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Bing Horton Syndrom

Synonyme

Clusterkopfschmerz, Erythroprosopalgie

Englisch: cluster headache

Definition

Beim Bing-Horton-Syndrom handelt es sich um eine Kopfschmerzerkrankung. Der Kopfschmerz tritt dabei periodisch auf, ist immer einseitig und es kann dabei zu Tränenfluss oder anderen Begleiterscheinungen kommen.

Epidemiologie

Das Syndrom tritt etwa unter 100 Personen 1 mal auf, der Altersgipfel liegt dabei bei 25 bis zum 30 Jahren. Es kommen im Jahr in der Regel bis zu 3 Kopfschmerzepisoden vor. Man unterscheidet verschiedene Formen des Kopfschmerzes. Die häufigste ist die episodische Form, weniger häufig ist die dauerhafte, die chronische Form.

Ursachen

Man geht davon aus, dass es sich bei dieser Erkrankung um eine Entzündung im Bereich einer Hirnstruktur handelt, die Sinus cavernosus genannt wird. Dieses Venengeflecht befindet sich an der vorderen Schädelbasis. Wie ein Schwamm sammelt es sauerstoffarmes Blut aus verschiedenen Gebieten des Gehirns und drainiert das gesammelte Blut in größere Venen, die das Blut weiter zum Herzen transportieren. Durch das Venengeflecht hindurch ziehen verschiedene Strukturen, wie die Augenarterie und Nerven, die vom Gehirn aus zur Gesichtshaut oder zu den Augenmuskeln ziehen. Ist das Venengeflecht nun entzündet, sind alle hindurchziehenen Strukturen in Gefahr, in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Symptome

Bemerkbar macht sich das Bing-Horton-Syndrom durch einen stechenden, bohrenden Schmerz im Bereich der Augenhöhle und um diese herum. Der Schmerz kann bis in die Schläfe ausstrahlen und ist in der Regel seitenkonstant.
Die Attacken können sich dabei auf bis zu 8 pro Tag addieren, von denen eine eine variabel Dauer von etwa 30 Minuten hat.
Der Begriff des Clusterkopfschmerzes rührt von dem episodischen, auch clusterförmigen Auftreten her. Dabei treten regelmäßig innerhalb von zum Beispiel 2 Wochen die beschriebenen Kopfschmerzattacken auf. Worauf eine Zeit ohne Beschwerden folgt.
Zusätzlich zu den Schmerzen treten Reizerscheinungen, wie Tränen oder eine Rötung des Auges, Nasenlaufen, Schwitzen im Bereich der Stirn, ein ungewollter Lidschluss oder die Verengung der Pupille auf. Dies alles sind Zeichen einer Mitbeteiligung von Strukturen, die durch das gereizte Venengeflecht ziehen.
Typischerweise ist der Betroffene stets in Bewegung, um sich Erleichterung zu verschaffen.

Diagnose

Um andere schwerwiegendere Erkrankungen des Gehirns oder des Auges ausschließen zu können, wird das Auge auf das Vorhandenseins eines Grünen Stars untersucht. Es kann notwendig sein, das Nervenwasser auf Entzündungszeichen zu untersuchen, gegebenenfalls wird auch ein Bild von Schädel und Hirn angefertigt (Computertomographie bzw. Magnetresonanztomographie).

Therapie

Wie bei der Migräne auch, können Medikamente gegeben werden, die „Triptane“ genannt werden. Um dem Entzündungsschmerz entgegenzuwirken, sorgen diese unter anderem für eine Verengung der betroffenen Gefäße, was den Schmerz lindert.
Eine Besonderheit ist die Gabe von 8 bis 10 Litern 100%igem Sauerstoff über eine Nasensonde für die Dauer von 15 Minuten.
Alternativ kann die Gabe von Betäubungsspray (Lidocain) helfen, den Schmerz zu unterbrechen.

Prophylaxe

Zur Vorbeugung von weiteren Attacken kann Verapamil, ein sogenannter Kalziumantagonist, zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich ursprünglich um ein Medikament zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Es können auch Kortison oder Medikamente aus der Epilepsiebehandlung (Valproat) notwendig werden.
Wenn trotz der medikamenösen Versuche der Vorbeugung weitere Anfälle nicht ausbleiben und der Patient sehr beeinträchtigt ist, wird sogar versucht, den Nervenknoten, aus dem der für den Schmerz verantwortlichen Nerven läuft, mit Hochfrequenztherapie oder Einspritzen von Betäubungsmitteln auszuschalten.

Weitere Informationen

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Neurologie finden Sie unter Neurologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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