Kopfschmerzen mit Übelkeit

Ursachen

Für die Kombination aus Kopfschmerzen und Übelkeit gibt es vielfältige Ursachen. So gilt es, je nach Schwere und Länge der Symptome die Ursache herauszufinden und zu behandeln.

Die häufigste Ursache der Kombination aus Kopfschmerzen und Übelkeit ist die klassische Migräne. Oftmals geht sie noch einher mit einer Lichtempfindlichkeit. Die Kopfschmerzen werden bei einer Migräne als klopfend, meistens einseitig und stark bis sehr stark angegeben. Die begleitende Übelkeit ist quälend und kann oftmals so stark sein, dass sie auch zum Erbrechen führt.

Neben der Migräne können auch schwerwiegende neurologische Erkrankung zu einer Kombination aus Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Zu nennen wäre hier die Hirnblutung, die entweder spontan aber auch nach einem Unfall auftreten kann. Je nachdem, welche Hirnareale betroffen sind kann es zu entsprechend stärkerer Übelkeit kommen. Kopfschmerzen sind aber meistens immer vorhanden.

Spannungskopfschmerzen können ebenfalls zu einer begleitenden Übelkeit führen.


Die Ursache, warum Kopfschmerzen oftmals mit Übelkeit einhergehen, liegt daran dass auch die Übelkeit steuernde Regionen im Bereich des Kopfes gereizt sein können. Manchmal kommt es auch durch eine Hirnhautreizung zu einer solchen Übelkeit. In seltenen Fällen kann auch eine sogenannte Elektrolytverschiebung, also z.B. zu wenig Natrium im Blut zu einer Kombination aus Kopfschmerzen, Übelkeit aber auch Erbrechen führen.

Bei einer Verschlechterung der Sehkraft, die zunächst unbemerkt von statten geht, kann es ebenfalls zu Kopfschmerzen kommen, die auch von einer latenten Übelkeit begleitet sein kann. Bei sich nicht bessernden Symptomen sollte auf jeden Fall auch ein Sehtest durchgeführt werden.

Entgleisung des Blutdrucks kann ebenfalls zu einer Kombination aus Kopfschmerz und Übelkeit führen, aber auch Schwindel mit sich ziehen. Besonders bei Werten über 170 mmHg klagen Patienten des öfteren über diese Dreierkombination von Beschwerden.

Kopfschmerzen in Kombination mit Müdigkeit ist meistens Ausdruck eines grippalen Infektes. Oftmals fehlen auch andere Symptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen.

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Kopfschmerzen in Verbindung mit Durchfall und Magenschmerzen deuten eher auf einen Magen-Darm Infekt hin. Wenn Patienten zusätzlich auch noch wenig trinken, kann es schnell passieren dass sie austrocknen. Kopfschmerzen wären hier dann ein Symptom der Austrocknung. Mit entsprechender Flüssigkeitsgabe können die Beschwerden schnell gelindert werden.

Kopfschmerzen in Verbindung mit Gliederschmerzen deuten sehr häufig auf einen grippalen Infekt hin. Oftmals fehlen auch hier typisch grippale Zeichen wie Fieber, Schnupfen oder Husten.

In der Schwangerschaft kann es auch immer wieder zu Kopfschmerzen in Verbindung mit Übelkeit kommen. In aller Regel handelt es sich um keine gefährliche Ursache und spiegelt nur die Umstellung des Körpers wider. Allerdings müssen auch einige wenige gefährliche Ursachen ausgeschlossen werden. Zu nennen wäre die sogenannte Präeklampsie, ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft, der unbehandelt zu lebensgefährlichen Krampfanfällen führen kann.

Diagnose

Bei der Kombination Kopfschmerzen und Übelkeit sollte als erstes eine ausführliche Krankenbefragung (Anamnese) durchgeführt werden, die beinhaltet, wie lange die Beschwerden bereits anhalten und ob es schon einmal zu solchen Beschwerden kam.

Danach folgt die ausführliche körperliche Untersuchung des Patienten. Dazu gehört die Blutdruckmessung, das Abhören von Herz, Lunge und des Bauches, Fiebermessen, Blutzuckermessung und ggf. auch eine Blutuntersuchung.

Eine neurologische Untersuchung stellt des Weiteren eine maßgebliche und wichtige Untersuchung dar. Wichtig ist hierbei, ob der Kopf ohne Beschwerden gebeugt werden kann und ob die Pupillen seitengleich oder indifferent sind. Eine unterschiedlich große Pupille würde auf eine schwerwiegende neurologische Erkrankung, wie etwa einer Hirnblutung oder einem Tumor hinweisen.

Therapie

Die Therapie wird in aller Regel symptomatisch durchgeführt, wenn keine anderen behandlungsnotwendigen Ursachen gefunden werden.

Hierzu stehen Schmerzmittel zur Verfügung, die auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden können (Paracetamol). Iberogast oder Vomex sollen dafür sorgen, dass die Übelkeit verschwindet. Ganz wichtig ist auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten.

Wird eine Fehlsichtigkeit diagnostiziert, ist diese mittels Brille zu beheben. Bei Elektrolytverschiebungen (z.B. erhöhtes Natrium) sollte zunächst nach der Ursache hierfür gefahndet werden und das Natrium dann ausgeglichen werden.

Auch bei einem evtl. festgestellten Bluthochdruck sollte speziell bei jüngeren Menschen zunächst einmal die Ursache herausgefunden werden. Manchmal kann es auch vorkommen, dass Nierenerkrankungen zu einem Neuauftreten von Bluthochdruck führen können. Bei bereits bekanntem Bluthochdruck oder bei einem Neuauftreten bei älteren Patienten sollte mit der unmittelbaren Senkung des Blutdruckes begonnen werden (entweder durch Erhöhung der bereits bestehenden Blutdruckmedikation oder durch Ergänzung mit einem neuen Medikament).

Bei Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfällen sollte auf der einen Seite auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, es kann aber auch versucht werden symptomatisch die Durchfälle mit Perenterol zu beheben.

Alle Symptome, die Kopfschmerz mit Übelkeit beinhalten und eher auf einen grippalen Infekt als Ursache hindeuten (Gelenk- und Gliederschmerzen, Müdigkeit) sollten eher rein symptomatisch behandelt werden, z.B. durch eine entsprechende Schmerzbehandlung.

Findet sich keine Besserung der Beschwerden (Übelkeit und Erbrechen) sollte eine neurologische Vorstellung in Erwägung gezogen werden. Diese findet in der Regel in einer neurologischen Klinik statt und umfasst neben einer ausführlichen neurologischen Untersuchung auch eine Bildgebung des Kopfes. Entweder durch eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) kann herausgefunden werden, ob die Ursachen für die Kopfschmerzen mit der Übelkeit von einer schwerwiegenden neurologischen Erkrankung herrühren. Hier käme vor allem ein Hirntumor oder eine Hirnblutung in Betracht.

Wichtig ist bei der Diagnostik den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Eine zu schnelle Diagnostik würde den finanziellen Rahmen sprengen und zudem auch den Patienten einer unnötigen Strahlung aussetzen (CT). Wichtig ist aber auch den Patienten nicht unnötig lange mit Schmerztabletten zu behandeln, ohne die genaue Ursache zu kennen. Besonders bei jungen Patienten sollte auch immer an eine schwerwiegende neurologische Erkrankung gedacht werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.11.2017
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