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Peniskrebs

Definition

Als Peniskrebs werden Tumorerkrankungen bezeichnet, die am Penis auftreten. Meist ist hiervon die Haut der Eichel oder die Vorhaut betroffen. Bleibt der Tumor unbehandelt, so wächst er von der Penishaut aus bis hin in tiefer gelegene Strukturen, sodass auch die Schwellkörper und die Harnröhre von dem Krebs betroffen sein können.

Mit durchschnittlich 800 Neuerkrankungen pro Jahr zählt der Peniskrebs zu den seltenen Erkrankungen und in den meisten Fällen sind Männer jenseits des sechzigsten Lebensjahres davon betroffen. Peniskrebs kann Metastasen absiedeln, die meist mit den Lymphbahnen in die Lymphknoten von Becken oder der Leiste verschleppt werden. Manchmal metastasiert diese Krebsart auch über das Blut in die Knochen oder die Lungen.

Ursachen

Zwar sind die Ursachen für Peniskrebs noch nicht vollständig bekannt, aber es lässt sich ein gehäuftes Auftreten der Erkrankung mit verschiedenen Risikofaktoren assoziieren.
Wie bei den meisten Krebserkrankungen spielt das Alter eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Peniskrebs. Ebenfalls korreliert das Rauchen mit der Erkrankung.

Ein anderer Risikofaktor ist das Vorhandensein von Smegma. Dies ist der so genannte Vorhauttalg, der sich bei mangelhafter Hygiene unter der Vorhaut bildet. Die Smegmabildung wird durch Verengungen der Vorhaut (Phimose) begünstigt, da durch die verengte Vorhaut deren vollständiges Zurückschieben und somit eine adäquate Intimhygiene erschwert ist.

Peniskrebs wird auch durch Infektionen mit HPV (humanes Papillomavirus) begünstigt. Dieses Virus ist sexuell übertragbar und stellt bei Frauen einen entscheidenden Risikofaktor für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs dar. HPV kann bei beiden Geschlechtern zu Feigwarzen (Condylomen) führen.

Ein nicht unwesentlicher Faktor in der Ätiologie von Peniskrebs ist eine chronische Entzündung der Eichel oder der Vorhaut.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Sind Feigwarzen ansteckend?

Symptome

Peniskrebs wird meist erst sehr spät symptomatisch, da er nur sehr langsam wächst und er anfänglich auch nur selten mit Schmerzen einhergeht. Die ersten Hinweise der Erkrankung sind in den häufigsten Fällen Veränderungen der Haut des Penis. Diese können in Form von Verhärtungen, Schwellungen oder auch Knötchen auftreten. Die Hautauffälligkeiten manifestieren sich manchmal auch als leicht blutende Erosionen, die schlecht oder gar nicht heilen.

Zu den möglichen Begleiterscheinungen, die meist erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium auftreten, gehört ein Ausfluss aus der Harnröhre. Dieser kann durch üblen Geruch auffallen oder blutig tingiert erscheinen.

Ist der Peniskrebs schon so weit fortgeschritten, dass es zu Lymphknotenmetastasen gekommen ist, können diese in Form von derben und verhärteten Leistenlymphknoten getastet werden oder durch einen möglichen Lymphstau symptomatisch werden. Hierbei ist der Lymphabfluss aus dem Bein gestört, sodass das betroffene Bein dick anschwillt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Lymphknotenschwellung in der Leiste

Diagnose

Neben der Anamnese und der körperlichen Untersuchung spielt bei der Diagnose von Peniskrebs die Probeentnahme (Biopsie) der suspekten Hautveränderung eine wichtige Rolle. Diese wird histologisch auf entartete Zellen untersucht. Wird die Verdachtsdiagnose Peniskrebs auf Grund der Histologie bestätigt, muss weiterführende Diagnostik zur Einteilung in ein bestimmtes Tumorstadium (Staging) vorgenommen werden, da die Therapie der Erkrankung stadienabhängig durchgeführt wird.
Hierbei ist die Tumorgröße von Interesse, die durch bildgebende Verfahren wie MRT überprüft werden kann. Dabei kann man oft ebenfalls sehen, ob bereits Fernmetastasen vorliegen. Es kommen auch Untersuchungsmethoden wie der Ultraschall oder die Computertomographie zur Anwendung.

Therapie

Um den Peniskrebs vollständig heilen zu können, ist es notwendig, alle Tumorzellen restlos zu entfernen. Dies ist meist aber nur in solch niedrigen Stadien des Peniskrebses möglich, in denen der Tumor auf den Penis beschränkt ist. In Situationen mit Fernmetastasen muss anders behandelt werden als bei einem Lokalbefund.

Liegt keine Metastasierung vor, ist die angestrebte Therapie der Wahl die vollständige operative Entfernung des Tumors. Dabei wird der Hauttumor mit einem Sicherheitsabstand reseziert, der gewährleisten soll, dass keine Krebszellen mehr im Körper verbleiben. Gelingt dies und sind in der histologischen Untersuchung keine Tumorzellen am Rand des entnommenen Gewebes zu sehen, so spricht man von einer R0-Resektion, die mit einer sehr guten Prognose der Erkrankung einhergeht.

In frühen Krankheitsstadien ist der Tumor oft gut zu operieren, da er meist nur die Eichel oder die Vorhaut betrifft, die sich verhältnismäßig leicht resezieren lassen und es dadurch meist keine gravierenden Einschränkungen der Lebensqualität gibt. Ist der Peniskrebs so weit fortgeschritten, dass durch eine Entfernung der suspekten Hautveränderung keine vollständige Elimination aller Krebszellen zu erwarten ist, kann zur Heilung des Peniskrebs eine vollständige Amputation des Penis nötig werden.

Liegen zusätzlich noch Metastasen in anderen Organen vor, ist die alleinige Operation nicht mehr zielführend, sondern es wird versucht, die im Körper verteilten Tumorzellen mittels einer Chemotherapie zu vernichten.
An eine überstandene Operation oder Chemotherapie schließt sich eine engmaschige Kontrolle an, um ein mögliches Wiederauftreten (Rezidiv) des Peniskrebses früh erkennen und behandeln zu können.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Peniskrebs, der fast immer als Hauttumor am Penis auftritt, in frühen Krankheitsstadien eine exzellente Prognose hat. Daher kommt der Krebsfrüherkennung eine große Rolle zu.

Prognose

Die Prognose von Peniskrebs ist bei frühzeitiger Diagnose sehr gut, sodass 90% der Betroffenen geheilt werden können. Auch wird versucht die Lebensqualität der Betroffenen, in Form von unverändert möglicher Sexualität, hoch zu halten, indem die Operationsverfahren, wenn möglich, minimal invasiv durchgeführt werden.

Nach der Diagnose und Behandlung von Peniskrebs ist eine engmaschige Kontrolle nötig, um ein erneutes Auftreten von Krebs rechtzeitig zu erkennen. Je nach persönlichem Risikoprofil, das vom Krebsstadium und dem Alter des Patienten abhängt, sind in einem Zeitraum von fünf Jahren Nachuntersuchungen alle drei bis sechs Monate empfohlen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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