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Lymphknotenschwellung - Welche Hinweise gibt es, dass es HIV ist?

Einleitung

Eine Lymphknotenschwellung ist ein häufiges Symptom, das eine Vielzahl von Ursachen haben kann. In den meisten Fällen ist diese harmlos wie zum Beispiel ein grippaler Infekt. Es handelt sich um eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers gegen den Erreger.

In selteneren Fällen kann aber auch eine ernste Erkrankung wie ein Lymphom (umgangssprachlich „Lymphdrüsenkrebs“) sowie eine schwerwiegende Infektion zum Beispiel mit HIV der Auslöser sein.

Eine Lymphknotenschwellung allein rechtfertigt nicht den Verdacht einer Infektion mit dem HI-Virus. Wenn aber ein Risiko zum Beispiel durch ungeschützten Verkehr oder eine Verletzung an einer benutzten Nadel vorausgegangen ist, sollte ein HIV-Test durchgeführt werden. Die Infektion kann so entweder ausgeschlossen oder gegebenenfalls frühzeitig eine Behandlung eingeleitet werden.

Hat man sich tatsächlich mit HIV infiziert, treten neben einer Lymphknotenschwellung meist noch weitere unspezifische Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Gelenkschmerzen auf. In einigen Fällen kann eine Infektion aber auch zunächst ohne jede Symptome verlaufen, sodass nur die HIV-Testung nach einem Risikokontakt Aufschluss geben kann.

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Lymphknotenschwellung bei der Erstinfektion

Nach einer Infektion mit HIV kommt es nur bei etwa einem von zwei Menschen zu frühen Symptomen. Neben Fieber, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit kommt es bei der Erstinfektion dann meist auch zu Lymphknotenschwellungen.

Diese sind meist schmerzhaft und treten etwa zwei bis sechs Wochen nach der Infektion auf. Am häufigsten sind die Halslymphknoten betroffen, aber auch in der Leisten- und Achselregion sind Schwellungen möglich.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Schmerzen am Lymphknoten - Wie gefährlich ist das?

Eine Lymphknotenschwellung und die genannten weiteren Symptome allein sind jedoch kein Hinweis für eine HIV-Infektion. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose Erkältungskrankheit. Nur wenn das Risiko, dass man sich mit dem HI-Virus infiziert haben könnte besteht, ist der Verdacht gerechtfertigt. Es sollte dann eine entsprechende Testung durch einen Arzt erfolgen. Ein Risiko liegt vor, wenn zwei bis sechs Wochen vor Auftreten der Lymphknotenschwellung zum Beispiel ungeschützter Verkehr erfolgt ist oder man sich an einer benutzen Nadel gestochen hat.

Dauer der Lymphknotenschwellung nach der Primärinfektion

Wenn eine Infektion mit dem HI-Virus erfolgt ist, treten etwa bei der Hälfte der Menschen frühzeitig (nach etwa zwei bis sechs Wochen) Symptome auf. Dazu zählen die oben genannten Beschwerden, die dem Bild eines grippalen Infekts gleichen können, sowie Lymphknotenschwellungen. Die Symptome können Tage bis mehrere Wochen anhalten.

In einigen Fällen kann die Lymphknotenschwellung auch bis zu mehrere Monate lang anhalten (Lymphadenopathie-Syndrom). In diesem Fall stellt das Symptom geschwollene Lymphknoten einen wichtigen Hinweis auf die Infektion mit HIV dar. Es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden und ein HIV-Test durchgeführt werden.

Lymphknotenschwellung bei der chronischen Infektion

Nach einer Infektion mit dem HI-Virus kommt es bei etwa der Hälfte der Menschen nach einigen Wochen zu Symptomen, die in der Regel innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder zurück gehen. Es folgt eine meist Jahre andauernde Phase, in der sich keine Symptome zeigen, obwohl das Virus im Körper ist. Unbehandelt bricht dann irgendwann das Krankheitsbild AIDS aus.

Das Abwehrsystem des Körpers ist nicht mehr in der Lage, sich gegen alle Erreger in der Umgebung (Viren, Pilze, Bakterien) zur Wehr zu setzen und es kommt zu Infektionen, vor denen ein gesunder Mensch geschützt ist (man spricht von opportunistischen Infektionen). In vielen Fällen schwellen dabei auch Lymphknoten an. 

Bei einer Lymphknotenschwellung an mindestens zwei nicht benachbarten Stellen, die über drei Monate andauert und nicht auf andere Erkrankungen zurückzuführen ist, spricht man vom sogenannten Lymphadenopathie-Syndrom. Es besteht der dringende Verdacht auf eine Infektion mit HIV, ein Arzt sollte umgehend aufgesucht werden.

Schmerzlose Lymphknotenschwellung

Eine Lymphknotenschwellung die keine Schmerzen bereitet und auch beim Tasten nicht weh tut, kann verschiedene Ursachen haben. In seltenen Fällen deutet es auf eine ernsthafte Erkrankung hin.

Insbesondere wenn sich die Lymphknoten nicht verschieben lassen und hart anfühlen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da es sich möglicherweise um ein Zeichen einer bösartigen Erkrankung handeln kann. Eine Infektion mit HIV ist zwar eine seltene aber mögliche Ursache einer Lymphknotenschwellung. Eine durch das HI-Virus bedingte Schwellung ist jedoch in der Regel nicht schmerzlos. Daher ist eine Testung auch nur dann angebracht, wenn das Risiko einer Infektion begründet ist (zum Beispiel nach ungeschütztem Verkehr).

Schmerzlose Lymphknotenschwellungen sind also nur äußerst selten ein Hinweis für eine HIV Infektion, sollten aber, sofern sie länger als zwei Wochen bestehen und/oder verdächtig erscheinen (hart oder nicht verschiebbar), von einem Arzt untersucht werden.

Schmerzhafte Lymphknotenschwellung

In sehr seltenen Fällen ist die Ursache schmerzhafter Lymphknotenschwellung das HI-Virus. Die erste Reaktion des Körpers ist dabei ähnlich wie bei harmlosen Viren und es kommt daher oft auch zu einer schmerzhaften Lymphknotenschwellung. Die Symptome der Erstinfektion klingen zwar in der Regel nach einigen Tagen oder Wochen wieder ab und damit gehen auch die Lymphknotenschwellungen sowie die Schmerzen zurück. Unbehandelt bricht jedoch meist nach einigen Jahren die Erkrankung AIDS aus.

Lymphknotenschwellung am Hals - Hinweis auf HIV?

Eine Lymphknotenschwellung am Hals ist in den allermeisten Fällen auf einen Atemwegsinfekt zurückzuführen und daher harmlos. Begleitende Symptome sind häufig Fieber, Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen. Bei entsprechender körperlicher Schonung bekämpft der Körper in der Regel die Erreger und die Erkrankung heilt innerhalb einiger Tage bis höchstens zwei Wochen aus. Damit bildet sich auch die Lymphknotenschwellung am Hals zurück.

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In wesentlich selteneren Fällen ist eine Lymphknotenschwellung am Hals aber auch ein Hinweis dafür, dass eine Infektion mit dem HI-Virus erfolgt ist. Die begleitenden Symptome einer Erkältung können ebenfalls auftreten. Sollten die Beschwerden nach einem Kontakt zu einem möglicherweise HIV-Infizierten Menschen auftreten (zum Beispiel durch ungeschützten Verkehr), sollte zur Sicherheit ein HIV-Test durchgeführt werden. Auch wenn eine HIV-Infektion in den seltensten Fällen die Ursache einer Lymphknotenschwellung ist, tritt diese dann am häufigsten am Hals auf.

Lymphknotenschwellung in der Leiste - Hinweis auf HIV?

Die Lymphknoten in der Leiste sind häufig schon zu tasten, ohne dass sie vergrößert sind. Wenn eine Lymphknotenschwellung in der Leiste vorliegt, dann ist meist eine Infektion die Ursache. In sehr seltenen Fällen kann der verantwortliche Erreger das HI-Virus sein. In einem solchen Fall tritt die Lymphknotenschwellung jedoch praktisch nie als einziges Symptom auf.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Lymphknotenschwellung an der Leiste - Wie gefährlich ist das?

Zusätzlich kann es zu Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit und Gelenkschmerzen kommen. Wenn nach ungeschütztem Verkehr die Lymphknoten in der Leiste anschwellen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn HIV nur in seltenen Fällen der Erreger ist, sollte ein entsprechender Test gemacht werden. Möglich ist auch eine Infektion mit einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit, bei der meistens eine frühzeitige Behandlung wichtig ist.

Lymphknotenschwellung in der Achsel - Hinweis auf HIV?

Wenn die Lymphknoten in der Achsel anschwellen, kann dies viele verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten ist eine harmlose Infektion. In seltenen Fällen kann es sich um ein Anzeichen einer bösartigen Erkrankung aber auch um einen Hinweis für eine schwerwiegende Infektion wie mit HIV handeln.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Lymphknotenschwellung in der Achsel - Wie gefährlich ist das?

Dabei spricht eine Lymphknotenschwellung in der Achsel (egal ob ein- oder beidseitig) allein betrachtet nicht für eine HIV-Infektion. Nur wenn zuvor eine Infektion zum Beispiel durch ungeschützten Verkehr erfolgt sein könnte und begleitende Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Gelenkschmerzen auftreten, sollte zur Sicherheit eine HIV-Test durchgeführt werden. Auch wenn es sich trotzdem um eine unwahrscheinliche Ursache handelt, kann diese so ausgeschlossen oder zumindest rechtzeitig behandelt werden.

HIV-Infektion ohne Lymphknotenschwellung möglich?

Eine Lymphknotenschwellung ist eine von vielen recht unspezifischen Erscheinungen, die bei einer Infektion mit HIV auftreten können. Wenn es zu Symptomen wie zum Beispiel Fieber, Abgeschlagenheit oder Gelenkschmerzen kommt, dann schwellen sehr häufig auch die Lymphknoten an.

Allerdings zeigt etwa die Hälfte der Menschen, die sich mit HIV infizieren, zunächst gar keine Symptome oder diese sind so schwach ausgeprägt, dass sie nicht bemerkt werden. Daher ist auch eine HIV-Infektion ohne Lymphknotenschwellung möglich und sogar keine Seltenheit. Das Auftreten oder Fehlen von Symptomen kann also weder eine Infektion nachweisen noch ausschließen.

Von größter Bedeutung ist es, nach einem Risikokontakt eine Infektion durch eine HIV-Testung auszuschließen. Dazu zählt insbesondere Verkehr außerhalb einer Partnerschaft ohne Kondom (vor allem Analverkehr aber auch nach Vaginal- oder Oralverkehr). Trotzdem führt solch ein Kontakt oft nicht zur Infektion, aber es sollte zur Sicherheit eine Testung erfolgen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: HIV-Test

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 27.04.2018
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