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Lymphknotenschwellung in der Leiste - Wie gefährlich ist das?

Einleitung

Überall im ganzen Körper lassen sich Lymphknoten finden. Sie sind durch Lymphbahnen untereinander verbunden und bilden mit den lymphatischen Organen das lymphatische System. Eine Lymphknotenschwellung in der Leiste kann Hinweise auf die unterschiedlichsten Erkrankungen geben. Dabei muss auf die differenzierte Symptomatik gutartiger und bösartiger Erkrankungen geachtet werden.

Lesen Sie ausführliche Informationen zu dem Thema: Lymphatische Organe

Während Lymphknoten im Hals- oder Kopfbereich bereits bei einem banalen Infekt, wie zum Beispiel einer Erkältungskrankheit, vergrößert sein können, fällt diese Art von Erkrankung als Ursache bei Leistenlymphknoten weg. Das bedeutet allerdings nicht, dass sofort eine Krebserkrankung erwartet werden muss. Auch leichte Entzündungen können ursächlich sein und ohne weitere Probleme ausheilen. Wichtig ist dabei, dass der Patient ein Gefühl für den eigenen Körper hat und Veränderungen gedanklich dokumentiert und seinem Hausarzt bei Gelegenheit mitteilt. Bei schnell fortschreitenden Schwellungen oder bei Druckschmerzhaftigkeit kann jederzeit ein Arzt aufgesucht werden, um weitere Diagnostik einleiten zu können.

Generell lassen sich geschwollene Lymphknoten leicht anhand weniger Kriterien grob in höchstwahrscheinlich gut- versus bösartig klassifizieren. Das Auftreten einer schmerzhaften Schwellung innerhalb eines kurzen Zeitraums, sowie eine zeitliche Assoziation mit einem Trauma oder einer Entzündung in angrenzenden Körperteilen spricht für eine gutartige Veränderung. Demgegenüber ist eine langsam zunehmende Schwellung ohne Schmerzen und möglicherweise entstehende Verwachsungen mit den umgebenden Gewebsstrukturen hinweisgebend für eine potentiell bösärtige Schwellung.


Anatomie

Das lymphatische System ist für die Immunabwehr zuständig, indem es die Abwehrzellen bildet und ausreifen lässt. Ersteres wird in den primären lymphatischen Organen (Thymus und Knochenmark), letzteres in den sekundären lymphatischen Organen durchgeführt, zu denen auch die Lymphknoten gehören (außerdem Milz, Mandeln und spezielle Darmabschnitte, wie der Wurmfortsatz). In den Lymphknoten und in den Lymphbahnen werden Stoffe die im Blut durch den Körper zirkulieren überprüft und Gefahrstoffe herausgefiltert und unschädlich gemacht. Die Lymphbahnen enden schließlich in den linken und rechten Venenwinkel. Lymphknoten sind also Zwischenstationen des Gesamtsystems.

Leistenlymphknoten oder auch inguinale Lymphknoten befinden sich sowohl oberflächlich als auch tiefliegend. In sie münden Lymphbahnen aus den Beinen (unteren Extremitäten), aus dem Genitalbereich, dem Gesäß und aus der Haut und Unterhaut (Kutis und Subkutis), welche sich unterhalb des Bauchnabels befindet. Der aufgrund seiner Größe auffälligste Lymphknoten, ist der tiefliegende Rosenmüller-Lymphknoten. Er liegt in der Lacuna vasorum, einer anatomischen Lücke unter dem Leistenband, durch die Blutgefäße und Nervenstränge zum Oberschenkel gelangen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Lymphknoten

Mögliche Ursachen für Lymphknotenschwellung der Leiste

Lymphknotenschwellung
in der Leiste

  1. Entzündeter Lymphknoten
  2. Lymphgefäße -
    Vasa lymphatica
  3. Leistengegend (hellblau) -
    Regio inguinalis
  4. Leistenlymphknoten -
    Nodi lymphoidei inguinales
  5. Leistenkanal (gelb) -
    Canalis inguinalis
    Ursachen:

    A - Infektionen
    Mann (Entzündung der Eichel,
    des Nebenhodens)
    Frau (Entzündung der Scheide,
    der äußeren Geschlechtsorgane)
    B - Verletzungen
    bei einer verunreinigten Wunde
    kann es zur Blutvergiftung kommen
    C - Schwellung nach einer Impfung
    (z. B. Gesäß nach Tetanusimpfung)
    Behandlung:
    D - Die betreffenden Regionen
    sollten nicht gekühlt werden
    E - Medizinische Massage,
    manuelle Lymphdrainage
    F - Einnahme von Schüssler-Salzen,
    Antibiotika, Virostatika

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Ursachenabhängige Symptome und deren Gefährlichkeit bei geschwollenen Lymphknoten der Leiste

Lymphknotenschwellungen aller Art können auch bei gesunden Menschen auftreten. Manchmal bestehen anatomisch dauerhaft vergrößerte Lymphknoten, die der individuellen Entwicklung zuzuschreiben sind.

1. Infektionen:

Im Gegensatz dazu ist in den meisten Fällen eine entzündliche Erkrankung ursächlich für eine schmerzhafte Lymphknotenschwellung in der Leiste. Häufig sind dabei Infektionen der Genitalien. Dabei sind sowohl Männer – mit einer Entzündung der Eichel (Balanitis) oder des Nebenhodens (Epididymitis) – als auch Frauen – mit einer Entzündung der Scheide (Vaginitis) oder der äußeren Geschlechtsorgane (Vulvitis) – betroffen. Ausgelöst werden die Entzündungen durch verschiedenste Krankheitserreger: Bakterien, Viren und Pilze. Eine besondere Rolle spielen dabei sexuell übertragbare Krankheiten. Die bekanntesten bakteriellen Infektionen sind Chlamydieninfektionen, Syphilis (durch Treponema pallidum verursacht) und Tripper bzw. Gonorrhoe (durch Neisseria gonorrhoe verursacht). Eine Pilzinfektion mit Candida albicans ist eher eine Erkrankung, die viele ältere Menschen betrifft. Bei unzureichender Körperpflege und ständig feuchter Haut kann sich der Pilz einnisten und ebenfalls eine Lymphknotenschwellung verursachen, da der Körper versucht sich zu wehren.

Lesen Sie mehr zum Thema: Lymphknotenschwellung nach OP

Neben den bereits genannten Erregern, gibt es Infektionen, bei denen nicht nur speziell die Leistenlymphknoten betroffen sind, aber beteiligt sein können. Virale Kinderkrankheiten wie Röteln, Masern oder Windpocken können, verbunden mit diversen anderen Symptomen (meist Hautveränderungen), zu Lymphknotenschwellungen im Körper führen. Ein anderer viraler Erreger kann ebenfalls zu einer Lymphknotenschwellung in der Leiste führen – eine Herpes-Infektion.
Viele Menschen denken, dass Herpes nur an der Lippe entstehen kann, das ist jedoch falsch. Der sogenannte Lippenherpes (Herpes labialis) wird durch das Herpes-simplex-Virus 1 ausgelöst, wohingegen Genitalherpes (Herpes genitalis) hauptsächlich durch den weniger verbreiteten Herpes-simplex-Virus 2 ausgelöst wird.
Dabei kommt es zur Schwellung der unteren Geschlechtsorgane, zu Juckreiz, Ausfluss und möglicherweise zu anderen allgemeinen Krankheitssymptomen.

Nicht nur Bakterien und Viren können Verursacher einer Schwellung der Lymphknoten sein: Toxoplasma gondii ist ein Einzeller, wird unter anderem durch Katzen übertragen und löst das Krankheitsbilder der Toxoplasmose aus.
Die Erkrankung entwickelt sich meist erst, wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist. Daher ist der Erreger besonders bei HIV-Infizierten weit verbreitet.

Lesen Sie hierzu auch: Symptome der Toxoplasmose

In der Schwangerschaft ist die Erkrankung für das ungeborene Kind besonders gefährlich. Die Toxoplasmose führt beim Fötus zu schweren Schäden im Gehirn, zu Erblindung und anderen Organschäden.

Lesen Sie hierzu auch: Infektionen in der Schwangerschaft

Eine HIV-Infektion (Humanes Immundefizienz Virus) betrifft bekanntermaßen das Immunsystem des Patienten und wird hauptsächlich sexuell, aber auch durch verunreinigte Nadeln oder Bluttransfusionen übertragen (letzteres kommt in Industrieländern heutzutage eigentlich nicht mehr vor). Direkt nach der Infektion kann der Patient Lymphknotenschwellungen aufweisen, welche allerdings in Kombination mit der weiteren grippeähnlichen Symptomatik meist nicht als Zeichen einer HIV-Infektion gedeutet werden.
Im Endstadium einer oftmals langjährigen Infektion kommt es irgendwann zu AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome). Im Rahmen der völligen Zerstörung des Immunsystems, sind die Patienten sehr infektanfällig. Die Infektionen führen ihrerseits zu Lymphknotenschwellungen im Körper.

Lesen Sie hierzu auch: Lymphknotenschwellung - Welche Hinweise gibt es, dass es HIV ist?

2. Verletzungen:

Auch Verletzungen aktivieren das Immunsystem und führen zu einer Vergrößerung des entsprechenden Lymphknotens. Bei inguinalen Lymphknoten können das Verletzungen vom Fuß bis zur Höhe der Leiste sein, also auch des gesamten Beins. Bei einer Verletzung des Fußes wurde häufig in einen scharfen oder spitzen Gegenstand hineingetreten, zum Beispiel in einen Nagel oder Scherbe. Bei einer verunreinigten Wunde kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen, die fast alle Organsysteme beeinflusst und den Körper in seinen Funktionen zusammenbrechen lässt, falls keine antibakterielle Behandlung erfolgt. Eine Folge der Sepsis ist die Lymphangitis – die Entzündung der Lymphgefäße und folgend der Lymphknoten. Auch dies geht mit einer Schwellung einher.

3. Lymphknotenschwellung nach einer Impfung:

Als Spätfolge einer Impfung konnte schon häufiger eine Lymphknotenschwellung beobachtet werden. Diese kann am Hals, in den Achseln (Lymphknotenschwellung in der Achsel), aber auch in der Leiste auftreten. Der Hintergrund dabei ist, dass dem Körper modifizierte lebendige oder tote Erreger oder Erregerbestandteile verabreicht werden, gegen die das Immunsystem eigenständig Abwehrzellen bilden muss. Da die Lymphknoten in der Region beansprucht werden, kann es besonders bei einer Impfung in das Gesäß (zum Beispiel Tetanusimpfung) zu Lymphknotenschwellung in der Leiste kommen. Die Schwellung sollte durch einen Arzt begutachtet werden, verschwindet aber in der Regel von selbst.

4. Krebs:

Entwickelt sich die Lymphknotenschwellung schnell und ist bei Druck nicht schmerzhaft, so kann dies auf eine bösartige Erkrankung hinweisen. Der Tumor kann dabei direkt im Lymphknoten entstehen, wie es bei den Lymphomen Hodgkin-Lymphom und auch beim Non-Hodgkin-Lymphom der Fall ist. Symptomatisch andersartig sind Tumorerkrankungen, bei denen massenhaft Immunzellen in die Lymphknoten ausgeschwemmt werden, wie bei akuten und chronischen Leukämien oder kutanen T-Zell-Lymphomen. Neben diesen Primärtumoren kann es bei fast jeder bösartigen Tumorerkrankung zur Metastasierung in anliegende, aber auch in weiter entfernte Lymphknoten kommen. Dies verschlechtert im Allgemeinen die Prognose. Lesen Sie mehr zum Thema: Lymphknotenkrebs

5. Differentialdiagnose:

Da andere Gründe für eine Schwellung in der Leiste ausgeschlossen werden müssen, um den Befund eines geschwollenen Lymphknotens zu stärken, muss differentialdiagnostisch nach Hernien kontrolliert werden. Hernien bezeichnen den Durchbruch von Baucheingeweiden durch die Bauchwand, zwischen Muskeln oder Bändern hindurch. Die zwei relevanten Weichteilbrüche sind in diesem Falle die Schenkelhernie (Bruchinhalt unter dem Leistenband) und die Leistenhernie (Bruchinhalt über dem Leistenband).

Lesen Sie mehr zum Thema: Lymphknoten geschwollen und Chronische Lymphknotenschwellung.

Einseitige Lymphknotenschwellung in der Leiste

Eine einseitige Lymphknotenschwellung muss nicht zwangsläufig auf eine bösartige Erkrankung schließen lassen. Bei Infektionen und Entzündungen schwellen die Lymphknoten häufig generell und somit beidseitig an. Da die Lymphknoten jedoch nicht immer gleichmäßig im Körper verteilt oder gut tastbar sind, schließt eine einseitige Schwellung keine Entzündung aus. Insbesondere bei schmerzhaften Schwellungen der Lymphknoten, muss an eine Entzündung der jeweiligen Seite gedacht werden, die sich im Laufe der Stunden und Tage auf die andere Seite ausbreiten kann.

Einseitige Lymphknoten, die über wenige Tage bis Wochen unbemerkt und schmerzlos anschwellen, können jedoch auch für eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems sprechen. Die Spezifität für eine solche Erkrankung ist jedoch nicht sonderlich hoch. Das bedeutet, dass ein Lymphkrebs sich zwar häufig in geschwollenen Lymphknoten äußert, andererseits aber geschwollene Lymphknoten nur selten einen Lymphkrebs bedeuten.

Selten sind ebenfalls gutartige Tumore, die eine punktförmige Schwellung in der Leiste verursachen. Häufig gehen diese vom Fettgewebe aus und stellen eine vollkommen harmlose Fettgeschwulst dar. In der Fachsprache werden sie als „Lipom“ bezeichnet.

Zur genauen Abklärung wird mit einer Biopsie eine Gewebeprobe des Lymphknotens entnommen, um eine bösartige Erkrankung sicher auszuschließen. Bei bösartigen Erkrankungen der Genitalorgane können ebenso die Lymphknoten anschwellen. Der Krebs kann sich in diesen Fällen wie eine Entzündung über das Lymphsystem ausbreiten. Da die Lymphknoten der Leiste große Lymphstationen vieler Körperbereiche darstellen, sind sie von solchen Absiedlungen seltener betroffen, als die organnahen Lymphknoten. Eine solche bösartige Erkrankung ist bei einseitigen Schwellungen der Leiste nur sehr selten zu vermuten.

Beidseitige Lymphknotenschwellung

Eine beidseitige, symmetrische Schwellung ist sehr typisch für eine Entzündung. Entzündungen, die zu Lymphknotenschwellungen führen, werden durch Erreger wie Bakterien oder Viren ausgelöst. In der Leiste befinden sich große Lymphknotenstationen, welche die gesamte Lymphe aus den Beinen, dem Genitalbereich, des Beckens und der Leistenregion einsammelt. Von der Entzündung können sämtliche Genitalorgane, die Beine, die Haut und viele weitere Strukturen betroffen sein. Über die Lymphe fließt aus der Entzündungsregion ein Teil der Erreger zu den Lymphknoten der Leiste. Diese sind oft auch im Gesunden tastbar und schon bis zu 1cm groß.
Erkennt der Lymphknoten einen bestimmten Erreger, produziert er zahlreiche Abwehrzellen zur Bekämpfung der Infektion. Dabei schwellen die Lymphknoten beidseitig innerhalb weniger Stunden bis Tage an und schmerzen.

Auch wenn keine bemerkbare Infektion vorliegt, können die Lymphknoten symmetrisch durch Erreger anschwellen. Nach einer abgeklungenen Entzündung können die großen Lymphknoten bei einigen Betroffenen bestehen bleiben. Im Laufe der Entzündung verkapseln sie und verlieren die Möglichkeit trotz des abgeklungenen Infekts zu schrumpfen. Solche Schwellungen stellen keinen Anlass zur Sorge dar.

Diagnostik geschwollener Lymphknoten

Das erste diagnostische Mittel bei allen Problemen mit oberflächlichen Lymphknoten ist die körperliche Untersuchung. Dabei wird der Lymphknoten wenn möglich abgetastet. Ein Lymphknoten, der nicht aufgrund einer bösartigen Veränderung vergrößert ist, sollte schmerzhaft sein, sich durch Druck leicht bewegen lassen und eine weiche Konsistenz besitzen. Dahingegen stellt sich ein Tumor im Lymphknoten eher unverschieblich mit harter Konsistenz dar und ist zudem nicht druckdolent. Um eine Infektion zu untermauern, können durch eine Laboruntersuchung des Blutes die klassischen Entzündungsparameter kontrolliert werden. Zusätzlich zur Abtastung kann der Arzt eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Diese ist kostengünstig und belastet den Patienten nicht mit Strahlung. Schwellungen tiefer liegender Lymphknoten können nicht getastet werden und sind mit zunehmender tiefer immer schlechter durch Ultraschall darstellbar. Nun muss auf bessere bildgebende Verfahren zurückgegriffen werden, wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Erhärtet sich der Verdacht einer bösartigen Erkrankung, so wird eine Biopsie des betreffenden Lymphknotens durchgeführt. Dabei wird intraoperativ Gewebe entnommen und anschließend in der Pathologie mikroskopisch untersucht.

Symptome

Die Symptomatik einer Lymphknotenschwellung orientiert sich daran, ob die zugrunde liegende Erkrankung gut- oder bösartig ist. Bei Infektionen, in diesem Fall gutartig, berichten die Patienten von dauerhaften Schmerzen und/oder von Druckdolenz (Druckschmerzhaftigkeit). Die Schwellung kann sowohl links als auch rechts auftreten. Die seitliche Wichtung gibt dabei Hinweise auf den Ort der Infektion oder aber, ob ein bösartiger Tumor existiert, da diese sich meist nur einseitig bilden. Allgemeine Krankheitssymptome können mit der Lymphknotenschwellung einhergehen, wie zum Beispiel Fieber, Mattigkeit, Kopf- sowie Gliederschmerzen und Unwohlsein. Besteht eine bösartige Tumorerkrankung eines Lymphknotens, so tritt häufig eine sogenannte B-Symptomatik („B“ wegen B-Zell-Lymphom) auf. Dabei sollte der Patient von ständigem Fieber, übermäßigem Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsabnahme berichten.

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Lymphknotenschwellung mit Ausschlag

Ein Ausschlag, der mit einer Lymphknotenschwellung in der Leiste einhergeht, ist eine typische Symptomkonstellation, die auf eine erregerbedingte Entzündung hindeutet. Es kommt eine Vielzahl an Erregern in Betracht, die Hautausschläge verursachen können. Das genaue Erscheinungsbild des Ausschlags kann oft deutliche Hinweise liefern, ob es sich um eine Pilzerkrankung, eine bakterielle Infektion oder eine Ansteckung mit den typischen Kinderkrankheiten handelt.

Ein Masernausschlag lässt sich über die Hautsymptome fast immer von Windpocken oder einem Pilzbefall unterscheiden.
Bei einer Erkrankung wie den Masern ist zumeist die gesamte Haut betroffen und vergrößerte Lymphknoten lassen sich sowohl in der Leiste, als auch an Hals, Achsel und Schulter tasten.
Bei lokalen Infektionen mit bestimmten Erregern, die zum Beispiel über kleine Wunden ausgelöst wurden, liegen die vergrößerten Lymphknoten im Lymphabflussbereich des Hautausschlags. Bei Lymphknotenschwellungen der Leiste sind dementsprechend häufig die Beine oder das Genital von Ausschlägen betroffen.

Lymphknotenschwellung mit Fieber

Fieber ist bei Infektionen mit bestimmten Erregern häufig das erste Symptom. Es geht einher mit Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Schwäche und Abgeschlagenheit. Insbesondere Erkrankungen wie Windpocken, Masern, Pfeiffersches Drüsenfieber und weitere virale Infekte gehen mit hohem Fieber und geschwollenen Lymphknoten einher. Ein solcher Infekt entsteht häufig innerhalb weniger Stunden bis Tage und klingt innerhalb von maximal zwei Wochen für gewöhnlich von selbst ab.

Kommt es über mehrere Wochen zu Abgeschlagenheit und leicht erhöhten Temperaturen, sowie einseitig schmerzlos geschwollenen Lymphknoten in der Leiste, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Hierbei kann es sich um Frühsymptome einer möglichen bösartigen Erkrankung handeln.

Lymphknotenschwellung mit Schmerzen

Schmerzen im Lymphknoten sind ein typisches Zeichen von Entzündungsreaktionen. Bei einem akuten Infekt werden die Erreger im Lymphknoten erkannt und produzieren Antikörperzellen. Dabei schwellen sie auf die doppelte bis dreifache Größe an und schütten Entzündungsstoffe aus, die bei Berührung zu schmerzen führen. Nach mehreren Tagen mit dem Abheilen des Infekts hört der Schmerz im Lymphknoten auf. Tut er das über längere Zeit nicht, sollten sie zur Abklärung einen Arzt konsultieren.

Lymphknotenschwellung ohne Schmerzen

Ein geschwollener Lymphknoten in der Leiste, der nicht schmerzhaft ist, muss keineswegs auf eine bösartige Erkrankung hindeuten. Auch Infekte können zu nicht schmerzenden Lymphknoten führen. Auch eine Fettgeschwulst kann vorkommen. Ein solches Lipom ist vollkommen schmerzfrei, fühlt sich von außen wie ein Lymphknoten an.

Behandlung

1. Konventionell:

Die Behandlung von Lymphknotenschwellungen in der Leiste hängt bei konventioneller Vorgehensweise von der Ursache ab. Bei einer Infektion können Antibiotika oder Virostatika eingesetzt werden, um die Erreger zu töten und das Immunsystem zu unterstützen. Die betreffenden Regionen sollten nicht gekühlt werden, auch wenn der Körper an dieser Stelle wahrscheinlich aufgewärmt ist (häufige Folge einer Entzündung). Bei einer bösartigen Tumorerkrankung ist oftmals ein chirurgischer Eingriff indiziert, bei denen der oder die betroffenen Lymphknoten komplett entfernt werden. Ebenfalls kann eine Chemotherapie dazu eingesetzt werden, die Krebszellen zusätzlich anzugreifen und den Erfolg einer operativen Therapie zu steigern. Die Rückfallrate sinkt nachweislich bei zusätzlicher medikamentöser Einstellung.

2. Homöopathie:

Alternativmedizinisch werden verschiedene Behandlungsformen vorgeschlagen. Einerseits wird das Thema der medizinischen Massage sehr groß geschrieben. Dabei soll eigenständig oder durch einen Heilpraktiker eine manuelle Lymphdrainage durchgeführt werden. Dabei wird mit einer Bürste die Haut der unteren Extremitäten zur Brust hin bestrichen und somit versucht, den Lymphabfluss zu steigern. Eine weitere auf Massage beruhende Technik ist die Akupunktur-Massage nach Penzel, bei der ohne Nadeln, aber mit Bezug auf die Akupunktur-Lehre vorgegangen wird. Ernährungstechnisch wird empfohlen auf Schweinefleisch gänzlich und zunehmend auf Zucker, Eier und Milch zu verzichten und sich mit Vollkost, Obst und Gemüse zu ernähren. Weiterhin kommt für Anhänger der homöopathischen Philosophie eine Einnahme von Schüssler-Salzen oder eine Aromatherapie in Frage. Wird durch eine solche Behandlung kein Therapieerfolg erzielt, suchen sie bitte einen Arzt auf.

Ab wann benötige ich Antibiotika?

Antibiotika sind Medikamente, die als Tablette oder intravenös bei bakteriellen Entzündungen gegeben werden. Bei anderen Infektionserkrankungen, zum Beispiel viralen Erkrankungen, sind sie wirkungslos oder können sogar zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Nur wenn durch einen Arzt mit hoher Sicherheit ein begründeter Verdacht auf eine bakterielle Erkrankung besteht, sollten Antibiotika verordnet werden. Ein Beispiel für eine solche Erkrankung ist das „Erysipel“ oder die „Wundrose“. Oft betrifft es das Bein und wird durch Bakterien verursacht. Durch einen Aufstieg der Erreger können die Lymphknoten in der Leiste anschwellen. Eine sofortige hochdosierte Antibiotikagabe ist von Nöten.

Bei bestimmten Viruserkrankungen, die mit geschwollenen Lymphknoten einhergehen, können Antibiotika kontraproduktiv sein. Bei einem Pfeifferschen Drüsenfieber zum Beispiel kann eine Gabe von Ampicillin eine Überempfindlichkeitsreaktion der Haut auslösen. Dabei kommt es zu einem großflächigen Ausschlag der Haut.

Dauer

Die Dauer einer Lymphknotenschwellung hängt von deren Ursache ab. Bei kurzen viralen Infekten kann die Erkrankung ebenso wie die Schwellung des Lymphknotens innerhalb von 2-3 Tagen abheilen. Einige virale Erkrankungen benötigen bis zu mehreren Wochen um auszuheilen, zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber.
Auch bakterielle Erkrankungen können unterschiedlich lange andauern. Oftmals wird nach einigen Tagen ein Antibiotikum verordnet. #

In Ausnahmefällen kann nach erfolgter Abheilung des Infekts die Lymphknotenschwellung bestehen bleiben. Der geschwollene Lymphknoten „verkapselt“ dabei und bildet sich nicht zurück. Dabei besteht keinerlei Grund zur Sorge.
Lange bestehende vergrößerte Lymphknoten, die nicht von Entzündungen ausgelöst werden, können bei bösartigen Lymphomen auftreten. Die Dauer ist hierbei nicht abzuschätzen. Mitunter müssen die Lymphknoten bestrahlt oder medikamentös geschrumpft werden. Die Dauer ist von der Art der Erkrankung und dem Behandlungserfolg abhängig. welches die Abheilung beschleunigt. Etwa 2-3 Tage nach Beginn der Medikamenteneinnahme verbessert sich die Symptomatik und auch die Schwellung geht zurück.

Nach einer Impfung kann eine Schwellung von Lymphknoten als Spätfolge ein bis vier Wochen nach der Gabe auftreten und ebenfalls einige Tage anhalten. Bei neu auftretenden Lymphknotenschwellungen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Besteht die Schwellung längere Zeit, das heißt über Wochen oder gar über Monate, muss der entsprechende Knoten unbedingt weiterführend untersucht werden.

Patientengruppen

1. Frauen:

Eine schmerzhafte Schwellung der Leistenlymphknoten deutet bei einer Frau auf eine Entzündung der Geschlechtsorgane oder eine Verletzung dieser beziehungsweise der unteren Extremitäten hin. Die Entzündung der Scheide (Vaginitis) oder der äußeren Geschlechtsorgane (Vulvitis) sind mögliche Erkrankungen die überprüft werden sollten.

2. Kinder:

Kinder haben jeden Tag Kontakt zu neuen Keimen, gegen die sie noch keine Abwehrzellen gebildet haben. Dass sie jedoch nicht immer und immer wieder an allen möglichen Erregern erkranken, bedeutet, dass sich ihr Immunsystem aktiv ausbildet. Dabei kann es zur Verschleppung der Erreger in die Lymphknoten kommen und diese schwellen an. Oftmals manifestiert sich die Erkrankung gar nicht erst und es bleibt bei einer kurzzeitigen Schwellung.
Auch nach Impfungen, die besonders in den ersten Lebensjahren eines Menschen gehäuft durchgeführt werden, können Lymphknotenschwellungen auftreten. Dabei wird dem Kind ein Teil eines Erregers präsentiert, der nicht zu einer Entzündung führen kann, den Körper aber dennoch zu einer Antikörperproduktion anregt.
Entsteht ohne Auslöser über längere Zeit hinweg in der Leiste ein schmerzloser geschwollener Lymphknoten bei einem Kind sollte auch hier beobachtet werden wie sich dieser entwickelt. Im Zweifel muss auch beim Kind eine Abklärung durch Biopsie stattfinden, um ein bösartiges „Lymphom“ auszuschließen, weil diese auch bei Kindern auftreten können.

3. Schwangere:

Bei einer Lymphknotenschwellung während der Schwangerschaft sollte unbedingt die Ursache herausgefunden werden. Manche Erkrankungen, die eine Lymphknotenbeteiligung mit sich bringen, werden durch Erreger verursacht, die schädlich für das ungeborene Kind sein können.
Besonders gefährlich sind hierbei Infektionserkrankungen wie Windpocken, Röteln, Zytomegalie, Herpes und Chlamydien. Die Liste der durchaus gefährlichen Erkrankungen ist noch deutlich länger, wobei manche mehr und manche weniger bedrohlich sind. Aus diesem Grund sollten Frauen im gebärfähigen Alter möglichst vor der Schwangerschaft gegen die gängigsten Kinderkrankheiten geimpft werden. Eine Impfung oder eine Infektion während der Schwangerschaft können zu schweren Schäden am ungeborenen Kind führen.

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Lymphknotenschwellung nach einer Operation

Eine OP stellt immer ein großes Risiko für Infektionserkrankungen dar, da je nach Größe des erfolgten Hautschnitts eine große Eintrittspforte für Erreger in den Körper besteht. Vor allem nach großen orthopädischen Operationen, die mit langen Schnitten in die Haut durchgeführt werden, haben Erreger eine breite Fläche, um in den Körper einzudringen.

In Krankenhäusern stehen vor allem Entzündungen mit resistenten Bakterien im Vordergrund. Auch trotz hoher Hygieneansprüche ist die Zahl der Erkrankungen nach Operationen sehr hoch. Durch jahrelange Entwicklungen sind Erreger entstanden, die gegen einen großen Teil der gängigen Antibiotika resistent sind. Lymphknoten in der Leistenregion sind vor allem bei Entzündungen im Bereich der Beine lokalisiert. Große Operationen, die eine Lymphknotenschwellung begünstigen, sind Hüft- oder Knieoperationen.

Lymphknotenschwellung durch Gürtelrose

Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine virale Erkrankung durch das sogenannte „Varizella-Zoster-Virus“. Die Gürtelrose ist eine Reaktivierung der Windpockenerkrankung. Die Betroffenen haben im Kindes- oder Erwachsenenalter unter den Windpocken gelitten und das Virus wird lebenslang im Körper gespeichert. Insbesondere im Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Viruserkrankung in der Form der Gürtelrose neu auftritt und zu anderen Symptomen führt, die auf einen bestimmten Teil der Haut beschränkt sind. Dies geht einher mit starkem Krankheitsgefühl, Schmerzen, geschwollenen Lymphknoten und Hautsymptomen. Heutzutage wird im Kindesalter oft gegen Windpocken geimpft, sodass auch eine Erkrankung mit Gürtelrose unwahrscheinlicher wird.

Lymphknotenschwellung nach einem Insektenstich

Bei einem Insektenstich von Mücken oder Bremsen kommt es für gewöhnlich zu leichten Symptomen an der Einstichstelle. Das Gift, das auf den Menschen übertragen wird, führt in den meisten Fällen zu einer Rötung mit Juckreiz. Bei manchen Menschen kann ein Insektenstich zu Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Schwere Rötungen, Allgemeinsymptome und Kreislaufprobleme können die Folge sein.

Liegt eine Lymphknotenschwellung vor ist das ein Hinweis auf eine Erregerinfektion als Folge des Insektenstichs. Durch den Stich durchbricht das Insekt wie bei einer kleinen Verletzung die intakte Hautbarriere. Dadurch können bakterielle oder andere Erreger den Weg in den Körper finden und zu einer Entzündung führen, was sich in geschwollenen Lymphknoten bemerkbar macht. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um bedrohliche Entzündungen, dennoch sollte ein Arzt konsultiert werden, da sich eine Blutvergiftung entwickeln kann.

Lymphknotenschwellung durch Rasur

Eine Rasur selbst stellt keine gesundheitliche Gefahr für den Körper dar. Bei Rasuren mit scharfen Klingen kann es jedoch immer wieder zu kleineren Verletzungen der Haut kommen. Das Bluten ist ein Zeichen dafür, dass die Haut verletzt und die Schutzbarriere des Körpers durchbrochen wurden. Durch das Verwenden eines Aftershaves wird das Risiko kleiner Entzündungen durch Erreger minimiert. Dabei handelt es sich um alkoholische Lösungen, welche desinfizierend und antibakteriell wirken. Kommt es dennoch zu kleinen Entzündungen, können die umliegenden Lymphknoten anschwellen.

Lymphknotenschwellung nach einer Impfung

Impfungen gibt es heutzutage gegen zahlreiche Erkrankungen, allen voran gegen die typischen Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken. Der Großteil der Impfungen wird im Kleinkindalter verabreicht, sobald das Immunsystem reif genug für die Antikörperbildung ist. Dabei werden Impfstoffe in den Muskel gespritzt, die den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen bestimmte Bestandteile eines Virus anregt. In der Nähe der Einstichstelle, die bei Kindern oft am Oberschenkel ist, können dabei die Lymphknoten als Antwort auf die Impfung anschwellen. Die Schwellung ist als harmlos einzustufen und bildet sich in kurzer Zeit wieder zurück.

Lymphknotenschwellung nach Zeckenbiss

Zeckenbisse sind in den allermeisten Fällen harmlos. Nur ein kleiner Teil der Zecken ist Träger eines Bakteriums, welches über den Biss auf den Menschen übertragen wird. Die Bakterien können eine sogenannte „Borreliose“ auslösen, die dringend behandelt werden sollte, da sie langfristig zu schweren Schäden führen kann. Sollte es im Rahmen eines Zeckenbisses zu einer kreisrunden Rötung um die Einstichstelle und dem Anschwellen von Lymphknoten kommen, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird in diesem Falle sofort ein Antibiotikum gegen das Bakterium verschreiben.

Eine ausfühlichere Hilfe zur Diagnose finden Sie unter Wie kann man Borreliose erkennen?

Ist Sport bei Lymphknotenschwellung möglich?

Ob eine Ausübung von Sport bei angeschwollenen Lymphknoten möglich ist, hängt von den begleitenden Symptomen ab.
Bei Abgeschlagenheit, leichtem oder hohem Fieber und Begleitsymptomen, die auf eine Grunderkrankung hindeuten können, sollte zunächst eine Schonung eingehalten werden. Nach Impfungen oder bei gutem Allgemeinzustand können in der Regel sportliche Aktivitäten ausgeführt werden. Im Zweifel bei unklarem Gesundheitszustand ist es jedoch ratsam, zunächst einen Arzt zu befragen.

Welcher Arzt behandelt eine Lymphknotenschwellung?

Bei typischen Infektsymptomen und schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten kann zunächst ein Hausarzt aufgesucht werden. Bei Kindern und Kleinkindern ist auch der Kinderarzt ein guter Ansprechpartner, insbesondere wenn der Verdacht auf eine virale Kinderkrankheit besteht.
Besteht der Verdacht auf ein Lymphom oder eine andere bösartige Erkrankung kann der Hausarzt für eine Biopsie des Lymphknotens den Patienten in ein Krankenhaus, bestenfalls mit einer onkologischen Station überweisen. Dort muss über die weitere Therapie entschieden werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.04.2018
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