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Hämoccult-Test®

Einleitung

Der Hämoccult-Test® ist ein Test des Stuhlgangs, der darauf abzielt kleine Blutungsreste im Stuhlgang zu finden, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind (okkult = verborgen). Dabei dient der Test als Screening-Methode für das Kolorektale Karzinom, also für eine bösartige Tumorerkrankung des Dickdarms (Colon) und/oder des Enddarms (Rektum). Durch die Schädigung der Wandschichten im Rahmen des Karzinoms kann es zu kleinen Blutungen kommen, die nicht stark genug sind um mit dem bloßen Auge erkennbar zu sein. Der Hämoccult-Test® soll daher auch kleinste Mengen Blut aufspürbar machen und ist zudem gut als Screening-Instrument geeignet, da er schnell und kostengünstig durchzuführen ist.

Wann sollte man einen Hämoccult-Test® machen?

Der Hämoccult-Test® gehört zum Standard der sogenannten Darmkrebsvorsorge. Diese Vorsorge zielt auf die Krebsentwicklung im Dickdarm und im Enddarm ab und soll eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung gewährleisten. So hofft man, die Krebsentwicklung in einem frühen Stadium zu diagnostizieren, sodass viele therapeutische Optionen möglich sind. Da das Darmkrebsrisiko ab einem Alter von etwa 50 Jahren ansteigt, ist die jährliche Durchführung des Hämoccult-Tests® vorgesehen. Zusätzlich kann ab dem 55 Lebensjahr alle 10 Jahre eine Darmspiegelung durchgeführt werden, die ebenfalls der Krebsfrüherkennung dient.

In seltenen Fällen wird der Hämoccult-Test® bereits vor dem 50. Lebensjahr empfohlen. Dies gilt vor allem für Personen mit einem familiären Darmkrebsrisiko, wenn also Verwandte ersten Grades von Darmkrebs betroffen sind oder sogar genetische Mutationen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko in der Familie bekannt sind. In der Regel wird bei familiär Betroffenen jedoch eine frühere Darmspiegelung (bereits vor dem in der Leitlinie empfohlenen 55. Lebensjahr) durchgeführt. Der Hämoccult-Test® spielt bei dieser Personengruppe eine eher untergeordnete Rolle.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Test auf Blut im Stuhl

Wie häufig sollte man einen Hämoccult-Test® machen?

Der Hämoccult-Test® wird auf Basis der Darmkrebsleitlinien einmal jährlich empfohlen und wird in dieser Häufigkeit von der Krankenkasse übernommen. Es wird davon ausgegangen, dass ohne weitere Beschwerden (wie beispielsweise Stuhlveränderungen) eine jährliche Kontrolle auf unspezifische Anzeichen eines kolorektalen Karzinoms ausreicht. Wer den Stuhltest seltener durchführen lässt, läuft Gefahr eine gut behandelbare Krebsvorstufe zu übersehen und so erst eine späte Diagnose der Erkrankung zu bekommen, in der eventuell bessere Therapieoptionen bereits nicht mehr zur Behandlung der Erkrankung ausreichen.

Dagegen lohnt es sich meist nicht, den Hämoccult-Test® häufiger als einmal pro Jahr durchführen zu lassen. Obwohl der Test als sehr zuverlässig gilt, kann es zu falsch positiven (der Test ist positiv, obwohl kein Darmkrebs vorliegt) Ergebnissen kommen. Je häufiger der Test durchgeführt wird, desto eher wird man positiv getestet, unabhängig davon, ob tatsächlich eine Erkrankung vorliegt. Daher macht es keinen Sinn, den Test in monatlichen oder sogar wöchentlichen Abständen durchzuführen.

Was ist ein positiver Hämoccult-Test®?

Von einem positiven Testergebnis spricht man, wenn der Hämoccult-Test® anzeigt, dass sich okkultes (mit bloßem Auge nicht erkennbares) Blut im Stuhlgang befindet (der Test kann auch sichtbare Blutauflagerungen auf dem Stuhl wahrnehmen, da er nur bestimmt, ob Blut im Stuhlgang vorliegt). Daher ist ein positiver Hämoccult-Test® zunächst ein Zeichen dafür, dass weitere Untersuchungen angeschlossen werden sollten. In der Folge wird beispielsweise eine Darmspiegelung durchgeführt, die einen genaueren Aufschluss über das Vorhandensein von Darmkrebs geben kann.

Haben Sie Blut im Stuhl? Lesen Sie hier mehr darüber: Blut im Stuhl

Welche Ursachen gibt es für einen positiven Hämoccult-Test®?

Der Hämoccult-Test® beruht auf dem Prinzip, dass das Vorhandensein selbst kleiner Mengen Blut im Stuhlgang erkannt werden kann. Daher ist der Hämoccult-Test® immer dann positiv, wenn sich Blut im Stuhl befindet.
Dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Beispielsweise kann es zu Blutungen im gesamten Verdauungstrakt kommen. Davon sind nicht nur der Dick- und der Enddarm betroffen. Auch der Dünndarm oder der Magen können aufgrund von Schleimhautveränderungen bluten und so einen positiven Hämoccult-Test® verursachen. Häufig kommt es auch im Rahmen von Blutungen der Speiseröhre oder Schleimhautblutungen im Mund zu einem positiven Testergebnis. Wer nur kurze Zeit vor der Durchführung des Tests Nasenbluten hatte, kann ebenfalls einen positiven Hämoccult-Test® erwarten.
Im Gegensatz zu früheren Tests hat sich jedoch die Qualität des Krebsvorsorgetests verbessert. So existierte vor dem Hämoccult-Test® der sogenannte Guajak-Test®, welcher ebenfalls den Stuhlgang auf Blutspuren untersuchen sollte. Der Guajak-Test® konnte allerdings nicht zwischen menschlichem Blut (aus dem Verdauungstrakt) und tierischem Blut oder Muskelbestandteilen (welche beim Verzehr von Fleischprodukten in den Magen-Darm-Trakt gelangen) unterscheiden und führte daher deutlich häufiger als der Hämoccult-Test zu positiven Ergebnissen, welchen in weiteren Untersuchungen nachgegangen werden musste.

Welche Konsequenzen hat ein positiver Hämoccult-Test?

Die Konsequenzen aus einem positiven Test bestehen zunächst nur in der Durchführung weiterer Tests. Der Hämoccult-Test® ist darauf ausgelegt, möglichst alle Blutbeimengungen im Stuhlgang zu erkennen. Dies führt dazu, dass wenige Erkrankungen übersehen werden, allerdings findet man auch viele zufälligerweise positive Befunde bei Personen, die nicht erkrankt sind.
Daher folgt eine weitere Form der Vorsorgeuntersuchung: die Darmspiegelung. Dabei wird eine kleine Kamera an einem Führungsdraht über den After in den Enddarm und von dort bis in den Dickdarm vorgeschoben. Mit der Kamera können Veränderungen der Darminnenwand erkannt werden. Bei Bedarf kann direkt eine Gewebeprobe entnommen werden, die anschließend auf bösartige Veränderungen untersucht werden kann. Sind in dieser Untersuchung keine Auffälligkeiten zu erkennen, ist eine Krebserkrankung der Darmabschnitte sehr unwahrscheinlich.

Weitere Informationen zu verschiedenen Tests auf Darmkrebs finden Sie hier: Diese Tests auf Darmkrebs gibt es und so zuverlässig sind sie!

Wie sicher ist das Ergebnis?

Das Ergebnis des Hämoccult-Tests® deutet mit sehr großer Sicherheit auf das tatsächliche Vorliegen von Blut im Stuhl hin. Eine hohe sogenannte Sensitivität und Spezifität des Tests bedingt, dass nahezu alle Personen mit Blut im Stuhl erkannt werden und nur wenige falsch positive Testergebnisse gefunden werden. Allerdings kann Blut im Stuhl auf sehr viele unterschiedliche Erkrankungen und Blutungsursachen hindeuten und ist damit keinesfalls mit dem Vorliegen einer (Krebs-)Erkrankung gleichzusetzen.

Wie wird der Hämoccult-Test® durchgeführt?

Ein Hämoccult-Test® besteht in der Regel aus drei Testbriefchen, die man in der Arztpraxis ausgehändigt bekommt. Diese Briefchen sollen an drei aufeinanderfolgenden Tagen gleichermaßen behandelt werden. Dafür nimmt man am ersten Tag mit einem beiliegenden Spatel eine kleine Stuhlprobe und gibt diese auf das Testbriefchen. Am zweiten und dritten Tag wird die Durchführung wiederholt, sodass man am Ende Testbriefchen von drei verschiedenen Tagen erhält. Anschließend werden die Briefchen wieder in die Arztpraxis mitgebracht, dort kann das Testergebnis der einzelnen Tage auf den Hämoccult-Tests® abgelesen werden.

Kann ich einen Hämoccult-Test® selbst machen?

Der Hämoccult-Test® kann sowohl vom Arzt als auch selbstständig durchgeführt werden. Auch für die jährliche Vorsorge kann man den Test selbst machen. Dafür bekommt man häufig ein Testset vom Arzt mit nach Hause, darin kann die Stuhlprobe gesammelt werden. Anschließend bringt man den Test wieder mit zum Arzt, dieser kann das richtige Testergebnis ablesen. Da es unterschiedliche Sets für den Hämoccult-Test® gibt, sollte man sich die Durchführung in der Arztpraxis genau erklären lassen. Grundsätzlich lassen sich Hämoccult-Tests® auch für den Selbstgebrauch online erwerben. Hier arbeitet man sich am besten anhand der Gebrauchsanweisung vor.

Was darf man alles vor dem Test nicht essen?

Vor einem Hämoccult-Test® gibt es einige Lebensmittel, auf die man verzichten sollte, da sie die Testergebnisse trotz fehlenden Blutes im Stuhlgang verfälschen können. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet am besten auf Vitamin C-haltige Nahrungsmittel. Dazu zählen in erster Linie Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen und Limetten. Doch auch anderes Obst (Bananen) und Gemüse (Brokkoli) können zu einem falsch positiven Testergebnis führen.
Die älteren Testvarianten für die Krebsvorsorgeuntersuchung reagieren zudem positiv auf Fleisch und darin enthaltene Stoffe aus der tierischen Muskulatur. Die neuen Hämoccult-Tests® können die tierischen Produkte jedoch vom menschlichen Blut unterscheiden, weshalb ein Fleischverzehr in diesem Fall in der Regel unbedenklich ist. Nimmt man jedoch auch tierisches Blut beispielsweise beim Verzehr von Blutwurst auf, kann dies wiederum zu einem falsch positiven Testergebnis führen. Des weiteren können auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt, von der Mundschleimhaut sowie Nasenbluten die Testergebnisse verfälschen.

Was kostet ein Test und zahlt diesen die Krankenkasse?

Beim Hämoccult-Test® handelt es sich um eine vergleichsweise günstige Untersuchung. Ein Testkit kostet den Arzt meist zwischen dreißig und vierzig Euro, die Auswertung des Tests im Labor kommt zu den Kosten hinzu, ist jedoch von Labor zu Labor sehr unterschiedlich. Wird der Hämoccult-Test® im Rahmen der jährlichen Darmkrebsvorsorge durchgeführt, muss die Krankenkasse die Kosten übernehmen. Auch wenn es zusätzliche medizinische Indikationen für eine weitere Durchführung gibt, wird diese von der Krankenkasse übernommen.

Wie funktioniert der Test?

Der Hämoccult-Test® dient der Vorsorgeuntersuchung von Darmkrebserkrankungen, indem er sogenanntes okkultes (verstecktes, mit dem bloßen Auge nicht sichtbares) Blut im Stuhlgang erkennen kann. Da der Test nur zwischen dem Vorhandensein und dem Fehlen von Blut im Stuhl unterscheiden kann, ist keine Aussage über die Ursache der Blutbeimengung im Stuhlgang durch den Test zu treffen. Ein positiver Test deutet daher nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hin und muss zunächst durch weitere diagnostische Mittel genauer untersucht werden.

Wie funktioniert die Auswertung?

Wie die genaue Auswertung des Hämoccult-Tests® funktioniert, ist von der Art des Testsets abhängig. Im Normalfall wird der Test beim Arzt durchgeführt, dieser kann das Ergebnis entweder selbst ablesen oder lässt die Probe im Labor untersuchen. Wer den Hämoccult-Test® privat durchführen möchte, entnimmt die genaue Auswertung am besten der Packungsbeilage. Normalerweise gibt es eine Oberfläche mit Feldern für einen positiven und einen negativen Test. Je nachdem, ob das Testset okkultes Blut im Stuhlgang findet oder nicht, führt dies zu einer Markierung des Feldes „positiv“ (=Blut im Stuhl) oder „negativ“ (=kein Blut im Stuhl).

Weitere Informationen

Weitere interessante Informationen zum Thema Hämoccult-Test® finden Sie auf folgenden Seiten:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.05.2020
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