Patellaspitzensyndrom Symptome

Synonyme

Osteopathia patellae, Springerknie, Morbus Sinding-Larsen

Einleitung

Das Patellaspitzensyndrom ist eine Überbelastungsreaktion des Kniescheibenstreckapparates. Es kommt zu einer chronisch degenerativen Veränderung der Patellasehne. Die Sehne ist u.a. dafür nötig, das Knie beim Springen zu strecken und Sprünge wieder abzufangen. Daher wird das Patellaspitzensyndrom auch als „Springerknie“ bezeichnet. Es ist häufig bei Menschen zu beobachten, die Sportarten wie Volleyball, Basketball, Fußball oder Leichtathletik betreiben, bei denen viel gesprungen bzw. eine starke Belastung auf das Kniegelenk ausgeübt wird.


Symptome

Beim Patellaspitzensyndrom ist das Hauptsymptom ein belastungsabhängiger Schmerz, der von den Betroffenen am unteren Rand der Patella beschrieben wird. Die Beschwerden sind oft hartnäckig und ziehen sich über Monate bis Jahre. Die Intensität der Symptome kann dabei variieren.
Der Schmerz kann je nach Stadium der Erkrankung, zu Beginn der Bewegung auftreten und nach dem Aufwärmen wieder verschwinden oder auch während der gesamten Belastungszeit zu spüren sein.
Neben den Schmerzen kann es auch zu einer Schwellung des Knies kommen. Diese tritt dann meist in Höhe oder unterhalb der Kniescheibe auf. Dass beide Knie vom Patellaspitzensyndrom betroffen sind, kommt bei 20 – 30% der Betroffenen vor.
Die Schmerzen beim Patellaspitzensyndrom können nach Ihrem Auftreten in unterschiedliche Stadien (I-IV) eingeteilt werden.

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Schmerzen

Der Schmerz findet sich beim Patellaspitzensyndrom am unteren Ende der Kniescheibe (Patella). Schmerzen können in verschiedenen Situationen vorkommen. Häufig treten diese als Belastungsschmerz beim Treppensteigen oder Bergabgehen, während der Aufwärmphase beim Sporttreiben oder nach der Belastung auf. Schmerzen können aber auch generell beim Gehen zu spüren sein. Das Symptom Schmerz wird beim Patellaspitzensydrom in vier Stufen eingeteilt (nach Roels et al):

  • Grad I: Der Schmerz tritt auf, nachdem eine Belastung erfolgt ist (zum Beispiel nach dem Laufen).
  • Grad II: Hier ist der Schmerz am Anfang der Belastung zu spüren (zum Beispiel läuft man mit Schmerzen los). Dieser Schmerz bessert sich bzw. verschwindet gänzlich, nach der Aufwärmungsphase. Nach der Belastung kehrt der Schmerz allerdings in der gleichen Intensität zurück.
  • Grad III: Die Schmerzen sind konstant vorhanden, egal, ob man läuft, sitzt oder steht.
  • Grad IV: In der vierten Stufe ist die Patellasehne gerissen. Es kommt zu einem starken Schmerz und einem plötzlichen Kraftverlust, wobei das Kniegelenk nicht mehr gestreckt werden kann, ohne z.B. die Hände zur Hilfe zu nehmen.

Treppensteigen

Ist die Sehne bereits stark degenerativ verändert, kommt es auch in Alltagsbelastungen, wenngleich diese nur von kurzer Dauer sind, zu Schmerzen im Knie. Beim Treppensteigen kommt es meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden. Hierbei verspürt der Betroffene die Schmerzen am unteren Ende der Kniescheibe beim hinauf- oder hinabsteigen der Treppen. Sobald die Belastung endet, lässt der Schmerz wieder nach. Beim Treppenlaufen ist der Zug auf die Patellasehne besonders stark und löst dadurch Schmerzen aus. Bei fortgeschrittenen und chronischen Zuständen kann es zu stetigen Beschwerden kommen, das heißt, auch nach dem Treppenstiegen bleiben die Schmerzen häufig bestehen.

Kniebeugen

Beim Kniebeugen treten beim Patellarspitzensyndrom eigentlich keine Schmerzen auf, da hierbei andere Muskelgruppen beansprucht werden. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen und Schmerzen können bei einer Beugung spürbar werden. Vorwiegend kommt es allerdings bei der Gegenbewegung, also beim Aufrichten aus der Hocke, zu Schmerzen. Hierbei wird eine Streckung im Knie vollzogen, die durch den Oberschenkelmuskel und die Patellarsehne ausgeführt wird.

Was kann ich beim einem Patellaspitzensyndrom tun?

Besteht der Verdacht auf ein Patellarspitzensyndrom, sollte ein Orthopäde aufgesucht werden. Außerdem sollte erst einmal eine Trainingspause eingelegt werden, um schwerwiegende Schäden zu vermeiden. Beim Sport sollte generell auf eine ausreichende Dehnung des Oberschenkelmuskels geachtet werden.
Die Schmerzen können außerdem medikamentös mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac gedämpft werde. Gegen die Schwellung hilft zudem Kühlung. Das betroffene Knie kann zudem getapt werden, dadurch wird die Patella stabilisiert und die Schmerzen gelindert.

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Handelt es sich um eine weiter fortgeschrittene Patellarspitzensyndrom-Symptomatik, sollte eine Physiotherapie (Ultraschall und Elektrostimulation) erfolgen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.01.2018
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