Hodenentzündung.

Die Dauer der Symptome

Die Dauer der Symptome hängt von der Dauer der Erkrankung ab. Bei einem unkompliziertem Verlauf beträgt die Dauer etwa sieben bis zehn Tage. Die Symptome klingen danach ab.

Die Hodenentzündung macht sich zunächst durch unspezifische Symptome wie Fieber und Abgeschlagenheit bemerkbar. Diese Symptome treten ein bis zwei Tage früher auf und stellen den Krankheitsbeginn dar. Im Verlauf kommt es zu einer Rötung, Schwellung und starken Schmerzen des Hodens. Die Rötung und Schwellung kann sogar noch ein paar Tage nach der Heilung persistieren, da das umliegende Gewebe durch die Entzündung gereizt wurde und sich Wasser eingelagert hat. Die starken Schmerzen klingen ab, sobald die Therapie anschlägt und die Entzündung sich zurückbildet. 

Selbst nach einer erfolgreichen Behandlung kommt es zu einer eingeschränkten Spermienproduktion. Diese hält ein paar Wochen an und verschwindet nach vollständiger Regeneration des Hodens wieder. 

Bei komplizierten Verläufen können die Symptome deutlich länger vorhanden sein. Außerdem können auch weitere Symptome, wie erschwertes Wasserlassen, auftreten.

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Die Dauer der Schmerzen

Wie zuvor beschrieben, hängt die Dauer der Schmerzen von der Erkrankungsdauer ab. Im Schnitt dauert diese etwa sieben bis zehn Tage. 

Der Hoden ist ein sensibles Organ, das von zahlreichen Nerven versorgt wird. Die Entzündungsreaktion führt zu einer Reizung dieser Nerven, welches die starken Schmerzen hervorruft. Bei einer erfolgreichen Behandlung reduzieren sich die Schmerzen und verschwinden bei einer Ausheilung vollkommen. Der Patient muss diese starken Schmerzen aber keinesfalls ertragen. Hierfür kann er sich Schmerzmittel von seinem Arzt verschreiben lassen.

Die Dauer der Schwellung

Die Dauer der Schwellung dauert in der Regel etwas länger. Auch nach erfolgreicher Behandlung kann die Schwellung noch ein paar Tage persistieren

Die Entzündung des Hodens führt zu einer Reaktion des Gewebes. Es werden verschiedene Botenstoffe ausgeschüttet, welche die Gefäße erweitern und ihre Durchlässigkeit erhöhen. Dies ist wichtig, damit mehr Zellen der Immunabwehr an den Ort der Entzündung gelangen können. Allerdings führt die erhöhte Gefäßdurchlässigkeit auch zu einer verstärkten Wasseransammlung. Die Wasseransammlung macht sich dann in Form einer Schwellung des Hodens bemerkbar. Nachdem die Entzündung behandelt wurde, benötigt der Körper aber noch etwas Zeit um das überschüssige Wasser abzutransportieren.

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Die Dauer der Antibiotikaeinnahme

Die Dauer der Antibiotikaeinnahme beträgt etwa zehn bis vierzehn Tage und variiert je nach verabreichten Antibiotika. Falls eine antibiotische Therapie Ceftriaxon und Doxycyclin durchgeführt wird, sollten die Medikamente mindest zehn Tage eingenommen werden. Bei schwerer Symptomatik empfiehlt sich die Einnahme von vierzehn Tagen.
Wenn man zur Therapie das Antibiotikum Ofloxacin erhalten hat, beträgt die Dauer der Einnahme zehn Tage.  Bei einer Therapie mit Levofloxacin wird diese für vierzehn Tage durchgeführt.

Falls die Hodenentzündung aber nicht ausheilen sollte und sich Komplikationen entwickeln, kann die Dauer der Antibiotikaeinnahme verlängert werden. Dies wird jedoch individuell entschieden und angepasst.

Die Dauer der Krankschreibung

Bei einer Hodenentzündung ist es wichtig Bettruhe einzuhalten. Zudem sollten die Hoden hochgelagert und gekühlt werden. Um diese Behandlungsmaßnahmen konsequent durchführen zu können, sollte der Patient mindestens sieben Tage krankgeschrieben werden. Falls die Beschwerden weiter anhalten und das Fieber immer noch besteht, sollte eine weitere Krankschreibung ausgestellt werden. 

Fall der Verdacht auf einen komplizierten Verlauf oder einer zusätzlichen Entzündung der Nebenhoden besteht, kann die Krankschreibung auch von Anfang an für einen längeren Zeitraum ausgestellt werden.

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Weiterführende Information

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der Urologie finden Sie unter: Urologie A-Z.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 03.01.2020 - Letzte Änderung: 22.10.2021