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Lymphknotenschwellung am Hals - Wie gefährlich ist das?

Einleitung

Lymphknoten sind Bestandteil des Abwehrsystems des Körpers. Sie sind eine Filterstation, in welcher die Lymphe gereinigt wird. Lymphe wird auch Gewebswasser genannt. Zum einen transportiert sie Nähr- und Abfallstoffe, zum anderen ist sie auch für die Entsorgung von Krankheitserregern zuständig.

Bei den meisten gesunden Menschen können Lymphknoten nur in der Leiste getastet werden, bei Kindern oder schlanken Hälsen auch in der Halsregion. Sind Lymphknoten im Bereich des Halses geschwollen, so lassen sich diese oft unter dem Kinn, am seitlichen Hals, hinter dem Ohr oder unterhalb des Ohrläppchens tasten. Ursachen für eine Lymphknotenschwellung am Hals gibt es viele, die meisten sind harmlos. Die häufigste Ursache ist eine Mitreaktion der Lymphknoten bei einer Erkältung. Besteht eine Schwellung der Halslymphknoten länger als zwei Wochen an, so sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden.

Ursache

Die Lymphknoten haben eine zentrale Rolle in der Körperabwehr inne. Befinden sich Fremdkörper oder Krankheitserreger im Körper, so produzieren die Lymphknoten Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) und Antikörper. Diese werden ins Blut abgegeben, wo sie dann den Erreger oder Fremdkörper bekämpfen. Durch die Produktion dieser Zellen kann der Lymphknoten anschwellen. Somit gibt eine Lymphknotenschwellung einen Hinweis darauf, dass sich dieser in einem aktiven Zustand befindet.

Eine häufige Ursache für eine Lymphknotenschwellung am Hals ist eine Infektion, meist Entzündungen im Bereich von Rachen und Mandeln. Verursacht werden diese durch Viren, Bakterien oder Parasiten. Am häufigsten sind durch Viren verursachte Infektionen, die mit Erkältungsbeschwerden wie Halsschmerzen, Husten, Schnupfen und Schluckbeschwerden einhergehen. Bei jüngeren Menschen ist auch das Pfeiffersche Drüsenfieber häufig. Neben Hals- und Kopfschmerzen, Fieber und einer Lymphknotenschwellung im Bereich von Hals und Nacken schwellen oft Lymphknoten in anderen Körperregionen an. Auch die „Kinderkrankheiten“ Masern und Röteln gehen oft mit Lymphknotenschwellung am Hals einher. Hier ist wichtig zu wissen, dass den Erkrankungen durch Impfung vorgebeugt werden kann. Ist man nicht geimpft, so kann man in jedem Alter und nicht nur als Kind an diesen Krankheiten erkranken.

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Auch durch Bakterien verursachte Krankheiten können zu einer Lymphknotenschwellung am Hals führen. Häufig sind durch Streptokokken verursachte Erkrankungen wie Rachen- und Mandelentzündungen (Angina) und Scharlach. Sie müssen in der Regel mit Penicillin behandelt werden.

Die Tuberkulose beginnt typischerweise in der Lunge. Breitet sich der Erreger jedoch aus, so kann er auch in die Lymphknoten gelangen. Die Lymphknoten-Tuberkulose äußert sich dann meist durch Schwellung der Lymphknoten an Hals und Schlüsselbein. Auch wenn die Häufigkeit der Erkrankung aktuell zunimmt, ist sie insgesamt in Deutschland selten.

Die Schilddrüse befindet sich am vorderen Hals. Aus diesem Grund kann es bei Erkrankungen der Schilddrüse, wie einer Entzündung oder auch Schilddrüsenkrebs, zu einer Mitreaktion, also einer Schwellung der Lymphknoten am Hals kommen. Zusätzlich kann sich ebenfalls eine Schwellung der Schilddrüse manifestieren.

Auch die Speicheldrüsen befindet sich in der Nähe des Halses, so dass eine Entzündung dieser Drüsen ebenfalls oft mit einer Lymphknotenschwellung am Hals einhergeht. Entzündungen der Zähne und/oder des Zahnfleisches können aufgrund ihrer anatomischen Lage auch die Ursache von Lymphknotenschwellungen im Bereich des Halses sein.

Eine weitere eher seltene Ursache für eine Lymphknotenschwellung im Halsbereich ist das Vorliegen eines Lymphoms, also einer Krebserkrankung bei der die Lymphozyten betroffen sind. Dieses geht häufig mit Fieber, nächtlichen Schweißattacken und Gewichtsverlust einher. Auch die Bindegewebskrankheit Sarkoidose kann zu geschwollenen Lymphknoten am Hals führen. Charakteristisch sind kleine knötchenförmige Gewebeveränderungen, welche meist die Lunge betreffen. Dies kann dann zu chronischem Reizhusten und Atemnot führen.

Symptome

Die Lymphknotenschwellung am Hals stellt für sich bereits ein Symptom dar. Gesunde Lymphknoten sind, abgesehen von sehr schlanken Menschen und Kindern, in der Regel nicht tastbar. Allerdings kann das Vorliegen weiterer Symptome hinweisend für die Ursache der Lymphknotenschwellung am Hals sein. Häufigste Ursache für eine Lymphknotenschwellung ist eine Infektion, die mit typischen Beschwerden wie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Ohrenschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen einhergeht. Eine Entzündung der Bindehäute des Auges kann ebenfalls mit geschwollenen Lymphknoten verbunden sein. Oft fühlen sich Betroffene kraftlos und müde. Entzündungen im Bereich von Zähnen und Zahnfleisch oder der Speicheldrüsen können sich ebenfalls durch schmerzhafte und geschwollene Lymphknoten äußern. Bei einer Schilddrüsenentzündung kann es ebenfalls zu geschwollenen und schmerzhaften Lymphknoten kommen.

Selten ist eine Tumorerkrankung, beispielsweise ein Lymphom ursächlich für eine Lymphknotenschwellung am Hals. Oft kommt es dann zu Fieber, Gewichtsverlust und nächtlichen Schweißattacken. In diesem Fall fühlt sich der Lymphknoten in der Regel derb an und ist nicht schmerzhaft, die Vergrößerung nimmt meist langsam zu.

Wie gefährlich sind geschwollene Lymphknoten am Hals?

Meist ist der Auslöser für geschwollene Lymphknoten am Hals eine einfache Infektion und es besteht keine Gefahr. Hierfür spricht vor allem das Auftreten der geschwollenen Lymphknoten im Zusammenhand mit einem Infekt. Häufig treten dann Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten oder Fieber parallel zu den geschwollenen Lymphknoten auf. 

Nur selten sind geschwollene Lymphknoten am Hals ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankungen. Tritt die Schwellung nicht im Zusammenhang mit einem Infekt auf oder besteht über eine längere Zeit mit zunehmender Größe, sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Welcher Arzt behandelt das?

Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen von geschwollenen Lymphknoten, gibt es nicht einen speziellen Arzt, der für die Behandlung zuständig ist. Grundsätzlich ist es in jedem Fall sinnvoll, den Hausarzt aufzusuchen. Hat man keinen bisher keinen, sucht man sich einen niedergelassenen Allgemeinmediziner oder Internisten als Hausarzt aus. Dieser kann anhand von Untersuchung und Befragung des Patienten in den meisten Fällen schon den Ursprung einer Lymphknotenschwellung feststellen. Ebenso kann er entscheiden, ob es am besten ist, zunächst abzuwarten, ob sich die Schwellung von allein zurückbildet oder ob eine Überweisung zu einem spezialisierten Facharzt für eine weitere Untersuchung angebracht ist.

Allerdings muss nicht bei jeder Lymphknotenschwellung gleich ein Arzt aufgesucht werden. In den meisten Fällen liegt keine behandlungsbedürftige Erkrankung vor und man wartet zunächst ab, ob sich die Lymphkontenschwellung am Hals zurückbildet. Über 2 Wochen bestehende Schwellungen sollten allerdings zur Sicherheit durch einen Arzt untersucht werden.

Verschiedene Arten von Lymphknotenschwellungen

Einseitig (rechts/links) auftretende Lymphknotenschwellung

Die akute und meist schmerzhafte Schwellung der Halslymphknoten tritt bei Infektionen der Atemwege (Nase und Rachenraum) auf. Neben Bakterien spielen auch Viren bei diesem Erkrankungsbild eine Rolle.

Durch die abnehmende Impfbereitschaft und viele Impfgegner kann auch der Keuchhusten als auslösende Grunderkrankung in Frage kommen. In seltenen Fällen beschränkt sich der Lymphknotenbefall bei der sogenannten Toxoplasmose auch auf die Halsregion.

Wichtig ist bei einer einseitigen Schwellung der Lymphknoten an die Lymphknotentuberkulose zu denken. Diese Erkrankung verläuft chronisch und die Lymphknoten sind nicht schmerzhaft verändert.

Auch andere Mykobakterien können Lymphknotenschwellungen oder –entzündungen auslösen. Einseitig geschwollene Lymphknoten am Hals können auftreten bei lokal begrenzten Prozessen. Darunter fallen Entzündungen der Haut, Mundschleimhaut, bestimmter Zähne oder Ohren. Um dies zu verdeutlichen zwei Beispiele: Eine rechtsseitige Zahnentzündung hat am ehesten eine rechtsseitige Lymphknotenschwellung zur Folge. Wenn man links eine Ohrenentzündung hat, wird auf der linken Seite des Halses eine Lymphknotenschwellung auftreten.

Bei einseitig begrenzten Schwellungen sollte aber, wenn sie länger als 2-3 Wochen bestehen, unbedingt ein Bluttest durchgeführt werden oder die Lymphknoten über Biopsien untersucht werden, um bösartige Ursachen auszuschließen. Neben bösartigen Prozessen kommt auch eine Lymphknotentuberkulose in Frage. Diese Prozesse müssen abgeklärt werden.

Beidseitige Lymphknotenschwellungen

Bei Atemwegsinfekten als dem häufigsten Auslöser von Lymphknotenschwellungen am Hals tritt diese in den meisten Fällen beidseitig auf. Auch bei anderen Infektionen wie zum Beispiel der Mandelentzündung sind beidseitig geschwollene Lymphknoten eher die Regel.

Eine bösartige Erkrankung ist bei beidseitig geschwollenen Lymphknoten am Hals sehr unwahrscheinlich, insbesondere wenn die Schwellungen symmetrisch verteilt sind.

Lymphknotenschwellung mit und ohne Schmerzen

Die Schmerzintensität der Lymphknotenschwellung ist ein wichtiges differentialdiagnostisches Kriterium.

Schmerzhafte Lymphknotenschwellungen sprechen für entzündliche Vorgänge. Die Lymphknoten sind dann gegen den Untergrund gut verschieblich und klar begrenzt.

Tritt eine Lymphknotenschwellung ohne Druckschmerz auf, sollte als Differentialdiagnose immer an einen bösartigen Prozess gedacht werden und versucht werden, diese Option auszuschließen. Bösartige Prozesse sind durch ihre Schmerzlosigkeit gekennzeichnet. Weiterhin sind die vergrößerten Lymphknoten nicht mehr klar abgegrenzt und mit der Umgebung verwachsen, folglich also nicht mehr verschieblich.

Doch die Abwesenheit von Schmerzen muss nicht immer für eine bösartige Erkrankung sprechen, auch bei einer Lymphadenitis (Lymphknotenentzündung) tritt kein Schmerz auf. Dann sind die Lymphknoten als kleine, harte Knoten tastbar, die gut verschieblich sind.

Lymphknotenschwellung mit Kopfschmerzen

Das Auftreten geschwollener Lymphknoten am Hals in Verbindung mit Kopfschmerzen ist keine Seltenheit. Die gemeinsame Ursache ist in den meisten Fällen eine Infektion der Atemwege. Natürlich kann es auch für beide Beschwerden unterschiedliche Ursachen geben.
Länger als zwei Wochen bestehende Lymphknotenschwellungen sollten ärztlich untersucht werden. Eine bösartige Erkrankung ist eher selten aber sollte insbesondere bei schmerzlosen und nicht verschiebbaren Lymphknoten ausgeschlossen werden

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Lymphknotenschwellung mit Nachtschweiß

Wenn eine Lymphknotenentzündung zusammen mit Nachtschweiß auftritt, sollte man unbedingt zum Arzt gehen. Nachtschweiß bedeutet allerdings nicht nur leichtes Schwitzen im Schlaf, sondern es muss so heftig sein, dass die Wäsche durchnässt ist und gewechselt werden muss. Die Symptome können verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Infektion. Allerdings treten sie auch bei einigen Krebserkrankungen, insbesondere Lymphomen (umgangssprachlich: „Lymphdrüsenkrebs“) auf. Diesem Verdacht muss unbedingt zeitnah durch ärztliche Diagnostik nachgegangen werden.

Im besten Fall liegt eine andere Ursache vor und ansonsten kann so frühzeitig eine Therapie eigeleitet und im besten Fall eine Heilung erreicht werden. Erster Ansprechpartner kann der Hausarzt sein. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn neben Lymphknotenschwellung und Nachtschweiß ein großer ungewollter Gewichtsverlust in den vergangenen Wochen und Monaten erfolgt ist. Man spricht insgesamt von einer B-Symptomatik, die zwar typisch für viele Krebserkrankungen ist, diese aber keineswegs beweist. Eine Abklärung ist jedoch schnellstmöglich erforderlich.

Lymphknotenschwellung mit Schluckbeschwerden

Über den ganzen Hals verteilt befinden sich sehr viele Lymphknoten. Schwellen diese stark an, kann es unabhängig von der Ursache dadurch zu Schluckbeschwerden kommen. Die geschwollenen Lymphknoten drücken von außen auf Rachenwand oder Speiseröhre und verursachen so die Beschwerden. Die Speiseröhre ist nur ein etwa 1,5 cm breiter Schlauch, der bereits bei kleineren Einengungen von außen in seiner Funktion behindert werden kann. Insbesondere beim pfeifferschen Drüsenfieber, ausgelöst durch eine Infektion mit dem Ebbstein-Bar-Virus, schwellen die Lymphknoten am Hals häufig sehr stark an. In Verbindung mit den gleichzeitig oft geschwollenen Mandeln kann es zu ausgeprägten Schluckbeschwerden kommen, die Essen und Trinken sehr erschweren.

Auch eine harmlose Erkältung im Rahmen eines viralen Infekts kann ausreichen, um die Beschwerden zu verursachen. Vorsicht geboten ist bei Lymphknotenschwellungen am Hals und Schluckbeschwerden, die sich ohne Infekt langsam entwickeln und weiter zunehmen. Um eine bösartige Erkrankung Rachen, Schilddrüse oder Speiseröhre auszuschließen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Lymphknotenschwellung mit mit Juckreiz

Eine Lymphknotenschwellung am Hals durch einen Infekt führt in der Regel nicht zu Juckreiz.

Typisch sind dagegen insbesondere schmerzlos geschwollene Lymphknoten mit Juckreiz bei der bösartigen aber meist gut behandelbaren Lymphomerkrankung (auch „Lymphdrüsenkrebs“ genannt) Morbus Hodgkin. Auch wenn eine harmlose Erklärung für die Symptome wahrscheinlicher ist, sollte diese Erkrankung vorsichtshalber ausgeschlossen oder zumindest durch ärztliche Diagnostik rechtzeitig erkannt werden. Eine andere mögliche Ursache einer Lymphknotenschwellung am Hals ist zum Beispiel eine Unverträglichkeitsreaktion auf ein Arzneimittel.

Dauer

Wie lange eine Lymphknotenschwellung andauert, lässt sich nicht pauschal beantworten und ist immer abhängig von der Ursache. Tritt sie ihm Rahmen einer Entzündung auf, so sollte die Schwellung der Lymphknoten auch mit der Ausheilung wieder zurückgehen. Gegebenenfalls kann dies einige Tage bis Wochen verzögert erfolgen.
Wenn die Lymphknotenschwellung nicht zurückgeht oder sogar eher zunimmt, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Gelegentlich können Lymphknoten nach einer durchgemachten Entzündung auch verkalken und dauerhaft tastbar bleiben. So etwas ist vollkommen ungefährlich und bedarf keiner Behandlung.

Diagnose

Bemerkt man an sich oder seinem Kind einen geschwollenen Lymphknoten, so stellt sich die Frage, was man tun sollte. Zunächst ist es sinnvoll diesen weiter zu beobachten. Vor allem bei Kindern sind die Lymphknoten ohnehin häufig so groß, dass man sie tasten kann und dies völlig normal ist. Die meisten Lymphknotenschwellungen am Hals werden durch Infekte verursacht und verschwinden nach 1-2 Wochen von allein wieder. Gerade Kinder leiden häufig unter meist harmlosen Infekten der Atemwege.

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Lymphknotenschwellung länger als 2-3 Wochen besteht, der Lymphknoten größer als 2-3 cm ist, sich dieser hart anfühlt oder eine Schwellung besteht die durckunempfindlich ist bzw. schmerzlos . Ebenfalls sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn die Lymphknotenschwellung am Hals beispielsweise mit hohem Fieber, einer Gedeihstörung, einem Gewichtsverlust oder einem Leistungsknick einhergeht.

Hält eine Lymphknotenschwellung länger als zwei Wochen an, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt wird zunächst die Anamnese, also die Krankengeschichte erheben. Er erkundigt sich, wie genau die Beschwerden sich äußern und seit wann die beobachtete Lymphknotenschwellung vorliegt. Weitere wichtige Informationen sind beispielsweise, ob der Betroffene vor kurzem einen Infekt hatte und ob noch weitere Beschwerden, wie Gewichtsverlust, nächtliche Schweißattacken, Juckreiz oder auch Hautausschlag oder Gelenkschmerzen vorliegen. Auch nach Medikamentenkontakt, Allergien und regelmäßigem Tierkontakt wird gefragt.

Nach Erhebung der Krankengeschichte erfolgt die körperliche Untersuchung. Zunächst schaut der Arzt sich seinen Patienten an, ob ihm äußerlich etwas Ungewöhnliches auffällt. Auch in den Mund wird geschaut, um beispielsweise entzündete Mandeln zu erkennen. Der gesamte Hals wird abgetastet, dabei wird auf Schwellungen geachtet.

Liegt eine Schwellung vor, so muss der Arzt zuordnen, ob es sich um eine Schwellung eines Lymphknotens oder von anderem Gewebe handelt. Liegt eine Lymphknotenschwellung vor, so muss diese genau beschrieben werden: Ist nur ein Lymphknoten oder mehrere betroffen? Sind die Lymphknoten einseitig oder auf beiden Seiten betroffen? Befindet sich die Lymphknotenschwellung am Hals rechts oder links? Wie groß ist der Lymphknoten? Ist der Lymphknoten schmerzhaft oder ohne Schmerzen? Fühlt sich der Lymphknoten hart oder weich an? Ist die klinische Untersuchung abgeschlossen, entscheidet der Arzt ob die Notwendigkeit besteht, die Lymphknotenschwellung am Hals weiter abzuklären. Da diese am häufigsten durch Erkältungen verursacht sind, ist dies meistens nicht nötig. Eventuell wird er einen Rachenabstrich veranlassen, um den genauen Erreger der Entzündung herauszufinden.

Ist eine weitere Abklärung notwendig, so wird der Arzt zunächst eine Ultraschalluntersuchung veranlassen. Damit kann er die Größe der Lymphknoten messen und auch innere Organe, wie Leber und Milz, überprüfen.

Weitere Untersuchungen sind eine Laboruntersuchung des Blutes, vor allem ein großes Blutbild, eine Blutsenkungsgeschwindigkeit und CRP ( C-reaktive Protein). Im Einzelfall werden auch weitere bildgebenden Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT benötigt. Hat der Arzt den Verdacht auf bestimmte Erkrankungen der Lymphknoten, so muss eine Gewebeprobe aus dem Lymphknoten und vielleicht auch aus anderen Organen entnommen werden, welche anschließend unter dem Mikroskop betrachtet werden. Je nachdem was der Arzt vermutet, zieht er einen Kollegen, beispielsweise einen Lungenarzt, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einen auf Tumorerkrankungen spezialisierten Arzt hinzu.

Therapie

In der Regel erfordern Lymphknotenschwellungen am Hals keine bestimmte Therapie. Die zugrunde liegende Erkrankung, wie beispielsweise eine Infektion ist entscheidend für die Therapiemaßnahme. Oftmals ist jedoch bei einer einfachen Infektion keine spezielle Therapie notwendig. Diese werden meistens durch Viren verursacht und können symptomatisch behandelt werden. Das heißt viel Trinken und Ruhe halten. Beim Vorliegen von Schmerzen kann die Einnahme von Schmerztabletten Abhilfe schaffen. Nur in seltenen Fällen wird zu sogenannten Virostatika geraten, welche die Viren bekämpfen sollen.

Besteht der Verdacht auf eine durch Bakterien verursachte Infektion, so sollte eine Antibiotikatherapie begonnen werden.

Liegt eine Tumorerkrankung vor, so muss diese möglichst speziell behandelt werden. Bei der Therapie des Lymphdrüsenkrebses bedeutet dies in der Regel die Durchführung einer Chemotherapie und einer Bestrahlung.

Hausmittel

In den meisten Fällen ist bei einer Lymphknotenschwellung am Hals keine Behandlung notwendig und es kommt von selbst zu einem Rückgang der Schwellung. Die wichtigste Empfehlung ist es hierbei, dem Körper Erholung und Ruhe zu geben, damit er eine Erkrankung bekämpfen kann und Lymphknotenschwellungen zurückgehen. Gerade bei Schmerzen oder Druckgefühl kann man mit einigen Hausmitteln den Körper zusätzlich dabei unterstützen. Dazu zählt, die geschwollenen Lymphknoten mit den Fingern sanft mit kreisenden Bewegungen zu massieren. Dadurch wird der Lymphfluss angeregt.
Zusätzlich kann man sich die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung von Rizinusöl zunutze machen. Dazu massiert man die geschwollenen Bereiche mit etwas kaltgepresstem Rizinusöl ein und legt anschließend eine warme Kompresse auf. Diese Anwendung kann man ein bis zweimal täglich vollziehen.

Insbesondere bei Atemwegsinfekten hilft es, mehrmals täglich etwas Salzwasser zu gurgeln.
Bleibt die Schwellung der Lymphknoten am Hals jedoch über Woche bestehen oder nimmt weiter zu, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um eine ernsthafte Erkrankung gegebenenfalls rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Homöopathie

Lymphknotenschwellungen am Hals im Rahmen einer Infektion bilden sich in  der Regel von selbst zurück. Um die Genesung des Körpers zu unterstützen, kann der Einsatz homöopathischer Heilmittel erwogen werden. Ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis existiert allerdings nicht.
Welches Mittel angewendet  werden kann, hängt von der Ursache der Lymphknotenschwellung ab. Zum Einsatz kommen unter anderem: Abrotanum, Barium carbonicum und jodatum, Calcium fluoratum und Chimaphila umbellata, Clematis, Jodum und unterschiedliche Mercurius-Präparate.

Bessert sich die Lymphknotenschwellung im Verlauf von 2 Wochen nicht oder nimmt sie gar weiter zu, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen.

Was tun bei Lymphknotenschwellung am Hals?

Tritt eine Lymphknotenschwellung am Hals in Verbindung mit einer Erkältung oder ähnlichem auf, muss die Schwellung nicht extra behandelt werden. Denn in diesen Fällen heilt die Schwellung mit der Erkrankung aus. Eine symptomatische Therapie und eventuell das Kühlen des Lymphknotens kann Linderung verschaffen.

Bei entzündlichen Prozessen, die in Verbindung mit Fieber und Überwärmung auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn eine Therapie mit Antibiotika kann notwendig sein, wenn die Entzündung durch Bakterien ausgelöst wurde.

Bei isolierten Schwellungen der Lymphknoten am Hals sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache für die Lymphknotenschwellung zu ermitteln. Es kann dafür notwendig sein, den Lymphknoten chirurgisch zu entfernen und weiter zu untersuchen.

Kühlen oder Wärmen

Wenn Lymphknotenschwellungen am Hals Schmerzen bereiten, dann liegt das meist an einer sogenannten Lymphadenitis, das heißt einer Entzündung der Lymphknoten. Im Gegensatz zu den meisten entzündlichen Beschwerden sollte man nicht kühlen sondern wärmen. Das macht man am besten, indem man einen Waschlappen in warmes Wasser legt und ihn auf die geschwollenen Lymphknoten am Hals legt.
Durch die Wärme wird deren Durchblutung und Aktivität angeregt. Die Schwellung und die Schmerzen können dadurch gelindert werden. Diese Anwendung kann mehrmals täglich wiederholt werden.
 

Prophylaxe

Aufgrund der zahlreichen Ursachen einer Lymphknotenschwellung am Hals ist eine Prophylaxe schwer möglich. Wichtig ist es jedoch in jedem Alter darauf zu achten, dass der Impfschutz nach Empfehlung der STIKO vorliegt, da so einigen gefährlichen Erkrankungen und ihren Komplikationen vorgebeugt werden kann.

Lymphknotenschwellung beim Kind

Lymphkontenschwellungen am Hals bei Kindern sind als natürliche Abwehrreaktion sehr häufig und geben nur selten Anlass zu Sorge. Bei Kindern muss sich das Immunsystem erst noch entwickeln, da es immer wieder mit bis dahin unbekannten Krankheitserregern in Kontakt kommt. Daher kommt es bei Kindern, die eine Erkältung oder zum Beispiel eine Mandelentzündung haben, öfters zu besonders ausgeprägten Lymphknotenschwellungen am Hals.

Das durch den Ebstein-Bar-Virus ausgelöste pfeiffersche Drüsenfieber (medizinisch: Mononucleose) ist ein typisches Beispiel. Aber auch ein normaler grippaler Infekt kann ausreichen, um die Halslymphknoten deutlich anschwellen zu lassen. Heilt die Erkrankung aus, bildet sich im Normalfall auch die Schwellung der Lymphknoten zurück.
Bei nicht geimpften Kindern kann eine Lymhknotenschwellung am Hals auch ein Anzeichen für Erkrankungen wie Mumps, Masern oder Röteln sein.

Eine weitere eher seltene aber dafür typischerweise bei Kindern auftretende Erkrankung mit Lymphknotenvergrößerungen am Hals ist das Kawasaki-Syndrom. Bei dieser Gefäßentzündung treten meist starkes Fieber und eine Entzündung von Rachen und Bindehäuten des Auges auf. Ebenfalls können bestimmte Medikamente bei Kindern zu einer Lymphknotenschwellung am Hals führen.

Einseitige Lymphknotenschwellungen am Hals deuten auch bei Kindern am ehesten auf eine Abwehrreaktion gegen eine Entzündung im angrenzenden Gebiet (Mund, Nase, Hals) hin. Diese Lymphknotenschwellungen sind dann eine Begleiterscheinung bei banalen Infekten. In diesen Fällen sind die Lymphknoten druckschmerzhaft, gut verschiebbar und eventuell kann man sie direkt in Zusammenhang mit einer sichtbaren oder bemerkbaren Erkrankung (z.B. Erkältung mit Schnupfen und Halsschmerzen) bringen.

In der Regel sollten die Lymphknoten nach dem Abklingen der auslösenden Infektion auch wieder abschwellen. Lokale Infektionen, beispielsweise der Mundschleimhaut, den Zähnen, der Haut im Allgemeinen oder im Hals-Nasen-Ohrenbereich lösen meist, auch bei Kindern, eine einseitige Lymphknotenschwellung am Hals aus. Die Infektionen werden meist durch bakterielle Erreger ausgelöst, folglich ist in manchen Fällen eine antibiotische Therapie indiziert. Nach Ausheilen der Grunderkrankung sollte auch die Lymphknotenschwellung zurück gehen.

In manchen Fällen kann auch eine Entzündung der Lymphknoten verantwortlich sein für die Schwellung. Diese Lymphadenitis tritt nur an einer Stelle auf und geht einher mit geröteter Haut und Fieber. In diesem Fall sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden, denn die Lymphknotenentzündung muss mit Antibiotika therapiert werden und in seltenen Fällen müssen die Lymphknoten chirurgisch entfernt werden.

Eine besondere Erkrankung ist das Kawasaki Syndrom, welches eine Entzündung der Blutgefäße beschreibt. Neben der Lymphknotenschwellung am Hals tritt hohes Fieber über mehrere Tage auf. Darüber hinaus sind die Lippen gerötet und rissig. Die Rötung ist auch auf den Augen, Handflächen und Fußsohlen zu finden. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, die Kinder müssen häufig ins Krankenhaus und mit blutverdünnenden Medikamenten und Immunglobulinen (Antikörper) behandelt werden.

Zahlreiche Erreger lösen im ganzen Körper eine generalisierte Lymphknotenschwellung aus, von der natürlich auch die Halslymphknoten betroffen sind. Besonders bei Kindern können solche generalisierten Lymphknotenschwellungen bei Infektionen mit den Kinderkrankheiten Masern und Röteln auftreten.

Ebenso lösen EBV- und CMV- Viren dieselben Symptome aus.
Seltener sind bösartige Entartungen der Lymphknoten (Lymphome, Malignome), bei denen die Lymphknoten aber auch an mehreren Stellen, nicht nur alleinig am Hals, geschwollen sind.

Lymphknotenschwellung bei einer Erkältung

Eine Erkältung entsteht bei einer Infektion der Atemwege durch eine Vielzahl möglicher Viren. Neben den typischen Symptomen wie Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen ist die Erkältung die häufigste Ursache von Lymphknotenschwellungen am Hals. Es handelt sich um eine natürliche Reaktion des Körpers, da das Immunsystem sich mit dem Krankheitserreger auseinander setzt und in den Lymphknoten spezifische, gegen diesen Erreger gerichtete Abwehrzellen produziert.

Typisch für Lymphknotenschwellungen in einem solchen Fall ist, dass sie beim Tasten Schmerzen bereiten. Mit der Ausheilung bilden sich auch die Schwellungen in der Regel zurück. In einigen Fällen können geschwollene Lymphknoten am Hals auch noch mehrere Wochen über die Erkältung hinaus geschwollen bleiben. Das muss nicht gleich auf eine gefährliche Erkrankung hindeuten, sollte jedoch zur Sicherheit ärztlich untersucht werden.
 

Lymphknotenschwellung durch eine Allergie

Lymphknotenschwellungen am Hals können oft auch durch bestimmte Allergien ausgelöst werden. Gerade Menschen mit Heuschnupfen leiden in der Pollenzeit unter vergrößerten und verhärteten Lymphknoten. Sie sind ein Zeichen der Überreaktion des Immunsystems auf die an sich harmlosen Blütenpollen oder Gräser. Wenn die Lymphknotenschwellungen am Hals durch eine Allergie ausgelöst sind, treten aber auch die typischen weiteren Symptome auf wie zum Beispiel brennende Augen, laufende Nase und Niesen.

Wenn nur Schwellungen auftreten, handelt es sich eher nicht um eine Folge der Allergie.
 

Kann eine Lymphknotenschwellung am Hals durch Verspannungen entstehen?

Verspannungen führen nicht zu einer Lymphknotenschwellung. Wenn im Rahmen einer Verspannung knotige Vergrößerungen am Hals zu tasten sind, handelt es sich in der Regel nicht um Lymphknotenschwellungen. Durch die Verspannung können verhärtete Muskelfasern auftreten, die mit Lymphknoten verwechselt werden können.

Besserst sich die Verspannung, sollten diese Verhärtungen auch wieder verschwinden. Trotzdem kann es natürlich aufgrund einer zusätzlichen Ursache zum Beispiel ausgelöst durch eine Erkältung auch bei einer Verspannung gleichzeitig zu geschwollenen Lymphknoten am Hals kommen.

In der Schwangerschaft

Lymphknotenschwellungen am Hals treten auch bei schwangeren Frauen am häufigsten im Rahmen eines Infekts der Atemwege oder des Rachens auf.

Eine seltene aber in der Schwangerschaft sehr gefährliche mögliche Ursache von Lymphknotenschwellungen am Hals oder anderen Körperregionen ist die Toxoplasmose. Die Erkrankung wird durch Parasiten verursacht und meist über Ausscheidungen von Katzen oder durch rohes Fleisch übertragen. Auch bei Gartenarbeit kann man sich infizieren, da die Erreger sich in der Erde befinden können. Daher sollten Schwangere den Kontakt zu Katzen meiden und keine Gartenarbeit machen. Rohes Fleisch wie Schweinemett oder Tartar sollte bis zum Ende der Schwangerschaft nicht verzehrt werden. Sollten Lymphknotenschwellungen am Hals auftauchen, ohne dass eine Erkältung als Auslöser vorliegt, sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden. Er kann in den meisten Fällen eine Toxoplasmoseinfektion sicher ausschließen.

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Nach einer Impfung

Eine Lymphknotenschwellung am Hals kann normalerweise nicht durch eine Impfung ausgelöst werden. Reaktionen des Immunsystems auf eine Impfung sind normal bzw. sogar erwünscht. Lymphknotenschwellungen sind zwar eine Reaktion des Immunsystems, jedoch erfolgt eine Impfung in der Regel in den Oberarm oder bei kleinen Kindern auch in den Oberschenkel.

In beiden Fällen ist eine Schwellung der Lymphknoten am Hals als Folge der Impfung sehr unwahrscheinlich. Ein zeitlicher Zusammenhang zur Impfung ist demnach am ehesten zufällig und die geschwollenen Lymphknoten am Hals haben eine andere Ursache wie zum Beispiel eine Infektion.

Durch eine Zahnentzündung

Da eine Lymphknotenschwellung häufig als eine Reaktion des Körpers auf eine Entzündung auftritt, kann es auch durch eine Zahnentzündung dazu kommen. Tritt die Schwellung im zeitlichen Zusammenhang mit Zahnschmerzen auf, ist dies sogar sehr wahrscheinlich. Dabei schwellen in der Regel Lymphknoten am Hals auch auf der Körperseite an, wo der Zahn entzündete Zahn liegt.
Wird die Zahnentzündung behandelt, sollte auch die Lymphknotenschwellung zurückgehen. Wenn dies nicht zutrifft oder die Schwellung sogar trotz Besserung der Zahnschmerzen zunimmt, sollte zeitnah eine Untersuchung durch den Hausarzt erfolgen, um andere Ursachen auszuschließen.

Nach einem Zeckenbiss

Nicht jeder Zeckenbiss führt gleich zu einer Infektion. In den meisten Fällen erkrankt man nicht. Dies kann nur passieren, wenn sich im Körper der Zecke Krankheitserreger befanden und diese auch in das menschliche Blut eindringen konnten. Treten jedoch nach einem Zeckenbiss Lymphknotenschwellungen am Hals auf, kann das ein Anzeichen für eine beginnende Erkrankung sein (zum Beispiel Borreliose).

Ein Zusammenhang einer Lymphknotenschwelung am Hals zu einem Zeckenbiss ist besonders dann möglich, wenn sich die Zecke im Kopf oder Halsbereich festgesetzt hat. Zur Sicherheit sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine Infektion auszuschließen oder gegebenenfalls frühzeitig eine Behandlung einzuleiten.

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Verschiedene Lokalisationen

Lymphknotenschwellung am Hals und in der Leiste

In der Leistenregion sitzen sehr viele Lymphknoten als natürlicher Bestandteil des Abwehrsystems des Körpers. Teilweise kann man sie sogar schon tasten, wenn sie nicht vergrößert sind. Kommt es zu einer gleichzeitigen Vergrößerung von Lymphknoten am Hals und an der Leiste, kann dies verschiedene Ursachen haben.
Am häufigsten liegt wiederrum eine Infektionserkrankung vor. Ebenfalls können Autoimmunerkrankungen zu Lymphknotenvergörßerungen am ganzen Körper führen. In manchen Fällen kann auch eine bösartige Erkrankung als Ursache vorliegen. Auch wenn dies in selteneren Fällen die Lymphknotenvergrößerungen erklärt, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Ebenso sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn in letzter Zeit ungeschützter Sexualkontakt abseits einer Partnerschaft stattgefunden hat. Manche durch Geschlechtsverkehr übertragene Erkrankungen wie Pilzinfektionen können sich durch geschwollene Leistenlymphknoten äußern. In solch einer Situation sollte auch eine mögliche Infektion mit dem HI-Virus (Auslöser von AIDS) ausgeschlossen werden, da es einige Wochen nach einer Infektion ebenfalls zu Lymphknotenschwellungen kommen kann.

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Lymphknotenschwellung am Hals und im Nacken

Lymphknotenvergrößerungen können am ganzen Körper auftreten. Bei Atemwegsinfekten ist neben einer Anschwellung der Lymphknoten am Hals auch ein Auftreten am Nacken möglich. Wie bei allen Lymphknotenvergrößerungen gilt, dass sie eine normale Reaktion des Immunsystems bei Infekten darstellen und im Normalfall nach der Ausheilung von selbst wieder verschwinden.

Sollte dies nicht passieren oder Lymphknotenvergrößerungen an Hals und Nacken auftreten, ohne dass ein Infekt vorliegt, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Das gilt insbesondere wenn die Lymphknoten sich hart anfühlen und beim Draufdrücken keine Schmerzen verursachen.

Lymphknotenschwellung am Hals und am Ohr

Geschwollene Lymphknoten am oder um das Ohr herum können bei Entzündungen im Bereich des Ohres auftreten. Dazu zählen Entzündungen des äußerlich sichtbaren Ohres aber auch die Mittelohrentzündung und die Innenohrentzündung, die nicht sichtbar sind aber starke Schmerzen sowie Schwindel verursachen können.

Auch gleichzeitig oder etwas verzögert auftretende Lymphknotenschwellungen am Hals sind dabei möglich. Ebenso können geschwollene Lymphknoten an Hals und Ohr auch bei allen möglichen weiteren Infekten im Kopf- und Halsbereich wie zum Beispiel einer Nebenhöhlenentzündung bei einer Erkältung auftreten. Einseitig geschwollene Lymphknoten, die sich nicht verschieben lassen und keine Schmerzen beim Tasten bereiten, sollten durch einen Arzt untersucht werden.
 

Zusammenfassung

Die Lymphknoten im Hals dienen als Filterstationen für die Gewebeflüssigkeit aus zahlreichen angrenzenden Regionen. Die Lymphknoten im Bereich des Halses sind häufig von Schwellungen betroffen, denn bei Erkrankungen im Kopfbereich (Nase, Auge, Ohren, Hals) werden die Krankheitserreger in der Gewebeflüssigkeit dorthin transportiert.

Man unterscheidet, ob eine Lymphknotenschwellung im Rahmen eines generalisierten Prozesses auftritt, also noch andere Lymphknoten an anderen Stellen des Körpers auftreten, oder ob nur ein lokaler Prozess (hier beschränkt auf Lymphknoten am Hals) vorliegt.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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