Behandlung der Ptosis

Therapie

Bei nicht reversibler Ptosis, Alterungsprozessen oder bei seit Geburt bestehenden Fällen steht meist die operative Lidkorrektur im Vordergrund. Bei dieser Behandlung wird durch Entfernung eines Stück Lides oder Lidmuskulatur und anschließender Vernähung, die Unterkante des Oberlides angehoben. Auch eine Faltung und Vernähung der anschließend kürzeren Lidmuskulatur ist möglich. In schwereren Fällen ist auch eine Anheftung an den Stirnmuskel denkbar, wonach der Patient durch Stirnrunzeln die Augenöffnung kontrollieren kann.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Operation der Ptosis

 

Als nichtoperative Therapie gibt es die Möglichkeit einer Stegbrille, die mit ihrem speziell angepassten Steg das Augenlid am Herunterrutschen hindert.

Letztendlich steht bei vielen Ptosisformen die Behandlung der verursachenden Erkrankung im Vordergrund, bei der je nach Schwere der Nervenschädigung, das Symptom der Ptosis gegebenenfalls auch wieder verschwindet. Bei schwererer oder länger andauernder Schädigung bleibt die Ptosis jedoch bestehen.

Wann ist eine OP notwendig?

Bei der Ptosis kommt es zu einem Herunterhängen des Augenlids. In den meisten Fällen hängt das Oberlid nur ein Stück nach unten, sodass das Sehen weiterhin möglich ist und es nur ein kosmetisches Problem darstellt. In seltenen Fällen kann es jedoch auch vorkommen, dass das Oberlid so stark herunterhängt, dass das Sehen mit dem betroffenen Auge nicht mehr möglich ist. Dadurch verliert die betroffene Person die Möglichkeit des 3-dimensionalen Sehens, was in alltäglichen Situationen, beispielsweise beim Autofahren, zu gravierenden Einschränkungen führen kann. In diesem Fall ist dringend zu einer Operation zu raten, da sie ein uneingeschränktes alltägliches Leben ermöglichen kann.

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In manchen Fällen liegt die Ursache der Ptosis nicht in einer Lähmung des Nervs, sondern in einem Abriss des Lidhebermuskels, oftmals als Folge eines Unfalls. Der Muskel kann dann in einer kleineren Operation wieder zusammengenäht werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Operation einer Ptosis

Akupunktur - ist das sinnvoll?

Die Anwendung von Akupunktur bei einer Ptosis kann je nach Situation sinnvoll sein. Das Prinzip dieser traditionellen chinesischen Behandlungsmethode beruht auf unterschiedlichen Leitungsbahnen und Energiebündeln im Körper. Nach dessen Hypothese liegt die Ursache einer Ptosis nicht nur an der Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese), sondern an Störungen in diesen Energiebahnen.

Durch Anwendung von kleinen Nadeln bei der Akupunktur wird versucht, diese Leitungsbahnen zu finden und zu manipulieren, sodass die Energiebündel wieder verstärkt werden. Bei einer chronischen Ptosis, bei der jegliche Behandlung zu keinem Erfolg geführt hat, kann die zusätzliche Anwendung von Akupunktur hilfreich sein. Trotz allem sollte die Akupunktur nur als zusätzliche Maßnahme neben der schulmedizinischen Behandlung einer Ptosis angewandt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Akupunktur

Prognose

Abseits der geringen Möglichkeit, dass sich bei nicht allzu lang bestehender Nervenschädigung nach Beseitigung der Ursache auch die Ptosis wieder zurückbildet, ist der Erfolg einer notwendig gewordenen Operation nicht vollständig kalkulierbar.

Neben üblichen Operationsrisiken besteht wie bei vielen plastischen Eingriffen die Gefahr einer Unter- oder Überkorrektur des Augenlides. Dies hat zur Folge, dass die Ptosis entweder fortbesteht, wenn auch in geringerem Ausmaß, oder der Lidschluss des Auges nicht mehr vollständig möglich ist. In diesem Fall müssen, um dem Austrocknen des Auges vorzubeugen, regelmäßig Augentropfen verwendet werden. Nachts während des Schlafes wären gesondert Vorkehrungen zu treffen und unter Umständen kann eine weitere Operation zur Korrektur nötig werden.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 05.05.2011 - Letzte Änderung: 01.12.2021