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Schmerzen am Hinterkopf

Einleitung

Fast jeder Mensch leidet in seinem Leben mehr oder weniger häufig an Kopfschmerzen Wie bei allen Kopfschmerzen, so auch bei Kopfschmerzen im Hinterkopfbereich, sind die Ursachen meist harmloser Natur und sind eher selten auf eine gefährliche oder bösartige Erkrankung zurückzuführen.

Ursachen

Verspannung

Eine Verspannung der Nacken- oder Kiefermuskulatur gilt als häufigste Ursache für Schmerzen im Hinterkopf und auch für Kopfschmerzen im Allgemeinen. Während eine Kieferverspannung meist durch nächtliches Zähneknirschen ausgelöst wird, liegen die Gründe für eine Nackenverspannung am ehesten in einseitiger Belastung des Rückens und Nackens oder in einem Bewegungsmangel aufgrund überwiegend sitzender beruflicher Tätigkeit.

Doch warum führt eine Verspannung überhaupt zu Kopfschmerzen? Dieser Mechanismus ist darauf zurückzuführen, dass durch die Verspannung Nervenbahnen gereizt werden, die Schmerzsignale ins Gehirn übermitteln. Das effektivste Mittel gegen Verspannungen der Kiefermuskulatur ist die nächtliche Anwendung einer Beißschiene. Nackenverspannung lassen sich am besten durch Bewegung, Entspannungsübungen und Wärmeanwendungen bekämpfen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Verspannungen im Nacken


Psychisch/ psychosomatisch

Prinzipiell können in praktisch jedem Körperteil psychisch bzw. psychosomatisch ausgelöste Schmerzen oder anderweitige Beschwerden auftreten. Der Kopf und insbesondere der Hinterkopf ist dabei besonders häufig betroffen. Psychosomatisch bedeutet, dass Beschwerden durch psychische Belastung ausgelöst werden.

Sollten die Schmerzen über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen bestehen, sollte man sich an einen Hausarzt oder einen Neurologen wenden.  Dieser kann erörtern, ob die Schmerzen in bestimmten Situationen verstärkt auftreten und ob weitere Beschwerden vorhanden sind, die für eine bestimmte Schmerzursache sprechen könnten.

HWS-Syndrom

Eine weitere mögliche Ursache für Schmerzen am Hinterkopf stellt das Halswirbelsyndrom (Zervikocephalgie) dar. Hierunter versteht man von der Halswirbelsäule ausgehende Schmerzen, die bis zum Kopf ausstrahlen. Auch eine Ausstrahlung in Kiefer oder Gesicht ist möglich. Desweiteren kann es seltener zu Seh-, Hör- oder Schluckbeschwerden kommen. Die Zervikocephalgie ist jedoch keine Diagnose, sondern lediglich eine Symptombeschreibung.

Ursächlich können Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule, deformierende Erkrankungen der Wirbelsäule wie Spondylosen, Spondylarthrosen, Uncovertebralarthrosen oder ein Muskelschwund (Atrophie) der Nackenmuskulatur sein. Auch denkbar ist ein Neurinom der versorgenden Nerven, ein gutartiger Tumor der Zellen, die als Markscheiden die Nervenfortsätze umgeben.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: HWS-Snydrom

Okzipitalneuralgie

Eine weitere mögliche Ursache für Hinterkopfschmerzem stellt die so genannte Okzipitalneuralgie dar, die teilweise auch als Okzipitalsyndrom bezeichnet wird. Der Okzipitallappen ist der hintere Teil des Großhirns. Bei dieser Krankheit beschränken sich die Schmerzen also tatsächlich nur auf den Hinterkopf. Ursächlich ist ein chronischer Nervenschmerz, der sich in vor allem einseitigen Schmerzen an der Rückseite des Kopfes und des oberen Nackens äußert. Der Schmerz kann außerdem dem Verlauf des betroffenen Nerven folgen und so in Richtung des Auges ausstrahlen.

Situationsbedingte Schmerzen am Hinterkopf

Schmerzen bei Berührung

Treten die Schmerzen im Hinterkopf nur oder überwiegend bei Berührung auf, so ist eine Prellung die wahrscheinlichste Ursache. In der Regel sind Hinterkopfschmerzen, die nur bei Berührung auftreten, kein Grund zur Sorge und verschwinden nach einigen Tagen von selbst wieder.

Kühlung oder das Auftragen von schmerz- und entzündungshemmenden Salben können Linderung verschaffen und den Heilungsvorgang beschleunigen. Wenn die Schmerzen jedoch auch in Ruhe vorhanden sind und sich unter Berührung lediglich verstärken, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann, etwa mithilfe einer CT-Untersuchung, schwerwiegendere Folgen wie beispielsweise Einblutungen innerhalb des Schädels ausschließen.

Schmerzen im Liegen

Treten die Schmerzen im Hinterkopf ausschließlich oder überwiegend beim Liegen auf, sollten Sie einmal gezielt testen, ob dies nur beim Liegen auf dem Rücken oder auch in Seitenlage der Fall ist. Ersteres spricht am ehesten dafür, dass eine Prellung des Hinterkopfes vorliegt – etwa durch einen Sturz oder das Anstoßen des Hinterkopfes an einen festen Gegenstand – und der Schmerz beim Liegen schlicht und ergreifend durch den Druck auf die Prellung verursacht wird. Bestehen die Schmerzen unabhängig von der Liegeposition und verschwinden nach dem Aufstehen, ist die Ursache am ehesten im Kreislaufsystem zu suchen. Sollten die Beschwerden sich nicht innerhalb von ein bis zwei Wochen merklich bessern, ist deshalb der Gang zum Arzt anzuraten.

Schmerzen am Hinterkopf während einer Erkältung mit Husten

Häufig treten Schmerzen im Hinterkopf in Verbindung mit einer Erkältung und Husten auf. Meist sind die Schmerzen dann darauf zurückzuführen, dass der grippale Infekt den Wasserhaushalt des Körpers geschwächt hat – in diesen Fällen helfen die üblichen Hausmittel gegen Grippe: Viel trinken, warm anziehen und ggfs. schmerzstillende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol  einnehmen.

Schmerzen nach Lokalisation

Schmerzen am Knochen

Der Schädelknochen ist mitunter in die Entstehung von Schmerzen am Hinterkopf involviert, wenn den Beschwerden ein Unfallgeschehen (Trauma) zugrunde liegt. Meist besteht dieses in einem Sturz auf den Hinterkopf oder dem Anstoßen des Hinterkopfes an eine feste Oberfläche. Derartige Unfallhergänge können tückisch sein: Wenn der Betroffene eine Platzwunde davon trägt, blutet diese meist sehr stark und alarmiert den Betroffenen und auch seine Umgebung, sodass meist umgehend eine ärztliche Abklärung erfolgt.

Blutet der Hinterkopf hingegen nicht, bedeutet das noch lange keine uneingeschränkte Entwarnung: Mitunter nämlich werden durch harte Stöße Brüche der Schädelknochen oder Blutungen innerhalb des Schädels verursacht, die von außen nicht sichtbar, aber umso gefährlicher sind. War der Sturz bzw. das Anstoßen sehr heftig, oder verspürt der Betroffene neben den Schmerzen irgendwelche weiteren Symptome (z.B. Übelkeit, Sehstörungen) sollte deshalb unbedingt schnellstmöglich ein Krankenhaus aufgesucht werden! Dort können durch eine CT-Aufnahme die Knochen auf Brüche untersucht werden und gleichzeitig Blutungen innerhalb des Schädels ausgeschlossen werden.

Schmerzen am Hinterkopf und Nacken

In vielen Fällen sind Schmerzen im Hinterkopf mit Nackenschmerzen verbunden. Das liegt daran, dass eine Verspannung der Nackenmuskulatur die häufigste Ursache für Hinterkopfschmerzen ist. Besonders gefährdet für eine Nackenverspannung sind Menschen mit einseitiger körperlicher Belastung oder überwiegend sitzender Tätigkeit (v.a. Bürojobs). Aber auch unangemessene Schlafbedingungen (minderwertige Matratze, unpassendes Kissen) können eine Verspannung der Nackenmuskulatur begünstigen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Aktives Behandlungskonzept bei Nackenschmerzen

Ist die Verspannung erst einmal da, verschwindet sie nur äußerst selten wieder von allein. Ohne entsprechende Verbesserungen der Umgebungs- und/oder Arbeitsbedingungen bleiben die Schmerzen häufig dauerhaft bestehen und können mitunter die Lebensqualität der Betroffenen einschränken. Essentiell ist deshalb eine Verbesserung der Umgebungsbedingungen im Sinne einer Beseitigung der Ursachen.

Das bedeutet: im Büro häufiger die Sitzposition wechseln und häufiger für ein paar Minuten aufstehen; bequeme, angemessene Matratzen und Kissen besorgen und einseitige Belastungen des Rückens und Nackens nach Möglichkeit vermeiden (auch schwere Handtaschen gehören zu den Risikofaktoren!). Darüber hinaus helfen Wärme (z.B. in Form von Kirschkernkissen), Bewegung- und Entspannungsübungen und Massagen.

In sehr seltenen Fällen kann eine Meningitis (Hirnhautentzündung) der Kombination aus Schmerzen am Hinterkopf und am Nackenschmerzen zugrunde liegen. Die meisten Betroffenen entwickeln dann zusätzlich Fieber und verspüren neben den Nackenschmerzen auch eine zunehmende Nackensteife. Da es sich bei dieser Erkrankung um einen Notfall handelt, sollte umgehend gehandelt und ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden!

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Meningitis 

Links/rechtsseitige Schmerzen am Hinterkopf

Bestehen die Schmerzen im Hinterkopf überwiegend oder ausschließlich auf einer Seite, so kann dies verschiedene Ursachen haben. Die naheliegendste Erklärung ist, dass Sie auf diese Seite des Kopfes gestürzt sind oder sich diese Kopfseite gestoßen haben. Können Sie sich an eine solche Situation nicht erinnern, so ist es am wahrscheinlichsten, dass eine einseitige Belastung zu einer einseitigen Verspannung der Nackenmuskulatur geführt hat, die sich jetzt in Form von Hinterkopfschmerzen äußert.

In selteneren Fällen liegt links- oder rechtsseitigen Schmerzen im Hinterkopf auch eine auf dem Boden einer Mittelohrentzündung entstandene Mastoiditis (Entzündung im Warzenfortsatz des Schläfenbeins) zugrunde. Dann bestehen meist neben den Schmerzen auch andere ErkältungssymptomeTheoretisch kann natürlich auch ein Tumor die einseitigen Hinterkopfschmerzen erklären, doch sollten Sie sich bewusst sein, dass dies nur bei den allerwenigsten Betroffenen tatsächlich der Fall ist.

Schmerzen am Hinterkopf mit weiteren Symptomen

Schmerzen am Hinterkopf mit Schwindel

Wenn Schmerzen im Hinterkopf mit Schwindel einhergehen, ist dies meist auf eine harmlose Ursache zurückzuführen. In den allermeisten Fällen ist eine Verspannung der Nackenmuskulatur der Auslöser für die Beschwerden. Dann helfen meist schon die oben beschriebenen Hausmittel und Umstellungsmaßnahmen. Zwar ist es theoretisch auch möglich, dass hinter der Kombination aus Hinterkopfschmerzen und Schwindel ein Tumor steckt, doch ist dies nur bei den allerwenigsten Betroffenen der Fall – kein Grund zur Beunruhigung also!

Erst, wenn der Schwindel über einen längeren Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen mehr oder weniger dauerhaft vorhanden ist, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen, um ganz sicherzugehen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Kopfschmerzen und Schwindel

Schmerzen am Hinterkopf mit Übelkeit

Gehen die Schmerzen im Hinterkopf mit Übelkeit einher, so ist die Ursache meist im neurologischen Spektrum zu suchen. Das zusätzliche Auftreten von Fieber und/oder Nackensteifigkeit spricht für eine Meningitis (Hirnhautentzündung) und sollte eine umgehende Krankenhauseinlieferung nach sich ziehen! Bei dieser Erkrankung entwickeln sich die Beschwerden relativ schnell innerhalb weniger Stunden.

Ist hingegen über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen eine allmähliche Steigerung der Beschwerden zu spüren, ist wahrscheinlich eher ein erhöhter Hirndruck der Grund. Dieser kann zwar in sehr seltenen Fällen auch durch einen Tumor ausgelöst worden sein, meist aber findet sich eine weitaus harmlosere Ursache. Bei immer wiederkehrenden Kopfschmerzen mit Übelkeit ist auch an eine Migräne zu denken. In diesem Fall sollten Sie einen Neurologen konsultieren, um den Verdacht zu erhärten und eine angemessene medikamentöse Therapie zu beginnen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Kopfschmerzen mit Übelkeit - was steckt dahinter?

Weitere Urachen

Es wird unterschieden zwischen einem primären Kopfschmerz, zu dem Migräne  und Cluster-Kopfschmerzen zählen.

Sekundären Kopfschmerzen liegt eine andere Erkrankung oder ein bestimmter Auslöser zu Grunde, wie beispielsweise ein Trauma, ein Hirntumor oder eine Blutung im Gehirn. Desweiteren können verschiedenste Medikamentenklassen als Nebenwirkung Kopfschmerzen verursachen.

Subarachnoidalblutung

Eine wichtige Differentialdiagnose hierzu ist die Subarachnoidalblutung. Die Arachnoidea (Spinnenhaut) ist die äußere der beiden inneren, weichen Hirnhäute (Leptomeninx). Eine Blutung in den Subarachnoidalraum ergießt sich somit in den Raum zwischen Hirnhaut und Gehirn, wobei dir Arachnoidea dem Gehirn eng anliegt. Ursache dieser arteriellen Blutung ist meist der Riss eines Aneurysmas. Wie beim postkoitalen Kopfschmerz kommt es zu pulsierenden Kopfschmerzen, die meist sehr plötzlich einsetzen und eine sehr starke Intensität haben, sodass sie auch als Vernichtungskopfschmerzen bezeichnet werden.

Desweiteren treten Nackenschmerzen und Nackensteife (Meningismus) auf und es kann zu einem kurzzeitigen, vorübergehenden Verlust des Bewusstseins kommen. Symptome, die den Verdacht auf eine Subarachnoidalblutung verhärten, sind außerdem Hirndruckzeichen, Erbrechen, Blutdruckabfall und eine Veränderung der Atem- und Pulsfrequenz.

Langfristig können schwerwiegende neurologische Ausfälle die Folge sein, die Subarachnoidalblutung stellt letztenendes eine spezielle Form des Schlaganfalls dar. Insofern ist eine Subarachnoidalblutung immer ein medizinischer Notfall, der einer sofortigen Behandlung bedarf.

Schmerzen am Hinterkopf als Hinweis für einen Tumor?

Viele Patienten mit Kopfschmerzen haben die Sorge, ein Tumor könnte hinter ihren Beschwerden stecken. Nur in einem äußerst geringen Teil der Fälle weisen Hinterkopfschmerzen tatsächlich auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Am ehesten scheint ein Tumor noch als mögliche Ursache, wenn die Schmerzen im Hinterkopf über einen längeren Zeitraum bestehen und vor allem nachts besonders stark sind. Außerdem verspüren Betroffene neben den Schmerzen meist noch weitere Symptome, wie beispielsweise Sehstörungen. Ist dies bei Ihnen der Fall, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, um den Verdacht abklären zu lassen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Tumorerkrankungen

Hausmittel

Die Schaffung besserer Arbeits- und Schlafbedingungen sowie die Bekämpfung der Verspannung mittels Bewegungs- und Entspannungsübungen stellt einen guten Weg zur Behebung der Hinterkopfschmerzen dar, wenn Verspannungen Grund für die Schmerzen sind. Auch Massagen können helfen, die Muskulatur zu lockern. Wärme fördert die Durchblutung und wirkt so ebenfalls der Verspannung entgegen. Gönnen Sie Ihrem Nacken also mal eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen, er wird es Ihnen danken!

Dauer

Eine pauschale Aussage zur Dauer von Schmerzen im Hinterkopf lässt sich aufgrund der vielfältigen möglichen Ursachen nicht treffen. Liegt, wie in den meisten Fällen, eine muskuläre Verspannung im Nacken- oder Kieferbereich den Schmerzen zugrunde, so tritt eine Besserung häufig erst ein, wenn die Ursache erkannt und entsprechend reagiert wurde (z.B. Einstellung einer besseren Sitzposition im Büro bei Nackenverspannung, nächtliche Verwendung einer Beißschiene bei Kieferverspannung).

Ist ein Unfallgeschehen (meist Sturz auf den Hinterkopf) als Ursache auszumachen, so beträgt die Dauer der Beschwerden meist zwischen wenigen Tagen bis zu zwei Wochen. Spätestens dann ist die Konsultation eines Arztes zu empfehlen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.04.2018
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