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Lederhaut des Auges

Definition - Was ist die Lederhaut?

Das Auge besteht aus der äußeren Augenhaut, die sich in zwei Abschnitte unterteilen lässt - in die lichtundurchlässige Lederhaut und in die lichtdurchlässige Hornhaut. Der Hauptteil der Augenhaut wird durch die kräftige Lederhaut, auch Sklera genannt, gebildet.

Die weiße Lederhaut besteht aus festem Bindegewebe und umhüllt fast den ganzen Augapfel und gibt ihm seine Form. Durch den hohen Anteil an kollagenen und elastischen Fasern, gibt die Lederhaut dem Augapfel seine Stabilität und bildet das weiße vom Auge aus.

Am vorderen Teil des Auges geht die Lederhaut in die lichtdurchlässige, gefäßlose Hornhaut (Kornea) über. Die Hornhaut ist stärker gekrümmt als die Lederhaut. Durch diese Wölbung oder Krümmung ist die Hornhaut an der Lichtbrechung beteiligt und bündelt einfallende Lichtstrahlen.

Damit Sie eine Bessere Vorstellung aller Schichten des Auges bekommen, hat Dr-Gumpert.de Redaktion ein Bild für Sie skizziert: Abbildung des Auges

Anatomie der Lederhaut

Die Lederhaut lässt sich unter dem Mikroskop in drei verschiedene Schichten unterteilen:

  1. In die außen liegende Lamina episcleralis
  2. In der Mitte in die Substantia propria
  3. Innen gelegen in die Lamina fusca sclerae

Die Lamina episcleralis ist für die Blutversorgung zuständig, entsprechend befinden sich in ihr zahlreiche Blutgefäße. Die Blutgefäße, also die Kapillaren (kleinste Blutgefäße) gehen in ein Netz aus elastischen und kollagenen Fasern. Diese Schicht bildet also ein lockeres Hüllgewebe. Darüber hinaus lassen sich in der Lamina episcleralis Immunzellen, nämlich die Lymphozyten und Makrophagen finden.

Die Substantia propria befindet sich in der Mitte und besteht aus straffen Bindegewebe und Kollagenfasern, die stark unterneinander verflochten sind und so 0,5 bis 6 µm stark sind. Diese Schicht wird auch die Bindegewebschicht genannt, welche kaum Blutgefäße besitzt.

Die innen liegende Lamina fusca sclerae grenzt an die Aderhaut an, bzw. geht in diese über. Diese Lamina bildet sich aus einer dünnen Lage Fibrillenbündel, die scherenartig angeordnet sind. In dieser Schicht sind ebenfalls Fibroblasten und Melanozyten zu finden.

Interessieren Sie sich für die Aufbau des Auges und möchten dazu mehr wissen? Lesen Sie hierzu unter: Anatomie des Auges

Wie dick ist die Lederhaut?

Die Dicke der Lederhaut ist je nach Region im Auge unterschiedlich. Darüber hinaus hängt die Dicke der Lederhaut von der Größe des Augapfels ab, je größer dieser ist, desto dünner ist die Lederhaut.

Sie kann von 0,3 bis 1 mm betragen. In ihrem zentralen Punkt ist sie ca.0,6 mm dick. An den Grenzbereichen zur durchsichtigen Schicht, der Cornea, überdeckt die Lederhaut die Hornhaut dachziegelartig.

An der Austrittsstelle des Sehnervs besitzt die Lederhaut eine Aussparung, die ca. 3,5 mm groß ist, durch die der Nerv hindurch zieht.

Funktion der Lederhaut

Die Hauptfunktion der Lederhaut ist der Schutz des Auges, bzw. der Schutz des empfindlichen Augeninneren.

Besonders die verletzliche Aderhaut, die sich unterhalb der Lederhaut befindet, wird durch diese geschützt. Sie benötigt diesen Schutz, da sie für die Blutversorgung des Auges zuständig ist und deshalb viele Adern führt.

Um genau diesen Blutfluss nicht zu stören, befinden sich in der Lederhaut zahlreiche Öffnungen, die ihre Schutzfunktion jedoch nicht beeinflussen.

Der Schutzmechanismus ist vielfältig und beginnt mit dem  Abpuffern von mechanischen Einwirken auf das Auge.

Des Weiteren vermeidet die Lederhaut, dass Sonneneinstrahlungen dem Auge schaden können, da eine direkte Einstrahlung verhindert wird.

Darüber hinaus hat die Lederhaut die Funktion dem Auge seine Form zu geben. Durch den Druck von der Lederhaut gegen den Augeninnendruck, entsteht die kugelige Form des Augapfels.

Des Weiteren besitzt die Lederhaut die Funktion den allgemeine Gesundheitszustand des Patienten anzeigen zu können. Dabei hat die Färbung der normalerweise weißen Lederhaut eine besondere Rolle inne, da sie sich je nach Krankheit unterschiedlich färben kann.

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KLINIK: Erkrankungen der Lederhaut

Was ist eine Lederhautentzündung?

Eine Lederhautentzündung, auch Skleritis genannt, ist eine Entzündung im Auge, die sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten kann. Außerdem ist es möglich, dass ein chronischer oder rezidivierender Verlauf stattfindet.

Es handelt sich dabei um eine eher seltene Augenerkrankung, die aber nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, da sie im schlimmsten Fall die Sehkraft schädigen kann. Aus diesem Grund sollte sie immer von einem Augenarzt behandelt werden.

Besonders häufig sind Menschen im Alter von 40- 60 Jahren, wobei die Entzündung öfter bei Frauen als bei Männern auftritt.

Es wird zwischen der vorderen und der hinteren Lederhautentzündung unterschieden. Die Vordere ist von außen leicht zu erkennen, die Hintere hingegen muss mit Hilfe eines Ultraschallgerätes diagnostiziert werden.

Als Ursache der Lederhautentzündung kommen nur selten Viren oder Bakterien in Frage, meistens handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Beispielhaft kann als Autoimmunerkrankung Rheuma oder Morbus Crohn werden.

Die Betroffenen klagen über einen starken, stechenden Augenschmerz, der häufig in Form von einem Druckschmerz gefühlt wird. Dieser Schmerz kann so stark sein, dass er den Patienten den ganzen Tag und die ganze Nacht keine Ruhe lässt.

Darüber hinaus tritt eine Schwellung der Lederhaut ebenfalls als Symptom auf. Durch diese Schwellung, die von Außen sichtbar ist, entstehen auch die Schmerzen.

Des Weiteren tritt eine Verfärbung der Lederhaut bei einer Entzündung auf. Die weiße Farbe macht einer dunkel roten bis bläulichen Verfärbung platz. Hinzu kommt in der Regel noch ein undeutliches Sehen, bzw. eine eingeschränkte Sehkraft, durch einen erhöhten Tränenfluss.

Rote Lederhaut - wodurch entsteht sie?

Eine rote Lederhaut bzw. eine Augenrötung entsteht in der Regel dadurch, dass die Blutgefäße der Bindehaut und der Lederhaut erweitert und stärker durchblutet sind. Aus diesem Grund erscheint die eigentlich weißlich, bis durchsichtige Lederhaut rot, da sich die Aderhaut direkt unter ihr befindet.

Die Rötung ist im vorderen Bereich des Auges leicht zu erkennen und kann sowohl beidseitig, als auch einseitig auftreten.

Eine Rötung kann einen harmlosen Hintergrund haben, der sich leicht beheben lässt, wie beispielsweise bei einer Reizung oder Überanstrengung. Die Ursachen dafür liegen meistens bei Schlafmangel, Staub, trockener Luft, Kosmetika, Klimaanlage, starker Sonneneinstrahlung etc.

Liegt neben der Augenrötung auch ein dauerhaftes Augentränen oder ein ständiger Juckreiz vor, der sich auch durch Schmerzen äußert, sollte man einen Augenarzt zur Rate ziehen, da sich die Lederhaut entzündet haben könnte.

Was steckt hinter einer gelben Lederhaut?

Bei einer gelben Lederhaut, die sofort von außen erkennbar ist, ist das Auge selber nicht direkt erkrankt, sondern Organe im Körper.

Somit ist eine gelbgefärbte Lederhaut ein frühes Krankheitsanzeichen. Sie kann von einem leichten Gelbstich bis hin zu einer tiefen Gelbverfärbung unterschiedlich koloriert sein.

Für die Verfärbung ist der gelb-bräunliche Gallenfarbstoff Bilirubin verantwortlich. Er entsteht bei dem Abbau des Hämoglobins, welches das Blut rot färbt. Bilirubin ist nicht wasserlöslich und wird in der Leber so umgebaut, dass es nun wasserlöslich ist, über die Gallenwege und den Darm wird es letztendlich zum größten Teil über den Stuhl ausgeschieden.

Liegt nun in diesem Vorgang eine Störung vor, kann das Bilirubin nicht richtig ausgeschieden werden und lagert sich im Blut an. Durch diese Anlagerung im Blut färben sich neben der Lederhaut auch die normale Haut und die Schleimhäute gelb.

Typische Krankheiten für eine gelbe Lederhaut sind also Krankheiten der Leber, wie zum Beispiel Hepatitis oder Alkoholerkrankungen. Darüber hinaus kann aber auch die Galle betroffen sein, eine  Unter- oder Mangelernährung vorliegen.

Wird die jeweilige Krankheit erfolgreich geheilt, bekommt die Lederhaut auch wieder ihre ursprüngliche weiße Farbe.

Quetschung der Lederhaut

Durch eine mechanische Gewalteinwirkung von außen auf das Auge, wie zum Beispiel durch einen Faustschlag, einem Ball, einem Steinwurf ect. oder durch einen Stur, kann das Auge geprellt oder gequetscht werden. Es ist möglich, dass das Auge eine ernsthafte Verletzung davon trägt, die sowohl das Augenlid, die Binde-, Leder- und Hornhaut betreffen kann.

Meist ist eine Quetschung von außen sichtbar, da in der Regel das Augenlid betroffen ist und anschwillt, sodass das Augenöffnen nur erschwert möglich ist.

Dies als „Veilchen“ bekannte Symptom sagt aber nichts über die Schwere der Verletzung der Lederhaut aus, weshalb gegebenenfalls ein Augenarzt aufgesucht werden sollte.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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