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Symptome von HIV

Infektionsverlauf bei einer HIV- Infektion

Einige Tage bis wenige Wochen nach der Infektion mit ausreichend vielen Viren (=Inkubationszeit) kommt es zu einer explosionsartigen Vermehrung von HIV, vor allem in Zellen der Schleimhäute, aber auch im Blut. Die Gefahr, das Virus selbst zu übertragen ist durch die hohe Viruslast (Zahl der HI-Viren im Blut), welche in dieser Phase ihren Gipfel erreicht, besonders groß.

Die Zahl der wichtigen Immunzellen, T-Zellen, nimmt steil ab. Durch diese rasante Verschlechterung der Abwehrsituation kommt es in vielen, wenngleich nicht in allen Fällen zu einem Krankheitsbild, welches anderen Viruserkrankungen, wie zum Beispiel dem Pfeifferschen Drüsenfieber gleicht. Es können Fieber, Gliederschmerzen, Schwellungen der Lymphknoten und andere relativ unspezifische Symptome auftreten. Aus diesem Grunde sollte auf eine Erfragung möglicher Risiken für HIV nicht verzichtet werden, selbst wenn ein banaler Infekt zunächst naheliegend erscheint.

Im Anschluss an diese akute Infektion schafft der Körper durch eine Immunantwort, welche HIV zwar unterdrückt aber nicht zu entfernen vermag, einen Rückgang der Viruszahl. Antikörper gegen das Virus werden gebildet. Diese Phase, in der keine Symptome auftreten, kann mehrere Jahre andauern. In diesem Zeitraum verringert sich die Zahl der T-Zellen langsam, dafür aber kontinuierlich. Hat sie die kritische Grenze von 200 Stück pro Mycroliter unterschritten, treten die typischen Symptome auf, welche durch ein zu schwaches Immunsystem verursacht werden. Ab diesem Zeitpunkt spricht man von AIDS. Dennoch können erste Zeichen der AIDS-Erkrankung bereits bei höherer Zellzahl auftreten.

Klassifikation der Symptome bei einer HIV- Infektion

Es gibt bestimmte typische Infektionen, welche bei Menschen mit intaktem Immunsystem in der Regel nicht auftreten, dafür aber auffällig häufig bei HIV- bzw. AIDS-Patienten vorkommen. Das Abwehrsystem ist durch das Fehlen der wichtigen T-Zellen nicht mehr ausreichend in der Lage, gezielt gegen Erreger vorzugehen, welche beim Gesunden leicht und schnell eliminiert werden.

Dazu gehören beispielsweise Hefepilzinfektionen im Mund- und Rachenraum oder bestimmte Erreger der Lungenentzündung. Der Erregertyp ist ebenso spezifisch und aussagekräftig in Bezug auf den Fortschritt der Erkrankung, ebenso wie die Zahl der weniger werdenden T-Zellen.
Aus diesem Grunde hat sich ein System der Klassifikation der AIDS-Erkrankung durchgesetzt, welches beides berücksichtigt. Die sogenannte Laborkategorie, also die    T-Zellzahl wird in drei Stufen unterteilt.

  • Stufe 1: >500/mycrol
  • Stufe 2: 200-500/mycrol
  • Stufe 3: <200/mycrol

Darüber hinaus gehen bestimmte Erreger in die sogenannte klinische Kategorie ein. Kategorie A bedeutet, dass keinerlei HIV-spezifische Symptome beobachtet werden. Kategorie C beinhaltet Erreger, welche AIDS definieren, da sie nur bei Patienten mit einem stark geschwächtem Abwehrsystem vorkommen. Dazu gehören viele Pilz- und Wurmerkrankungen. Aber auch bestimmte Krebsarten kommen häufig vor. Kategorie B hingegen steht für Erkrankungen, welche einen ersten Hinweis auf eine beginnende AIDS-Erkrankung liefern können, allerdings nicht definierend, das heißt beweisend sind. Dazu gehört beispielsweise die Gürtelrose. Um Verlauf und Prognose eines HIV-Patienten beurteilen zu können ist also eine Kombination aus Labor- und klinischer Kategorie nötig.

Symptome der Akutphase bei einer HIV- Infektion

Als akute Phase der HIV-Infektion wird die erste Abwehrreaktion des Körpers auf den Eindringling bezeichnet. Sie äußert sich durch eine Vielzahl von Symptomen und dient prinzipiell der Bekämpfung des Virus - im Falle des HI-Virus gelingt dies jedoch nicht vollständig. Die akute Phase beginnt ca. 1-6 Wochen nach Eindringen des Virus in den Körper. Nur jeder zweite bis dritte Betroffene durchläuft sie. Das bedeutet, dass die Mehrzahl der HIV-Infizierten keinerlei akute Symptome zeigt, die frühzeitig auf die Erkrankung aufmerksam machen. Deshalb wird die Infektion mit dem HI-Virus häufig erst spät festgestellt.

Treten Symptome auf, ähneln sie häufig den Symptomen beim „Pfeifferschen Drüsenfieber“ oder der Grippe: Erkrankte beklagen häufig Fieber und Halsschmerzen, geschwollene Rachenmandeln und Gliederschmerzen. Lymphknoten an mehreren Stellen des Körpers können geschwollen sein. Seltener zeigen Lymphknoten zusätzlich andere Entzündungszeichen wie Schmerz, Rötung und Überwärmung. Gelegentlich tritt ein Hautausschlag auf.

Die Symptomatik kann auch an einen Magen-Darm-Infekt erinnern: mehrere Tage andauernder Durchfall mit dünnen bis wässrigen Stühlen kann auftreten. Zusätzlich kann sich Übelkeit, teilweise bis hin zum Erbrechen, entwickeln. Ein Teil der Betroffenen verliert in dieser Phase der Erkrankung bereits über 2,5 kg an Gewicht.

Wie beim Pfeifferschen Drüsenfieber kann auch die Infektion mit dem HI-Virus eine Milzschwellung verursachen. Diese kann gelegentlich durch linksseitige Bauchschmerzen oder in der körperlichen Untersuchung beim Arzt auffallen, wird meist jedoch erst in einem Bauch-Ultraschall gesehen.

Manche Patienten beschreiben einen Muskelschmerz. Dieser kann viele Muskeln gleichzeitig betreffen und beginnt häufig an Armen oder Beinen. Auch Gelenkschmerzen, beispielsweise an Knie, der Hüfte oder den Ellenbogen, treten gelegentlich auf. Seltener, jedoch auch möglich, sind Kopfschmerzen und weitere Zeichen einer Hirn- oder Hirnhautentzündung wie beispielsweise Müdigkeit, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen im Gesicht oder Nackensteifigkeit.

In der Regel klingen die Symptome spätestens nach einigen Wochen wieder ab, wenn der Körper das Virus gefunden stark genug zurückgedrängt hat. Eine Ausnahme bilden hier die Lymphknotenschwellungen. Sie können auch noch Monate nach Abklingen der anderen Symptome bestehen - dann sind sie, falls die Erkrankung bis dahin noch nicht festgestellt wurde, ein wichtiger Hinweis auf die HIV-Infektion.

Im Folgenden werden die unspezifischen Symptome der akuten Phase näher beschrieben.

Bauchschmerzen

Bauchschmerz ist ein sehr unspezifisches Symptom, das in allen Stadien der HIV Erkrankung auftreten und viele unterschiedliche Ursachen besitzen kann. In der Akutphase können Symptome eines Magen-Darm-Infektes die Schmerzen verursachen. Auch eine Milzschwellung aufgrund der Infektion kann für linksseitige Unterbauchschmerzen verantwortlich sein. Im Verlauf der Erkrankung können immer wieder Bauchschmerzen auftreten, die nicht zwingend einer Ursache zugeordnet werden können oder einer Behandlung bedürfen. Oftmals stecken vorübergehend opportunistische Magen-Darm-Infektionen mit Durchfällen dahinter.

Da die Ursache der Bauchschmerzen in den meisten Fällen nicht HIV ist, empfehlen wir Ihnen unsere Seite zu: Bauchschmerzen - Das steckt dahinter

Husten

Husten kann ein typisches frühes Symptom einer HIV Infektion sein, aber auch in späteren Stadien der Erkrankung als begleitendes Symptom vorkommen. Die Akutsymptome der HIV Infektion selbst treten für gewöhnlich innerhalb weniger Wochen auf, wenn das Virus sich im Körper vermehrt hat. Diese Symptome entsprechen denen einer herkömmlichen viralen Infektion und können mit Husten, Fieber und Durchfällen einhergehen. Die langfristige HIV Erkrankung kann durch die resultierende Immunschwäche zu sogenannten „opportunistischen Infektionen“ führen. Auch hierbei kann Husten ein Symptom der HIV Erkrankung sein. Kommt es bei einer bestehenden HIV Erkrankung zu spontanem Husten und anderen Infektionszeichen, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, da Infektionserkrankungen mitunter schwere Verläufe annehmen können und Lungenentzündungen begünstigt auftreten.

Fieber

Fieber ist ein sehr unspezifisches Symptom und kann auf viele Krankheiten hinweisen.

Hohes Fieber kommt innerhalb der ersten zwei Monate nach Infektion mit HIV vor, also dem Anfangsstadium der Erkrankung - häufig zusammen mit weiteren allgemeinen  Krankheitssymptomen. Aber auch später im Verlauf, wenn die Erkrankung ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, sind immer wiederkehrende subfebrile Temperaturen (zwischen 37.5 und 37.9 °C) häufig.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Fieber

Hautausschlag

Einige Tage bis Wochen nach dem Eindringen des HI-Virus kann im Rahmen der akuten Phase nach Primärinfektion ein Hautausschlag auftreten. Dabei sind etwa 30-50% der Patienten von Hautveränderungen kurz nach der Infektion betroffen. Ausschläge gehören damit neben Fieber und Lymphknotenschwellungen zu den häufigsten Symptomen nach der Primärinfektion und beginnen meist 2-3 Tage nach dem Auftreten von Fieber. Sie können sehr vielseitig sein und unterscheiden sich von Patient zu Patient.

Am häufigsten tritt ein fachsprachlich als „makulopapulös“ bezeichneter Ausschlag auf. Dieser zeigt sich durch meist rote Flecken, die beim Berühren mit der Hand leicht erhaben oder knotig wirken. Häufig ähnelt der Ausschlag den Hautveränderungen bei der Röteln- oder Masern-Infektion.Die Flecke können sich glatt, rau oder schuppig anfühlen. Bei Personen mit dunkler Hautfarbe sind die Flecke schwarz oder dunkelbraun. Nur sehr selten tritt gleichzeitig Juckreiz oder ein brennender Schmerz auf.

Die Flecken können gleichzeitig auf der ganzen Haut auftreten oder nur bestimmte Bereiche wie Gesicht, Brust, Hals, Rücken oder die Gliedmaßen betreffen. Dabei ist der Hautausschlag meist auf Gesicht, Hals und Rumpf beschränkt - nur selten tritt er an Armen und Beinen auf. Bei den meisten Patienten verschwindet er ca. 24-48 Stunden nach dem ersten Auftreten. Er kann jedoch auch 2 Wochen bestehen bleiben. In der Regel heilt er folgenlos aus und hinterlässt keine Narben an der Haut.

Wenn ein Hautausschlag zusammen mit Fieber einige Wochen nach Geschlechtsverkehr mit einem potenziell HIV-Infizierten oder nach intravenösem Drogenabusus mit „needle-sharing“ auftritt, sollten die Alarmglocken klingeln - dies könnten die ersten Hinweise auf HIV sein.

Im Stadium B kann es zum Auftreten von Dellwarzen (Molluscum contagiosum) kommen, etwa 2 mm große, weißlich-glänzende Pusteln mit einer kleinen Delle in der Mitte, die von einem Virus verursacht werden. Sie treten gerne im Gesicht, am Rumpf und im Genitalbereich auf.

Etwas unangenehmer und häufiger beim HIV-Infizierten als beim gesunden Patienten anzutreffen ist der Herpes Zoster, eine Reaktivierung des Windpockenvirus. Er äußert sich mit etwa 5 mm großen, geröteten, flüssigkeitsgefüllten und später verkrusteten Bläschen im Gesicht oder am Rumpf und ist von starken Schmerzen begleitet.

Viele weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Hautausschlag bei HIV und Dellwarzen

Neben dem Ausschlag auf der Haut können auch Schleimhäute Zeichen der HIV-Infektion zeigen. Im Mund und am Genital entstehen gelegentlich kleine, wunde Stellen, die auch als „Ulzera“ bezeichnet werden. Sie heilen normalerweise schnell ab und hinterlassen keine Spuren.
Darüber hinaus entstehen am After und der Vagina von HIV-Infizierten häufig Feigwarzen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Feigwarzen

Juckreiz

Juckreiz kann, so wie zahlreiche andere unspezifische Symptome, ein Hinweis auf eine akute HIV Infektion sein, aber auch in späteren Stadien durch Begleiterkrankungen hervorgerufen werden. Wenige Wochen nach der Primärinfektion kann es zu unspezifischen Infektionssymptomen wie Husten, Schnupfen und Fieber kommen. Manchmal tritt auch ein Hautausschlag auf, der sich in Juckreiz, Rötungen und kleinen Knoten äußert. Diese Symptome lassen spätestens nach wenigen Wochen nach. Im Verlauf können opportunistische Infektionen jedoch erneut die Haut angreifen und Hautinfektionen mit Ausschlägen und Juckreiz verursachen. Typischerweise können Pilzinfektionen, Herpesviren, diverse Bakterien und bösartige Tumorerkrankungen als Folge der HIV Erkrankung zu Juckreiz der Haut führen.

Durchfall

Durchfall ist ein sehr häufiges und lästiges Symptom der HIV Erkrankung. Chronische Durchfälle stellen ein unspezifisches Symptom dar, das primär und sekundär durch das Virus verursacht werden kann. Das Virus selbst kann bei der Erstinfektion durch Darmschleimhautentzündungen zu lang anhaltenden Durchfällen führen, die in der Regel nach einiger Zeit wieder abklingen. In der Langzeitfolge sind sogenannte „opportunistische“ Darminfektionen jedoch keine Seltenheit. Sie können die Immunschwäche des Körpers nutzen, um chronische und hartnäckige Entzündungen des gesamten Gastrointestinaltraktes auszulösen. Auch die häufig begleitenden Lebererkrankungen können durch ihre Beteiligung an der Verdauung in der Folge zu Durchfällen führen.

Nachtschweiß

Nachtschweiß ist definiert als so starkes nächtliches Schwitzen, dass mindestens einmal pro Nacht der Schlafanzug oder sogar die Bettwäsche gewechselt werden muss.

Bei einer erhöhten Schweißneigung mit Fieber ist zunächst von einer viralen oder bakteriellen Infektion auszugehen. Dahinter stecken neben der akuten HIV Infektion möglicherweise grippale Infekte, Atemwegs- oder Harnwegsinfekte und das Pfeiffersche Drüsenfieber.

Auch schwerere Infektionen sind bei einer fortgeschrittenen HIV Erkrankung möglich, so etwa eine Tuberkulose, eine Meningitis oder Endokarditis.

Nachtschweiß kann jedoch auch im Rahmen sogenannter „B-Symptomatik“ vorkommen. Dabei handelt es sich neben dem Nachtschweiß um Gewichtsverlust, Fieber und weitere unspezifische Symptome, die auf eine bösartige Tumorerkrankung hindeuten können.

Möglicherweise kann die Ursache eine Blut- oder Lymphkrebserkrankung sein, aber auch eine Tumorerkrankung, die durch das HI-Virus begünstigt entstehen kann. Selten kann ein Nachtschweiß auch auf bestimmte Medikamente zurückgeführt werden. Dahinter können hormonverändernde Mittel wie Schilddrüsenmedikamente stecken.

Auch Antidepressiva können in diesem Zusammenhang verantwortlich sein.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Schwitzen in der Nacht - harmlos oder gefährlich?

Eine Krankheitsform der enormen Gewichtsabnahme in Verbindung mit der Infektionserkrankung AIDS stellt die "Kachexie" dar.

Vergrößerte Lymphknoten

Den Lymphknoten kommt bei der HIV-Infektion und seiner Erkennung eine besondere Rolle zu – denn Symptome wie Schwellung, Schmerzen oder Überwärmung an den Lymphknoten sind häufig das erste Zeichen einer HIV-Infektion.

Meist bemerken Betroffene kleine Knoten entweder am Hals, am Kiefer, in der Leiste oder in den Achselhöhlen. Diese Knoten wachsen im Verlauf auf bis zu etwa 3 cm Durchmesser an. Anders als bei den meisten anderen Infektionskrankheiten bleiben die Lymphknoten bei Befall durch das HI-Virus häufig sehr lange geschwollen.

Hinzu kommt, dass nicht wie bei vielen anderen Erregern nur eine Lymphknotenstation betroffen ist, sondern bereits sehr früh mehrere Körperregionen gleichzeitig Symptome an den Lymphknoten zeigen. Eine generalisierte Lymphknotenschwellung ist jedoch nicht nur typisch für HIV. Sie kann auch bei anderen Viruserkrankungen, z.B. Pfeiffer'schem Drüsenfieber, oder einem Lymphom, also Lymphdrüsenkrebs, auftreten.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lymphknotenschwellung - Welche Hinweise gibt es, dass es HIV ist? und Pfeiffersches Drüsenfieber

Kopf- und Gliederschmerzen

Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit bilden zusammen den Symptomkomplex der sog. grippeähnlichen Symptome.
Sie sind vor allem für Infektionen mit dem Grippevirus typisch, daher der Name.

Sie treten jedoch auch innerhalb der ersten zwei Monate nach einer HIV-Infektion auf, wenn das Immunsystem sich noch kräftig gegen die Infektion zu wehren versucht, und zählen zum Anfangstadium der Infektion.

Bei HIV halten diese Symptome jedoch in der Regel etwas länger an als bei einer Grippe.

Symptome im Mund

Die HIV-Infektion kann sich in jeder Phase der Erkrankung mit Symptomen am und im Mund äußern. Da den Mund betreffende Beschwerden oft das Essen und Trinken behindern, spielen sie eine besondere Rolle im Leben der Betroffenen.

Während der akuten HIV-Krankheit kurz nach Infektion treten bei einigen Patienten kleine Wunden, auch „Ulzera“ genannt, an der Mundschleimhaut auf. Sie ähneln häufig den weithin bekannten Aphten. Zusätzlich kann in dieser Phase ein rötlicher, manchmal knotiger Ausschlag im Mund sichtbar werden.

Ob Symptome am Mund in späteren Phasen auftreten, hängt meist davon ab, wie stark das Immunsystem durch das Virus beeinträchtigt ist. Ist die Anzahl der Abwehrzellen gering, treten bakterielle Infekte der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches gehäuft auf. Der Herpes im Mund und an den Lippen ist dann eine der häufigsten Erkrankungen. Einige bakterielle Infekte können ohne Behandlung zur Zerstörung und Schwarzfärbung des Zahnfleisches führen.

Erfahren Sie mehr zum Thema unter: Zahnfleischbluten als Anzeichen einer HIV-Infektion

Weiterhin ist die Pilzinfektion im Mund (Stadium B) mit dem Erreger „Candida albicans“ bei HIV sehr typisch. Bei ihr entsteht ein weißer Saum aus Pilzerregern auf Zunge, Mundschleim und Gaumen. Nicht zu verwechseln ist der Pilz mit einer weiteren, häufig auftretenden weißlichen Verfärbung im Mundraum – der sogenannten „oralen Haarleukoplakie“. Hinter dem komplizierten Namen steckt eine weißliche Veränderung von Schleimhautzellen an den Zungenrändern, die aufgrund einer Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus entsteht.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Pilzinfektion im Mund

Nach längerer Erkrankungsdauer können verschiedene Tumorerkrankungen wie das „Kaposi-Sarkom“ oder Lymphome im Mund auftreten und dort starke Beschwerden verursachen.

Gelbe Zunge

Eine gelbe Zunge kann viele Ursachen haben und ist keineswegs typisch für eine HIV Erkrankung. Die Ursachen können von schlechter Mundhygiene, über Lebens- und Essgewohnheiten, bis hin zu erregerbedingten Infektionen führen. Einige Ursachen können direkt oder indirekt durch die HIV Infektion begünstigt werden. Pilz- oder Bakterieninfektionen können den Belag verursachen und zusätzlich Schmerzen und andere Infektionszeichen hervorrufen. Durch eine reduzierte Immunabwehr können sie indirekt vom HIV verursacht werden. Auch eine Antibiotikabehandlung kann als Nebenwirkung gelbliche Beläge der Zunge auslösen. Antibiotikabehandlungen werden durch die vermehrte Infektanfälligkeit von HIV Infizierten häufiger, wodurch auch eine gelbe Zunge auftreten kann. Seltener stecken Veränderungen der Leber hinter der Zungenfarbe. Bei Leberschäden kann es neben einer gelblichen Hautfärbung auch zu Gelbfärbungen der Augen, Nägel, Schleimhäute und Zunge kommen. Seltener steckt jedoch ein Mangel an Spurenelementen hinter dem Symptom. Auch Eisen- oder Vitaminmängel können eine gelbe Zunge hervorrufen und somit indirekt durch HIV verursachen.

Im Stadium C können auch die sog. Kaposi Sarkome im Mund auftreten, eine AIDS-definierende Erkrankung. Sie äußert sich durch bläuliche Knötchen in Haut und Schleimhäuten, die ebenfalls schmerzhaft sein können.

Zahnfleischbluten

Zahnfleischbluten stellt ein unangenehmes Symptom dar, welches indirekt mit einer HIV Erkrankung zusammenhängen kann. Ursächlich ist in vielen Fällen eine Entzündung des Zahnfleischs oder der Mundhöhle, eine sogenannte „Gingivitis“. Sie kann durch Erreger aber auch durch Essensrückstände und mangelnde Mundhygiene entstehen. Bevor von einer Infektion ausgegangen wird, sollte zunächst eine ausreichende Mundhygiene im Vordergrund stehen. Im Laufe einer fortgeschrittenen HIV Erkrankung kann es jedoch durch die Abwehrschwäche auch zu bakteriellen oder viralen Entzündungen des Zahnfleischs kommen. Häufig können auch Pilzbefälle der Mundhöhle im Zusammenhang mit einer HIV Erkrankung stehen und die Blutung auslösen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen unsere Seite zu: Zahnfleischbluten als Anzeichen einer HIV- Infektion

Häufige Begleiterkrankungen bei HIV

Hepatitis

Hepatitisinfektionen treten sehr häufig mit HIV Infektionen gemeinsam auf. Bei einer Hepatitis handelt es sich um eine Leberentzündung, die in den meisten Fällen durch eines der fünf Hepatitis Viren ausgelöst wird. Die Infektionen sind deshalb oft gemeinsam zu finden, weil die Übertragungswege gleich sind. Beide Erkrankungen können über Sexualkontakte, verunreinigte Spritzen und Blutkontakte übertragen werden.

Liegt bereits eine HIV Infektion vor, können andere virale Entzündungen wiederum begünstigt auftreten, da eine Immunsuppression sowohl die Erstinfektion, als auch die Chronifizierung einer Hepatitis erleichtert. Insbesondere die Hepatitis B und C Viren stellen eine große Gefahr für den Patienten dar, wobei gegen Hepatitis B eine wirksame Impfung existiert. Es kann selten zu akuten Symptomen wie Fieber, einer Gelbfärbung der Haut und Übelkeit kommen, häufig jedoch fällt die Infektion erst durch eine Routineuntersuchung des Blutes auf. Die unterschiedlichen Arten der Hepatitis gehen mit verschiedenen Behandlungen und Prognosen einher. Eine medikamentöse Therapie ist zwingend notwendig, um einen chronischen Verlauf der Infektion zu verhindern und damit langfristig schwere Leberschäden zu vermeiden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Hepatitis

Depression

HIV Erkrankte leiden überdurchschnittlich häufig an einer Depression, was an der heftigen psychischen und physischen Belastung durch die HIV Erkrankung liegt. Die HIV Infektion stellt für Betroffene oft ein einschneidendes Erlebnis in ihrem Leben da. Dennoch ist die HIV Erkrankung mit vielen Vorurteilen behaftet, die den Betroffenen selbst und dem sozialen Umfeld ein fehlerhaftes Bild der Erkrankung vermitteln und damit psychosoziale Belastungen schaffen. Die wichtigsten Aspekte der HIV Erkrankung, die häufig zu psychischen Belastungen führen, sind der chronische Verlauf, die Lebenszeitverkürzung und die vermeintliche Unfähigkeit Sexualkontakte zu pflegen und Kinder bekommen zu können. Eine HIV Infektion verläuft zwar chronisch und kann auch nicht geheilt werden, eine medikamentöse Kontrolle ist jedoch so gut möglich, so dass nicht von einer Lebensverkürzung oder gar einem Todesurteil durch die Infektion ausgegangen werden muss. Auch das Sexualleben muss unter ärztlicher Kontrolle keine signifikanten Einschränkungen erleben. Bei der Erstdiagnose sollte bei jedem Betroffenen eine psychotherapeutische Begleitung erfolgen, um Stigmata zu beseitigen, die Krankheit besser verstehen und kennenlernen zu können und schnell wieder ein alltägliches Leben zu führen.

Typische Symptome beim Mann

Die HIV Infektion hat kaum geschlechtsspezifische Unterschiede. Lediglich die Übertragungswege und –wahrscheinlichkeiten können zwischen den Geschlechtern variieren.

Für den Mann ist der wichtigste Eigen- und Fremdschutz das Kondom. Dadurch kommt es für ihn zu einem geringeren Hautkontakt mit einer potentiell infektiösen Schleimhaut.

Insgesamt ist beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr das Risiko der Infektion für den Mann geringer. Die Verläufe und Symptomatik unterscheiden sich im Falle einer akuten und chronischen HIV Erkrankung nicht von dem einer Frau.

In der akuten Phase können im Bereich der Leiste geschwollene Lymphknoten auftreten. Am Genital selbst kann es gelegentlich zu wunden Stellen kommen. 
Die ersten Symptome in den ersten Wochen sind daher allgemeiner und systemischer Natur und bestehen meistens aus: Fieber, Krankheitsgefühl, Durchfall und Gewichtsverlust (HIV wird wegen des Durchfalls auch als sogenannte "slimming-disease" bezeichnet) und generalisierter Lymphknotenschwellung.

Erst Monate bis Jahre später treten die opportunistischen Erkrankungen auf, die durch die Schädigung des Immunsystems durch das Virus entstehen. Diese definieren dann in ihrer Gesamtheit das Stadium AIDS (acquired immunodeficiency syndrome = erworbenes Immundefizienz Syndrom).

Durch die HIV Infektion können ebenso begünstigt Feigwarzen am männlichen Genital auftreten. Im chronischen Verlauf der Erkrankung wird die Entstehung diverser bösartiger Tumorerkrankungen durch die Immunsupression begünstigt.

Während bei der Frau einige geschlechtsspezifische Krebsarten entstehen können, können sich mit geringer Wahrscheinlichkeit beim Mann Anal-, Hoden- und Peniskarzinome ausbilden.

In der Entstehung dieser Karzinome spielen jedoch andere virale Infektionen und Rauchen eine ebenso große Rolle. Die Fruchtbarkeit wird im Allgemeinen nicht durch die HIV Infektion eingeschränkt.

Sogar eine Zeugung ist durch ein sogenanntes „Waschen“ des Spermas im Labor möglich.

Typische Symptome bei der Frau

Während die HIV-Infektion bei beiden Geschlechtern ähnlich verläuft, müssen bei Frauen zusätzliche Faktoren wie Erkrankungen des weiblichen Geschlechts, Kinderwunsch, Geburtsrisiken und soziale Beeinträchtigung durch HIV bedacht werden.

Darüber hinaus gibt es einige geschlechtsspezifische Erkrankungen, die bei HIV-infizierten Frauen häufiger als bei Gesunden auftreten und das Leben der Betroffenen stark einschränken können. Dazu gehören beispielsweise Entzündungen und Infektionen der Vagina, der Gebärmutter und der Eierstöcke sowie sexuell übertragbare Erkrankungen durch Chlamydien und Trichomonaden.
Vaginaler Herpes tritt bei HIV-Infizierten bis zu 20-mal häufiger auf als bei Gesunden.

Ein weiteres, für HIV wichtiges Feld sind Tumorerkrankungen. Eine regelmäßige Vorsorge ist bei HIV-infizierten Frauen unerlässlich, weil sich die Zellen des Gebärmutterhalses deutlich häufiger verändern und so Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Je besser der Zustand des Immunsystems ist, desto länger braucht das Virus allerdings, um die T-Zell-Zahl zu reduzieren.
Im Endstadium der HIV-Erkrankung kann bei Frauen jedoch ein durch HPV (humane Papillomaviren) ausgelöstes Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) auftreten. Dazu muss jedoch vorher schon eine Infektion mit HPV bestanden haben, die durch die Immunschwäche dann zur Transformation der Plattenepithelzellen des Gebärmutterhalses führen. Dies ist bei vielen Frauen die erste durch AIDS verursachte Erkrankung.

Weiterhin ist bei Frauen mit Kinderwunsch zu bedenken, dass die Schwangerschaft deutlich riskanter ist: Infektionen des Kindes im Mutterleib treten häufiger auf, das Risiko für eine Frühgeburt ist erhöht und eine Übertragung von HIV auf das Kind ist insbesondere dann möglich, wenn keine Vorkehrungsmaßnahmen getroffen werden.

 

Schwere Erkrankungen in der Spätphase der HIV Infektion

Eine HIV Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien und kann sich klinisch sehr unterschiedlich präsentieren. Nachdem das akute Stadium abgeklungen ist, kann die Erkrankung kontrolliert werden und symptomfrei verlaufen oder aber in das Stadium B und C münden. Die Stadien zeichnen sich durch das Auftreten sogenannter opportunistischer Erkrankungen aus. Primär handelt es sich dabei um Infektionen mit Erregern, die bei immunkompetenten keine Infektion hervorgerufen hätten oder symptomärmer verlaufen wären. Dazu zählen Pilzerkrankungen im Mund und der Speiseröhre, chronische Durchfälle, Zungenbeläge durch Viren, Reaktivierungen von Viren mit schmerzhaften Hautausschlägen und zahlreiche weitere Erkrankungen. Sämtliche bakterielle, virale oder parasitäre Erreger können zu symptomatischen Infektionen führen mit teilweise erheblich erschwerten Symptomen aufgrund der zunehmenden Immunschwäche des HIV Infizierten. Im Stadium C schließen sich besonders schwere opportunistische Erkrankungen an, weshalb man in diesem Stadium von AIDS spricht. Diese können teilweise mit neurologischen Symptomen wie Wesensveränderungen, Epilepsie, Neuropathien, Lähmungen und Gefühlsstörungen einhergehen. Ebenfalls häufig kommen in diesem Stadium Lungenentzündungen vor, zum Beispiel durch Tuberkulose-Erreger. Auch bösartige Tumorerkrankungen können eine Folge der HIV Erkrankung sein. Sie können mit der Zeit sämtliche Organe befallen und zu sehr variablen Symptomen und Beschwerden führen. Im Folgenden werden die wichtigsten opportunistischen Erkrankungen, die durch das HIV Virus begünstigt werden gennant.

Kaposi Sarkom

Das Kaposi Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der zu den sogenannten „Aids-definierenden Erkrankungen“ zählt. Damit sind Erkrankungen gemeint, die eindeutig zeigen, dass die HIV Erkrankung sich im Endstadium befindet. Bei einem Kaposi Sarkom kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einem Auftreten vieler und breit im Körper verteilter Tumore, die auf eine Gruppe von Herpes-Viren zurückgeführt werden können. Die HIV Erkrankung begünstigt die anschließende Entartung befallener Zellen, wodurch es an der Haut und sämtlichen Organen zu den stark durchbluteten Knoten kommen kann. Das Kaposi Sarkom ist abhängig von dem Immunstatus und der HIV Erkrankung, weshalb sich die Therapie des Krebses hauptsächlich gegen die HIV Infektion richtet. In der Regel ist ein Kaposi Sarkom nicht heilbar.

Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung stellt ein häufiges und gefährliches Krankheitsbild dar, welches im Rahmen einer HIV Infektion eine gefürchtete Begleiterkrankung ist. Lungenentzündungen entstehen durch simple Atemwegsinfekte, die besonders in den Wintermonaten bereits beim Immungesunden häufig auftreten können. Durch die Immunschwäche eines HIV Erkrankten können sich die Entzündungen jedoch in die tiefen Atemwege und die Lunge ausbreiten. Dabei kommt es zu hohem Fieber, Husten und nicht selten zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. Die Gefahr einer Lungenentzündung muss bei HIV Infizierten immer beachtet werden, da es sich um eine der häufigsten Todesursachen immungeschwächter Patienten handelt. Therapeutisch ist zu beachten, dass durch die HIV Erkrankung auch ungewöhnliche Keime hinter der Lungenentzündung stecken können, zum Beispiel die Tuberkuloseerreger.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Anzeichen einer Lungenentzündung

Neuropathie

Unter einer Neuropathie versteht man eine Erkrankung des Nervensystems, die nicht durch Unfälle bedingt ist. Diverse opportunistische Infektionen, die im Rahmen der HIV Erkrankung auftreten können, manifestieren sich im Nervensystem. Die Neuropathie kann durch opportunistische Erreger, durch das HI-Virus selbst oder als Nebenwirkung der Medikation hervorgerufen werden. Typische Symptome sind hierbei langsam aufsteigende Missempfindungen in Füßen und Händen. Oftmals sind die Symptome rumpfförmig begrenzt und wandern stetig in Richtung des Körperstamms. Als Spätfolge kann es sogar zu einem Ausfall der Muskulatur im betroffenen Bereich kommen.

Demenz

Bei einer Demenz handelt es sich um eine psychiatrische Auffälligkeit, die durch Veränderungen im Gehirn entstehen kann. Bekannt ist typischerweise nur die Altersdemenz, jedoch können auch neurologische Erkrankungen und Infektionen des Nervensystems eine Demenz verursachen. Das HI-Virus selbst kann sich im Gehirn anreichern und zu einer HIV-Demenz und Strukturveränderungen der Nervenzellen führen. Dabei fallen Intelligenz- und Kognitionsminderungen, Verlangsamungen, Depressivität und Störungen der Motorik als Symptome auf. Die Demenz kann jedoch auch als Folge opportunistischer Infektionen durch die Immunschwäche auftreten. Infektionen, die unter anderem das Nervensystem befallen, sind zum Beispiel die „Toxoplasmose“ oder die „Kryptokokken-Meningitis“. Die Infektionen können das zentrale Nervensystem stark schädigen. Bei früher Behandlung können die Symptome zurückgehen.

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Wann treten die Symptome auf?

Wann die ersten Symptome bei einer HIV-Infektion auftreten, ist sehr variabel. Sie entstehen immer erst, wenn sich das Virus stark genug vermehrt hat.

  • Bei einigen Betroffenen setzt kurz nach dem Eindringen des Virus die akute HIV-Krankheit ein – sie beginnt in der Regel zwischen 7 Tagen bis 6 Wochen nach Infektion, wobei erste Beschwerden wie Fieber, Halsschmerz und Lymphknotenschwellungen meistens zwischen der zweiten und vierten Woche auftreten. In den ersten zwei Monaten nach Infektion treten vor allem allgemeine und unspezifische Symptome einer schweren Infektion auf (s.u.), danach tritt die sog.
    Latenzphase ein, die Monate und sogar Jahre dauern kann (Stadium A). In dieser Latenzphase hat der Infizierte wenig Symptome, er bemerkt höchstens eine zunehmende Leistungsschwäche und Gewichtsverlust. Durch die voranschreitende Zerstörung fähiger Immunzellen kann es nach und nach zu Infektionen mit Krankheitserregern kommen, die bei einem gesunden Menschen nicht ausbrechen würden. Diese Krankheiten werden als AIDS-definierende und nicht-AIDS definierende Erkrankungen zusammengefasst.
  • Nach der Latenzphase treten zunächst die nicht-AIDS definierenden Symptome auf (Stadium B).
  • Ein Auftreten von AIDS-definierenden Erkrankungen, welches auch die Diagnose AIDS nach sich zieht, ist frühestens zwei Jahre nach Infektion zu erwarten (Stadium C).
  • Ein Hautausschlag wird dabei häufig 1-2 Tage nach dem ersten Auftreten von Fieber sichtbar. Ein weiterer Teil der Betroffenen bemerkt innerhalb weniger Wochen nach Infektion, manchmal auch erst Monate später, dicke, geschwollene Lymphknoten an mehreren Stellen des Körpers wie dem Hals, den Achseln und der Leiste.

Zu beachten ist, dass nur ein Teil der Betroffenen in den ersten Jahren Symptome zeigt – bei den restlichen Infizierten bleibt das Virus unbemerkt, bis Tumore, allgemeine Symptome wie Schwäche, Gewichtsabnahme und Bewusstseinsstörungen oder sogenannte „opportunistische“ Infektionen – also Infekte, die nur bei angeschlagenem Immunsystem entstehen – auftreten.

Bei diesen Menschen gibt es keinen genauen Zeitpunkt, an dem erste Symptome auftreten. Einige wenige bemerken innerhalb von Wochen oder Monaten erste Symptome, andere bleiben 15 Jahre symptomfrei.

In den ersten 2 Jahren entwickeln sich Symptome fast nie. In jedem folgenden Jahr erkranken ca. 6% am Vollbild der HIV-Infektion. Durchschnittlich dauert es bis dahin 8-10 Jahre.

Woran erkenne ich, dass ich mir HIV Symptome einbilde?

Wirklich erkennen, ob man sich eine HIV Infektion einbildet, kann man nicht auf Anhieb.

Die erste Frage, die man sich ehrlich beantworten sollte, ist, ob man sog. Risikoverhalten an den Tag gelegt hat. Dazu gehört allem voran ungeschützter Geschlechtsverkehr, d.h. ohne Benutzung eines Kondoms, mit einem Partner/ -in, dessen HIV-Status einem unbekannt ist.

Unter homosexuellen Männern ist die Verbreitung von HIV größer und daher auch die Ansteckungsgefahr höher. Konsum von intravenösen Drogen, z.B. Heroin, mit bereits benutztem Besteck (sog. needle-sharing) birgt ebenfalls ein erhebliches Risiko, sich mit HIV oder anderen Erkrankungen anzustecken.

Kann man eines dieser Szenarien mit ja beantworten, ist eine Infektion mit HIV nicht auszuschließen.

Wichtig für die Diagnose einer HIV-Infektion ist der zeitliche Rahmen und die Konstellation der Symptome.

HIV/ AIDS bietet ein vielfältiges Krankheitsbild, typisch ist jedoch eine bestimmte Abfolge von Symptomen über eine bestimme Zeitspanne.

Ein einzelnes Krankheitsbild, beispielsweise chronische Durchfälle oder eine generalisierte Schwellung der Lymphknoten alleine, ist noch nicht verdächtig auf eine HIV-Infektion. Sollte man den Gedanken, sich infiziert zu haben, jedoch nicht loswerden, kann man bei jedem städtischen Gesundheitsamt anonym einen HIV-Test machen lassen, der Gewissheit bringt.

Dauer der Symptome

Die verschiedenen Symptome der akuten Phase beginnen meist 1-6 Wochen nach dem Eindringen des Erregers. Sie verschwinden bei manchen Patienten bereits nach Tagen. Bei anderen dauert es Wochen bis zum Rückgang der Beschwerden. Grund dafür ist, dass jeder Mensch unterschiedlich lange braucht, bis er eine effektive Abwehr gegen den Eindringling entwickelt hat. Man kann damit rechnen, dass Symptome wie Fieber, Halsschmerzen und Hautausschläge nach 1-4 Wochen vollkommen verschwunden sind.

Sind die Symptome der akuten Phase abgeklungen oder – wie beim Großteil der Patienten - nie aufgetreten, befinden sich Betroffene im sogenannten „Latenzstadium“. Dieses kann nur wenige Monate, viele Jahre oder lebenslang andauern. Patienten haben in dieser Phase keine subjektiven Beschwerden. Dennoch breitet sich der Virus langsam aus und schwächt das Immunsystem.

Wie lange es dauert, bis weitere bzw. erste Symptome der Erkrankung auftreten, hängt in diesem Fall von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem Alter, anderen Vorerkrankungen und der genetischen Ausstattung von Virus und Patient ist auch wichtig, wie gut das Immunsystem den Erreger in der akuten Phase zurückdrängen konnte. Im besten Fall dauert es auch ohne Medikamente über 15 Jahre, bis Symptome ausbrechen. Im schlechtesten Fall dauert es nur Monate oder wenige Jahre, bis AIDS-definierende Erkrankungen ausbrechen. Im Durchschnitt sind nach 3 Jahren unter 5% der Infizierten an AIDS erkrankt, nach 10 Jahren sind es bereits ca. 50%.

Bevor das Vollbild der Krankheit erreicht ist, spüren Patienten häufig eine langsame Abnahme der Leistungsfähigkeit und verlieren an Gewicht. Es kann aufgrund der zunehmenden Immunschwäche auch zu Pilzinfektionen des Mundes und der Genitalien sowie zu anderen Infektionskrankheiten kommen. Diese Erkrankungen sind in der Regel gut therapierbar. Sie sind zwar ein Zeichen für das Fortschreiten der Erkrankung, stellen jedoch nicht das Vollbild „AIDS“ dar.

Mithilfe heutiger Medikamente kann die Überlebenszeit und die Lebensqualität fast aller Betroffenen deutlich gebessert werden. Wird die Therapie bei jungen Menschen noch vor Eintreten ernsthafter Symptome begonnen und konsequent eingenommen, ist die Lebenserwartung fast normal. Das bedeutet, dass viele HIV-Patienten nie an AIDS erkranken.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 07.05.2019
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