Dehnübungen bei einem Piriformis Syndrom

Dehnübungen

Das Piriformis-Syndrom ist ein Engpasssyndrom des Nervus ischiadicus im Bereich des Foramen infrapiriforme. Die Betroffenen verspüren starke Schmerzen im Gesäß und im hinteren Oberschenkel, die bis ins Knie ausstrahlen können und vor allem bei Drehbewegungen zunehmen. Mit einfachen Übungen kann der Entstehung eines Piriformis Syndroms vorgebeugt werden. Ebenso kann ein bereits manifestes Piriformis Syndrom mit der Hilfe von Krankengymnastik für das Piriformissyndrom gemildert, der Krankheitsverlauf abgeschwächt und die Dauer des Piriformis-Syndroms verkürzt werden.
Lesen Sie hierzu auch Dauer des Piriformis-Syndroms
Sie können vom Betroffenen ganz ohne Hilfsmittel zu Hause durchgeführt werden. Besonders wichtig ist jedoch, dass die beschriebenen Übungen regelmäßig und gewissenhaft durchgeführt werden. Nur so kann eine dauerhafte Besserung erlangt werden.


Übung 1

Bei der ersten Übung setzt sich der Patient aufrecht hin und streckt ein Bein nach vorne aus. Im Kniegelenk soll dann ein Winkel von 90° entstehen. Die Oberschenkelaußenseite hat Bodenkontakt. Das andere Bein wird möglichst weit nach hinten gestreckt, hier ist die Oberschenkelinnenseite in Richtung Boden gedreht. Wenn diese Ausgangsposition erreicht ist, lehnt der Betroffene den Oberkörper langsam nach vorne und stützt die Hände auf dem Boden ab. Die Dehnung sollte nun an der Gesäßaußenseite des vorderen Beines zu spüren sein. Die Intensität der Übung kann noch gesteigert werden, indem der Oberkörper entlang des vorderen Beines in Richtung Fuß wandert. Die gedehnte Position sollte nun für ungefähr 20 Atemzüge gehalten werden. Optimalerweise wird die Übung zwei bis drei Mal pro Seite durchgeführt.

Übung 2

Bei dieser Übung legt sich der Patient auf den Rücken und stellt das linke Bein angewinkelt auf den Boden auf. Das rechte Bein wird dann so in Position gebracht, dass das Sprunggelenk sich hinter dem linken Knie befindet. Nun wird der rechte Fuß so weit wie möglich in Richtung Hüfte gezogen. Jetzt wird das linke Bein vorsichtig mit beiden Händen unterhalb des Knies zum Körper gezogen. Die Dehnung sollte hier im rechten Gesäß- und Hüftbereich zu spüren sein. Um die Dehnintensität noch zu steigern, kann mit dem rechten Ellenbogen leicht gegen das rechte Knie gedrückt werden. Auch bei dieser Übung sollte die Position für eine Dauer von etwa 20 Atemzügen gehalten werden und pro Seite mindestens zwei bis drei Mal durchgeführt werden.

Übung 3

Bei der nächsten Übung legt sich der Betroffene seitlich auf den Boden. Für einen höheren Komfort kann einfach ein Kissen unter den Kopf gelegt werden. Nun wird das oben liegende Bein in einem Winkel von etwa 90 Grad angewinkelt, das untere Bein bleibt gestreckt auf dem Boden liegen. Zur gleichen Zeit werden beide Arme vor den Körper gestreckt, sodass sich ein rechter Winkel zwischen Armen und Rumpf bildet. Wenn der Körper sich in dieser Position stabilisiert hat, wird der obere Arm in einer geraden Achse zur anderen Seite rotiert. Der Kopf sollte bei dieser Bewegung mit rotiert werden. Effektiv wird diese Dehnübung, wenn die Rotationsbewegung so weit ausgeführt wird, dass ein spürbarer Dehnungswiderstand auftritt. Die beschriebene Stellung sollte anschließend für einen Zeitraum von ungefähr 5 Sekunden gehalten werden. Nun wird die beschriebene Übung pro Seite ca. 20 Mal wiederholt.

Selbstmassage

Wer bereit ist, in eine Selbstmassage-Rolle (sogenannte Blackroll) zu investieren, kann diese im Internet in verschiedenen Preisklassen erstehen. Als Ausgangsposition legt man die Rolle unter das Gesäß und legt das betroffene Bein über das angewinkelte gesunde Bein. Mit den Händen stützt man sich hinter dem Rücken ab, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Oberkörperhaltung möglichst aufrecht bleibt. Nun rollt man entlang des Muskelverlaufs zwischen Sitzhöcker und Beckenkamm und massiert so die Muskulatur. Die gleiche Übung kann alternativ auch mit einem passenden Massageball anstelle der Rolle durchgeführt werden. Hierdurch wird eine punktuellere Massage erreicht, weswegen die Übung eher für Fortgeschrittene empfohlen wird.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 25.04.2018
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