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Nabelbruch beim Baby

Synonym

Nabelhernie

Allgemeines

Bei einem Nabelbruch (Nabelhernie) handelt es sich in der Regel um eine vollkommen harmlose Erkrankung beim Baby. Der Nabelbruch ist ein recht häufiges Erscheinungsbild bei Neugeborenen und Säuglingen.

Im Durchschnitt erleidet jedes fünfte Baby im Laufe der ersten beiden Lebensjahre einen Nabelbruch. Im Falle von frühgeborenen Kindern kommt es sogar bei vier von fünf Kindern zur Entwicklung einer Nabelhernie. Ursache dafür ist eine Erweiterung natürlich verkommender Muskellücken in der Bauchdecke. Durch diese „undichten“ Stellen kommt es beim betroffenen Baby zu einem Vorstülpen von Eingeweideabschnitten und Teilen des Bauchfells.

Die Prognose eines Nabelbruchs ist bei zügig eingeleiteter Behandlung recht gut. In den meisten Fällen können alle Organe ohne Folgeschäden zurück in den Bauchraum gelagert und die Schwachstelle in der Bauchwand stabilisiert werden. Bei vielen Babys verschließt sich die Lücke in der Bauchdecke innerhalb der ersten Lebensjahre sogar ohne Therapie.

Symptome

Ein Nabelbruch kann im Allgemeinen eine Reihe von Symptomen auslösen. Gerade beim Baby zeigen sich jedoch ganz typische Symptome bei Vorliegen eines Nabelbruchs.

Zuerst beginnt sich der Nabel auffällig nach außen zu wölben, ohne dabei Beschwerden hervorzurufen. Schmerzen treten beim Baby nur im Falle einer Einklemmung des Bruchsacks auf. Beim Pressen oder Schreien lässt sich darüber hinaus beobachten, dass es im Bereich des Bruchsacks zu einer deutlichen Volumenzunahme kommt.
Der herausgetretene Nabel kann beim Baby schon nach kürzester Zeit bis zur drei Zentimeter messen und sogar weiter an Volumen gewinnen. Des Weiteren kann die herausgetretene Beule bei Vorliegen eines Nabelbruchs in der Regel durch leichten Druck zurück in die Bauchhöhle geschoben werden. Nach einer Weile lässt sich jedoch eine erneute Bildung des Nabelbruchs beobachten.

Eltern betroffener Babys sollten bei Vorliegen dieser Symptome zwar zeitnah einen Kinderarzt aufsuchen, große Sorgen müssen sie sich jedoch nicht machen. Ein Baby mit Nabelbruch hat nur in den seltensten Fällen Schmerzen. Ein Nabelbruch, der trotzdem Schmerzen verursacht muss unbedingt innerhalb kürzester Zeit operativ behandelt werden. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass eine sogenannte Inkarzeration (Einklemmung) der Nabelhernie vorliegt. Die Hauptzahl der betroffenen Kinder bemerkt jedoch tatsächlich keinerlei Beschwerden durch das Heraustreten des Bruchsacks.

Lesen Sie mehr zum Thema: Nabelbruch Symptome

Ursachen

Die Hauptursache für die Entstehung einer Nabelhernie beim Baby sind Schwachstellen im Bereich der Bauchwand. Diese können entweder schon im Zuge der embryonalen Entwicklung (also bereits im Mutterleib) oder durch einen unzureichenden Verschluss der Bauchwand nach der Geburt entstehen.

Grund ist in diesen Fällen letztendlich ein vergrößerter Nabelring, durch den sich die Bauchorgane nach außen stülpen können. Jedes Baby verfügt natürlicherweise über einen solche Nabelring. Durch ihn tritt die für die Versorgung des Kindes im Mutterleib zuständige Nabelschnur. Nachdem die Überreste der Nabelschnur einige Tage nach der Entbindung abgefallen sind, sollte sich dieser Nabelring jedoch deutlich verkleinern. Im Idealfall ist das Austreten von Bauchorganen durch den Nabelring nicht möglich. Nur wenn es bei einem Baby zu einer eingeschränkten Verengung des Nabelrings kommt, kann ein Nabelbruch entstehen.

Darüber hinaus lässt sich beobachten, dass auch Babys die beim Schreien oder Absetzen von Stuhl stark pressen häufiger einen Nabelbruch erleiden. Grund dafür ist die Tatsache, dass eine starke Erhöhung des Drucks im Bauchraum den Nabelring weiten und auf diese Weise Bauchorgane hindurch drücken kann.

Weitere Ursachen für die Entstehung eines Nabelbruchs sind alte Operationsnarben, die auf Grund ihrer Struktur Schwachstellen in der Bauchdecke darstellen. Des Weiteren stellen Übergewicht und Erkrankungen des Bindegewebes Faktoren dar, die die Bildung von Nabelbrüchen begünstigen.

Im klinischen Alltag lässt sich außerdem beobachten, dass starke Belastungen der Muskulatur zur Entstehung von Schwachstellen in der Bauchwand führen und somit einen Nabelbruch provozieren können. Zudem leiden vor allem Babys die starkes Übergewicht aufweisen vermehrt unter der Bildung eines Nabelbruchs. Eine Nabelhernie kann aber auch bei Kindern die häufig Infekte der Atemwege aufweisen, entstehen. Grund dafür ist die Erhöhung des Drucks im Bauchraum während des Hustens. Eine weitere Ursache für den Nabelbruch beim Baby ist das Vorliegen einer chronischen Verstopfung (chronische Obstipation).

Therapie

Ein Nabelbruch beim Neugeborenen oder Baby bedarf in den meisten Fällen keinerlei medizinischer Intervention. In den meisten Fällen bildet sich der Nabelbruch beim Baby innerhalb der ersten Lebensjahre problemlos und vollständig zurück ohne dass es zu Schäden der im Bruchsack gelegenen Organabschnitte kommt.

Sollte das betroffene Baby jedoch über Beschwerden klagen oder gar Schmerzen im Bereich des Nabels haben, so ist die zeitnahe Einleitung einer Therapie sinnvoll. Mögliche Therapie-Optionen eines Nabelbruchs beim Baby sind sowohl nicht-chirurgische, als auch chirurgische Maßnahmen.

Vor allen steht jedoch die Untersuchung bei Vorliegen eines schmerzhaften Nabelbruchs im Vordergrund. In diesen Fällen muss dringend geklärt werden, ob eine Einklemmung des Bruchsacks vorliegt. Der behandelnde Kinderarzt wird beim Nabelbruch des Babys in den meisten Fällen zuerst versuchen den Bruchsack unter leichtem Druck zurück in den Bauchraum zu schieben. Diese Methode ist besonders schonend und kann einfach und schnell durchgeführt werden. Die Erfolgsquote der sogenannten Reposition des Nabelbruchs ist jedoch nicht sehr hoch.

Darüber hinaus kann der Nabelbruch beim Baby durch Bandagierung therapiert werden. In den meisten Fällen drückt sich der Bruchsack recht zügig wieder durch die Schwachstelle in der Bauchwand.

Die nächstmögliche Therapieoption ist die operative Korrektur des Nabelbruchs. Diese Methode wird beim Baby jedoch nur in den seltensten Fällen und unter besonderen Umständen durchgeführt. Grund dafür ist die Tatsache, dass die chirurgische Verlagerung der Nabelhernie unter Vollnarkose durchgeführt werden muss und dies gerade für ein Baby eine besondere Gefahr darstellt.

Bei der eigentlichen Nabelbruch-Operation kann zwischen einem sogenannten offenen und einem geschlossenen Verfahren unterschieden werden. In den meisten Fällen greift der behandelnde Chirurg zum wesentlich schonenderen geschlossenen Verfahren (endoskopische Operation des Nabelbruchs).
Das offene Verfahren, bei dem ein senkrechter oder waagerechter Schnitt entlang des Bauchnabels gesetzt wird, kommt nur zur Anwendung wenn eine geschlossene Operation nicht den gewünschten Erfolg bringt.
Ziel der operativen Korrektur des Nabelbruchs beim Baby ist die vollständige Rückverlagerung der Organe in die Bauchhöhle. Darüber hinaus muss die Schwachstelle in der Bauchwand so stabilisiert werden, dass der erneuten Entstehung einer Nabelhernie vorgebeugt werden kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Nabelbruch OP

Risiken

Der Nabelbruch beim Baby ist in den meisten Fällen absolut harmlos und birgt keinerlei Risiken. Nur falls es zur sogenannten Inkarzeration (Einklemmung) des Bruchsacks kommt, sollte schnell etwas unternommen werden. Bei unterlassen einer geeigneten Behandlung droht sonst eine Abklemmung versorgender Gefäße und somit das Absterben der im Bruchsack befindlichen Organabschnitte.

Prognose

Die Prognose der Nabelhernie beim Baby ist auch ohne medizinisches Eingreifen sehr gut. In der Regel bildet sich die Ausstülpung bis zum dritten Lebensjahr vollständig zurück.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Nabelbruch Baby finden Sie unter:

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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