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Norovirus-Infektion beim Baby - wie gefährlich ist das?

Einleitung

Das Norovirus ist ein weltweit verbreitetes Virus, das bei Babys und Kleinkindern zu Magen-Darm-Entzündungen führt. Bei Kindern unter fünf Jahren stellt er die zweihäufigste Ursache für eine akute Magen-Darm-Entzündung nach dem Rotavirus dar. Durch seine hohe Ansteckungskraft reichen bereits wenige Viruspartikel, um eine Infektion auszulösen. Für Babys stellt der Norovirus eine akute Gefährdung dar. Durch das Erbrechen und den Durchfall kann schnell Flüssigkeit verloren werden, welches Babys in eine akute und auch lebensbedrohliche Situation befördern kann. Bislang gibt es noch keine wirksame Impfung gegen den Norovirus, sodass bei Erkrankungen im persönlichen Umfeld umfangreiche Hygienemaßnahmen zum Schutz vor dem Virus essentiell sind.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Norovirus - wie gefährlich ist es?


So sehen die Symptome einer Norovirus-Infektion beim Baby aus

Bei einer Norovirus-Infektion beim Baby treten, wie beim Erwachsenen, starker Durchfall und häufiges Erbrechen aus. Typisch ist hierbei das plötzliche Auftreten der Symptome. Zudem ist die Infektion beim Baby oftmals mit Fieber vergesellschaftet. Der Durchfall kann ein breiiges oder schleimiges Erscheinungsbild zeigen und variabel gefärbt sein. Ein schlechter Geruch ist ebenfalls typisch für das Norovirus. Durch den vermehrten Durchfall können die Babys schnell wunde Stellen im Bereich des Afters entwickeln. Diese gilt es durch häufiges Wechseln der Windel und ausreichende Hautpflege zu vermeiden.
Sollte dem Stuhl Blut beigemengt sein, muss differenziert werden, ob dies von einer Hautverletzung herrührt oder ob das Blut dem Stuhl beigemengt ist. Blut im Stuhl weist auf eine Verletzung der Darmschleimhaut hin und die weitere Behandlung sollte ärztlich betreut werden.

Die größte Gefahr für das Baby stellt der potentiell schnelle Flüssigkeitsverlust dar. Dieser kann sich durch aufgesprungene Lippen oder ein blasses Erscheinungsbild bemerkbar machen. Es ist also essentiell auf die ausreichende Gabe von Wasser und Elektrolyten beim Baby zu achten, da dieser Zustand sonst schnell lebensgefährlich werden kann. Die Magen-Darm-Symptomatik kann weiterhin Magenkrämpfe beim Baby hervorrufen. Dies zeigt sich durch ein zusammenkrümmen des Kindes und ein herziehen der Beine an den Körper.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Durchfall beim Baby und Erbrechen beim Baby

Mit diesen Symptomen müssen Sie mit ihrem Baby zum Arzt

Die Infektion mit dem Norovirus muss an das Gesundheitsamt gemeldet werden, daher ist ein wenigstens einmaliger Besuch beim Kinderarzt von Nöten, damit der Stuhl untersucht wird und die richtige Diagnose gestellt werden kann. Somit ist es sinnvoll den Arzt aufzusuchen, sobald der Verdacht einer Norovirus-Infektion besteht. Dies gilt besonders bei der Gefahr des Flüssigkeitsverlustes und wenn das Baby jünger als ein Jahr alt ist. Dabei ist es sehr wichtig sich vorher beim Kinderarzt telefonisch anzukündigen, damit man einen separaten Eingang verwenden kann. Würde das erkrankte Baby mit ins Wartezimmer genommen werden, bestünde die Gefahr, dass sich auch andere Kinder und deren Begleitpersonen anstecken könnten.

Bei älteren Kindern oder milderen Verläufen der Norovirus-Infektion kann der Flüssigkeitsersatz auch Zuhause durchgeführt werden. Allerdings sollte man dann auf bestimmte Warnsymptome achten, bei denen man sofort einen Arzt aufsuchen sollte. Dies sind zum einen Zeichen einer Austrocknung, wie zum Beispiel aufgesprungene Lippen, trockene Schleimhäute, eingefallene Augen und Bauchhaut, sowie eine beginnende Teilnahmslosigkeit des Kindes. Weiterhin ist eine Beimengung von Blut im Stuhl ein Warnsymptom für eine Verletzung des Darmes und sollte ebenfalls dem Arzt vorgestellt werden.

So behandelt der Arzt die Norovirus-Infektion

Gegen das Norovirus gibt es keine direkte Therapie, sodass auch der Arzt nur die Symptome lindern kann. Allerdings kann er weitreichendere und effektivere Maßnahmen ergreifen. Wird über den normalen Weg nicht genügend Flüssigkeit vom Baby aufgenommen, kann der Arzt im Rahmen einer stationären Therapie im Krankenhaus die verlorene Flüssigkeit über die Vene ersetzen. Gleichzeitig können wichtige Elektrolyte und Nährstoffe der Lösung beigefügt werden. Bei übermäßigen Erbrechen, kann der Arzt bei Babys, die älter als 6 Monate alt sind, Medikamente gegen die Übelkeit und den Brechreiz geben. Hiermit muss aber immer vorsichtig umgegangen werden, da es schnell zu einer Überdosierung kommen kann, die wiederum für das Baby lebensbedrohlich sein kann. Daher sollte die Gabe dieser Medikamente immer unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden. Medikamente gegen den Durchfall werden nicht gegeben, denn sie wirken eher kontraproduktiv, da man möchte, dass der Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Zum Aufbau der Darmflora können Probiotika gegeben werden. Dies sind Kapseln, die lebende Mikroorganismen enthalten, welche eine positive Wirkung auf die Darmschleimhaut haben. Diese Kapseln können bereits bei Neugeborenen gegeben werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Wie wird eine Norovirus-Infektion behandelt?

Das können Sie als Eltern tun

Während der Infektion des Babys mit dem Norovirus ist es essentiell, dass das Baby weiterhin gestillt wird oder mit einem Ersatz über die Flasche ernährt wird. Dies beugt dem Flüssigkeitsverlust vor und liefert dem Baby wichtige Nährstoffe. Um die Flüssigkeitstherapie noch zu intensivieren kann bei älteren Kindern zusätzlich mit Traubenzucker gesüßter Tee oder stilles Wasser angeboten werden. Die Gabe von Medikamenten sollte grundsätzlich zuerst mit einem Kinderarzt abgesprochen werden. Neben der symptomatischen Therapie sollte eine ausreichende Hautpflege des Babys erfolgen. Ein weiterer Punkt, den die Eltern möglicherweise in den Hintergrund stellen, ist der ausreichende eigene Schutz vor einer Infektion. Dabei gilt es ausführliche Hygienemaßnahmen zu betreiben und sich selbst mit Mundschutz und Handschuhen bei der Pflege des Babys zu schützen.

Das sind die Ansteckungswege

Der häufigste Ansteckungsweg verläuft über erkrankte Familienmitglieder oder über erkrankte Kinder bzw. Mitarbeiter in Kindertagestätten oder Kinderkrippen. Das Norovirus wird über den sogenannten fäkal-oralen Weg übertragen. Fäkal-oral bedeutet, dass Krankheitserreger die sich in Körperausscheidungen, wie Stuhl oder Erbrochenem befinden von einer zweiten Person über den Mund, also auch über die Atmung aufgenommen werden. Zum Beispiel über Kontakt mit den Händen. Durch das schwallartige Erbrechen von bereits erkrankten Personen können sich virushaltige Tröpfchen bilden, die von dem Personenkreis im Umfeld über die Atmung aufgenommen werden.

Darüberhinaus besteht die Gefahr der Schmierinfektion. Diese geschieht bei direktem Kontakt von Erbrochenen oder Stuhl einer erkrankten Person. Flächen im Haushalt oder kontaminierte Lebensmittel stellen ebenfalls Quellen der Virusaufnahme dar. Beim Baby besteht bei diesen kontaminierten Flächen besonders die Gefahr, dass die Fläche angefasst wird und im Anschluss die Hand oder ein Finger in den Mund genommen wird, womit das Virus in den Körper des Babys gelangt. Die Gefahr der Infektion ist daher so hoch, da bereits wenige Viruspartikel ausreichend sind, um eine Infektion auszulösen. Wichtig zu beachten ist, dass die höchste Ansteckungsgefahr von Personen ausgeht, die Erbrechen und Durchfall als Symptome zeigen. Aber das Virus kann noch einige Wochen nach Abklingen der Symptome mit dem Stuhl ausgeschieden werden, welches dann weiterhin ein Weg für eine mögliche Ansteckung des Babys wäre.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Wie ist der Übertragungsweg des Norovirus?

Dauer der Erkrankung

Die akuten Symptome dauern meist nur ein bis drei Tage an. Manchmal können die Symptome auch nur 12 bis 48 Stunden anhalten. Dieser kurze, aber heftige Verlauf ist typisch für die Infektion mit dem Norovirus. Auch nach Abklingen der Symptome kann der Virus noch über ein paar Wochen über den Stuhl ausgeschieden werden. Es besteht also weiterhin Ansteckungsgefahr für das Umfeld. Nach einer abgelaufenen Infektion mit dem Norovirus besteht zwar eine Immunität für diesen speziellen Stamm, allerdings gibt es sehr viele verschiedene Stämme des Norovirus, sodass man nicht für sein Leben lang gegen das Norovirus geschützt ist.

So lang ist die Inkubationszeit

Die Inkubationszeit hat eine Länge von 6 bis 50 Stunden. Die Inkubationszeit beschreibt den Zeitraum zwischen der Infektion mit dem Erreger und Auftreten von Symptomen. Schon während diesem Zeitraum kann der infizierte Patient Menschen in seinem Umfeld anstecken.

Wie schütze ich mich als Mutter beim Stillen vor einer Ansteckung?

Wichtig ist die sofortige Isolierung von allen erkrankten Personen im Umkreis. Man sollte versuchen möglichst den Kontakt zu erkrankten oder auch potentiell erkrankten Personen zu vermeiden. Sollte dies nicht gänzlich möglich sein, sind strenge Hygienemaßnahmen geboten. Oberflächen und Hände müssen regelmäßig mit einem speziellen Desinfektionsmittel, das auch gegen Viren wirksam ist, gereinigt werden. Wenn möglich sollten getrennte Toiletten und Sanitäranlagen verwendet werden. Bei Kontakt mit Erbrochenem sollte ein Mundschutz getragen werden. Weiterhin muss auf eine strenge Lebensmittelhygiene geachtet werden. Ist das Kind bereits erkrankt sollte trotzdem weitergestillt werden, um die Flüssigkeitszufuhr des Kindes aufrechtzuerhalten. Dabei kann man sich mit den oben genannten Hygienemaßnahmen vor einer Infektion schützen.

Weitere Informationen zum Thema Norovirus

Weitere Informationen zum Thema Norovirus-Infektion beim Baby finden Sie unter:

 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.04.2018
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